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Ibiza - ich komme wieder!

5  05.03.2007

Pro:
traumhafte Strände, tolle Menschen, Landschaft pur !

Kontra:
teilweise gibt man zu schnell zu viel Geld aus, nicht meine Musik

Empfehlenswert: Ja 

fabilanger

Über sich:

Mitglied seit:08.07.2000

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Vertrauende:16

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 83 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ibiza wird die letzte Zuflucht auf der Erde sein!

Dies sind die Worte, die der vielen bekannte Nostradamus von sich gab. Er sagte den Weltuntergang voraus und meinte, dass nach der Apokalypse nurnoch auf der wunderschönen, südlich von Spanien gelegenen, Insel Leben existieren kann.

Und so kam es, dass ich mich im Jahre 2005 auf die Reise begab um das Fleckchen zu untersuchen, welches meine letzte Zuflucht sein sollte. Na gut, wenn ich ganz ehrlich bin, dann wollte ich da eigentlich Urlaub machen und entschied mich für Ibiza, weil sich mein Onkel dort vor über 20 Jahren eine kleine Finca zugelegt hat, die damals noch nicht besonders viel kostete...

Gebucht hatte ich einen Flug mit Air Berlin, der mich direkt hin und zurück mit Zwischenstopp auf Mallorca transportierte. Mit 178 Euro war das relativ günstig, da ich nur 2 Wochen vorher buchte.
Als ich im Flugzeug saß und mein Blick gerade über die Alpen schweifte fiel mir auf, dass relativ wenig Touristen im Flugzeug saßen. Ich war auch leicht außerhalb der Hauptsaison, da es gerade Ende Aufgust war. So fielen mir drei Spanierinnen auf, die für deutsche Verhältnisse sehr laut sprachen und ein kleiner Junge, der, genau wie ich, zum ersten Mal flog. Am meisten fiel aber auf, dass der Flieger zu Hälfte nicht besetzt war. Nachdem das europäische Festland verlassen war und ich auf die traumhaften spanischen Strände schauen konnte, wo das Glitzern der Mittagssonne zu erkennen war, kam in mir schon richtige Urlaubsstimmung auf.
Nachdem eine ziemlich große Insel überflogen wurde, die von oben schon traumhaft aussah (nach einem Blick auf den Monitor, der die Flugstrecke anzeigte stellte sich diese als Mallorca heraus), setze das Flugzeug zur Landung auf einer nicht weniger traumhaften Insel an.

Beim Anflug fiel mir diekt eine große Stadt mit alten Mauern auf, neben der riesige Salzfelder angelegt waren. Das war Ibiza Stadt, die Hauptstadt der Insel, welche auch 1999 zum Unesco Weltkulturerbe erklärt wurde. Leider war es mir nicht weiter vergönnt diese eindrucksvolle Stadt zu beobachten, da mein Flieger jetzt bereits kurz vor der Landung stand.

Nach dem Auschecken erwarteten mich bereits mein Onkel und mein Vater, der schon ein paar Tage vor mir auf die gleiche Reise ging. Nun noch schnell die Reisetasche in den Wagen meines Onkels gepackt und los ging die Fahrt auf die andere Seite der Insel, wo mein Onkel seine Finca hat. Es war warm, aber trotzdem nicht drückend. Scheint wohl damit zusammen zu hängen, dass Ibiza mit 572 km² nicht sehr groß ist und komplett vom Meer umgeben ist.

Generell hatte ich eine etwas andere Flora und Fauna erwartet, da sich mir sehr viele Palmen und Kakteen zeigten. Der boden war lehmig und man konnte das ein oder andere mal eine Iguana (Eidechse) sehen, die schnell ins nächste Gebüsch huschte.
Auf der Fahrt über die Insel war relativ wenig Verkehr und auch sonst schien mir alles ziemlich locker. Genau wie der Fahrstil meines Onkels, der mit der Zeit schon zum halben Spanier geworden ist und auch genauso fährt...
Wir fuhren über viele Berge und dabei über ziemlich schmale, aber gut asphaltierte

Bilder von Ibiza
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Der Sonnenuntergang auf Ibiza ist wunderschön
Straßen.

Nach der Ankunft und den Wiedersehensritualen mit meiner Tante und meinem Cousin zeigte mir mein Vater, wo ich schlafen würde: Ich war erstaunt, denn die Finca präsentierte sich mir als winzig und dazu noch in einem stark renovierungsbedürftigem Zustand. Und sowas hat die gesamten Ersparnisse meines Onkels damals gekostet und ist heute noch viel mehr wert, dass dich das eigentlich keiner mehr leisten kann? Ich musste mir erklären lassen, dass die Lage den Preis bestimme. Und kurz darauf wurde mir auch alles klar!

Denn jetzt sollte es zum Baden gehen. Na gut, Sachen dafür packen und los - dachte ich. Falsch, nur Badehose an und Handtuch mitnehmen! Gesagt getan und siehe da, ein winziger Badestrand war innerhalb von zwei Minuten zu Fuß zu erreichen. Genial! Das war die Cala Craçioneta - die kleine Schwester der Cala Graçio, welche nur fünf Minuten weiter entfernt liegt.
Der Gang ins Wasser war einfach traumhaft, denn es war wundervoll warm und ein Wellengang, der so wenig wie in einer Badewanne spürbar war. Das Wasser war so klar, wie in einem Aquarium und mann konnte, egal wie weit man rausschwamm, immer auf den Grund sehen. Daher konnte man auch sehr viele Fische und diverse Pflanzen erkennen.

So wurde mir klar, dass ich mir sofort eine Taucherbrille mit Schnorchel, sowie Sandalen (der Sand hatte von unten doch eine unangenehme Hitze) kaufen muss.

Na gut, konnte auch warten, denn nach meiner euphorischen Schwimmeinlage schlief ich umgehend auf meinem Handtuch ein - der lange Flug von über sechs Stunden schien mich doch etwas mitgenommen zu haben.

Nach einer ausgiebig ausgeschlafenen Nacht konnte nun meine persönliche Erkundung der Insel starten! Zum Frühstück fuhr mein Onkel uns alle in ein Café in der nächst größeren Stadt: Sant Antoni de Portemany. Der Caffe con lette (mit Milch) schmeckte unglaublich gut und konnte selbst mich, der ziemlich ungern Kaffee trinkt, total überzeugen. Dazu ein "Soprasada", was sich als ein Brot mit tomatigem Aufstrich erwies. Absolut lecker. Der Preis des Cafés war auf deutschem Niveau, die Bedienung sehr nett und erfreut, wenn man sich versuchte auf katalanisch zu bestellen.

Generell waren die Menschen sehr nett und offen, mit einer spanischen, für einen Deutschen leicht überrumpelnd wirkenden, Art, die ich als sehr herzlich empfand. Wenn man als Ausländer probierte in deren Heimatsprache zu sprechen, so freuten die Menschen sich ehrlich und lächelten. In der Stadt wirkte alles dann doch ziemlich touristisch geprägt mit den vielen Souvenierläden. Es war noch vormittag und die ziemlich große Stadt wirkte sehr leer. Das änderte sich gegen Abend aber sehr schnell.

Ab 22 Uhr war hier die Hölle los, sehr viele Stände, wo man alles mögliche kaufen konnte, spielende Kinder (es ist Sitte, dass mittags geruht wird, daher sind alle Menschen dafür länger wach) und jede Menge betrunkene Engländer und Iren. Mir wurde erklärt, dass hier auf Ibiza die größte Disko der Welt sei und diese auch noch in Sant Antonio de Portemany zu finden sei. Das weckte mein Interesse, allerdings sollte der Eintritt 50 Euro kosten, was mir definitiv 10 mal zu viel war! Außerdem wollte ich mir die nur mal ansehen, da man schon von außen hörte, dass da nur Musik gespielt wurde, mit der ich garnichts anfangen konnte. Die ibizenkische Diskokultur beschränkt sich auf Techno und Trance. Einen guten Rock Club oder generell eine alternative Szene sucht man vergebens.

Knapp eine Woche später bekam ich dann doch noch die Gelegenheit mir das Ganze von innen anzusehen, da ich eine Freikarte von einem Promogirl in die Hand gedrückt bekam.
Als erstes, die Disko ist wirklich riesig! So riesig, dass sie einfach nur leer wirkte, die Saison war fast vorbei, auf den berühmten Schaum der von der Decke kommen soll wartete man vergebens und die Musik war für meine Ohren nicht bestimmt. Als mich dann ein Engländer, der definitiv nicht nur Alkohol konsumiert hatte, ansprach und mich wie ein Psychopat ansah, war für mich der Diskobesuch beendet. Zum Glück hatte ich die 50 Euro Eintritt nicht berappt, denn für die halbe Stunde hat sich das nicht gelohnt.

Auch wenn das Partyleben auf der Insel mich nicht wirklich reizen konnte, so gab es für mich unendlich viele andere Möglichkeiten den Tag oder die Nacht schön zu verbringen.
Es gab unzählige Cafés, die mit leckeren Speisen und guten Preisen punkten konnten, genauso wie die unbeschreiblich köstlichen Restaurants, die allerdings dann schon wieder meine Reisekasse schnell schrumpfen ließen.

Allgemein kann man sagen, dass man auf Ibiza als normalo einen guten Urlaub verbringen kann und dabei auch günstig leben kann, aber man sehr schnell gereizt wird sehr viel Geld auszugeben.
Schließlich gilt Ibiza ja auch als die Insel der Reichen und Schönen.
Ich weiß nicht woher, aber mein Onkel kannte auch irgendwelche von denen. Eine Gruppe Österreicher, allesamt Wiener Schmäh sprechend, die schon nach Geld rochen, verabredeten sich mit meinem Onkel und seiner Familie, wo ich ja auch dazu gehörte... irgendwie...

Wir aßen in einem indischen Restaurant, in dem die Karte teils auf indisch, teils auf spanisch, mit sehr unverständlichen englischen Übersetzungen war. Die Preisspanne ging da von normal bis zu Summen, wo mir sich der Magen umdreht und der Appetit vergeht. Zum Trinken bestellte ich mir lieber nur ein Wasser und zum Essen ein Gericht, wovon ich überhaupt nicht wusste, was es bedeuten sollte. Als englische Übersetzung wurde etwas mit "red Sauce" angegeben, also wusste ich, dass ich irgendetwas rotes bekommen würde. Preis: 5,90 Euro.

Die Gruppe von den besser betuchten bestellte natürlich auch, nur gönnten die sich Sachen... mein lieber Scholli...Als der Kellner kam, einen Teller mit irgendwas mit einer roten Soße und anderem Schnickschnack in der Hand hielt, den Namen des Gerichts sagte und keiner "Hier!" schrie, ging ich von meinem Teller aus und sackte den ein. Es schmeckte unglaublich, das war ein kulinarischer Erguss vom feinsten. Später mäkelte einer der reichen über sein Essen rum.
Es hatte eine rote Soße...
Tja, es stellte sich heraus, dass ich ein Gericht für ca 60 Euro aß, aber zum Glück war ich der einzige, der das herausfand. :-) Lecker, lecker...

Später nahm einer aus der Gruppe alle anderen noch mit auf seine Yacht um das Feuerwerk, welches an dem Abend anlässlich des hiesigen Feiertages gezündet wurde, vom Meer aus zu sehen.
Ich war wirklich mal auf einer Yacht! Ich meine, ich, der vorher Zivildienst machte und direkt nach dem Urlaub einen 400 Euro Job anfing. Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen, ich konnte einen halben Abend lang mal fühlen, wie es wohl wäre reich zu sein...

Nach dem Feuerwerk beschlossen mein Vater und ich uns wieder unter Menschen zu mischen, mit denen wir eher auf einer Augenhöhe sind und gingen in einen irischen Pub! Da fühlte ich mich wieder sehr viel besser aufgehoben. Ich trank mit einem Iren auf die Deutsch-Irische Freundschaft und ließ mich dafür loben, dass ich trotz meiner deutschen Herkunft, garnichtmal übel sei.
Das hing wohl damit zusammen, dass ich den Pint Bier schneller als mein irischer Kontrahent leeren konnte.
So hatte ich an einem Abend einem Millionär aus Österreich das Essen weg gegessen und einen Iren im Wettsaufen besiegt! Wer kann das schon von sich behaupten?

Wenn ich außerhalb dieser ganzen Ereignisse einfach nur an Ibiza zurückdenke, dann wird mir nur eines klar: Ich will da um jeden Preis noch einmal hin!
Die mediterranen Bauten sind wunderschön anzusehen, die Landschaft ist eine Augenweide, die Einheimischen herzlich, die irischen Touris sind sehr lustig, Sant Antonio de Portemany eine tolle Stadt mit einem schönen Hafen, die Preise können recht niedrig sein, wenn man aufpasst! Wenn man mehr Geld ausgeben kann, kann man unglaublich gut Essen und wer gerne schwimmt, der kommt voll auf seine Kosten. Denn wenn Ibiza eine Sache hat, dann sind das die schönsten Strände, die unser Planet zu bieten hat! Und wenn man einen ortskundigen, wie ich meinen Onkel, kennt, der kann auch Strände sehen, die vom Tourismus weitesgehend verschont sind.

Auch Abends ist es so schön warm auf Ibiza, dass man sogar nachts schwimmen kann!
So erlebte ich punkt um Mitternacht, als ich alleine in der Cala Graçio schwamm, etwas, was unbeschreiblich schön und inspirierend war:
Ich schwamm raus, vielleicht 30 Meter, und ließ mich auf dem Rücken treiben. Es herrschte absolute Stille und ich konnte in den klarsten Himmel den ich je gesehen hatte schauen.
Ich sah ein Spektakel von Sternen, die mehrere tausend sein mussten und man konnte sogar ganz leicht das schimmern der Milchstraße erkennen. Das einzige, was ich hören konnte war ein leichtes Rauschen, da meine Ohren unter Wasser waren. Und zwischen den ganzen Sternen am Himmel blitzte es auf und eine Sternschnuppe huschte an mir vorbei...

Und so hatte der Nostradamus wirklich teilweise recht: Ibiza ist eine echte Zuflucht, denn noch nie in meinem Leben konnte ich so abschalten und konnte das Leben an sich so einfach genießen!

Wer einen erholsamen Urlaub erleben möchte und seine Seele einfach mal baumeln lassen will, der sollte sich auf die Insel der letzten Zuflucht vor Stress und Altag begeben!
Ibiza, ich komme wieder!

*********
Ich hoffe es stört niemanden, dass ich meinen Reisebericht mit sehr wenig generellen Fakten bestückt habe. Ich habe meine Erfahrungen und Empfindungen hier aufgeschrieben. Wer mehr über Einzelheiten von Ibiza erfahren möchte, dem ist mit einem Reiseführer bestimmt am besten geholfen! :)
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
AndreaBln

AndreaBln

06.04.2007 15:46

Hier hast du dir ein bh ertippt.Frohe Ostern.LG Andrea

butterfly17

butterfly17

02.04.2007 23:12

Hee ich will auch Urlaub machen! Aber für deinen tolen Bericht bekommst du ein BH von mir! Schön Abend

WM_2006

WM_2006

01.04.2007 22:48

Urlaub wäre jetzt auch nicht schlecht ....

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