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Pro Einfach eine spannende Stadt
Kontra Da wird immer Zeit fehlen, um alles sehen zu können
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
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Einer der Höhepunkte während meiner Teilnahme an der Rallye Allgäu-Orient in diesem Jahr sollte eine Stippvisite in Istanbul sein, auf die ich mich im Vorfeld ganz besonders freute, zumal hier auch erstmals während unserer langen Fahrt abseits der Autobahnen so etwas wie freie Zeit vorgesehen war. Und mit Thorsten hatten wir zudem einen Menschen im Team, der sich in Istanbul auskennt, was den Aufenthalt für uns auf jeden Fall erleichterte.
Mit drei Autos im Konvoi durch diese Stadt zu fahren ist sicherlich nicht einfach - aber wir hatten ja Thorsten dabei. "In Istanbul ist immer Rush-Hour", hatte er schon zuvor viel versprechend gesagt. Und richtig: Kaum hatten wir die Stadt erreicht, standen wir im Stau. Schuld daran allerdings war wohl eine Wahlkampf-Veranstaltung mit einem hochrangigen Politiker, deretwegen der Verkehr mehrfach angehalten wurde. Als wir diese Hürde hinter uns hatten, ging es bei dichtem Verkehr recht zügig voran. Auch die Tatsache, dass aus den auf der Straße eingezeichneten drei Verkehrsspuren in eine Richtung in der Realität vier oder fünf wurden, beeindruckte mich nicht sonderlich - ich fuhr einfach. Und Thorsten kannte sich wirklich aus, er führte uns ausgesprochen schnell zum zuvor gebuchten Hotel in der Altstadt, wobei natürlich schon offensives Autofahren gefordert war, zumal ich mir selbst die Aufgabe gestellt hatte, niemals die Stoßstange des voraus fahrenden Autos aus den Augen zu verlieren.
Am nächsten Tag hatten wir Freizeit - bis 16 Uhr. Das ist nicht viel Zeit für eine derartige Stadt wie Istanbul, aber wir versuchten, diese paar Stunden nach dem Frühstück so gut wie möglich zu nutzen. Und wieder erwies es sich als ausgesprochen sinnvoll, den ortskundigen Thorsten dabei zu haben. Fußläufig ging es vom Hotel erneut zum Sultanahmet-Platz, dem früheren Hippodrom, wo unsere Autos geparkt waren und wo einige der Rallye-Teilnehmer auch gezeltet hatten. Natürlich ergab sich das eine oder andere Gespräch mit anderen Fahrern - und natürlich mit Einheimischen wie Touristen, die wissen wollten, was es denn mit diesen vielen Autos auf sich hat. Aber es regnete an diesem Tag. Es regnete ohne Unterbrechung. Und ganz schnell tauchten an allen möglichen Ecken Verkäufer auf, die Regenschirme im Angebot hatten. Ihr "Umbrella, umbrella" kann ich im Geist noch heute hören.
Um den Tag möglichst sinnvoll zu nutzen, besichtigten wir zunächst die Hagia Sophia, für die 20 Lira (knapp 10 Euro) Eintritt fällig waren. Viel Zeit blieb hier nicht, es blieb allerdings bei einer ersten Inaugenscheinnahme, die nichtsdestotrotz sehr beeindruckend war und über die noch gesondert zu berichten sein wird. Von dort aus ging es zu Fuß zum Großen Basar mit seinen rund 4.000 Geschäften, wo wir auch einen Tee genossen und ansonsten einfach so durch die Gänge schlenderten. Mein Wunsch, noch den Gewürz-Basar zu besichtigen, wurde anschließend auch erfüllt - hier war der Orient mit wirklich allen Sinnen zu erfahren. Unmittelbar danach querten wir die schon am Tag zuvor gesehene Galata-Brücke, auf der nun Dutzende von Anglern standen. Mit dem "Tünel", der ältesten U-Bahn der Welt, erreichten wir den Taksim-Platz, wo wir noch ein wenig in die imposante Einkaufsstraße hinein schauten und uns auch verpflegten.Dann aber war es bald auch schon wieder Zeit, zu unseren Autos zurück zu kehren. Dort gab es einige Reden - auch von Vertretern der Stadt -, und dann ging es auch schon los: Wir mussten mit unseren Autos in den asiatischen Teil der Stadt, zum Fenerbahce-Stadion, wobei für alle Rallye-Teilnehmer die Fähre über den Bosporus an diesem Tag kostenfrei war. Auch jetzt gab es wieder ein seltsam anmutendes Bild zu sehen, als gut 300 alte Autos sich vom Sultanahmet-Platz hinab zum Bosporus begaben, den querten und sich dann ihren des starken Verkehrsaufkommens wegen nicht immer einfachen Weg bahnten. Wir brauchten rund eine Stunde, um am Stadion anzukommen - und fast eine weitere, um einen Parkplatz zu finden. Da wir uns aber das nun beginnende Fußballspiel zwischen zwei Formel-1-Mannschaften nicht ansehen wollten, Thorsten zudem einer Bekannten avisiert hatte, sich mit ihr treffen zu wollen, verbanden wir all das miteinander und gingen essen - in ein Lokal, das eher selten Touristen sieht und in dem wir uns einfach perfekt verköstigt fühlten, wobei vor allem die vielen leckeren Vorspeisen unseren Beifall fanden. Nach dem Essen ging es zurück auf die europäische Seite der Stadt - dieses Mal über die Bosporus-Brücke, die nur in der anderen Richtung Maut pflichtig ist. Diese Maut allerdings hätten wir ohnehin nicht entrichten können, weil es inzwischen wohl keine Möglichkeit mehr zur Barzahlung gibt und für die Brücken-Benutzung eine spezielle Karte nötig ist, die wir aber natürlich nicht besaßen und besitzen. Deswegen auch ging es am dritten und letzten Tag unseres Istanbul-Aufenthaltes auch wieder mit der Fähre von Europa nach Asien.
Auf jeden Fall war ich begeistert von dieser gleichzeitig modernen wie altertümlichen Stadt, in der das Leben nur so pulsiert und die defintiv eine Vereinigung von Orient mit Okzident darstellt - wie schon seit vielen hundert Jahren. Die Menschen in Istanbul habe ich als stets hilfsbereit kennen gelernt. Und muslimische Traditionen gibt es hier eher am Rande zu beoabachten: Die wenigsten Frauen tragen Kopftücher, die wenigsten Menschen nehmen überhaupt noch Notiz von den über Lautsprecher verbreiteten Gebeten des Muezzin. Istanbul und seine Menschen sind offen, tolerant und neugierig. Letzteres gilt auch für mich, denn einige Sehenswürdigkeiten der Stadt würde ich gern (genauer) erkunden, viele Menschen in Gespräche verwickeln. Istanbul ist spannend. Und bis ein Tourist diese Stadt begriffen hat, wird es sicher einige Zeit dauern. Einen Besuch wert ist sie allemal, zumal es inzwischen eine Reihe von preisgünstigen Angeboten von Billig-Airlines gibt, in die Stadt zu kommen.
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macias 01.03.2012 01:45
Danke! Endlich ein Bericht, der Istanbul zwar nicht halbwegs erfasst (erfassen kann), doch du schreibst so, dass es Lust auf mehr macht.
Jollynchen 22.12.2011 09:41
yesup 30.10.2011 23:16
Janny18 26.10.2011 20:13
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