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Erfahrungsbericht

für Island Reiseerlebnisse
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5 Sterne Island - Ein Erfahrungsbericht Bericht mit Bildern
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Empfehlenswert: Ja

Pro Atemberaubende Landschaften, viele Naturwunder, sehr kultiviert, sicher

Kontra sehr kostspielig, Wetter meist nicht so doll

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

DerChamp Seit 12 Mrz 2000

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Aus dem Fernsehen wird man wahrscheinlich des Öfteren schon von Island gehört haben. Seien es Reiseberichte oder auch Treffen der Politik, welche sich gerne in Reykjavik einfindet. Auf unseren Wetterkarten taucht die Insel so gut wie gar nicht auf.

Soviel sei gesagt, sie liegt 800km nordöstlich von Großbritannien oder 300km südwestlich von Grönland, also nahe dem Polarkreis, was einige besondere Naturereignisse begünstigt. Die Insel erstreckt sich von Ost nach West über 500km, von Nord nach Süd etwa 300km.

Aufgrund der sehr vielen Naturwunder, die sich auf dieser Insel ereignen, entschied ich mich, in diesem Sommer Island zu besuchen. Ich informierte mich vor Antritt der Reise sehr umfassend, dabei wird man feststellen, das Island eines der teuersten Reiseziele der Welt ist. Nicht nur die Unterkünfte haben horrende Preise, auch Essengehen ist nicht gerade ein Schnäppchen.

Meinen Flug buchte ich über Icelandexpress (icelandexpress.com) welcher direkt von Berlin nach Island fliegt. Neben Icelandexpress fliegen Icelandair (icelandair.com) und LTU (ltu.com) Island an. Man sollte die Preise bei allen Fluggesellschaften vorher vergleichen, da kann es sein, dass die eine oder andere Gesellschaft den besseren Preis hat.

Mit dem eigenen Auto kann auch per Fähe von Dänemark aus auf die Insel rübergesetzt werden. Bevor man für 1 oder 2 Wochen ein Auto auf Island mietet, sollte man sich vorher die Preise für die Fähre anschauen (Smyril Line).

Als Unterkunft wählte ich die Jugendherberge in Reykjavik aus, direkt buchbar über hostel.is. 4 Tage werde ich in Reykjavik bleiben, bevor ich mit meinem über autoeurop.de gebuchten PKW mir die Insel näher anschauen werde.

Anfang Juni war es endlich soweit, die Boeing MD-90 von Icelandexpress nahm mich von Schönefeld Richtung Keflavik Int. Airport mit. Reykavik verfügt nur über einen inländischen Flughafen, der Internationale Verkehr wird über Keflavik Int. Airport abgewickelt. Von dort sind es etwa noch 1 Stunde mit dem Bus nach Reykjavik der auch direkt die Jugendherberge ansteuert.

Gelandet in Keflavik, hat man erst einen kleinen Marsch vor sich, bis man zum Kofferausgabeband gelangt ist. An der letzten Schleuse hat man noch die Möglichkeit im Duty-Free Shop steuerfrei einkaufen. Aber auch bestimmte Einkäufe im Inland sind für Ausländer soweit steuerfrei, wenn man die Kassenzettel aufbewahrt und min. über 4000 ISK für eine Position verausgabt habt, dann gibt es am Flughafen vor Abflug Geld zurück.

Von Keflavik Airport nimmt man den Bus nach Reykjavik, die Kosten betragen hier etwa 1100 ISK, also etwa 12 EUR. Vorbei wird man an einem erkühlten Lavafeld fahren, eindrucksvoll sind hier noch Spuren vergangener Ausbrüche zu sehen. Der Ausbruch wird auf vor über 700-800 Jahre geschätzt.

Noch am gleichen Tag (den Anflugtag konnte ich voll nutzen) machte ich mich auf Reykjavik zu erkunden. Ich spazierte am Ufer entlang und stieß später in die Innenstadt vor. Reykjavik besteht im Kern aus einer Altstadt, in der sich das Stadtleben abspielt, und ringsherum aus Wohnblocks oder Einfamilienhäuser. Diese wurden überwiegend aus dem Werkstoff Beton gebaut; dieses Material hält Erderschütterungen gut stand.

Die Stadt ist relativ jung, etwa 220 Jahre. Sie ist aber in dieser Zeit enorm stark gewachsen; mit unter 200 Einwohnern erhielt die Stadt im Jahre 1786 Stadtrecht. Heute leben im Großraum Rekyjavik (einschließlich der der direkten angrenzenden Vororte) etwa 190.000 Menschen. Und sie wächst weiter. Überall in der Stadt wird gebaut und neue Häuser schießen aus dem Boden. Durchzogen ist die Stadt von mehrspurigen breiten Straßen die die Hauptverkehrsaderen bilden. Auffällig sind viele Geländewagen auszumachen, auch viele amerikanische Typen der Marken Ford, Dodge, Cadillac und Hummer. Es gibt auch spezielle Wagen, die ich zuvor noch nie woanders gesehen habe, hochgestellt und mit riesigen anmontierten Reifen, richtige Monster.

Touristische Attraktionen innerhalb der Stadt sind die Halgrimskirkja Kirche mit der Leifur Eriksson Statue, Perlan, der ehemalige Warmwasserspeicher von Reykjavik, dazu einige Museen. Die Halgrimskirkja ist ein beeindruckendes Bauwerk, haben doch viele evangelische Kirchen eine sehr eigenartige Architektur. Man kann bis in die Spitze der Kirche hinauffahren und hat hier für 350 Kronen einen tollen Ausblick über die Stadt. Preiswerter geht im Perlan, von dort kostet die Aussicht nichts. Perlan besteht aus 5 im Kreis angeordneten Speichertanks, die mit einem Kuppeldach aus Glas verbunden sind. Früher wurden die Tanks zur Speicherung von 24 Millionen Liter heißes Wasser gebraucht, mit welchen man die Stadt versorgt hat. Im Inneren von Perlan ist heute ein Museum untergebracht und im oberen Teil ein Restaurant. Ganz originell ist der auch künstliche Geysir der im 5 Minuten Takt bis in die oberste Etage nach oben schießt.

Um nach Perlan zu kommen, empfehle ich die Bus Linie 16 bis nach Nautholsvik zu nehmen und von dort aus den Berg durch den Wald nach oben zu laufen. Nautholsvik ist der einzige Badestrand der Stadt, dem kalten Meerwasser wird heißes Wasser zugeführt, so dass die Badetemperatur dann ganz angenehm ist.

Als sehr sehenswert erwiesen hat sich das Freiluftmuseum Arbaersafn, das Nationalmuseum und das Kulturmuseum. Im Freiluftmuseum kann ganz eindrucksvoll die Lebensweise der Isländer Anfang des 20. Jahrhunderts nachvollzogen werden, es befinden sich auf dem Gelände mehrere originale alte Häuser die im Inneren entsprechend der Zeit eingerichtet sind. Falls man Fragen hat, stehen einem die Mitarbeiter des Museums zur Verfügung, die ebenfalls in den üblichen Trachten dieser Zeit eingekleidet sind.

Ein Muss für den sehr Island-interessierten Reisenden ist das Nationalmuseum. Hier hat man einen umfangreichen Einblick in die Isländische Geschichte; sehr informativ sind die Computer-Infoterminals die Auskunft in jeder Frage zu Island geben. Ganz interessant an dieser Stelle zu erwähnen ist die Sprache der Isländer, es ist im Grunde das Skandinavische vor über 1000 Jahren. Während Norwegen und Schweden im Laufe der Zeit ihre eigenen Sprachen Veränderungen durchliefen, blieb die alte Sprache auf Island erhalten. Deshalb können Isländer ohne große Mühe noch sehr alte Texte lesen. Einige davon findet man z.b. im Kulturmuseum, Bücher die vor rund 700 Jahren geschrieben wurden, darunter auch die älteste isländische Bibel.

Die Shoppingader der Stadt ist die Laugevegur die direkt ins Zentrum führt. Neben einigen Modegeschäften, gibt es hier auch jede Menge Souvenirläden, aber auch Supermärkte. Am Wochenende schiebt sich abends eine Blechkolonne durch die enge Straße, auf der Suche nach einem Parkplatz. Dann füllt sich die Stadt mit den sehr attraktiven Isländerinnen; meist wird zuerst gepflegt im Restaurant gegessen bevor es dann abends in die begehrten Tanzclubs geht, und das bis in den nächsten Morgen hinein. Um sich zu Besaufen, eignet sich Island nicht; Alkohol ist verpönt und wird von der isländischen Regierung soweit wie es geht, aus dem öffentlichen Leben verbannt. So gibt es den Supermärkten nur leichte alkoholische Getränke mit max. 2,4 %, einzig in den staatlichen Verkaufsläden kann Alkohol erworben werden, zum Schnäppchenpreis von nur 15,00 EUR für einen Sixpack Bier. Jugendliche unter 20 Jahren dürfen eh keinen Alkohol trinken. Die Vorgehensweise finde ich ganz richtig, sind doch die Folgen bekannt, wo übermäßiger Alkoholkonsum hinführt.

Richtig Nacht wird es im Sommer auf Island nicht, es bleibt den ganzen Tag hell, nur abends ab 1 Uhr setzt leichte Dämmerung ein.

Um die Stadt zu erkunden kann in Touristeninformationszentrum (direkt an der Laekjargata) oder in vielen verschiedenen Hotels eine Touristenkarte erworben werden. Man kann von 1 bis 3 Tage wählen, die 1 Tagkarte kostet 1200 Kronen, die 3 Tageskarte 2200 Kronen. In dieser Zeit kann der gesamte Straeto Stadtbusverkehr unendlich oft genutzt werden und man hat freien Eintritt zu allen sieben Schwimmbädern der Stadt und zu den genannten Museum + viele andere. Auf jeden Fall ein lohnender Kauf.

Von Reykjavik aus kann man mit verschiedenen Busreiseunternehmen Ausflüge machen, einer der größten ist Reykjavik Excursions. Damit läßt sich z.b. der Goldene Zirkel (Thingvellir, Geysir, Gulfoss) oder z.b. die Blaue Lagune besuchen. Die Busausflüge sind allerdings sehr teuer, für den Goldenen Zirkel werden rund 80 EUR fällig. Da stellt sich die Frage ob man nicht besser ein Auto mieten sollte. Ich habe dies bereits vor Antritt der Reise getan.

Ohne Auto geht auf Island nichts. Man kann zwar auch mit dem Bus um die Insel kommen, ist dann sehr unflexibel und zudem bleibt der Bus nicht an den Attraktionen stehen. Mit einem Auto kann man sich die Fahrt frei einteilen und solange bei den Attraktionen bleiben wie einem Lieb ist. Vermietung sollte auf jeden Fall schon in Deutschland vorgenommen werden, wie besagt kann ich hier autoeurop.de empfehlen. Pro Tag kostete mich der Wagen hier etwa 47 EUR, während direkt vor Ort schon an die 60 EUR pro Tag fällig werden.

In der Innenstadt sind zwischen 30 und 50km/h erlaubt, während man auf den geteerten Landstraßen bis 90km/h fahren darf, auf Schotterpisten 80km/h. Trotzdem sollte man gerade auf ungeteerten Straßen vorsichtig fahren, besonders wenn Gegenverkehr aufkommt, denn man vorher nur sehr schlecht einsehen kann, da die Straßen meist an Berghängen liegen, wo eine Teerung erschwert wird. Die Isländer halten sich soweit ich das sehen kann, nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, es wird gut und gerne auch mal 110km/h gefahren, doch gerade auf den Touristenstrecken sollte man aufpassen, hier lauert gut und gerne mal die Polizei.

Aus Kostengründen entschied ich mich für die kleinste Klasse, natürlich kann man damit nicht ins Hochland fahren und sich Island nicht voll erschließen. Dies bleibt nur den Geländewagen vorbehalten. Diese kosten aber rund 120 EUR pro Tag was sich nur für eine kleine Reisegruppe lohnt.

Island ist, und das muss man hier noch mal deutlichst sagen, kein billiges Reiseziel. Wenn man teure Restaurantbesuche verzichtet und auf die Salattheken der Supermärkte beschränkt, kann man auch preiswerter speisen, man sollte aber immer noch mit mind. rund 15,00 EUR Verpflegung pro Tag rechnen.

Einige Preisbeispiele:

Döner Kebap: etwa 7,70 EUR
¼ Pizza: etwa 3,30 EUR
0,5l Cola: etwa 1,10 EUR (im Supermarkt!)
Preise für Unterkunft Jugendherberge: etwa 27 EUR (mit Bettlaken)
Mietwagenpreis: 60 EUR, in der Saison sind es bis zu 70 EUR (Kleinwagen), Jeeps ab 120 EUR pro Tag
2 Wraps fertig eingepackt im Supermarkt: ca. 3,50 EUR

Die teuersten Märkte sind die 1011 Supermärkte, diese haben 24 Stunden rund um die Uhr auf, der Pendant zu unseren Aldi Märkten, sind die Bonus Supermärkte, wobei die Preise aber nicht Aldi Niveau haben. Nachteilig sind die kurzen Öffnungszeiten der Bonus Supermärkte, welche überwiegend von 12-18 Uhr geöffnet haben.

Ich war froh nach einigen Tagen endlich in einem Fahrzeug zu sitzen. Nun kann es endlich losgehen. Ich fuhr morgens gegen 10 Uhr von Reykjavik los und machte mich daran auf zuerst den Goldenen Zirkel abzufahren. Erste Station war der Graben von Thingvellir. Hier verläuft der mittelatlantische Rücken, sprich die amerikanische und eurasiche Platte treffen hier aufeinander, man kann hier mit ein paar Fußschritten von ein auf den anderen Kontinent hin- und hergehen.

Nächste Station war Geysir. Wir der Name es schon sagt, findet man hier einen Geysir vor. Hier kann man dieses seltene Naturereigniss live erleben, und ohne das hier ein Mensch Waschpulver in das Loch hineinwirft. Jede paar Minuten schießt ein Geysir von ganz alleine in die Höhe.

Letzte Station des Goldenen Zirkel ist Gulfoss, ein gigantischer Wasserfall. Man sollte sich allerdings dem Wasserfall nicht zu nah nähren, dann man ansonsten klatschnass wird. Alle diese 3 Highlights, unweit von Rekyjavik gelegen, sind oft von Touristemassen eingehüllt. An jeder Station befinden sich Informationsmöglichkeiten, besonders die in Thingvellir ist aufwändig und umfassend (Computeranimationen, Flachbildschirme und Beamer). Zudem verkaufen die Isländer jede Menge Kitsch und Souvenirs mit immer wieder den gleichen Büchern wie "Icelanders", "Amazing Iceland", "Lost in Iceland" oder auch einfach nur "Iceland" in verschiedenen Sprachen.

Auf Sehenswürdigkeiten wird durch ein entsprechendes Schild hingewiesen, dort ist der Name der Sehenswürdigkeit beschriftet und ein Symbol, ähnlich eines Qudrats mit jeweils 1 Kreis an jeder Ecke.

Ich verließ den Goldenen Zirkel und begab mich auf die Ringstrecke Nummer 1. Auf dieser Strecke umfährt man die gesamte Insel und bekommt natürlich einiges zu sehen. Insgesamt sind es etwa 1400km, man sollte etwas Zeit mitbringen um die Wunder zu erleben. Leider hatte ich nur 3 Tage und wollte trotzdem soviel mitnehmen wie möglich. Also nahm ich diese Tour in Angriff, kein guter Plan wie sich im Nachhinein herausstellte. Weil der Wagen ja wieder zurückgegeben werden musste, hatte ich für die einzelnen Sehenswürdigkeiten nur wenig Zeit. Habe aber trotzdessen sehr viel mitgenommen.

Gerne wäre ich auf dieser Fahrt Beifahrer gewesen um die atemberaubende Landschaft zu genießen, beim Autofahren musste ich aufpassen das meine Augen vorwiegend auf die Straße gerichtet sind. Auch laufen Nutztiere frei herum, selten kann es vorkommen dass sich ein Tier (meistens Schafe) sich auf die Straße verirrt.

Die Ringstrasse 1 ist weitgehendst geteert, nur ganz kurze Abschnitte sind unbefestigt. Besonders mit einem Mietwagen sollten die unbefestigten Straßen weitgehendst vermieden werden, man will ja keine Schäden am Fahrzeug hinterlassen. Auch darf nicht vergessen, dass sich dann hier durch scharfe Steine die Gefahr eines Plattens erhöht. Sollte das einem passieren, ist man ganz schön in de A.... gekniffen, Hilfe kann man so gut wie keine holen, da die Landstriche extrem dünn besiedelt sind und das Mobiltelefon hier gar nicht funktioniert.

Auf dieser Strecke habe ich unterschiedlichste Temperaturschwankungen mitgemacht, von -2 bis +14 Grad, dazu Fahrten entlang am Meer, durch unendliche Lavafelder, vorbei am Gletschern, auf kalter verschneiter Höhe oder an den windstarken Ostküsten. Und jedesmal war man so gut wie alleine, es gab kaum Verkehr.

Eindrucksvoll waren die schwarzen Küsten von Vik an dem Meer auf das Land Wellen schlägt, oder bei Jökulsärlon zu sehen wie der Gletscherbrocken sich langsam ins Meer bewegen.

Hat man erst die anstregende Fahrt von Egilsstadir zum Myvatn See überstanden, sollte man unbedingt einen Zwischenstopp in Hverir einlegen, hier sind Aktivitäten geothermischer Vorgänge sichtbar, in Form von heißen Erdlöchern und kochenden Quellen.

Rund um den Myvatn See findet man eines der schönsten Gebiete von Island vor. Wer Zeit hat, kann hier ein paar Wanderungen vornehmen, ganz interessant ist die Besteigung des nicht mehr aktiven Vulkans Hverjfell. Auf den Weg nach Akureyri passiert man auch den Godafoss, den man sich unbedingt anschauen soll, ein gigantischer Wasserfall eröffnet sich hier dem Besucher.

Bei klaren blauen Wetter in Akureyri gegen 12 Uhr eingetroffen, legte ich mich hier zum ersten Mal nieder. Bisher hatte ich kaum geschlafen, die Nacht habe ich quasi durchgemacht. In Akureyri suchte ich als alles erstes das Schwimmbad auf, die Dusche und danach der Aufenthalt in den 37 Grad warmen Hot Pots belebten meinen Körper. Auf Island gelten strenge Regeln in bez. der Hygiene in Schwimmbädern. Bevor man die Umkleidekabinen betritt, müssen Schuhe und Socken ausgezogen werden; diese können entweder in einer Plastiktüte mitgenommen oder auf einer Ablage niedergelegt werden.

Unbedingtes Muss ist die Reinigung des Körpers vor Betreten des Pools. Dazu hängen Seifenspender an den Wänden, falls man selbst keine Seife dabei hat. In den Duschräumen gibt es sogar Aufpasser die die gründliche Reinigung des Gasts kontrollieren. Hat man diese Schritte durchlaufen, steht dem Schwimmbadspass nichts mehr entgegen. Da kann man entweder wie bei uns auch seine Bahnen schwimmen oder sich gemütlich in den Hot Pots zurücklegen, gefüllte kleine Becken mit etwa 37 - 44 Grad warmen Wasser; hat einen Touch von großer Gemütlichkeit wenn einem das kalte windige Wetter den aus dem Wasser ragenden Körper erfrieren läßt, während der darunter liegende Teil schön warmgehalten wird.

Der Eintritt in den sogenannten "Sundlaug", den Schwimmbädern, gestaltet sich zum Gebotenen recht günstig, umgerechnet 2,50 EUR bis 3,50 EUR sind fällig. Mag vielleicht daran liegen, dass Island sauberes Wasser in Hülle und Fülle hat, dazu kostenloses warmes Wasser aus den geothermischen Gebieten.

Nachdem ich mich ausreichend von der langen Fahrt erholt hatte, ließ ich mich in der örtlichen Jugendherberge nieder. Endlich ein richtiges Bett! Ausgeruht bummelte ich durch die 16.000 Einwohner große Stadt. Eine Stadt mit dieser Einwohnerzahl hat bei uns absolut nichts zu bieten, hier gibt es aber alles was eine Großstadt auch hat. Sogar auch ein Kino. Akureyri hat mir sehr gut gefallen, die Stadt ist schön aufgebaut und sehr gemütlich.

Am nächsten Tag machte ich auf den Weg nach Reykjavik. So wachte ich morgens um 6 Uhr auf um genug Zeit für diesen Tag mitzunehmen, schließlich musste der Wagen schon am nächsten Tag um 10 Uhr zurückgegeben werden und ich befand mich im hohen Norden.

Geplant hatte ich, noch die Halbinsel Snaefellsnes mitzunehmen, allerdings war der direkte Weg dahin eine lange Schotterpiste. Die einzige Möglichkeit bestand, wieder von Borgarnes nach Snaefellsnes raufzufahren. Da das ganze zu umständig war, ließ ich es sein. Gerne hätte ich aber schon die endlos langen Sandstrände gesehen.

Um von Akranes direkt nach Reykjavik zu kommen, kann man durch den Tunnel fahren der unter Meermündung gebaut wurde, die Durchfahrt ist leider nicht kostenslos, sondern kostet etwa 12 EUR. Ansonsten bleibt einem nur übrig, die Bucht zu umfahren, was aber an Spritkosten in etwa das gleiche kostet. Sprit ist wie alles andere auch auf der Insel, nicht ganz billig. Stellenweise kostet ein Liter Super nur 1,28 EUR, aber oft ist er für knapp 1,40 EUR erhätlich. An so gut wie allen Tankstellen wird entweder Super (95 Oktan) oder Diesel ausgegeben.
Die Tankstellen haben meist bis spät abends geöffnet, falls man aber später kommt und Sprit braucht, ist das aber auch kein Problem. Es gibt Bezahlautomaten an welchen man seine Kreditkarte (Visa/Eurocard) einsteckt, die PIN eingibt, den gewünschten Betrag in ISK und die Nummer der Zapfsäule, schon wird diese freigeschaltet. Etwas umständlich ist die Tatsache, dass manche Automaten nur in isländischer Sprache sind.

Den vorletzten Abend fuhr ich noch auf der Halbinsel Reykjanesbaer herum, besuchte unter anderem die "Blaue Lagune", ein touristisches Aushängeschild Islands. In der Blauen Lagune wurde das Becken inmitten der natürlichen Lavafelder angelegt, gespeist wird das Becken mit dem Abwasser des geothermischen Kraftwerks, was sich unmittelbar dort auch befindet. So hat das Wasser einen sehr hohen Mineralgehalt und soll heilende Wirkung haben. Auch die Farbe des Wassers macht einen einladenen Eindruck, es ist in etwa blau-milchich Farben, den unebenen Grund kann man daher nicht sehen.

Zur Entspannung stehen noch 2 verschiedene Saunatypen zur Verfügung. Zusätzlich kann man sich in bestimmten Ruhebecken (so nenn ich das mal) das Gesicht mit dem dortigen Schlamm, der in Kübeln bereitsteht, einschmieren. Nach etwa 5-10min härtet der Schlamm und das Gesicht soll dann von Unreinheiten befreit, die Haut entspannt werden.

Der Besuch der Lagune wird etwa mit 1400 ISK, 15,40 EUR pro Person berechnet. Zur Zeit wird die Lagune erweitert, der volle Badebetrieb geht aber dennoch weiter.

Neben dem Graben von Thingvellir gibt es auch in Reykjanesbaer noch ein solche Spalte, auch wenn nicht ganz so eindrucksvoll. Hier befindet sich eine kleine Brücke zwischen den Spalten, inmitten auf der Brücke ist ein Schild angebracht, "To America , To Europe". An diesem Tag war ich dort der einzige Besucher, kein Wunder, war das Wetter doch äußerst mies. Das Wetter auf Island kann sehr wechselhaft werden, zum größten Teil hatte ich graue Wolken, dazu meist mit Regen, nur selten zeigte sich die Sonne. Aber wenn, dann konnte man auch ohne Probleme mit einem leichten Pullover durch die Gegend ziehen.

Die letzte Nacht verbrachte in Reykjavik, am nächsten Tag ging mein Flieger in die Frühe wieder zurück nach Deutschland.

Als abschließendes Fazit kann ich sagen, dass Island eine Reise wert ist. Es gibt sehr sehr viel zu sehen, darunter viele Naturwunder, das Straßennetz ist relativ gut ausgebaut, dass man mit einem Kleinwagen ziemlich weit herumkommt. Nachteilig ist jedoch das Wetter, dass nicht immer mitspielt und einem die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten erschwert. Ein zweiter Nachteil sind die sehr hohen Preisen in Island, die den Geldbeutel empfindlich schmälern.

Empfehlen würde ich, mit mehren Personen Island zu besuchen, dann mind. für 1 Woche einen Geländewagen zu mieten und die Insel zu erkunden. Das macht mehr Spaß und die Kosten für den Wagen relativieren sich dann. Als Hauptreisezeit sollte Juli/August bevorzugt werden, da es hier wettermäßig am Besten aussieht. Nur sind in dieser Zeit die Kosten noch höher.

Bilder

für Island Reiseerlebnisse
Kunst in Reykjavik
von DerChamp DerChamp

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  • wastl07 19.08.2011 14:57
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Lafemme 11.08.2010 11:26
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich
  • RedSushi 28.10.2007 21:54
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Wow, toller Bericht!!! Da würde ich auch gerne mal hin. Leider reicht das Geld dazu nicht. Naja, noch nicht. :)

  • Torombolina 12.09.2007 08:08
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Feline81 14.02.2007 01:02
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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