Home > Reisen > Europa > Türkei > Istanbul > Reiseberichte & Tipps zu Istanbul > Istanbul > Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht

für Istanbul
Nächsten Bericht ansehen "٣MERHABA ISTANBUL٣"
5 Sterne Wir hatten viel zu wenig Zeit Bericht mit Bildern
88 von 88 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Einfach eine spannende Stadt

Kontra Da wird immer Zeit fehlen, um alles sehen zu können

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

dik1609 Seit 4 Jun 2010

Ich bin 53 und bedanke mich für Lesungen, Bewertungen und Kommentare - Gegenlesungen sind... mehr

46 Mitglieder vertrauen mir

Einer der Höhepunkte während meiner Teilnahme an der Rallye Allgäu-Orient in diesem Jahr sollte eine Stippvisite in Istanbul sein, auf die ich mich im Vorfeld ganz besonders freute, zumal hier auch erstmals während unserer langen Fahrt abseits der Autobahnen so etwas wie freie Zeit vorgesehen war. Und mit Thorsten hatten wir zudem einen Menschen im Team, der sich in Istanbul auskennt, was den Aufenthalt für uns auf jeden Fall erleichterte.

Allgemeines über Istanbul

Istanbul (früher Byzanz, dann Konstantinopel) ist weltweite die einzige Metropole, die auf zwei Kontinenten (Europa und Asien) beheimatet ist. Die bevölkerungsreichste Stadt der Türkei beheimatet auf gut 1.800 Quadrat-Kilometern gut 13 Millionen Menschen und nimmt damit den dritten Platz der bevölkerungsreichsten Städte der Welt ein. Die Stadt erstreckt sich auf beiden Seiten des Bosporus und ist das türkische Zentrum für Kultur, Handel, Medien und Finanzen. Während ihrer 2600-jährigen Geschichte diente die Stadt drei großen Weltreichen als Hauptstadt. Die Architektur der Stadt vereint Elemente der Griechen, Römer. Byzantiner, Osmanen und Türken. Die historische Altstadt wurde von der UNESCO zum Welt-Kulturerbe erklärt.
Unsere Ankunft

Mit drei Autos im Konvoi durch diese Stadt zu fahren ist sicherlich nicht einfach - aber wir hatten ja Thorsten dabei. "In Istanbul ist immer Rush-Hour", hatte er schon zuvor viel versprechend gesagt. Und richtig: Kaum hatten wir die Stadt erreicht, standen wir im Stau. Schuld daran allerdings war wohl eine Wahlkampf-Veranstaltung mit einem hochrangigen Politiker, deretwegen der Verkehr mehrfach angehalten wurde. Als wir diese Hürde hinter uns hatten, ging es bei dichtem Verkehr recht zügig voran. Auch die Tatsache, dass aus den auf der Straße eingezeichneten drei Verkehrsspuren in eine Richtung in der Realität vier oder fünf wurden, beeindruckte mich nicht sonderlich - ich fuhr einfach. Und Thorsten kannte sich wirklich aus, er führte uns ausgesprochen schnell zum zuvor gebuchten Hotel in der Altstadt, wobei natürlich schon offensives Autofahren gefordert war, zumal ich mir selbst die Aufgabe gestellt hatte, niemals die Stoßstange des voraus fahrenden Autos aus den Augen zu verlieren.

Erste Eindrücke

So gut die Anreise zum Hotel geklappt hatte, so schwer gestaltete sich das Abstellen der Fahrzeuge vor selbigem, denn die zuvor mit gebuchten Parkplätze waren natürlich belegt. Und so musste an der Straße gehalten werden, was zu lauten Hup-Konzerten anderer Verkehrsteilnehmer führte, denn unsere Autos stellten schon für nachfolgende Fahrzeuge eine Behinderung dar. Aber: Wir hatten uns glücklicherweise schon eine Haltung angewöhnt, die uns dieses Hupen überhören ließen. Und so standen unsere Autos eben ein paar Minuten verkehrsbehindernd an der Straße. Nachdem aber eingecheckt und das Gepäck zu den Zimmern gebracht worden war, ging es auch schon weiter, denn alle Rallye-Teilnehmer sollten sich mit ihren Fahrzeugen vor der Blauen Moschee bzw. der Hagia Sophia im Stadtteil Eminönü treffen - was für uns erfreulicherweise nur einen kurzen Weg von rund 10 Minuten darstellte. Das war schon ein interessantes Bild: Mehr als 300 alte Autos parkten auf dem Sultanahmet-Platz vor den historischen Gebäuden, den wir aber alsbald verließen, um fußläufig zur Galata-Brücke zu kommen, in deren "Untergeschoss" es eine Reihe schöner Restaurants gibt, von wo aus es einen wunderschönen Blick auf das Goldene Horn gibt. Wir ließen es uns also schmecken, genossen ein paar gekühlte Getränke, beobachteten die hereinbrechende Dunkelheit und machten uns dann auch schon per Taxi auf den Rückweg zu unserem Hotel. Anzumerken ist dabei, dass die Taxikosten sich als gering erwiesen - diese Fortbewegungsart ist in der Stadt durchaus zu empfehlen.
Unser Besichtigungs-Tag

Am nächsten Tag hatten wir Freizeit - bis 16 Uhr. Das ist nicht viel Zeit für eine derartige Stadt wie Istanbul, aber wir versuchten, diese paar Stunden nach dem Frühstück so gut wie möglich zu nutzen. Und wieder erwies es sich als ausgesprochen sinnvoll, den ortskundigen Thorsten dabei zu haben. Fußläufig ging es vom Hotel erneut zum Sultanahmet-Platz, dem früheren Hippodrom, wo unsere Autos geparkt waren und wo einige der Rallye-Teilnehmer auch gezeltet hatten. Natürlich ergab sich das eine oder andere Gespräch mit anderen Fahrern - und natürlich mit Einheimischen wie Touristen, die wissen wollten, was es denn mit diesen vielen Autos auf sich hat. Aber es regnete an diesem Tag. Es regnete ohne Unterbrechung. Und ganz schnell tauchten an allen möglichen Ecken Verkäufer auf, die Regenschirme im Angebot hatten. Ihr "Umbrella, umbrella" kann ich im Geist noch heute hören.

Um den Tag möglichst sinnvoll zu nutzen, besichtigten wir zunächst die Hagia Sophia, für die 20 Lira (knapp 10 Euro) Eintritt fällig waren. Viel Zeit blieb hier nicht, es blieb allerdings bei einer ersten Inaugenscheinnahme, die nichtsdestotrotz sehr beeindruckend war und über die noch gesondert zu berichten sein wird. Von dort aus ging es zu Fuß zum Großen Basar mit seinen rund 4.000 Geschäften, wo wir auch einen Tee genossen und ansonsten einfach so durch die Gänge schlenderten. Mein Wunsch, noch den Gewürz-Basar zu besichtigen, wurde anschließend auch erfüllt - hier war der Orient mit wirklich allen Sinnen zu erfahren. Unmittelbar danach querten wir die schon am Tag zuvor gesehene Galata-Brücke, auf der nun Dutzende von Anglern standen. Mit dem "Tünel", der ältesten U-Bahn der Welt, erreichten wir den Taksim-Platz, wo wir noch ein wenig in die imposante Einkaufsstraße hinein schauten und uns auch verpflegten.

Dann aber war es bald auch schon wieder Zeit, zu unseren Autos zurück zu kehren. Dort gab es einige Reden - auch von Vertretern der Stadt -, und dann ging es auch schon los: Wir mussten mit unseren Autos in den asiatischen Teil der Stadt, zum Fenerbahce-Stadion, wobei für alle Rallye-Teilnehmer die Fähre über den Bosporus an diesem Tag kostenfrei war. Auch jetzt gab es wieder ein seltsam anmutendes Bild zu sehen, als gut 300 alte Autos sich vom Sultanahmet-Platz hinab zum Bosporus begaben, den querten und sich dann ihren des starken Verkehrsaufkommens wegen nicht immer einfachen Weg bahnten. Wir brauchten rund eine Stunde, um am Stadion anzukommen - und fast eine weitere, um einen Parkplatz zu finden. Da wir uns aber das nun beginnende Fußballspiel zwischen zwei Formel-1-Mannschaften nicht ansehen wollten, Thorsten zudem einer Bekannten avisiert hatte, sich mit ihr treffen zu wollen, verbanden wir all das miteinander und gingen essen - in ein Lokal, das eher selten Touristen sieht und in dem wir uns einfach perfekt verköstigt fühlten, wobei vor allem die vielen leckeren Vorspeisen unseren Beifall fanden. Nach dem Essen ging es zurück auf die europäische Seite der Stadt - dieses Mal über die Bosporus-Brücke, die nur in der anderen Richtung Maut pflichtig ist. Diese Maut allerdings hätten wir ohnehin nicht entrichten können, weil es inzwischen wohl keine Möglichkeit mehr zur Barzahlung gibt und für die Brücken-Benutzung eine spezielle Karte nötig ist, die wir aber natürlich nicht besaßen und besitzen. Deswegen auch ging es am dritten und letzten Tag unseres Istanbul-Aufenthaltes auch wieder mit der Fähre von Europa nach Asien.

Meine Meinung

Eigentlich war es nicht viel mehr als ein Tag, den wir in Istanbul zur Verfügung hatten - das ist natürlich viel zu wenig, um eine derartige Stadt wirklich kennen zu lernen. Aber immerhin habe ich einen ersten Eindruck von dieser lebendigen, aufregenden Metropole erhalten, der dafür sorgte, dass ich noch während unseres Aufenthaltes am Bosporus ankündigte, in diese Stadt auf jeden Fall bei Gelegenheit mit der besten Ehefrau von allen zurück kommen zu wollen. Allerdings bin ich mir sicher, dass ich mich auf mich allein gestellt in Istanbul nicht zurechtfinden würde. So etwas wie unseren Thorsten bräuchte ich schon - also bleibt beim nächsten Mal wohl nur die Möglichkeit, eine Pauschalreise in die Stadt zu buchen. Und drei, besser vier oder fünf Tage, sollten es auf jeden Fall sein, um auch nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen. Allerdings scheint mit das System des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs nicht arg so kompliziert - möglicherweise würde ich das nach einer kurzen Zeit auch verinnerlicht haben. Mit dem Auto indes möchte ich nicht wirklich wieder in dieser Stadt zu Gast sein.

Auf jeden Fall war ich begeistert von dieser gleichzeitig modernen wie altertümlichen Stadt, in der das Leben nur so pulsiert und die defintiv eine Vereinigung von Orient mit Okzident darstellt - wie schon seit vielen hundert Jahren. Die Menschen in Istanbul habe ich als stets hilfsbereit kennen gelernt. Und muslimische Traditionen gibt es hier eher am Rande zu beoabachten: Die wenigsten Frauen tragen Kopftücher, die wenigsten Menschen nehmen überhaupt noch Notiz von den über Lautsprecher verbreiteten Gebeten des Muezzin. Istanbul und seine Menschen sind offen, tolerant und neugierig. Letzteres gilt auch für mich, denn einige Sehenswürdigkeiten der Stadt würde ich gern (genauer) erkunden, viele Menschen in Gespräche verwickeln. Istanbul ist spannend. Und bis ein Tourist diese Stadt begriffen hat, wird es sicher einige Zeit dauern. Einen Besuch wert ist sie allemal, zumal es inzwischen eine Reihe von preisgünstigen Angeboten von Billig-Airlines gibt, in die Stadt zu kommen.

Bilder

für Istanbul
Istanbul
Unterwegs: Angler auf der Galata-Brücke
von dik1609 dik1609
Istanbul

Bewerten Sie diesen Erfahrungsbericht

Wie hilfreich ist dieser Bericht für Sie? Leitfaden zum Bewerten

Achtung, dies ist der erste Berichte des Autors

Anstatt dem Mitglied eine negative Bewertung zu geben, bitte daran denken:

  • Helfe diesem Mitglied durch nützliche Tipps

  • Melde einen Missbrauch wegen unerlaubter Kopie oder anderer Gründe an das Ciao Support Team.

Aktiviere die Funktion für negative Bewertungen

Kommentar schreiben

 Kommentar abgeben  Kommentar abgeben

JavaScript sollte aktiviert sein, um eine Bewertung oder einen Kommentar abgeben zu können.

Kommentare

Haben Sie eine Frage zu Istanbul? Frage stellen
Vorherige Seite Nächste Seite Seite 1 von 18 | 1 - 5 von 89 Kommentaren
  • hochsauerlaender 26.04.2012 09:47
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    B H

  • macias 01.03.2012 01:45
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Danke! Endlich ein Bericht, der Istanbul zwar nicht halbwegs erfasst (erfassen kann), doch du schreibst so, dass es Lust auf mehr macht.

  • Jollynchen 22.12.2011 09:41
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • yesup 30.10.2011 23:16
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Janny18 26.10.2011 20:13
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
Vorherige Seite Nächste Seite Seite 1 von 18 | 1 - 5 von 89 Kommentaren

Mehr Berichte

für Istanbul