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Erfahrungsbericht

für Imperial Las Perlas
2 Sterne nur für Dauerpartyfans
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Empfehlenswert: Nein

Pro Preis, Essen

Kontra Lautstärke, schlechte Ausstattung, schlechte Lage, seichtes Ufer mit Seetang, Ministrand, Mücken

Der Autor

ManuelaG1 Seit 18 Nov 2005

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2 Mitglieder vertrauen mir

Bis zu unserem Urlaub im Juni 05 haben wir mit Lastminute-Angeboten eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht. Wenn man ein supergünstiges Angebot bucht, stellt man sich ja auch darauf ein, dass im Hotel vielleicht nicht alles so toll sein könnte. Aber im Imperial Las Perlas im Cancun in Mexiko wurden wirklich unsere schlimmsten Vorstellungen eines misslungenen Urlaubes noch weit übertroffen:

Wir sind von unserem Arbeitgebern relativ flexibel, was den Termin unserer Jahresurlaube anbelangt, also suchen wir jedes Jahr Last minute mit einer ungefähren Richtung. 2005 hatte ich die Entwicklung von Angeboten in der Karibik und Mittelamerika daher schon einige Wochen beobachtet, als knapp 2 Wochen vor Abflugtermin ein All-inclusive-Uraub für 15 Tage eben im besagten Hotel Imperila Las Perlas in Cancun für etwas unter 900 Euro mit allem Drum und Dran (Flug, Hotel mit AI, Transfers, Sicherheitsgebühren, Touristenvisa,...) hereinkam.

Für Mexiko ist das schon ein sensationelles Angebot. Da sahen wir uns schon erst ein paar Seiten mehr im Internet an, um etwas über das Hotel in Erfahrung zu bringen.
Das alles versprachen diverse Kataloge:

- UNTERBRINGUNG: geräumige Zimmer mit Klimaanlage und Deckenventilator, Dusche und WC, Handtuchwechsel, Meerblick und Balkon oder Terasse

-VERPFLEGUNG: in Buffetform in einem Pfahlbaurestaurant,das aufs Meer hinausgebaut war und auf den Fotos richtig klasse aussah, dazu einmal wöchentlich ein Essen in einem Spezialitätenrestaurant; außerdem am Nachmittag Snacks an der Strandbar; Getränke sowieso (an der Bar und im Restaurant)

-LIEGEN und BADETÜCHER am Pool incl., dazu Verleih von Boogieboards, Kajaks und Tretbooten

- ANIMATIONSPROGRAMM

- INTERNET

- MINIMARKET

- LAGE: lt. Stadtplänen aus dem Internet nahe der eigentlichen Stadt Cancun mit vielen Einkaufsmöglichkeiten, am Ende der Hotelzone

Das klang also nicht so schlecht, da konnte nicht alles schief gehen. So dachten wir zumindest.

Nachdem wir insgesamt gut 15 Stunden (Anreise, Flug, ewiges Anstellen am Flughafen) unterwegs waren, wurden wir endlich am Flughafen von Cancun in einen Minibus verfrachtet, der uns in unser Hotel bringen sollte. Da wir ja bereits wussten, dass unser Hotel das letzte der etwa 20 km langen Hotelzone sein sollte, konnten wir uns so bei der Anreise gleich ein Bild vom Touristen-Cancun machen. Dabei wurden unsere Augen immer größer. Alles was in der Hotelbranche Rang und Namen hat (Riu Palace, Hilton, Sheraton,...), ist hier mit gigantischen Palästen vertreten. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so eine geballte Ansammlung von Luxus und Prunk gesehen. Auf der rechten Seite waren die Hotels direkt am Strand und auf der gegenüberliegenden Seite der Straße gab es kleine Einkaufszentren, die sich Plazas nennen. Hier gibt es vom Touristenkitsch über Bekleidung, Souvenirs oder Ausflugsagenturen und Restaurants aller Art incl. Diskos bis zum Luxustempel mit Swarovskishop, Nobelboutiken und Edelparfümerie oder Golfplätzen einfach alles.

Dazwischen gab es dann immer wieder kürzere Strecken ohne Hotels und Plazas. Aber gleich danach war wieder ein breites Angebot und bei jedem Hotel gab es zumindest eine kleine Plaza. Bis wir dann mit einer älteren Dame allein im Bus waren und die letzten Hotels schon einige Kilometer hinter uns lagen. Und dann bog der Bus zu unserem Ziel von der Straße ab auf den kleinen Parkplatz.


DER ERSTE EINDRUCK:

Unser Hotel sah mit einer verglasten Rezeption, deren Fenster schon lange nicht mehr gereinigt worden oder einfach schon kaputt von der salzigen Luft waren, einfach schäbig aus. Neben uns gab es auch nur noch ein einziges Hotel und anstatt der Plaza gegenüber gab es nur die Aussicht auch eine kleine, stinkende Lacke (könnte man beschönigend auch kleinen See nennen). Auch die ganze Inneneinrichtung und die Einrichtung der Zimmer scheint noch aus der Gründerzeit vom touristischen Cancun zu stammen.


CHECK IN:

Der Mann an der Rezeption konnte wie zu erwarten kein Deutsch, zu unserer Verwunderung aber auch kaum Englisch. Vor uns checkte die Dame aus Norddeutschland ein. Sie füllte das obligate Anmeldeformular aus, bekam einen Zettel in die Hand gedrückt und dann zauberte der Rezeptionist einen offenbar beliebigen Scheckkartenschlüssel unter dem Tisch hervor und wollte uns gleich allen 3en das bekannte All-inc.-Armband umlegen. Ganz offensichtlich war er der Meinung, wir würden alle zusammengehören. Offenbar gab es dort keinerlei Vorbereitung auf oder Einteilung von ankommenden Gästen. Als wir das Mißverständnis aufklärten, zog der Herr einen Flunsch und fluchte leise vor sich hin - das konnten wir auch ohne Sprachkenntnisse "verstehen". Ziemlich angenervt zerriss er die erste Anmeldung und unsere "Mitgefangene" durfte das Formular eben noch einmal ausfüllen, wie wir diesmal auch. Dann gab es noch ein "Infoblatt", den Scheckkartenschlüssel, die All-inc.-Armbänder und den Hinweis in welcher Richtung unser Zimmer sein sollte.


ZIMMER 1:

Das mussten wir uns erst einmal selbst suchen. Über knapp einen Meter schmale, dunkle Betonstiegen durfen wir unser Gepäck selbst schleppen, um dann endlich am vermeintlichen Ziel unserer Reise anzukommen. Der Schlafraum und die doch recht winzige Dusche schienen in Ordnung zu sein, wenn auch alles schon ein paar Jahre zu viel auf dem Buckel zu haben schien. Als wir aber die Vorhänge öffneten kam ein weiterer Schock: Der winzige Balkon (ca. 1x2 m) bot keinen Blick aufs Meer, wie wir laut Buchung erwarten durften, sondern auf die keine 10 Meter entfernte 4-spurige Hauptstraße und die dahinterliegende oben erwähnte Drecklacke.


REZEPTION:

Da unsere Reiseleitung erst in 2 Tagen bei uns auftauchen sollte, mussten wir uns also erst einmal selbst darum kümmern, wenn wir ein anderes Zimmer haben wollten. Der Ablauf in Kürze:
Erste Anfrage gleich nach Bezug des ersten Zimmers. Ergebnis nach langen Verständigungsversuchen: Wir sollten am nächsten Morgen wieder kommen, da wäre dann auch ein Kollege da, der besser Englisch sprechen würde.
Zweiter Versuch frühmorgens (weil der Straßenlärm auch nach über 24 Stunden wachsein kaum langes Schlafen zuläßt) beim englischsprechenden Rezeptionisten - wir sollten in 1-2 Stunden wiederkommen, dann könne er absehen, welche Zimmer frei würden. Offenbar ist das nicht im Vorhinein absehbar!??
Dritter und vierter Versuch siehe zweiter Versuch. Den ganzen Vormittag verbrachten wir inzwischen mit stündlichen Nachfragen, immer wieder wurden wir weiter vertröstet. Mit uns versuchte inzwischen auch ein Schweizer Paar sein Glück mit Zimmerwechsel.
Bei der fünften Anfrage wurde uns dann zugesagt, dass wir uns in einer weiteren Stunde wieder melden könnten, dann würde ein Zimmer Richtung Meer frei, das wir uns ansehen könnten. Bei Gefallen müssten wir dann aber sofort umziehen, da unser jetziges Zimmer ja wieder für neue Gäste vorbereitet werden müsste.
So geschah es dann auch mit knapp einer halben Stunde Verspätung (die wir wartenderweise in der hübschen Rezeption verbringen durften). Am späten Nachmittag, also mit einem ganzen Tag Verspätung hatten wir es also geschafft in ein Zimmer lt. Buchung einzuzeihen. Ohne unsere Hartnäckigkeit, die uns aber auch einen ganzen Tag unseres Uraubes gekostet hatte, wären wir vermutlich sehr lange in dem Strassenzimmer geblieben, da einen Tag später Anreisetag der Amerikaner war.


ZIMMER 2:

Unser Meerblickzimmer war gleich viel größer, hatte sogar eine Kochnische und einen passablen Balkon. Straßenlärm sollte in den kommenden 2 Wochen auch nicht mehr unser Problem sein, aber das kommt später noch. Erst einmal fiel uns auf, dass die Klimaanlage nur bis zu einer bestimmten Temperatur kühlte und sich dann ausschaltete. Da diese Klimanalagen aber sehr laut waren, hätten wir das Zimmer am Abend gerne etwas heruntergekühlt, um dann über Nacht alles ausgeschaltet lassen zu können. Leider funktionierte das aber nicht, denn bis zum Morgen waren wir jedesmal schweißgebadet, obwohl wir zumindest den Deckenventilator laufen ließen. Die Klimanlagen waren übrigens direkt in die Wände zwischen den Zimmern eingebaut. Daher hörten wir auch die Anlage unserer Nachbarn die halbe Nacht lang durchlaufen, so lange diese eben auf Diskotour waren. Schlaf war nur mit Watte in den Ohren möglich.


LÄRM:

Watte brauchte ich aber nicht nur wegen der lauten Klimaanlage, sondern auch wegen der anderen Hotelgäste. Horrrrror pur!!! Das Hotel ist offenbar sehr beliebt bei amerikanischen Jugendlichen, die die Nacht zum Tag machen und sich nicht im geringsten benehmen können. Während unseres ganzen Aufenthaltes gab es genau eine Nacht, in der wir nicht durch Geschrei und Streitereien heimkehrender amerikanischer students oder Partys auf angrenzenden Zimmern geweckt und teilweise bis zu einer Stunde wachgehalten wurden.
Im Streit sperrte ein Mädel um 3 Uhr Nachts ihre Mitbewohnerin aus dem Zimmer aus:Tür auf (mit Schlüssel, von aussen)- Tür zugeknallt (Vorhängeschloss!, von innen), lautstarke Überredungsversuche der ausgeschlossenen Freundinnen, Geheule, gebrüllte Antworten von innen...und das fast eine Stunde. Andere schlossen sich versehentlich gegenseitig aus uns schliefen dann tief und fest, hörten auch nicht, dass der Mitbewohner mittlerweile gegen die Tür trat usw.
Holte man irgendwann entnervt einen Herren aus der Rezeption, brüllte und hämmerte der dann eben auch noch gegen die Tür, aber sonst passierte nie etwas. Es gab auch keine Entschuldigung von Seiten des Hotels - das wäre eben so bei den Amerikanern. Schulterzucken beim Personal auch zu diesem Thema, als wir uns Unterstützung von der Reiseleitung holten.
Obwohl einige europäische Touristen im Hotel waren, war man aber offenbar nicht in der Lage, diese zumindest etwas von den partywütigen Kids zu separieren. Immerhin besteht das Hotel aus 3 Gebäudeteilen.


SERVICE:

Zum Service der Rezeption brauche ich wohl kein weiteres Wort verlieren.
Restaurant /Bar / Snackbar: Positiv ist hier das sehr bemühte Personal im Restaurant und an der Bar zu erwähnen, das immer freundlich und sehr flink agierte.
Leider hob sich die Dame an der Snackfront davon auffallend ab: Irgendwie schien sie immer davon genervt, wenn jemand etwas von den Pommes, Burgern oder Hotdogs wollte. Sie nahm es auch nie so genau mit den Zeiten. Sollte eigentlich von 11 bis 17 Uhr geöffnet sein, man musste aber regelmässig bis 11.30 warten. Dafür gab es dann ab 13 Uhr schon mehrfach keine Pommes mehr und manchmal gab es nach 16 Uhr überhaupt nichts mehr. Auch dazu nur Schulterzucken und die Erklärung, das sei eine absolute Ausnahme gewesen, als wir über die Reiseleitung reklamierten.
Badetücher: Eigentlich sollte man an der kleinen Hütte direkt am Strand nicht nur Sportgeräte ausleihen können, sondern auch seine Badetücher jederzeit gegen frische auswechseln können bzw. gegen die entsprechende Leihkarte austauschen. Nach der langen Reise und der Enttäuschung mit dem Zimmer wollten wir gleich am ersten Tag ein erfrischendes Bad im Meer nehmen. Es war kurz nach 16 Uhr als wir zum Strand kamen, Badetücher sollten wir laut Infoblatt (nebenbei schreckliche Deutschübersetzung) bis 16.30 bekommen bzw. retournieren können. Als wir aber zum Strand kamen, hatte die Hütte bereits geschlossen. Auch an weiteren Tagen hatten wir immer wieder umsonst unser Glück versucht. Manchmal kamen die frischen Tücher auch erst gegen Mittag, ein anderes Mal waren sie dafür am frühen Nachmittag schon wieder aus. Die Strandhütte war auch regelmässig gar nicht geöffnet und man musste sich die Badetücher auf Nachfragen an der Rezeption holen.
Sportgeräteverleih: Nachdem man diese wie bereits erwähnt in der selben Bude erhielt wie die Badetücher ergab sich ein ähnliches Problem mit der Nutzungsmöglichkeit dieses Angebotes: Sehr oft war einfach niemand da, bei dem man die Geräte ausleihen konnte. Andererseits schwand das Interesse auch gleich, wenn man sah, in welchen Zustand die Teile meist waren. Ohnehin ist es schon fast unverschämt Tretboote und Kajaks anzupreisen, wenn dann von ersterem nur genau 1 Stück von zweiterem 2 Stück zur Verfügung stehen.
Liegen: In der Beschreibung stand der übliche Satz von "nach Verfügbarkeit am Strand und Pool incl.", aber hier erfuhren wir die Bedeutung dieser Floskel. Eigentlich gab es gar keine Liegen, sondern nur diese furchtbaren Wannen, bei denen man nur in einer Position liegen konnte und nach spätestens einer halben Stunde Rückenschmerzen bekommt. Und sogar diese Teile waren schrottreif. Im Hotel nebenan gab es sehrwohl "richtige" Liegen und manchmal verirrten sich ein paar (Hotelgäste mitsamt Liegen) an unseren Strand. Wenn man also viel Glück hatte und zu den allerersten Strandbesuchern gehörte, konnte man eine der insgesamt 5!! Liegen ergattern, auf die das Nachbarhotel offenbar keinen Anspruch erhob, weil sie allesamt leicht beschädigt waren.


MEER:

Als wir also nach Zimmerbesichtigung und Holen unseres eigenen Reservebadetuches vom Zimmer endlich in die Fluten tauchen wollten, habe ich wirklich fast zum Heulen begonnen. Das Wasser war an einem mässig schönen Tag am späten Nachmittag wirklich schon ekelig. Außerdem war dieser Strandabschnitt so seicht, dass man schon etwa 20 m weit hinausgehen musste, um dann endlich schwimmen zu können. Also keine Spur von den bekannten Brechern an der Küste von Cancun. In dem seichten Wasser wucherten dazu noch wie ein Teppich Tang und Algen, von denen auch der ganze Strand voll war. Ein Angestellter war den ganzen Vormittag damit beschäftigt, diese angespülten Wasserpflanzen zusammenzurechen, in Säcke zu füllen und dann abzutransportieren.
Nachdem wir auch eine Bootanlegestelle mitten am Strand hatten, war mehrmals am Tag auch dieser wunderbare Geruch von Treibstoff in der Luft, wenn man gerade zu der Zeit rausschwimmer wollte.
Mit rausschwimmen war ohnehin nicht viel los, denn wenn man sich einmal erlaubt über die Absperrung hinauszupaddeln, dann wurde man sofort von einem wild pfeifenden und fuchtelnden Bademeister zurückbeordert. Also nur im .....warmen Wasser ein bisschen plantschen, mehr war nicht drinn.


STRAND:

Abgesehen von den nicht gerade appetitlich aussehenden, angeschwemmten Algen, noch weiteres vom Strand an sich:
Der ganze Hotelstrand war vielleicht 20 Meter breit und 5 Meter tief (= vom Ufer bis zum gemauerten Teil mit Pool) und wurde in der Mitte vom schmalen Holzsteg geteilt, über den man zum Pfahlbaurestaurant kam. Wäre der Großteil der Hotelgäst nicht tagsüber am Zimmer oder an der Bar geblieben, hätte das sicher ein riesiges Gedränge gegeben. Die Schatten boten nur 4 "Holzbambusschirme", ansonsten musste man in der Sonne braten, da die wenigen Palmen am Strand gerade einmal einen Meter hoch waren und man allerhöchstens einmal den Kopf darunter legen konnte. Außerdem war die eine Hälfte des Strandes sozusagen für den Sport reserviert, sprich das Tretboot und die Kajaks wurden dort "ausgestellt" und ein Volleyballnetz sollte den Anschein erwecken, dass man diese Sportart dort auch ausübern könne. Wir haben aber in den 2 Wochen nicht einmal den Versuch entdecken können, eine Gruppe von Animateuren oder Gästen dazu bewegen zu können. Das Netz war trotzdem da und nervte, wenn man dauernd darum herumlaufen musste.


POOL:

Der war winzig, dazu noch fast ständig mit einem Wasserballnetz bespannt, sodass man immer darunter durchtauchen musste. Gereinigt wurde er immer (wie auch der Strand) erst in Laufe des Vormittages, was erwähnenswert ist, da die Diskoheimkehrer in der Nacht regelmässig noch ein Bad nahmen bzw. Getränke dort abstellten oder ins Wasser kickten.


ANIMATION:

Die Tagesanimation beschränkte sich im Großen und Ganzen darauf, über reisige, scheppernde Lautsprecherboxen immer wieder einmal die gleiche Kassete mit aktuellen US-Hits abzuspielen. Dazu wurden das tagesaktuellen Diskoangebote(Busabholung vom Hotel, Eintritt und Rückfahrt zu bestimmten Terminen) auf einer großen Tafel am Pool angepriesen und der "Animateur" machte via Lautsprecher ebenfalls noch regelmässig darauf aufmerksam und stellte dann seinen Tisch neben dem Pool auf, um Reservierungen anzunehmen.
Am Abend war die Animation auch nicht viel besser. Ab und zu trat ein Gesangsduo auf, für das man schon einiges an Toleranz und Humor aufbringen sollte: Eine leicht pummelige Shakira-Imitation krächtzte ihre Songs in viel zu knappen Outfits für etwa eine Stunde, gab dann noch unaufgefordert eine Zugabe und um 21 war dann meistens alles vorbei.
An manchen Tagen bestand die Abendanimation offenbar auch nur aus einem Verkaufsstand im oder neben dem Restaurant mit Ketten oder kitschigen Bildern, auf die man seine Namen schreiben lassen konnte.

RESTAURANT:

Endlich einmal etwas Positives: Wer wie ich nicht so auf leichte und superfettfreie Kost steht, sondern lieber mal etwas deftiger und scharf gewürzt isst, konnte sich freuen. Die Kost war stark am Essen der Einheimischen orientiert und es gab jeden Tag etwas Neues am Buffet auszuprobieren, das meiste wirklich superlecker. Bei allen 3 Mahlzeiten gab es reichlich Auswahl, vielleicht abgesehen vom Brot beim Frühstück (Toast oder eigenartige, trockene Keckse). Teilweise wurden die Speisen auch dirket frisch zubereitet = Schaukochen.
Das Restaurant selbst ist wie bereits erwähnt ein Pfalhlbau, der aber nicht mehr ganz taufrisch aussieht. Die Inneneinrichtung ist fast ganz aus Holz, spärliche Deko orientiert sich an Fischereibedarf (Netze usw.). Erwähnenswert ist noch, dass das Restaurant zu den 3 Meerseiten ab 1 Meter über dem Boden (durch den man teilweise das Meer sehen konnte) komplett verglast ist. Erwähnenswert ist das, weil man so einen wunderschönen Blick auf die nur wenige Kilometer vorgelagerte Insel "Isla Mujeres" hatte. Die Insel ist einige Kilometer breit und bewohnt. Beim Abendessen hatte man so Ausblick auf ein Lichermeer mitten im Meer direkt vor Augen. Wer sich auf die rechte Seite des Restaurantes setzte, kam dafür in den Genuss, die Tour des "Piratenschiffes" zu bewundern: Zwei auf alt getrimmte Dreimaster, auf und auf mit winzigen Lämpchen bespannt, fuhren täglich ihre Runde aufs Meer.
Weniger romantisch leider die Art des Abservierens von leeren oder nicht mehr benutzten Tellern. Es gab dafür 2 Abstellflächen mitten im Lokal. Dort stand jeweils ein riesiges Tablett, auf das so lange Gläser, Teller und Essensreste aufgeladen wurden, bis das Tablett eben ganz voll war. Neben so einer Abstellfläche zu sitzen ist nicht unbedingt appetitanregend.


MÜCKEN:

Unangenehmes Ende unseres ersten Restaurantbesuches: Praktisch ohne Vorwarnung fielen von einer Sekunde auf die andere nach dem Abendessen plötzlich richtige Schwärme von Mücke über uns her. Wahrscheinlich zieht sie das Wasser an oder sie brüten in den alten Gehölzern. Auf jeden Fall mussten wir fluchtartig das Lokal verlassen. Die Stiche der Mücken, die uns trotzdem erwischt hatten, schwollen in den nächsten Tagen auf juckende, rot Knubbel mit bis zu 1 cm Durchmesser an. Die Biester schienen sich auch von Mückenschutz, den wir ab dann verwendeten, nicht beeindrucken zu lassen. Folglich trugen wir zum Abendessen nur mehr lange Hosen.


SPEZIALITÄTENRESTAURANT:

In einem Satz eigentlich abgetan: Das gab es de facto nicht! Stattdessen konnte man an einer abendlichen Tour teilnehmen und in einem Restaurant "gratis" essen, wenn man bereit war, überteuerte Getränke zu konsumierten und eine Art Steuer zu bezahlen. Wie wir herausfanden, bieten verschiedene Lokale einmal wöchentlich diesen Service für jeden Touristen an, der gewillt ist, sich geduldig in einer Schlange anzustellen.


INTERNET:

In einem seperaten Teil des Rezeptionsbereiches gab es 3 Internet-Automaten, die man mit Münzen füttern konnte, um eine Internetverbindung zu nutzen. Bereits bei unserer Ankunft waren 2 dieser Automaten kaputt. Von der Reiseleitung wurde uns auch dringend abgeraten, dieses Angebot zu nutzen, da man erfahrungsgemäss spätestens nach 10 Minuten abstürzen würde. Außerdem konnte uns weder Hotelpersonal noch Reiseleitung Auskunft darüber geben, wie lange man mit dem geforderten Einwurf von verschiedenen Münzen überhaupt surven konnte. Wir kamen dann auch gar nicht mehr in Versuchung, da sich auch der dritte Automat nach 4 Tagen verabschiedete. Bis zu unserer Abreise waren damit alle Automaten ausser Betrieb.


MINIMARKET:

Da lernt man die Bedeutung von "mini" erst kennen. Auf einer Fläche von vielleicht 5 qm konnte man so richtig nach Herzenslust shoppen - angestaubte Kitschsounvenirs, Dosengetränke und Eis zum doppelten Preis von anderen Geschäften in Cancun und Ansichtskarten, die schon leicht vergilbt aussahen.


FAZIT:

Nur wer eine günstige Schlafmöglichkeit (für den Tag) sucht und die Nächte bis frühmorgens in den zahlreichen Diskos in Cancun verbringen und dabei auf jeglichen Komfort verzichten will, sollte dieses Hotel in Betracht ziehen. Günstig ist es ja wirklich. Ich persönlich hoffe aber, dass sich der nächste Wirbelsturm dieser Bruchbude erbarmt und sie in die Fluten von Cancun bläst.........


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Kommentare

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  • monte77 16.04.2012 16:55
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich
  • christianpirker 10.01.2010 21:29
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • cathana 17.02.2009 22:20
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich
  • k_jacobi 14.08.2007 14:00
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Wir waren Ende Juli dort; über HRS gebucht: 3 Tage für knapp 300 US$. Als Ausgangspunkt für eine mehrwöchige Rundtour im Mietwagen durch Yukatan ging es so - auch wenn auch bei uns die hyperaktiven Jugendlichen die Nacht zum Tag machten. Nächstes mal würde ich aber nach Playa del Carmen fahren. Auch nicht viel weiter vom Flughafen entfernt, aber schöner und preiswerter.

  • Leo56 11.05.2007 08:06
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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