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40 Shades of Green - Teil 1
Pro einmalige Landschaft, Gastfreundschaft
Kontra teuer
Sommerurlaub im regnerischen Irland? Mal etwas anderes… Vorab mal ein paar Hintergrund-Infos über die grüne Insel.
LANDIrland ist eine Insel mit 84'500 km2 und ist 490 km lang und 275 km breit. Die gesamte Insel (also inkl. Nordirland) hat 5.1 Millionen Einwohner, wovon es 1.6 Millionen Nordiren sind. Irland hat 32 Counties, welche sich über 4 Provinzen aufteilen. Bloss 6 Counties im Nordosten bilden Nordirland. Die beiden offiziellen Landessprachen sind Irisch (Gälisch) und Englisch. Irisch wird vor allem im Nordwesten in den Counties Mayo und Donegal noch gesprochen. Allerdings ist der Anteil der irisch-sprechenden Bevölkerung am schwinden.
KLIMAIrland hat den Ruf eine Regeninsel zu sein und wie ich jeweils den e-mails meiner besten Freundin entnehmen konnte (die seit 9 Monate in Dublin lebt), gab es mehrere Wochen, wo es ununterbrochen regnet. Es gibt total verregnete Sommer, wir jedoch hatten Glück. Die Temperaturen im Sommer bewegen sich zwischen 18 – 25 Grad und ein richtiger Ire wagt auch schon bei sonnigen 18 Grad den Sprung ins Meer. Da es in Irland meist sehr windig ist, empfehle ich allen eine gute Jacke einzupacken.
LANDSCHAFTIrland ist ein grünes Land – wie es mein Titel auch schon sagt… Die Iren sagen, dass sie 40 Shades of Green hätten, also 40 grüne Farbtöne. Und ich muss sagen, dass je nach Sonneneinstrahlung keine Wiese so aussieht wie die andere! Somit haben wir wohl die 40 Grüntöne gesehen *grins*. Irland ist ziemlich hügelig, obwohl es nach mehr aussieht als es ist. Diese meisten „Berge“ sind zwischen 500 und 900 Meter…. Für mich als Schweizerin sind das natürlich keine Berge *grins* Der Süden Irlands ist viel grüner und meiner Meinung nach auch flacher als der Norden. Irland verfügt über sehr schöne Strände (County Donegal) und über sehr viele Klippen. Die wohl berühmtesten sind die Cliffs of Moher, im Westen Irlands. Irland verfügt aber auch über kahle Landschaften, welche wir in der Schweiz in den Alpen vorfinden können (z.B. Connemara und The Burren). Immer wieder findet man zwischen den verschiedenen Grün auch mal wieder ein Haus – in kleinen Dörfern sind die Häuser sehr bunt angemalt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die bunten Häuser manch trüben Regentag erhellen!
VERKEHRAuch in Irland herrscht Linksverkehr. Es ist schon komisch, im Auto auf der „falschen“ Seite zu sitzen *zwinker*. Ich habe mich denn auch erfolgreich davor gedrückt, in Irland Autozufahren… Die Iren fahren teilweise sehr unbedacht Auto und es ist Vorsicht geboten. Ich will hier nun nicht zum schnell fahren verleiten, aber die irische Polizei hat nur 4 Radar-Kameras und das obwohl im ganzen Land verteilt 15 fixe Radarstationen angebracht sind *grins*
STRASSENDie Strassenqualität in Irland lässt sehr zu wünschen übrig!! Es gibt im ganzen Land nur etwa 3 oder 4 Autobahnen…. Die wohl längste führt um Dublin herum, dort wo sie jedoch endet, herrscht Chaos. Eine weitere Autobahn beginnt südlich von Belfast und endet in einem Dörfchen. Dort muss sich dann der ganze Verkehr durch das Dorf quetschen… Stau in den Rush Hour-Zeiten ist also vorprogrammiert. Die N-Strassen (also die Nationalstrassen) sind von besserer Qualität, befindet man sich allerdings auf einer R-Strasse (Route), darf man nicht allzu grossen Ansprüche stellen. Für meine Verhältnisse waren die Strassen im Connemara die schlechtesten von allen – wer leicht mit Übelkeit kämpft, dem empfehle ich hier was einzunehmen!
STRASSEN-BESCHILDERUNGOberstes Gebot: Unbedingt genügend Zeit für eure Distanzen einberechnen! Und als kleiner Tipp: Besorgt euch eine gute Strassenkarte und jemand, der Karten lesen kann… *grins* Es hat immer wieder mal ein paar Strassenschilder, die vor einer Kreuzung stehen, an der Kreuzung selbst, wurden dann die Schilder weggelassen. Wehe dem, der das Schild nicht gelesen hat….! Die Strassen sind zwar alle mit Nummern versehen, doch diese sind selten angeschrieben.
Was ironischerweise aber wieder gut beschriftet ist, sind die Kreisel. Jeder grössere Kreisel in Irland hat einen Namen…. Ach ja, und wenn ich gerade vom Kreisel rede: vor jedem Kreisel steht eine Tafel mit den Ausfahrten, aber im Kreisel wurde dann schon mal mit den Ausfahrts-Wegweisern gespart! Ein weiteres Phänomen mit der Beschilderung ist auch, dass ein Wegweiser mal in den Boden oder gen Himmel zeigen kann – für die Iren vielleicht ein Spass, doch für den Touristen ist das weniger erfreulich!PUB & TRINKVERHALTEN
Die Iren nennen das Pub ihr verlängertes Wohnzimmer – so sind viele Iren jeden Abend in ihrem Pub anzutreffen. Die Pubs sind alle sehr gemütlich eingerichtet und haben Atmosphäre. Der Grund für die vielen Nischen in irischen Pubs sei hier mal erklärt: Früher durften Frauen und Priester nicht öffentlich trinken. Also hat man in den Pubs kleine Nischen gebaut, welche mit einem Vorhang vom Rest des Pubs abtrennen konnte und so gab’s für Frauen und Priester kein Hindernis mehr.Irland gehört zu den Ländern, welches der grösste Pro-Kopf-Verbrauch an Bier hat und nachdem was ich gesehen habe, kann ich dies auch wirklich nachvollziehen. Die meisten Iren trinken im Pub ein Guinness. Nebst dem Guinness gibt’s ein paar weitere dunkle Biere wie Murphy’s, Smithwicks (in Deutschland und in der Schweiz unter dem Namen Kilkenny bekannt) und auch ein paar helle, internationale Biere wie Heinecken, Miller etc. Die irischen Frauen hingegen trinken eher mal einen Cocktail oder Alcopops, von denen es in Irland eine Menge gibt. Nicht zu vergessen ist natürlich auch der irische Whiskey. Allerdings habe ich selten jemand einen Whiskey trinken sehen.
Der Ire trinkt viel und gern… Ich bin mir vom Schweizerischen Karneval einiges in Sachen Trinken gewöhnt, aber was ich in Irland gesehen habe, das hat mich schon ein bisschen nachdenklich gestimmt. Ich will hier niemanden vergraulen, aber teilweise war’s erschreckend zu sehen, wie schnell die Iren sich haben vollaufen lassen. Während mein Freund ein Pint Guinness (immerhin 0.56 Liter) getrunken hat, haben die Iren locker 3 Pints getrunken!! Da überrascht auch der Ausspruch eines Taxifahrers „Without 3 pints of Guinness I can’t drive my car“ (Ohne 3 Pints Guinness kann ich nicht Autofahren!) nicht.LEUTE
Die Iren sind ein absolut freundliches und hilfsbereites Volk. Zudem sind sie grundehrlich und können es nicht leiden, wenn jemand aus der Not des anderen einen Vorteil zieht! Fragt man jemanden höflich nach dem Weg ist man innert Kürze in ein Gespräch verwickelt. Die erste Frage ist meistens nach dem Wetter. Die Iren wissen immer irgendwelche Geschichte über’s Wetter zu erzählen – egal ob’s nun von gestern oder vor 50 Jahren war *grins* Ist man in einem Pub, kann es gut vorkommen, dass man einfach angesprochen wird und innerhalb von kurzer Zeit in Gespräche mit den Einheimischen verwickelt ist.ÜBERNACHTEN
Wir haben bis auf Dublin immer in Bed & Breakfast’s übernachtet. Es gibt verschiedene Institutionen, bei welchen man B&B-Führer bestellen kann. Wir haben unsere Gutscheine bereits in der Schweiz vorausbezahlt und haben so den Führer der Irish Town- & Countryhomes erhalten. In diesem Führer waren 1'600 B&B’s in allen 32 Counties aufgeführt. Wir haben jeweils zwei Nächte zum Voraus gebucht und hatten bis auf eine Ausnahme wirklich immer tolle B&B’s gefunden.ESSEN
Das Essen in Irland war erstaunlicherweise gut. Wir haben uns immer wieder mal auf die Tipps im Führer verlassen, sind aber auch selbst auf Entdeckungsreise gegangen. Es lohnt sich übrigens auch mal in einem Pub zu essen – dort sind die Portionen zwar grösser als in den Restaurants, doch das Essen ist meist genau so gut, wenn nicht sogar besser.Unbedingt probieren: das Irish Breakfast, bestehend aus Rührei, gedämpfter Tomate, gedämpfte Pilze, Würstchen, Black & White Pudding (Blut- & Leberwurst), weisse Bohnen und Soda-Bread (eine Art Vollkorn-Brot) oder Toast.
Äusserst lecker ist in Irland natürlich der Lachs, welcher meist aus der Gegend kommt. Die Iren haben zwar wie in Grossbritannien auch überall Pommes Frites als Beilage, es gibt aber in den meisten Fällen auch Salat (grüner Salat mit Gurken, Tomaten und ganz viel Zwiebeln) dazu.Das irische National-Dessert: der Banoffee Pie, ein Kuchen welcher äusserst schwer ist! Der Boden besteht aus gekrümmeltem Shortbread (ziemlich fettige Kekse), dann kommt eine Schicht Banane hinzu und darüber wird gesulzte Caramel-Creme gegeben. Zur Deko des Kuchens sind nochmals Bananen angebracht. Gegessen wird der Kuchen mit viel Schlagsahne!!
PREISEIrland ist ein eher teures Pflaster (ja, und das sage ich als Schweizerin!!). Ein Abendessen für 4 Personen im Restaurant kommt locker auf € 100 (mit Vorspeise – ohne Wein), im Pub ist’s ein bisschen billiger, so um die € 70 – 80! Aber auch alles andere relativ teuer: der Pint Bier kostet je nach der Gegend zwischen € 3.50 - € 5.00 (in Dublin); eine Packung Zigaretten € 5.60. Geht man für ein Picknick einkaufen, hat man für 2 Personen schnell bis an die € 20 ausgegeben.
Die Preise für die Kleider hingegen sind eher billig, während man für die CDs horrende € 18 - € 25 bezahlen muss (so war der Preis für die neue Metallica-CD € 22!!).Was mir in Irland auch aufgefallen ist, das man für die meisten Sehenswürdigkeiten Eintritt bezahlen muss. Es ist mir schon klar, dass man für Museen und andere Sachen Eintritt bezahlen muss (aber müssen es € 8 sein?) – ich habe allerdings bis jetzt noch in keinem Land, das ich besucht habe, für den Besuch einer Kirche Eintritt bezahlen müssen. Das ist in Irland der Fall. Der Eintritt in die St. Patricks-Cathedral hat mich € 4.50 gekostet….. Weitere Kirchen haben wir dann nicht besichtigt….!
FAZITIch bin überrascht, wie lange mein Bericht nun geworden ist und vielen Dank an alle, die bis zum Ende durchgehalten haben… Irland ist in jedem Fall eine Reise wert. Die Landschaft ist sehr eindrücklich und es gibt viele einsame Flecken, wo ich gerne sitzen geblieben wäre. Die Ruhe, welche die Landschaft ausstrahlt ist gewaltig. Die Freundlichkeit der Iren, von der man immer wieder viel hört, ist keine Mär. Es ist total interessant Gespräche mit ihnen zu führen, und weiss man mal nicht mehr weiter, redet man einfach über das Wetter!
Selbstverständlich gibt es auch ein paar negative Punkte zu Irland: die Preise haben mehrheitlich schweizerisches Preisniveau und teilweise war das irische Trinkverhalten abstossend.Weitere Berichte über Irland werden folgen, deswegen verzichte ich auf ein längeres Fazit.
© Judith, 27. Juni 2003Zum Reisebudget: Wer die B&B's vor Ort bucht, braucht wohl an die € 100 pro Tag....
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kikilotta 05.06.2004 17:33
Ich möchte die Autofahrer in Irland jetzt nicht schocken: Es gibt jede Menge Gardas mit Laserpistolen, die bevorzugt dort stehen, wo Bundesstraßen wie Deutsche Autobahnen aussehen. Und prompt da hat es uns ja auch erwischt! Also: Starenkästen sind in Irland out, es lebe die mobile Laserpistole! gruß kikilotta
TinoLee1976 11.03.2004 11:29
dani___ 29.10.2003 15:11
Gemeinwesen 28.10.2003 08:42
Hm, ich hatte schon öfters mal Eintritt für eine Kirche zahlen müssen bzw. hätte zahlen sollen, bin dann aber nicht rein... u.a. hier in Deutschland im Dom von Bad Doberan (Mecklenburg-Vorpommern). Wobei das in Ostdeutschland oft noch mit Wiederaufbauhilfe zu tun hat, da kann man das ja noch nachvollziehen. Generell ärgert mich so was aber auch. Und gerade in St. Patrick's in Dublin gibt's ja nichts zu renovieren. VLG, Antje