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Mit Bus durch Italien...
Pro Bella Italia...
Kontra ...mit Bus
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
|---|---|
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| Sehenswürdigkeiten | |
| Sicherheit | |
| Gastfreundlichkeit |
So, nach ganz langer Zeit gibt es mal wieder einen Bericht von mir, diesmal etwas außergewöhnliches, ich möchte euch von meiner Studienfahrt nach Italien berichten, die ich Anfang September gemacht habe. Wir waren insgesamt 9 Tage unterwegs., davon allerdings 2 Reisetage, weil man sich als Schülergruppe halt keinen Flug leisten kann. Ziel war Gatteo a Mare, was in der Nähe von Rimini und Ravenna liegt.
Geplante Abfahrt war um 14.00, alle waren um 14.00 Uhr da, lediglich der Bus fehlte. Der stand noch in Hamburg im Elbtunnel und verspätete sich deswegen. Also standen wir da mit all unserem Gepäck und konnten noch eine Stunde warten. War ja schon mal ein klasse Start. Gegen 15.00 Uhr traf der Bus dann ein und ich war doch sehr von dem Komfort unseres Reisebusses überrascht. Ich würde es einfach mal als 5.Klasse Erlebnis bezeichnen, er war klein, eng, ohne richtige Schlafsitze und mit einer quasi infunktionablen Klimaanlage. Und in diesem Bus sollten wir also die nächsten 24 Stunden mindestens verbringen.
Die Fahrt selber verlief relativ ereignislos, man wartete von einer Pause zur nächsten, um seine Nikotinsucht zu befriedigen, bis tief in die Nacht war Schlafen quasi unmöglich.
Kurz nach 4 Uhr hatten wir die Schweizer Grenze überquert und an Schlaf war immer noch nicht zu denken, die unbequemen Sitze forderten langsam ihren Tribut und die Motivation ging beinahe gegen null. Um ziemlich exakt 9 Uhr hatten wir die Schweiz ohne eine Pause wieder verlassen und frühstückten direkt hinter der Grenze in einem netten kleinen extrem teuren Cafe. Danach gings weiter. Unser Busfahrer hatte sich mit dem Weg vertan und so fuhren wir ca. 2 Stunden in eine ähnliche, aber doch falsche Richtung, was erneut Zeit und Nerven kostete. Zu allem Überfluss fiel dann auch noch die Klimaanlage aus, die obwohl sie nicht wirklich funktionierte, doch für etwas Kühlung gesorgt hatte. 15.00 waren wir dann endlich in unserem Urlaubsort, eine halbe Stunde später war auch das Hotel gefunden und wir konnten endlich in unsere Zimmer und unter die Dusche. Die Adresse des Hotels möchte ich hier lieber nicht nennen, weil ich sie 1. nicht mehr genau weiß und 2. da sowieso keiner mehr hinfahren möchte, wenn ich mit meinen Ausführungen fertig bin.
Wir wurden von einer resoluten, sehr lauten italienischen Mamma begrüßt und zu unseren Zimmern geführt. Der erste Eindruck war ganz in Ordnung, die Hotelanlage war nicht besonders groß, aber sauber und gepflegt. Wir waren natürlich nicht im Haupthaus, sondern in einem der Nebengebäude, die vermutlich für Schülergruppen angelegt worden sind, damit sie nicht die anderen Gäste stören. Unser Zimmer wäre eigentlich sehr geräumig gewesen, hätte man nicht aus einem Doppelzimmer ein Vierbettzimmer gemacht, indem man einfach ein Etagenbett mit ins Zimmer gestellt hat. Dafür war das Badezimmer sehr angenehm groß und auch sauber, mit einer separaten Duschkabine und einem B.D. was aber keiner benutzt hat, hoffe ich zumindest. Außerdem hatten wir sogar einen Balkon, was sich auch als sehr praktisch erwies, weil man auf diesem rauchen konnte, während in den Zimmern Rauchverbot herrschte, was aber auch teilweise ignoriert wurde, immerhin waren wir auf Studienfahrt. Der Balkon war nicht besonders groß, aber ausreichend für vier bis fünf Leute, die bequem sitzen konnten.
Um 19.00 sollte es Hotelabendessen geben, kurz vorher haben wir uns noch mal als Gruppe getroffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Punkt 19.00 Uhr öffnete sich ein Fenster des Speisesaals und die resolute Mamma brüllte „Husum herkommen“. Das war also die typische italienische Gastfreundschaft, man wird als Hotelgast erstmal unfreundlich angebrüllt, man möge zum essen erscheinen. Im Speisesaal wartete dann eine Überraschung auf uns, dieser war in zwei Hälften aufgeteilt, ein großer Teil für Rentner, die außerhalb der Ferien selbstverständlich den größten Teil der Hotelbewohner ausmachte, und nur ein kleiner für Schüler. Ich möchte erwähnen, dass wir Vollpension hatten und trotzdem alle Getränke extra bezahlen mussten, aber das war noch nicht das schlimmste. Zur Vorspeise gab es Nudeln, die zugegeben noch ziemlich lecker waren, aber als Hauptgericht gab es Bohnen und Frikadellen, wobei die Frikadellen aussahen, wie die, die man bei McDonalds bekommt. Allerdings waren die bei weitem nicht so lecker, sie schmeckten einfach nur nach Fett. So überzeugend war des Essen nicht, besonders, weil die Rentner viel besseres Essen bekommen haben, die hatten sogar ein Büfett mit Salaten, Brot und anderen Sachen.
Nach dem Essen haben wir zunächst mal 5 Euro extra bezahlt, damit wir den Fernseher in unserem Zimmer auch benutzen können. Es gab immerhin 5 deutsche Programme, völlig ausreichend für einen Urlaub.
Nach ausgiebiger Fernseh-Session wollte man sich doch mal den Strand angucken, der immerhin nur 50m vom Hotel weg war, einmal über die Straße und an der ersten Hotelreihe vorbei und schon war man am Strand, der aber leider über die nächsten 600m in beide Richtungen Eigentum diverser Hotels war, vollgepflastert mit Strandliegen und aggressiven Wächtern, die jeden vertrieben, der sich auch nur eine Strandliege böse angeguckt hat. Den freien Strand hatten wir auch noch gar nicht am Anfang gefunden, wir waren von einigen Zusammenstößen mit Nachtwächtern doch demotiviert und so hat man halt den Rest des Abends auf dem Balkon verbracht und sich seelisch auf den 3. Tag und die Fahrt nach San Marino vorbereitet.
Am 3. Tag sind wir gegen 13.30 Uhr nach San Marino gestartet, vorher hat man schön ausgeschlafen und erneut das wenig leckere Hotelessen gekostet, was jeden Tag schlimmer schmeckte. An diesem Tag gab es Zucchini, die sowohl Aussehen als auch Konsistenz von Schneckenschleim hatten und nach Kotze schmeckten. Ich bin gar nicht erst zum Essen gegangen.
Nach ca. einer Stunde Fahrt waren wir in San Marino angekommen und begutachteten erst einmal die Burganlage, in der wir die nächsten Stunden verbringen sollten. Zuerst sollten wir uns eine Kirche angucken und danach sollten wir noch Freizeit bekommen, um auf eigene Faust San Marino zu erkunden. Lustigerweise konnte man nicht in die Kirche hinein, so dass wir sofort Freizeit hatten und die vielen kleinen Gassen erkunden konnten, in denen es vor Läden nur so wimmelte. Es waren diese typischen Touristenläden, wo man jedmöglichen Krempel bekommen konnte, von Staubfängern über Schlagringe (!) bis hin zu venezianischen Masken und Sachen, die ich absolut nicht zuordnen konnte. Etwas erschreckend fand ich diverse Ausgaben des „Hitler-Weins“ und des „Führer-Biers“. Damit hatte ich nicht gerechnet, vor allem, weil es dort in fast jedem Laden erhältlich ist.
San Marino hat mir persönlich sehr gut gefallen, die engen Gässchen, die alte Bauweise und die ganze Architektur. Allerdings hätte ich mir gerne noch einen anderen Eindruck gewünscht, ich hätte gerne noch mehr von San Marino gesehen, nicht nur das Tourismus geprägte, sondern auch die ganz „normalen“ Sachen. Für Raucher ist San Marino übrigens ein echter Tipp, wenn man mal in Italien ist, dort gibt es Zigaretten ab 2,40, was im Verhältnis doch recht günstig ist.
Nach dem interessanten Aufenthalt in San Marino wartete schon wieder Hotelessen auf uns, was ich erneut schwänzte, es schmeckte einfach nicht, ich habe lieber ein bisschen Geld bezahlt und bin zum Italiener um die Ecke gegangen und dort ne Pizza geholt, die viel leckerer als das Hotelessen war und dabei nicht mal Übelkeit verursachte. Abends sind wir dann bis zum freien Strand vorgedrungen, wobei wir dort aufgrund Müdigkeit nicht lange verweilten. Einmal angeguckt, danach wieder ab zurück und pennen, immerhin sollten wir am Tag darauf nach Venedig fahren.
Morgens um 6.15 gab es Frühstück, das wie immer nicht gerade lecker war, um 7.00 Uhr war Abfahrt nach Venedig und nach nur knapp 4 Stunden waren wir auch schon angekommen. Überrascht war ich vor allem von den Gebühren, 120 Euro muss man allein dafür bezahlen, dass man Venedig mit dem Bus durchfahren darf, wobei das auch noch stark ermäßigt war, normalerweise zahlt man pro Bus 240 Euro „Stadtgebühr“. Angekommen waren wir natürlich nicht direkt in Venedig, wir mussten noch in den Kern hineinmarschieren, Busse können aufgrund der Kanäle natürlich nicht dort hinein.
Man muss sofort sagen, Venedig ist beeindruckend. Aber auch: Venedig ist teuer, Venedig ist überfüllt, Venedig ist laut. Es wimmelt nur so vor Touristen, es sind einfach viel zu viele. So wird das Flanieren zur Tortur. Zum Glück haben wir zunächst das jüdische Ghetto besichtigt, der aufgrund der relativen Unpopularität nicht so Touristen überlaufen ist. Man findet eine Vielzahl interessanter Details und ist sogar sicher vor fliegenden Händlern und Menschenmassen, kann man sich doch angenehm bewegen und viel sehen.
Mit dem Vaporetto ging es danach zum Markusplatz mit all seinen Tauben und der großen Kirche. Auch hier war es viel zu voll, aber die Taubenschwärme und die Kirche sind ein Erlebnis, was man einfach mal mitgemacht haben muss.
Ansonsten sollte man auf jeden Fall auch eine Gondelfahrt machen, diese kostet allerdings pro Stunde satte 120 Euro und wenn der Gondoliere auch noch singen soll, macht das noch mal 50 Euro extra. Ziemlich viel Geld und mir persönlich war es viel zu teuer, selbst wenn man sich das mit mehreren Leuten teilt, sind es im günstigsten Fall noch immer um die 30 Euro.
Allgemein ist die ganze Stadt ziemlich teuer, eine einfache Margherita Pizza kostete im günstigsten Fall unfassbare 6,50 Euro, obwohl wir ziemlich lange nach einer günstigen Pizzeria gesucht haben. Allgemein kann man sagen, je weiter man sich vom Canal Grande entfernt, desto günstiger werden die Restaurants.
Das beste Transportmittel in Venedig ist das Vaporetto, eine Art „Wasserbus“, in der viele Menschen Platz finden und die sehr günstig ist. Wir haben gar nichts bezahlt, weil wir die Bezahlautomaten nicht gefunden haben ^^, aber teurer als ein herkömmliches Busticket ist es auf keinen Fall.
Die Rückfahrt aus Venedig dauerte 5 Stunden, weil wir genau in die Rush Hour gerieten und so ewig im Stau standen, und so kamen wir erst gegen 19.30 im Hotel an und verpassten „leider“ das Abendessen, was für mich wieder einmal bedeutete, im Kiosk an der Ecke ein Stück Pizza zu verspeisen.
Der Abend verlief ähnlich ereignislos wie die anderen Abende und so komme ich nun direkt zum nächsten Tag und der Fahrt nach Ravenna.
Um 13.30 starteten wir nach Ravenna, einer Stadt, in der es sehr viele Kirchen, aber ansonsten nichts wirklich interessantes gibt. Zu Ravenna kann ich gar nicht so viel sagen, es ist eine normale mittelgroße Stadt, mit nur wenig Touristen, aber vielen Kirchen, von denen wir einige auch besichtigt haben. Ich fand das ganze weniger ansprechend, aber unsere Lehrkräfte waren glücklich.
Tag 6 (Florenz)Um 7.30 starteten wir nach Florenz, die Fahrt dorthin dauerte bereits 4 Stunden und durch die frühe Abfahrt und das späte zu Bett gehen am Vortag waren alle auch entsprechend müde. Florenz ist ähnlich wie Venedig völlig überfüllt von Touristen, aber noch viel viel lauter, schmutziger und hektischer als dieses, weil irgendwie diese gewisse Ruhe, die Wasser ausstrahlt, fehlte. Die komplette Innenstadt Florenz’ ist sehr sehenswert, die Architektur lädt zum Begutachten ein, die verschiedenen Palazzos sind wirklich sehr beeindruckend und wunderschön konzipiert. Allerdings stört mich auch hier die wirklich überteuerten Preise und die großen Menschenmassen, die dem ganzen irgendwie die Motivation nahmen. In Florenz sollte man auf jeden Fall einen guten Stadtplan dabei haben, die meisten Gassen werden doch sehr verwinkelt und man verliert leicht die Orientierung.
Tag 7 (Freizeit)Endlich ein Tag zum Ausspannen.
Tag 8+9 (Heimreise)Wir waren sagenhafte 27 Stunden unterwegs und völlig abgekämpft, als wir endlich wieder ankamen. Die Fahrt war abermals sehr anstrengend und unbequem, aber irgendwie hatte man sich doch an die Bussitze gewöhnt, immerhin war man mit diesem Bus schon kanpp 50 Stunden unterwegs. Wieder angekommen bin ich erstmal todmüde ins Bett gefallen…
San Marino
Venedig
Fazit
So eine Bustour sollte jeder mal gemacht haben, einfach um die Erfahrung zu haben. Zukünftig werde ich aber auf solche Touren verzichten, das viele Busfahren schlaucht ganz schön. Trotzdem war es insgesamt schön. Ich vergebe einfach mal 2 Sterne und ein bedingt empfehlenswert aufgrund der vielen Erfahrungen.Greetz Darky
*edit*Bezahlt habe ich für diese Reise 325 Euro inklusive aller Unkosten für Bus, Hotel usw.
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