Meine Tätigkeit führte mich im März ins schöne (jedoch kalte) Frankenland nach Nürnberg. Eine Schulung mit dem schönen Thema DIN 276 stand an. Da der Exkurs in das Regelwerk der Normung bereits um 9:00 Uhr beginnen sollte, reiste ich bereits einen Tag eher an. Im Budget waren maximal 75€ inklusive Frühstück drin, eine lösbare Aufgabe für das Ziel Nürnberg.
InterCity Hotel
Diese Hotelkette stellt heute einen Teil der Steigenberger Hotel, welche sich im 3* und 4* Bereich ansiedeln und ein Angebot „für den preisbewussten Reisenden“ (Zitat: Webseite Steigenbergerhotelgroup.com) darstellen. Die InterCity Hotels verbindet man ja eigentlich mit der guten alten Deutschen Bahn. Fast richtig, dennoch aber knapp an der Realität vorbei. Die Hotelkette wurde 1987 durch die Bahn gegründet, 1989 übernahmen die Steigenberger Hotels 49% eben jener GmbH, die diese Hotels betrieb. Mittlerweile ist Steigenberger auch nicht mehr inhabergeführt, sondern gehört seit 2009 zum ägyptischen Tourismuskonzern Travco. 33 Hotels in „D“ und „A“ werden derzeit als InterCity Hotel betrieben.
Warum denn nun das IC Hotel
Einerseits – das darf nun wirklich nicht unterschlagen werden – hatte ich Budgetvorgaben, die nicht überschritten werden durften. Andererseits hatte ich recht gute Kritiken gelesen und das eine oder andere gute Extra mit an Bord. In aller Regel liegen diese Hotels fast immer in unmittelbarer Nähe zu einem wichtigem Bahnhof (ICE / IC Haltepunkt). Viel Laufen mit dem Gepäck entfällt somit zumeist. Außerdem gibt es – dies gilt im Übrigen für alle IC Hotels – immer ein Tagesticket für den ÖNPV gratis dazu.
Für eine Nacht legt man sicher nicht so viel Wert auf Ausstattung, wichtig sind hier Lage, ein sauberes Zimmer, ein weiches Bett und ein gutes Frühstück. Alles erfüllbare Vorgaben, denke ich zumindest. Hinsichtlich des Preises – bei eine Vorausbuchungsfrist von 1 Woche – lag ich mit 69,00€ für ein Einbettzimmer voll im Rahmen.
Das IC Hotel Nürnberg
Das Hotel liegt direkt im Nürnberger Zentrum, in unmittelbarer Nähe zum Nürnberger Hauptbahnhof. Das Hotel ist bereits im Bahnhof ausgeschildert, so dass man sich nicht verirren kann. Den Bahnhof am Westausgang verlassen und dann noch einmal eine Straße überqueren, und dann sieht man den „schmucken“ Kasten. 6 Etagen direkt an der Bahntrasse, hoffentlich ein Zimmer zur Straße…Zur Altstadt ist es auch nicht weit (zu Fuß vielleicht 10 Minuten), so dass man dort das eine oder andere Würstchen verspeisen kann. Biertrinken geht natürlich auch. Zur Burg sind es kaum mehr als 20 Minuten.
"Fakten, Fakten, Fakten"
InterCityHotel Nürnberg
Eilgutstraße 8
90443 Nürnberg, Deutschland
Telefon +49 911 2478-0
Telefax +49 911 2478-999
158 Zimmer (eine Raucher-Etage)
1 Bistro, 1 Bar, 4 Tagungsräume für max. 80 Personen
W-LAN im gesamten Hotel (kostenpflichtig)
Internet Ecke im Foyer
Klar, das Hotel ist auf Rolli-Nutzer eingestellt, alles ist behinderten gerecht (soweit ich dies sehen konnte) eingerichtet.
Die Buchung
Der eigentliche Buchungsvorgang kann einfach über die Webseite vorgenommen werden. Der Vorgang ist absolut selbsterklärend. Da kann man nichts falsch machen. Natürlich kann man auch über die kostenlose Hotline 00800 – 784 683 57 buchen. Ob Wünsche nach Zimmerlage, Etage oder spezielle Ausstattungen erfüllt werden, kann ich nicht sagen, da ich solcherlei Dinge nicht nachgefragt habe.
Einchecken
Freundliche Begrüßung durch den Front Desk, Buchung lag vor, Zimmer war reserviert und frei; bei einer Ankunft nach 17:00Uhr eher eine Selbstverständlichkeit. Kurz den Meldezettel ausgefüllt und den Perso überprüft, dann durfte ich auch schon ins Zimmer 102.
Zimmer
Ein normales Doppelzimmer mit einer Größe von ca. 15m²; Balkon Fehlanzeige. Dieser wird auch nicht wirklich benötigt, es sei denn man steht auf Bahnfeeling pur. Der Bahnhofslärm wurde durch die Lärmschutzverglasung gut abgedämmt. Jedoch war an ein offenes Fenster in der Nacht nicht zu denken. Die übrige Ausstattung erfüllte meine Bedürfnisse und entsprach einem guten 3* Standard: Minibar, Schranktresor, kleiner Schreibtisch und ein Flat-TV rundeten die Einrichtung ab. Alles in einem guten Zustand, nicht neu, aber wirklich gut in Schuss. Das Bad – eine Naßzelle mit Dusche und WC – im pflegeleiten Ganzplastik gehalten, ist soweit ordentlich. Duschgel, Haarshampoo, eine ausreichende Anzahl von Handtüchern; die wissen, was Businessgäste in dieser Preisklasse erwarten.Das W-LAN habe ich – angesichts der Preisgestaltung – nicht genutzt. UMTS Stick eingesetzt, so geht es auch. Die Flimmerkiste bietet m. E. SAT – TV, da einige internationale Programme eingespeist werden.
Weckservice, selbstverständlich wird der Gast pünktlich telefonisch geweckt. Der Wecker kann also zuhause bleiben.
Nacht
Der Bahnhof (einschließlich der Verspätungsansagen) ist deutlich auf dieser Seite des Hotels deutlich zu vernehmen, trotz der 3fach Lärmschutzverglasung. Insbesondere sind die wartenden Dieselaggregate der Regionalbahnen störend. Nach einigen der leckeren Frankenbiere klappt das mit dem Schlafen dann auch. Das Betthupferl dürfte für mich (Sternzeichen: Naschlöwe) ruhig etwas größer sein.
Auschecken
Nach der entspannenden Morgendusche geschwind zum Restaurant gewandt, um das Frühstück einzuschaufeln. Hab Hunger und der Tag ist lang. Ein Blick ins Restaurant zeigt mir, dass das Hotel recht voll ist und sicher in wenigen Minuten die Rezeption alle Hände voll zu tun haben wird, wenn all die Besitzer der hier platzierten Koffer abreisen wollen. Dann lieber erst auschecken! Kurz den Schlüssel rübergeschoben, dann liegt die Rechnung auch schon bereit. Euro, Dollar, Yen, und Franken werden gern genommen, auch in Form einer kleinen Plastikkarte der heimischen Sparkasse. Visa, Master, Diners, Amex; alles kein Problem. Das Zimmer sollte bis 12:00 Uhr geräumt sein, sehr kulant, wo doch sonst die Abreise meist bis 10:00 Uhr zu erfolgen hat.
Frühstück
Auf zum Frühstücksraum; einen freien Tisch zu ergattern wurde schwierig, da das Hotel wohl wirklich gut gebucht war. Aber das Frühstücksbuffet erfüllte komplett meine Erwartungen. Frische Brötchen, ein reichhaltiges Wurst- und Käsesortiment, Marmelade (das göttliche Quittengelee muss man gegessen haben) und dazu lecker Kaffee oder Tee. Müsli, Eier, Würstchen und gebratener Speck, naja wer so etwas zum Frühstück braucht, der wird fündig. Die morgendliche Lektüre fehlt ebenso wenig, wie das laufende N-TV Programm zum Frühstück.
Fazit
Ich habe mein Budget eingehalten und war zufrieden. Weitere Serviceleistungen des Hotels habe ich nicht genutzt, so dass ich diese nicht bewerten will, nicht bewerten kann. Die Nähe zum Bahnhof brachte natürlich Vor- und Nachteile mit sich. Nach Möglichkeit sollte man ein Zimmer zur Straßenseite wählen. Für einen Familienaufenthalt sind die Standard-Doppelzimmer mit Sicherheit nicht geeignet, da zu klein. Ob Familienzimmer vorhanden sind, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Da ich selbst mit der Bahn angereist bin, kann ich nichts zur Anfahrt per PKW beitragen; aber wozu gibt es Navis.
Alles in allem: ein gutes Hotel und ein guter Preis; 5 Sternchen