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Erfahrungsbericht

für Hunguest Hotel Helios Anna, Heviz
4 Sterne 9 1/2 Tage Bericht mit Bildern
106 von 106 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Thermalbad, Bade- und Wellnesseinrichtungen, Liegewiese, Freizeitprogramme

Kontra Hoteleinrichtungen und -aktionen werden schlecht kommuniziert, langsamer Service, Lage

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Service
Essen & Trinken
Atmosphäre
Sauberkeit
Behindertenfreundlichkeit

Der Autor

pinkdawn Seit 26 Mai 2008

"Ciao? Das ist eine ziemlich üble Seite - ein Zeitdieb der bösesten Art." (Tam Hanna) Freue mich... mehr

101 Mitglieder vertrauen mir

Wer meinen Oster-Fragebogen gelesen hat, wird sich vielleicht daran erinnern, dass ich mir gewünscht habe, über Ostern mit meinem Freund zu verreisen. Hin und wieder gehen Wünsche doch noch in Erfüllung. Und so kam es, dass wir uns - typischerweise wieder einmal sehr spät, aber doch - entschlossen vom 4. bis 13. April einen kleinen Osterurlaub zu machen.

Wir wollten nach Bad Héviz in Ungarn fahren, wo wir auch schon die Weihnachtsfeiertage verbracht hatten. Damals waren wir auf und das Hotel Panorama aufmerksam geworden, das uns auch von Urlaubsbekanntschaften empfohlen worden war und wollten daher diesmal die Urlaubstage dort verbringen, da wir mit unserem Aufenthalt im Hotel NaturMed Carbona letztes Mal nicht so zufrieden waren. Wir wollten per Mail direkt beim Hotel buchen. Doch da wir, wie gesagt, sehr spät mit der Buchung dran waren, kam vom Hotel Panorama auf unsere Anfrage eine Absage. Allerdings bot man uns statt dem über Ostern schon total ausgebuchten Hotel Panorama ein anderes Hotel an, das – wie das Panorama - auch zur ungarischen Hotelkette Hunguest gehört. Es war das Hotel Helios. Bevor wir zusagten, informierten wir uns aber natürlich zuerst einmal im Internet über dieses Hotel.

Wir erfuhren, dass das Helios aus zwei Hotels besteht, dem Benjamin und dem Anna. Das Anna war etwas teurer – dafür war es moderner und die Zimmer hatten alle Balkon. Beide Hotels hatten eigentlich allgemein recht gute Bewertungen im Internet. Die Fotos sprachen uns ebenfalls an. Wir entschieden uns also kurzerhand für das Anna, ein Dreistern-superior-Hotel.

Zu Ostern doch noch nach Ungarn?

Nun wurde es noch einmal recht spannend – es ging darum, ein gutes Zimmer im Anna zu ergattern und das zu einem möglichst guten Preis. Mein Freund Tam, der die Buchung per Mail durchführte, erhielt auch prompt ein Angebot für 98.200,- Forint pro Person für 9 Nächte mit Halbpension und Benutzung der Thermalbad- und Wellnesslandschaft im Hotel für ein Doppelbettzimmer. Inklusive waren 2 Massagen pro Person, Willkommensdrink und Bademantelbenutzung. Das entspricht 351,20 Euro bzw. 39 Euro pro Tag. Wir entschlossen uns, vor Ort im Hotel in Forint zu bezahlen, da der kürzlich gefallene Forint-Kurs für uns recht günstig war.

Das Angebot erschien uns vom Preis her recht gut – verglichen mit den anderen Angeboten, die wir für das Helios Anna im Internet fanden. Ich weiß nicht genau, wie Tam zu diesem Angebot kam. Aber ich kann mir vorstellen, dass man uns entgegenkam, weil unser Wunschhotel, das Panorama, nichts mehr frei hatte. Möglicherweise gewährte man uns auch einen kleinen Presserabatt.

„Offiziell“ verlangt man im Helios „Anna“ übrigens 110 Euro pro Tag und Kopf für Halbpension im Doppelzimmer (laut Schild an der Rezeption).

Da wir kein Auto haben, baten wir auch um ein Offert bezüglich eines Transfers. Eine Fahrt von Wien nach Héviz im Kleinbus wurde uns um 13.500 Forint (48,28 Euro) pro Person (einfach) angeboten. Unser Abreisetermin war allerdings ein Samstag – also konnten wir den Blaguss Bäder-Express-Bus, der von EuroLines betrieben wird, in Anspruch nehmen, der einmal in der Woche von der für uns leicht erreichbaren U-Bahn-Station Wien-Erdberg aus je nach Bedarf die bekannten Thermalbäder in Ungarn anfährt. Die Buchung ging übrigens ganz easy übers Internet mit VISA-Kreditkarte.

Die Fahrt Wien – Héviz kostete 29 Euro pro Person (einfach).

Es geht los!

Um 9:05 ging’s los. Wir kannten die Strecke schon von früheren Ungarn-Aufenthalten. Es war sonnig und mir fiel auf, dass der Frühling in Ungarn schon viel weiter war als bei uns – wir fuhren wirklich mit jedem Kilometer weiter in den Frühling hinein. Um 12:30 kamen wir direkt bei unserem Hotel an.

Der ältere Mann an der Rezeption vertiefte sich stirnrunzelnd eine Weile in den Computer und teilte uns schließlich ein Zimmer zu. Gleichzeitig bekamen wir einen „Hotelpass“, der uns berechtigte, die Halbpension und die Badelandschaften in Anspruch zu nehmen. Außerdem erhielten wir Gutscheine für 2 Willkommensdrinks und 2 Massagen.

Nach dem üblichen Eincheckritual des Ausfüllens der Anmeldung und Vorzeigen unserer Reisepässe brachte uns ein Boy mit unserem Gepäck zu unserem Zimmer.

An sich war als Einchecktermin zwar erst 14:00 angegeben. Zum Glück war das Zimmer aber jetzt schon frei.

Mit Sicherheit eines der schlechtesten Zimmer im Hotel

Wenn ich in Héviz, wo wir schon einige Male waren, ein Hotelzimmer buche, äußere ich als Kundenwunsch immer, dass ich ein Nichtraucherzimmer in einem höheren Stockwerk see- oder parkseitig möchte. Diesmal war die Buchung etwas stressig und wir haben diesen Wunsch leider nicht geäußert. Das Zimmer war daher eine kleine Enttäuschung. Es lag im ersten Stock und war mit Sicherheit eines der schlechtesten Zimmer in diesem Hotel. Der Blick ging auf ein großes, ebenes Dach hinaus, das mit Schotter bedeckt war. Gleich anschließend fand sich der Speisesaal - fast auf gleicher Höhe. War man auf dem Balkon, befand man sich daher quasi in der Auslage der Menschen im Speisesaal, was nicht gerade angenehm war. Außerdem waren auch Küchengerüche im Zimmer bemerkbar.

Das Zimmer war ansonsten ok, also sauber und recht zufriedenstellend eingerichtet mit hellen Möbeln, Schreibtisch, Fernsehapparat (mit einigen deutschen bzw. österreichischen Sendern und Radioprogrammen), Minibar, Tisch, Fauteuils, einem Bad mit Wanne und Dusche und einem - in einem eigenen Raum befindlichen -, verfliesten WC.

Ich versuchte, Tam nichts von meiner Enttäuschung merken zu lassen, weil er sich wirklich so bemüht hatte, die Buchung noch hinzukriegen. Und das auch möglichst preisgünstig. Außerdem hatten wir beschlossen, den Urlaub zu genießen und das Beste daraus zu machen.

Das Zimmer war übrigens ganz ähnlich eingerichtet und ebenso groß wie jenes, das wir zu Weihnachten im viel teureren 5-Stern-superior-Hotel NaturMed Carbona hatten (einen Bericht darüber gibt’s übrigens ebenfalls bei ciao).

Beim Abendessen merkten wir erste Unterschiede zum 5-Stern-Hotel: Es gab nur Papierservietten und die Tischdecken wurden nicht bei jedem neuen Gast gewechselt. Wenn wir dies dezidiert verlangt hätten, wäre unser Wunsch wahrscheinlich erfüllt worden, aber von selbst wurde nicht – wie im 5-Stern-Hotel üblich – das Tischtuch gewechselt. Wir mussten also einige Tischtuchflecken unserer Vorgänger in Kauf nehmen. Meinen Freund Tam hat das nicht gestört, mich, ehrlich gesagt, schon. Dafür hatte ich aber kein Problem damit, dass es hier nur Papierservietten gab.

Ostalgie und dicke Luft im Speisesaal

Der Speisesaal erinnerte von seiner Architektur her an die früheren kommunistischen Großbauten. Vermutlich stammte das Hotel auch aus dieser Zeit, obwohl es recht modern wirkte. Der Speisesaal war nicht gerade gemütlich oder schön, dafür jedoch sehr groß und hell. Er lag nach Westen und so erlebten wir durch die großen Glasfenster immer wieder stimmungsvolle Sonnenuntergänge über dem sanften ungarischen Hügelland, während wir beim Essen saßen.

Das Essen war eigentlich entgegen unseren Erwartungen sehr schmackhaft. Es wurde in Form eines Buffets angeboten. Täglich gab es drei verschiedene Suppen – darunter immer eine köstliche kalte Obstsuppe. Nachher konnte man sich nach Herzenslust am reichhaltigen Salat- und Vorspeisenbuffet bedienen oder gleich zu den Hauptspeisen übergehen, die wie erwähnt sehr gut gekocht waren. Die Auswahl war zufriedenstellend – meist gab es Geflügel, Fisch und eine Fleischspeise (Rind, Schwein oder Wild). Das Angebot an vegetarischen Gerichten war zwar nicht gerade überwältigend, aber doch so, dass selbst strikte Vegetarier sich recht gut ernähren konnten. Als Dessert fanden sich kleine Kuchenstücke verschiedener Art, Obstsalat, frische Früchte und täglich eine warme Mehlspeise – etwa Apfelstrudel oder Germknödel mit Vanillesauce. Das war natürlich verführerisch.

Wir bekamen den Eindruck, dass der Koch sich sehr um das Buffet bemühte. Alle Augenblicke kam er mit seiner hohen weißen Haube aus der Küche heraus und sah nach, ob die Speisen noch warm und lecker waren bzw. ob irgendwo Nachschub benötigt wurde.

Obwohl das Abendessen von 18 Uhr bis 21 Uhr gereicht wurde, kamen die meisten Hotelgäste relativ früh zum Essen. Wir gewöhnten uns auch an, spätestens um 19 Uhr im Speisesaal zu erscheinen, um noch einigermaßen saubere Tischtücher, eine große Speisenauswahl und ein frisches Angebot an Salaten und Vorspeisen vorzufinden. Denn es konnte schon passieren, dass die eine oder andere Nachspeise oder Frucht plötzlich futsch war. Aber hungrig stand trotzdem sicher keiner vom Essen auf.

Was mich außer den nicht immer blütensauberen Tischtüchern noch beim Abendessen störte, war, dass die Belüftung des Speisesaals nicht gerade die beste war. Vor allem wenn man den großen Saal betrat, merkte man die etwas abgestandene, verbrauchte Luft. Es war nicht unerträglich, aber eine bessere Belüftung wäre sicher kein Fehler. Es war zwar eine Klimaanlage vorhanden, aber entweder war sie nicht oder nur teilweise eingeschaltet oder kaputt.

Mit ständigen Wartungsarbeiten schien man es im Helios überhaupt nicht zu übertreiben. Ich hatte den Eindruck, dass man den Dingen im Großen und Ganzen ihren Lauf ließ, bis sie kaputt gingen. Dann wurden sie – notdürftig – irgendwie repariert, um noch eine Zeitlang weiter zu dienen.

Dieser Eindruck verstärkte sich auch, als wir ein – fix montiertes - Schild neben dem Lift zum Restaurant erblickten. Darauf stand geschrieben:
„Liebe Gäste! Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass der Fahrstuhl langsammer und mit geräusch fährt, aber ist betriebsfähig. Danke für Ihr Verstandnis!“ (sic)

Für Tam war das natürlich eine Einladung, diesen Lift unbedingt auszuprobieren. Zum Speisesaal führte aus dem Foyer nur eine relativ kurze Treppe hinauf, die wir bisher immer per pedes bewältigt haben. Aber so einem „Erlebnislift“ konnten wir natürlich nicht widerstehen. Wie soll ich sagen? Kein Wort auf diesem Hinweis war übertrieben. Das alte Ding ruckelte und polterte, dass es nur so eine Freude war. Ansonsten schaffte er aber die kurze Strecke tatsächlich, ohne stecken zu bleiben.

Aber auch von diesen kleinen Wartungsmängeln ließen wir uns unsere Urlaubsfreude nicht trüben. Wir freuten uns, einen Urlaub zu einem relativ günstigen Preis bekommen zu haben und gingen mit ganz anderen Voraussetzungen an diesen Hotelaufenthalt heran als zuletzt im Winter. Im 5-Stern-superior hatten wir schon – berechtigte – Forderungen gestellt und uns geärgert, wenn etwas nicht unseren Vorstellungen von einem 5-Stern-Hotel entsprach. Hier, im 3-Stern-superior sagten wir uns eben, dass man an ein 3-Stern-Hotel nicht so hohe Ansprüche stellen darf. Das war eine recht gute Voraussetzung für einen geglückten Urlaub.

Der schleppende Getränkeservice ist ein Problem

Was uns allerdings sehr störte, war, dass der Service beim Abendessen sehr langsam war. Es kam vor, dass wir schon beim Dessert waren, wenn die Getränke angekrochen kamen… Wenn man Glück hatte, klappte es sofort und rasch mit der Getränkebestellung und –bringung. Wir hatten aber auch oft Pech und warteten, warteten und warteten auf einen Kellner, der unsere Bestellung aufnahm. Dabei gaben wir stets gutes Trinkgeld und bestellten auch relativ teure Getränke – meist einen Cabernet sauvignon mit Mineralwasser für mich und einen Tokajer für Tam, der herbe Weine nicht mag.

Das Problem lag wahrscheinlich darin, dass der Zahlkellner, der das Trinkgeld bekam, ein anderer war als der, der die Bestellung aufnahm und die Getränke brachte, also die Arbeit hatte. Dieses System führte meiner Meinung nach zu den Verzögerungen beim Getränkeservice. Wir versuchten, es zu lösen, indem wir dem servierenden Personal Trinkgeld zusteckten, aber da wir keinen fixen Tisch hatten, bediente uns fast jeden Abend ein anderer Kellner und so war der Getränkeservice eben sehr unterschiedlich schnell bzw. langsam. Einmal war es so extrem, dass Tam sich – entgegen unserem Motto, sich über nichts aufzuregen in diesem Urlaub – doch beim Oberkellner beschwerte. Das nützte zumindest ein, zwei Tage lang dann doch etwas.

Aber zurück zu unserem ersten Abend. Nach dem Abendessen gingen wir noch in die sogenannte Lobby-Bar, die mit lebenden blühenden Orchideen sehr ansprechend geschmückt war, um den Tag hier in angenehmer Atmosphäre ausklingen zu lassen. Hier konnten wir auch unsere Willkommensdrink-Gutscheine einzulösen. Ich fragte, was man für einen Willkommensdrink bekommen könne und erfuhr: Sekt oder Orangensaft. Ich fragte, ob Sekt orange möglich wäre. Es war möglich. Tam bestellte Red Bull, der auf der Getränkekarte stand. Trotzdem gab es seltsamerweise während der ganzen Zeit unseres Aufenthalts tatsächlich keinen.

So ging unser erster Abend recht erfreulich in der Bar, wo täglich auch Livemusik spielte, zu Ende.
Das Publikum im Hotel war übrigens ziemlich gemischt, wie man so schön sagt. Natürlich gab es ältere Menschen, die vor allem das Thermalbad und die Therapieeinrichtungen in Anspruch nahmen, aber auch Pärchen und Familien - allerdings angenehmerweise nur sehr wenige kleine Kinder. Im „Carbona“ war ja ein „Zwergerlclub“, von dem wir vor unserem Urlaub dort nichts wussten, daher waren dort schon sehr viele Kids, was nicht immer erholsam war… Hier fand sich auch eine „Kinderecke“, wo Animateure mit Kindern gelegentlich bastelten, aber verglichen mit dem „Carbona“ war es hier wesentlich ruhiger.

Die Hotelgäste waren Deutsche, Österreicher, Schweizer, Niederländer und - einige wenige – Russen, was wir so mitbekamen. Die älteren Leute aus Deutschland und Österreich schienen teilweise aus dem ländlichen Raum zu stammen und wirkten recht einfach, ihrem – no, sagen wir einmal - legeren Outfit nach. Aber gerade die Ungarn, die hier abgestiegen waren, kleideten sich gern abends relativ elegant.

Wir kehrten ganz zufrieden in unser Zimmer zurück an diesem ersten Abend. Ich ging vor dem Schlafengehen noch ins Bad, um mich abzuschminken, Zähne zu putzen und mich zu waschen. Da schlug mir plötzlich ein äußerst widerlicher Schimmelgeruch entgegen, den ich bei unserer Ankunft nicht bemerkt hatte. Möglicherweise hatte da ein Duftspray seine Wirkung gezeigt…

Ich begann sofort unwillkürlich nach der Quelle dieses Übels Ausschau zu halten – sie schien mir im Überlauf bzw. Abfluss des Waschbeckens zu liegen. Sichtbar war aber nichts.

Ich beschloss, Tam nichts davon zu sagen – ich wollte ihm die Urlaubsfreude nicht verderben. Aber ich dachte: 9 Tage jetzt in diesem Schimmelgestank – furchtbar…!

Das Badezimmer war zudem fensterlos, konnte also auch nicht gründlich gelüftet werden…

Am nächsten Morgen war der Schimmelgeruch leider unvermindert intensiv und unangenehm vorhanden. Mir war klar, da musste jetzt schon etwas geschehen.

Nichts wie raus aus dem Schimmelzimmer!

„Ich rede“, sagte ich zu Tam, der manchmal dazu neigt, leicht schroff und aggressiv zu werden bei solchen Gelegenheiten.

Aber erst einmal nahmen wir unser Frühstück ein, das wieder im großen Speisesaal angerichtet war, in Buffetform. Es war wirklich reichlich. Es gab verschiedene Brot- und Gebäcksorten, kleine süße Bäckereien, jede Menge Wurst, Speck, Eier – in jeder Form, frisches Gemüse wie Tomaten, Paprika, Salate, Joghurt in verschiedenen Arten, Kefir, Früchte, Kompott, Cerealien, Müsli, Käse, Marmelade, Honig und eine Köchin stand bereit, um auf Wunsch ein Omelett aus selbst gewählten Zutaten zu fabrizieren. Leider gab es allerdings keine warmen, frischen Crepes mit Marmelade, die ich besonders mag.

Ich mag in der Früh kein besonders deftiges Essen und aß daher meist eine der kleinen, süßen Bäckereien – Schnecken oder Topfenkolatschen (eine Quarkspezialität) -, ein warmes, hartes Ei, etwas Schnittkäse, Marmelade, Gebäck und ein Joghurt. Der Kaffee kam aus dem Automaten – es gab zwei davon. Auch Orangensaft bzw. Ananas- oder Apfelsaft und Sodawasser gab’s aus einem Automaten.

Angenehm war, dass immer Platz genug für alle da war. Jene chaotischen Zustände, die wir zu Weihnachten im „Carbona“ erlebt hatten, wo wir sogar auf einem Tisch am Gang - nächst der Toilette - frühstücken mussten, gab es hier überhaupt nicht. Nirgends musste man sich „anstellen“, obwohl das Hotel in der Karwoche natürlich gut besucht war. Wir gingen meistens „spät“, sprich um 9 Uhr zum Frühstück und blieben dort gemütlich fast bis 10 Uhr sitzen, dem Ende der Frühstückszeit. Inzwischen wurde fast immer unser Zimmer aufgeräumt. Ich hängte auch immer das Schild „bitte Zimmer machen“ an die Türklinke.

Nach dem Frühstück atmete ich tief durch, ging dann an die Rezeption, wo wieder der ältere Herr von gestern Dienst machte, und sagte: „Ich hab eine große Bitte – in unserem Zimmer riecht es so stark nach Schimmel, könnten wir vielleicht ein anderes Zimmer haben? Wir sind beide sehr empfindlich mit der Lunge und auf Schimmelgeruch.“

Der Mann nickte, griff sofort ohne weiteren Kommentar nach einem Schlüssel und sagte: „Ich hab ein schönes Zimmer für Sie.“
Tam legte noch etwas Geld für den Mann auf den Tisch.
Wir bedankten uns sehr. Der Rezeptionist fragte uns noch, ob uns der Boy beim Übersiedeln helfen sollte. Aber das lehnten wir ab. Wir waren nur glücklich, endlich aus dem schlechten Zimmer herauszukommen.

… als beginne der Urlaub erst jetzt…

Unser neues Zimmer war im vierten Stock – ebenfalls ein Nichtraucherzimmer, aber viel heller und sonniger, mit einem hübschen Blick über den großen Park und die beiden Pools. Ich war ganz glücklich, hüpfte fast vor Freude und sang: „Wir kriegen ein neues Zimmer, wir kriegen jetzt ein schönes Zimmer…!“ Es war, als ob der Urlaub nun erst richtig anfangen würde. Immerhin hätte es ja auch sein können, dass nichts mehr frei gewesen wäre und wir die ganzen 9 ½ Tage in dem Schimmelzimmer bleiben hätten müssen…

Tam sagte: „Bitte inspizier zur Sicherheit noch einmal das Bad, ob es da wirklich nicht auch nach Schimmel riecht.“
Ich steckte meine Nase also gründlich ins Bad und ins WC – alles war in Ordnung, sauber, frisch, kein übler Odeur machte sich breit. Besonders entzückt war ich über die viel bessere Aussicht hier. Da das Wetter schön und warm war, waren wir öfter am Balkon und genossen den hübschen Blick über den Park, ohne uns wie vorher „in der Auslage“ fühlen zu müssen.

Die Übersiedlung mit dem ganzen Aus- und Einräumen unserer Klamotten und Siebensachen kostete uns natürlich ca. eineinhalb Stunden Urlaubszeit – aber die waren es uns wert, nun in einem viel besseren, helleren Zimmer zu wohnen. Natürlich hab ich meine Duschhaube und mein Haarband im „alten“ Bad vergessen, aber das hatte das Stubenmädchen schon an der Rezeption abgegeben.

So erfreut wir über das neue Zimmer waren, so nachdenklich hatte uns die Sache mit dem Schimmelzimmer gemacht. Wir fragten uns, ob das Problem bei der Rezeption bekannt war. Ich denke ja, denn wir werden sicher nicht die ersten gewesen sein, die den Schimmelgestank dort unerträglich fanden.

Die Frage drängte sich auf: Warum haben sie gerade uns dieses schlechte Zimmer gegeben? Tam und ich sehen eigentlich schon von unserem Outfit her nicht wie gänzlich anspruchslose Hotelgäste aus. Tam ist sogar im Businesslook mit Aktenkoffer und Notebook angereist. Da gab’s andere Hotelgäste, denen man wohl eher zutrauen konnte, dass sie sich ein Schimmelzimmer gefallen lassen würden… Natürlich haben manche Ungarn aus historischen Gründen immer noch Vorbehalte gegen Wiener…

Wir grübelten hin und her.

Tam sagte schließlich: „Es war der Bus – wir sind mit dem Bus angereist. Wären wir mit dem Bentley gekommen, hätte man uns sicher mehr respektiert. Leute, die mit dem Linienbus kommen, werden wahrscheinlich grundsätzlich als einfach, arm und anspruchslos eingeschätzt.“

Diese Interpretation schien mir noch als die plausibelste für die Zuteilung eines sehr schlechten Zimmers.

Aber nun war dieser Alptraum vorbei – für uns zumindest. Sicher würden sie bald die Nächste in das Schimmelzimmer stecken – und hoffen, dass die das vielleicht akzeptieren.

Auf der Jagd nach dem Internetzugang

Das neue Zimmer schien mir etwas größer zu sein, die Einrichtung entsprach dem vorigen Zimmer. Die Armaturen waren uralt und beschädigt - die Konstruktion im Bad war abenteuerlich und hätte jeden Ingenieur zum Staunen gebracht: Dusche und Waschbeckenwasserzugänge waren verbunden und nicht gleichzeitig nutzbar.

Der Boden am Balkon war mehr als schadhaft. Von "renoviert", wie in den Beschreibungen im Internet zu lesen war, keine Rede - allerdings war ja auch das Datum der Renovierung nicht angegeben...

Aber unsere Bademäntel aus weißem Frottee (in Übergröße) lagen bereit. Es gab auch einen Wandsafe – allerdings gegen Kaution. Wir haben ihn nicht in Anspruch genommen.

Was mich etwas störte, war, dass es nur einen einzigen Zimmerschlüssel für uns gab. Wir fragten bei der Rezeption, ob es möglich sei, einen zweiten Schlüssel für das Zimmer zu bekommen, erfuhren aber, dass das nicht ginge. Es gab nur die Option, den Schlüssel bei der Rezeption zu hinterlegen. Naja, auch kein Malheur. Schließlich waren wir ohnehin die meisten Zeit beisammen. Es kam aber schon auch vor, dass Tam an seinem Notebook im Zimmer arbeitete und ich im Bad war. Uns am Handy anzurufen, vermieden wir tunlich wegen der hohen Roaminggebühren im Ausland – die Anrufe wären jeweils über Wien geleitet worden…

Das Internet war das nächste Problem. Es gab zwar einen Internetanschluss im Hotel, der öffentlich zugänglich war – ich glaube, gegen Chips, die man kaufen musste, allerdings zu einem wirklich unakzeptablen Preis. Ich habe auch nie jemanden bei diesem Internetplatz gesichtet.

Da Tam und ich das Internet beruflich brauchen – auch gelegentlich im Urlaub -, hetzten wir sofort nach unserer Ankunft nach Héviz in den T-Mobile-Shop, um einen kurzfristigen Datenvertrag für ungarisches Internet zu kaufen. Doch der Shop war bereits geschlossen. Tam klopfte an die Glastüre und wirklich öffnete der Verkäufer. Tam bot ihm einen höheren Betrag für den Datenvertrag, wenn er ihn noch heute bekommen könnte. Aber der Verkäufer sagte, sie würden gerade Inventur machen und es sei leider wirklich nicht möglich, uns den Vertrag zu verkaufen. Also mussten wir uns bis Montag gedulden. Nach dem Frühstück am Montag spazierten wir dann sofort zum T-Mobile-Shop und kauften den Datenvertrag.

Zum Zentrum ist es recht weit zu gehen

Der wahrscheinlich gravierendste Nachteil des Hotels war die Lage. Das Hotel befindet sich am Stadtrand und bis zum Stadtzentrum oder zum berühmten Thermalsee sind es doch laut Hotelbeschreibung 500 m – aber wohl Luftlinie. Der Weg zieht sich schon ein wenig, auch wenn man an lieblichen, blühenden Gärten vorbeigeht. Zum Glück fand sich aber in der Nähe eine Art Satellitensiedlung, wie ich es immer nannte, wo es einen Supermarkt und mehrere Lokale und Shops gibt. Und außerdem gab es die kleinen schienenlosen Bahnen, die „Dottos“, die nicht nur niedlich gestaltet waren, sondern auch zwischen Hotels, See und Stadtzentrum verkehrten – allerdings nur alle 3/4 Stunden. Aber wir waren ja im Urlaub und hatten Zeit und keine Termine, die einzuhalten waren. Um 300 Forint (ca. 1 Euro) brachte uns so ein Dotto ins Zentrum oder zum See. Wir machten oft davon Gebrauch. Und nicht nur wir. Diese Dottos warten stets recht gut frequentiert.

Tam mag keine Massagen, also verzichtete er auf seine und überließ sie mir. Ich bekam also in der Therapieabteilung zweimal je eine halbe Stunde Massage. Die Masseurin bemühte sich redlich, meine nicht gerade geringen Verspannungen im Schulter-Rücken-Bereich mit zitronig riechendem Massageöl wegzumassieren.

Die Kommunikation ist verbesserungsbedürftig

Erst bei meiner ersten Massage am Dienstag entdeckten wir das Thermalbad des Hotels in der Therapieabteilung. Ärgerlich – aber wir trugen es mit Humor.

„Sind wir zu blöd oder ist das die Schuld des Hotels“, fragte ich Tam. Er entschied, es sei ganz sicher die Schuld des Hotels, das seine Einrichtungen nicht gut kommuniziere. Mit diesem Problem fanden wir uns hier übrigens noch öfter konfrontiert.

Es gab neben dem „normalen“ Swimming Pool im Park ein „Erlebnisbecken“, das nicht nur ich (wie ich Gesprächen von deutschen Hotelgästen eindeutig entnahm) für ein Thermalbecken hielt, weil es mit warmem Wasser gefüllt war… Ein Badewärter klärte uns aber schließlich auf unsere Frage hin auf: Das Außenbecken enthält definitiv kein Thermalwasser.

Da ich nicht zuletzt wegen des Thermalwassers hergekommen war, um meinen tennis- und wandergeschädigten Kniegelenken etwas Gutes zu tun, war es schon ärgerlich, dass wir das hoteleigene Thermalbecken erst ab Dienstag nutzen konnten… Es war nirgends angezeigt oder angeschrieben oder beschrieben gewesen. Wir hatten es nur durch Zufall entdeckt, weil ich meine Massage im Therapiebereich hatte.

Das Thermalbad wird aus einer eigenen Quelle gespeist und enthält das gleiche Wasser wie der Thermalsee. Es riecht auch intensiv nach Schwefel, ist sehr warm und man sollte sich nicht zu lang dort aufhalten. Von der ästhetischen Gestaltung her ist es nicht sehr ansprechend, außerdem recht renovierungsbedürftig. Lack, Anstrich und Armaturen schreien förmlich danach, erneuert zu werden. Neben dem Thermalbecken befinden sich Duschen und Garderoben für Männer und Frauen getrennt. Die Duschen sind aber nicht allzu appetitlich – die Metallteile sind schon sehr desolat und schadhaft. Außerdem wartet man dort endlos, bis das Wasser endlich warm wird. Aber bevor ich mich darüber ärgerte, dachte ich wieder an unseren Grundsatz, gelassen zu bleiben und nicht zu viel zu erwarten und uns eher auf positive Eindrücke zu konzentrieren.

Wir besuchten das Thermalbad nun, nachdem wir es glücklicherweise endlich entdeckt hatten, täglich ein- bis zweimal. Es war direkt im Haus und im Bademantel sehr bequem zu erreichen. Am Rand des Bassins standen einige Liegen – Plätze waren dort stets frei.

Auch hier zeigte sich der Vorteil, im Haupthaus, dem Hotel Anna, zu wohnen, denn von der Dependance, dem Hotel Benjamin, aus, musste man erst durch einen längeren Bademantelgang zu den Einrichtungen des Thermalzentrums und Erlebnisbades gehen.

Tam gefiel das Hotel Benjamin – ein monarchistisch angehauchter, alter Villenbau – von der baulichen Gestalt sehr gut. Mich erinnerte es eher an ein Spital. Ich war jedenfalls froh, im „Anna“ zu sein, einen Balkon genießen zu können und alle Einrichtungen des Hotels direkt im Haus zu haben.

Mittags gab es einen sehr sympathischen Service: Für Hotelgäste gab es eine kleine Stärkung in Form von zwei verschiedenen Suppen, die zur Auswahl standen, nebst Brotschnitten. Leider erfuhren wir von dieser angenehmen Einrichtung auch erst nach einigen Tagen – sie wurde nirgends kommuniziert, sondern mehr oder weniger nur durch Mundpropaganda publik gemacht. Ich glaube, Tam ist irgendwie auf diese Einrichtung draufgekommen. Dieser kleine Mittagsimbiss wurde Hotelgästen ohne Extrakosten zur Verfügung gestellt. Die „Suppenausspeisung“ fand täglich im Konferenzsaal statt. Zu den Suppen konnte man sich Getränke bestellen, die allerdings bezahlt werden mussten. Der Snack war uns aber sehr willkommen. Wir haben das Angebot ca. dreimal in Anspruch genommen. Die Suppen waren wirklich sehr schmackhaft – es waren Pilz- oder Gemüsesuppen und klare Brühe mit diversen Einlagen. Dazu zwei Arten Brot – helles und dunkleres.

Im Speisesaal konnte man natürlich auch Mittag essen. Aber nach einem reichlichen Frühstück genügte uns mittags die Suppe vollkommen. Zumal es ja in der Bar zwischen 15 und 17 Uhr eine happy hour für Kaffee und Kuchen gab. Um 499 Forint, also ca. 1,79 Euro bekam man dort einen Kaffee nach Wahl und eine Torte nach Wahl. Von dieser Option machten wir auch gern Gebrauch. Die Torten waren sehr liebevoll gestaltet – oft waren sie mit österlichen Motiven geschmückt. Ich erinnere mich an eine Ananas-Marzipan-Torte, die mit einem gelben Marzipan-Entlein dekoriert war. Ein anderes Mal lockten Maronitorte und Obstkuchen sowie eine köstliche Esterhazy-Torte. Dazu ein Latte Macchiato auf der Terrasse, unter einem Sonnenschirm, im Freien, wo die ersten Tulpen blühten… So ließ sich der Urlaub schon genießen.

In der Hotelbeschreibung im Zimmer stand zwar noch etwas von einem Gratis-Kaffee-&-Kuchen-Service, aber als ich bei der Rezeption nachfragte, wo dieser Service stattfinden würde, erfuhr ich, dass er abgeschafft worden sei. Doch die 1,79 Euro waren auch nicht unerschwinglich…

Tam ist es allerdings einmal zufällig aufgefallen, dass der Kellner – trotz happy hour – den regulären Preis verrechnet hat. Das waren 55 Cent mehr… Wir beließen es dabei und haben nicht reklamiert. Solche Vorfälle gab es aber zwei-, dreimal. Ob Absicht dahintersteckte oder Schlamperei, haben wir nie herausgefunden.

Ostern in Héviz

Abends gingen wir „in die Stadt“ – um festzustellen, dass dort bereits um 22 Uhr, wie es schien, die Gehsteige hochgeklappt wurden…
Also konnten wir uns künftig diese nächtlichen Fußmärsche sparen. Nur in der mondhellen Vollmondnacht vor Ostern gingen wir ein wenig am Thermalsee spazieren. Und am Karsamstag zog es uns ebenfalls hin. Da war vielleicht etwas los in den Lokalen! Alle Restaurants waren voll mit ungarischen Familien, die hier nach der Osternachtfeier in der Kirche nun ausgiebig fleischlichen Genüssen frönten.

Die Leute waren alle gut gelaunt, die Kinder festlich gekleidet – irgendwie war es interessant, diese österlichen Familienfeiern so am Rande mitzuerleben.

Günstigerweise befanden sich in der Nähe unseres Hotels einige gemütliche Czardas – das sind ungarische Restaurants, wo man guten, meist bodenständigen Wein bekommt und auch eine reichhaltige Speisekarte vorfindet. Wir haben in so einer Czarda mittags einmal ein typisches ungarisches Gericht bestellt: gebackene Pilzköpfe (Champignons) mit Salat und Sauce tartare. Nicht gerade kalorienarm, aber schmackhaft. Zum Wein naschten wir abends dort ein-, zweimal eine kleine Käseplatte. Tam las nämlich im Internet, dass der Trappistenkäse, der eigentlich ursprünglich in der Normandie von Mönchen kreiert wurde, als besondere ungarische Spezialität gilt. Man kann ihn herausbacken. In unserem Fall wurde er hübsch mit Walnüssen und Salat garniert serviert und hat wirklich gut geschmeckt.

Was mir weniger gefiel, ist, dass überall in den Restaurants noch Gänseleber angeboten wird, die meist von Gänsen stammt, die unter großen Qualen „gestopft“ werden, bis ihre Leber krankhaft verfettet. Wir haben natürlich keine gegessen.

Die Mode der „leichten“ Kost hat sich in Ungarn sichtlich noch nicht durchgesetzt. Die Essgewohnheiten entsprechen in etwa denen, die bei uns in den 50er Jahren vorherrschten – also viel Fettes, Gebackenes, Frittiertes, Süßes…

Die Wellness-orientierte Ernährung, die bei uns gang und gäbe ist, mit Vollwertkost und kalorienärmeren Gemüsegerichten habe ich schon etwas vermisst, weil ich nicht gern Fleisch, Geflügel und Fettes esse.

Huhn, Innereien und Schweinefleisch standen auch im Hotel sehr oft auf dem Speiseplan. An einem Abend konnte man etwa wählen zwischen Wiener Schweinsschnitzel, Spagetti mit Meeresfrüchten und Hirschpörkölt. Das war nicht unbedingt mein Tag... Da war mir das Beef Stroganov am Vortag schon lieber. Oder sagen wir, es wäre mir lieber gewesen, wenn es etwas wärmer und dafür weniger scharf gewürzt gewesen wäre…
Das Szegedinger Krautfleisch war dafür eine wahre „Mehlorgie“ und kaum gewürzt, das Fleisch zu wenig angebraten. Und der arme Brokkoli des Alternativgerichts total zerkocht…

Die Qualität der Speisen war wirklich sehr unterschiedlich. Offenbar waren da mehrere Köche am Werk, von denen einige besser kochten als andere. Grundsätzlich war das Essen schon sehr fett – mit üppigen Saucen, eingedicktem Gemüse, Herausgebackenem…

Ungarische Folklore

An einem Abend trat eine lustige Folklore-Tanzgruppe in ungarischen Trachten auf – es gab Kerzenlicht auf den Tischen und ein Buffet mit typischen ungarischen Gerichten wie Pörkölt, Krautfleisch, Schweinsbraten, Würsten usw. Ich muss aber gestehen, ich bin nicht so der große Fan dieser schweren, fettigen ungarischen Hausmannskost. Und auf das Pörkölt mit Kaldaunen hab ich dann doch lieber verzichtet…

Das Hotel bot natürlich auch Aquagymnastik, Nordic Walking, Fahrradverleih und einen Fitnessraum an – davon haben wir aber keinen Gebrauch gemacht.

Ausflüge – gegen Bezahlung – werden ebenfalls angeboten, etwa zu den wöchentlichen Ritterspielen auf Burg Sümeg oder an den nahen Plattensee, nach Budapest oder Wien. Auch darauf verzichteten wir.

Zu Ostern gab es einige Konzerte in Héviz – z. B. ein Operettenkonzert, das wir aber nicht besucht haben.

Dafür haben wir Ungarisch gelernt. Eine Animateurin des Hotels hatte zum ersten Sprachkurs in der Geschichte des Hotels geladen. Die Teilnahme war kostenlos. Wir waren neugierig und folgten der Einladung. 7 Lernwillige hatten sich eingefunden. Die Lehrerin teilte uns ein Blatt mit gängigen ungarischen Redewendungen wie „bitte“ und „danke“, „guten Tag“ und „auf Wiedersehen“ aus und erklärte uns die Aussprache der Buchstaben im Ungarischen. Sie verriet uns auch, dass ungarisch die zweitschwierigste Sprache ist – nach japanisch – und daher für Menschen, die es als Fremdsprache haben, kaum erlernbar ist. Unsere Lehrerin machte uns auch mit ungarischen Ostergebräuchen bekannt – etwa dem lustigen Anspritzen verehrter Frauen mit reichlich kaltem Wasser am Ostermontag durch Männer… Dadurch zeigen die Männer angeblich ihre Zuneigung… Naja, andere Länder, andere Sitten.

Der kleine Sprachkurs dauerte nur eine halbe Stunde, war aber eine nette Bereicherung des Freizeitangebots im Hotel.

Mit der Animateurin, die übrigens auch für die Buchungen diverser Ausflüge im Hotel verantwortlich war, hatten wir noch einmal Kontakt. Die Story ist wirklich erzählenswert. Etwa zwei Tage vor unserer Abreise fanden wir plötzlich beim Abendessen ein Schild neben der Obstschale vor. Es zeigte die Abbildung eines Obstkorbs, der dick mit roten Balken durchgestrichen war. Darunter stand:
„Sehr geehrte Gäste!
Wir bitten unsere Gäste, die Obste nur in unseren Restaurant gefälligst zu verzehren.“
Wörtlich. Versteht sich.
Ich für meinen Teil hasse in Hotels zwei Dinge ganz besonders: Kontrollen am Eingang zum Speisesaal und Schilder. Schilder, die einen darauf aufmerksam machen, dass man „gefälligst“ seine Handtücher der Umwelt zuliebe (gäbe es sonst vielleicht auch noch andere Gründe?) möglichst lange zu verwenden und Schilder wie dieses, die praktisch jedem Gast „Diebstahl“ unterstellen.

Für mich fängt ein gutes Hotel bekanntlich definitiv OHNE solche Schilder und mit selbstverständlichem täglichem Handtuchwechsel an. Was nicht bedeutet, dass ich es nicht schätze, gründlich und umfassend über die Einrichtungen und Aktionen des Hotels informiert zu werden – etwa durch einen Folder, den man beim Einchecken bekommt oder Ähnliches.

„Hast du das Schild gesehen?“, frage ich Tam.
„Wo? Was?“ Er schaut, fotografiert.
„Schon eine Frechheit. Das hätten sie – wenn schon - auch höflicher formulieren können.“
„Naja, die haben das anders gemeint. Das ist schlecht übersetzt. Man sollte ihnen das sagen.“

Tam ging nach dem Essen zur Rezeption und sagte, dass das neue Schild bzw. die Botschaft darauf auf deutschsprachige Gäste ausgesprochen unhöflich wirkt.

Der Rezeptionist verwies ihn an unsere „Ungarisch-Lehrerin“, die nebenan auf Ausflugs-Buchungen wartete.
„Haben Sie das Schild geschrieben?“
„Ja, ja“, erklärte sie stolz.
Tam versuchte ihr zu vermitteln, dass der Inhalt, also die verbale Aufforderung, „die Obste“ „gefälligst“ nur im Speisesaal zu essen, von Deutschsprachigen als grobe Unhöflichkeit verstanden wird und man das doch vielleicht besser anders formulieren sollte.
Sie schien beleidigt, sagte dann auf einmal, sie sei doch nicht zuständig – das müsse alles „über die Zentrale“ der Kette Hunquest gehen…

Das Schild blieb weiterhin wie es war.
Tam erwähnte die Geschichte – samt Foto des betreffenden Schildes - auf einem seiner internationalen Online-Newsdienste als Beispiel für schlechtes Marketing. Daraufhin meldete sich ein Übersetzungsbüro in einem Kommentar dazu und informierte uns darüber, dass auch die Übersetzungen in den anderen Sprachen – russisch und englisch – grobe Fehler enthalte.

Natürlich kann man nicht verlangen, dass in einem ungarischen Hotel perfekt deutsch oder russisch gesprochen wird, aber das Hotel ist jederzeit voll mit deutschsprachigen Gästen, von denen sicher alle gern bereit gewesen wären, einen Blick auf den Text zu machen, bevor das Ding gedruckt und aufgestellt wurde. Das Gleiche gilt für den englischen und russischen Text.

Wir hätten uns eigentlich erwartet, dass man dankbar sein würde für den Hinweis, dass die Aufforderung „gefälligst“ im Deutschen sehr unhöflich klingt. Was wir aber geerntet haben, war nur eine beleidigte Reaktion… Ich bin sicher, das Schild prangt heute noch am Obstbuffet und wird das die nächsten Jahre weiterhin tun.

Ich weiß nicht, was die professionelle Übersetzung von einem einzigen Satz in drei Fremdsprachen kostet, denke aber doch, dass sich diese Kosten gelohnt hätten.

Es mag sein, dass einige Gäste solche Sprachschnitzer als ungarische Folklore interpretieren und lustig finden. Bei den meisten wird es aber doch einen üblen Nachgeschmack hinterlassen.

Detail am Rande: Ich habe während unseres 9-tägigen Aufenthalts übrigens nie einen Gast gesehen, der sich vor Verlassen des Speisesaals am Obst vergriffen und mit prallen Taschen das Restaurant verlassen hat. Dafür hat ohnehin auch schon die meist sehr mangelhafte Qualität des in Ungarn angebotenen Obsts gesorgt…

Salz gegen Schlaflosigkeit

In der Therapieabteilung gab es viele Behandlungsmöglichkeiten wie Elektrobehandlungen, diverse Massagen und Packungen. Ich nahm nur die beiden Massagen in Anspruch. Die Masseurin war sehr bemüht und hat die Behandlungszeit von 30 Minuten wirklich eingehalten – ich habe es in Ungarn auch schon erlebt, dass eine halbstündige Massage nach 20 Minuten endet…

Im freundlich bunt gestalteten Therapiebereich stand immer eine Kanne mit Kräutertee bereit – einmal war es Kamille, einmal Zitronenmelisse.

Eine Attraktion war auch der viel besuchte Trinkbrunnen. Aus einem Hahn plätscherte ständig ein eher dünner Strahl Thermalwasser in ein Mosaikbecken. Einweg-Plastikbecher wurden zur Verfügung gestellt. Das Wasser schmeckte abscheulich – warm, schwefelig… einfach ekelhaft. Trotzdem unterzogen sich viele Hotelgäste dem täglichen Ritual, dieses Heilwasser zu trinken.

Tam ließ es sich nicht nehmen, mich in die Salzhöhle zu „schicken“, die er in der Therapieabteilung entdeckt hatte. Eine Stunde Salztherapie kostete umgerechnet 3,22 Euro. Tam hatte gelesen, dass es gegen Schlafstörungen helfen sollte – und an denen litt ich im Urlaub doch öfter.
Immerhin gelangen mir dadurch einige hübsche Fotos vom Sonnenaufgang, den ich vom Balkon aus fotografierte.

Ich musste mich also für eine Stunde alleine in diese seltsame „Salzgrotte“ setzen, die eigentlich ein ganz normaler Raum war, in dem nur mehrere Gefäße mit Meeressalzkristallen aufgestellt waren. Es wurde darauf hingewiesen, dass diese salzige Luft Husten auslösen kann, aber ich merkte weder eine positive noch negative Wirkung. Vielleicht muss man sich dem Salz eben öfter aussetzen als nur zweimal wie ich.

Selbstverantwortung ist gefragt

Wie in Ungarn allgemein üblich, mussten wir uns vor dem Frühstück und Abendessen durch Nennung unserer Zimmernummer „ausweisen“, bevor wir ans Buffet durften. Ein Mitarbeiter machte dann ein Häkchen in einer Liste.

Der Preis für ein Buffet-Abendessen erschien mir für ungarische Verhältnisse sehr hoch. Wir hatten das Essen ja in der Halbpension integriert. Hätten wir es aber bezahlen müssen, hätten wir jeweils 3.700,- Forint (13,23 Euro) berappt – dafür hätte es dann laut Speisekarte 1 Suppe, 1 Hauptgang und 1 Dessert gegeben (also kein Nachschlag…).


Die Speisen sind übrigens alle mehrsprachig angeschrieben, was die Auswahl doch sehr erleichtert.
Die Obstqualität lässt wie fast überall in Ungarn meist doch sehr zu wünschen übrig.

Im Badezimmer fand sich ein Seifenspender, der aber nach einem Tag leer war. Leider hat das die Putzfrau geflissentlich übersehen. 200 Forint, die wir ihr zugesteckt haben, haben aber dann Wunder gewirkt: Der Seifenspender wurde neu gefüllt, das Bett frisch bezogen und neue Bademäntel bereit gelegt.

200 Forint sind etwa 72 Cent. Das mag uns wenig erscheinen. Wir haben aber von Einheimischen erfahren, dass das, was man hierzulande als „Tippse“ bezeichnet, in Ungarn nicht mehr als ca. 290 Euro netto nach Hause trägt – monatlich. Alles ist also relativ…

Dass das Stubenmädchen den Seifenspender erst nachgefüllt hat, als wir sie darauf aufmerksam machten, war ein typisches Verhalten für dieses Hotel – man muss sich um alles selber kümmern, darf nichts voraussetzen. Diese „Spielregel“ muss man eben berücksichtigen. Das Personal ist aber allgemein freundlich, hilfsbereit und entgegenkommend. Deutsch verstehen fast alle recht gut.

Am ersten Tag wurden unsere Handtücher nicht ausgewechselt. Wir wussten nicht, dass dies nur geschieht, wenn man sie auf den Boden wirft…

Im Zimmer gab es leider nur eine einzige Steckdose – und die befand sich in Bodennähe. Also Haarfön, Computer, Akkus von Fotoapparat und Handy aufladen wurde nicht selten zur Prioritätenfrage… Eine zweite Steckdose wäre kein Luxus gewesen.

Die Sauberkeit ließ auch etwas zu wünschen übrig. Der alte Spannteppich wurde selten bis nie gesaugt – täglich begrüßten uns dieselben Schmutzpartikel wie Flaschenkorkenreste oder Fäden.

Dass Handtücher Flecken haben, die bei der Wäsche nicht herausgingen, Bettzeug löchrig bzw. zerschlissen ist, war letztens auch im 5-Stern-superior-Hotel leider der Fall.

Immerhin drifteten die Betten oder Matratzen dank eines kleinen Matratzenkeiles zwischen ihnen diesmal nicht auseinander wie das im „Carbona“ der Fall war. Es durfte also gekuschelt werden …

Dafür war das Waschbecken verstopft – das Wasser rann dort kaum mehr ab. Die Klospülung neigte hingegen dazu, zu rinnen …

„Installateur scheint in diesem Hotel ein Fremdwort zu sein“, sagte ich einmal zu Tam. Die nötigen ständigen Wartungen scheinen nicht wirklich stattzufinden.

Aber wir ärgerten uns nicht, nahmen alles gelassen und mit Humor und so wurde der Urlaub eigentlich zum Erfolgserlebnis. Sicher hätten wir uns beschweren und einen Handwerker verlangen können, aber wir wollten keinen Stress. Lieber lagen wir am Pool, der bereits ungefähr 24 Grad hatte. Die Lufttemperatur war 25 Grad – dem Schwimmvergnügen stand also nichts im Wege.

In den Supermärkten waren die Sonnenmittel ausverkauft. Ich konnte gerade noch eines ergattern. Niemand hatte wohl mit so viel Sonne und Wärme gerechnet.

Oft besuchten wir die Wellnesslandschaft, bestehend aus einem Whirlpool und einem Erlebnisbad – das ist ein Außenpool, in dem von Zeit zu Zeit eine „Wildwasserströmung“ eingeschaltet wird und in dem es auch Wasserfall, Massagedüsen und schottische Brausen gibt – bei denen das Wasser von allen Seiten kommt. Ich mag sie nicht so besonders.

Auch Sauna, türkisches Bad, Infrarotsauna und Dampfgrotte gab es hier. Letztere zwei schienen nicht zu funktionieren, Erstere frequentierten wir einige Male.

Schwimmen zwischen Lotusblüten

Einen Tag verbrachten wir natürlich am berühmten Thermalsee. Es war ein warmer, sonniger Tag und der See war rege besucht. Tam genoss es, zwischen roten Lotusblüten zu schwimmen. Ich zog es vor, ihn dabei zu fotografieren und nur innerhalb der Badeanstalt zu baden. Das tiefe, schwarze Wasser flößt mir Respekt ein. Auch wenn der dunkle See an einem heiteren Frühsommertag viel von seiner Bedrohlichkeit verliert.

Zu Ostern ließ sich das Hotel einige Attraktionen einfallen. Etwa eine Teilnahme am sogenannten „Eierkratzen“. Diese bestand allerdings darin, dass man nur einer Frau zusehen konnte, wie sie die bekannten, durchaus hübschen Ostereier der osteuropäischen Tradition entsprechend gestaltete – eben durch das Kratzen in einer Wachsschicht oder so ähnlich. Letztlich lief die ganze Aktion aber doch darauf hinaus, dass die Leute diese ausgeblasenen Dekoreier kaufen sollten…

Ähnlich lief es bei einer „Honigverkostung“ ab, bei der einem – sehr teure – Honigprodukte eingeredet wurden, deren Provenienz noch dazu unklar war. Eine „Schmuckausstellung“ diente ebenfalls nur dem Verkauf. Angeboten wurden auch Auro-Fotografie, Porträtmalerei und kitschige Ölgemälde von alter Puszta-Romantik oder sehr epigonale Stilleben. Auch Kosmetika wurden hin und wieder auf geschickt platzierten Verkaufsständen angeboten.

Ein – mattes – Osterkonzert einer Jazzband in der Empfangshalle des Hotels sollte vermutlich die Zuhörer zum Getränkekonsumieren animieren. Bei der Ostereiersuche und dem Besuch von als Osterhasen verkleideten Hotelmitarbeitern war wiederum ein eifriger Fotograf am Werk, der später seine nicht sehr ambitionierten Fotos zu verkaufen trachtete.

Wir umschifften alle diese Verkaufsklippen, aber viele gaben hier ihr Geld aus.

Irgendwie war es doch etwas störend, dass fast jede Attraktion, die das Hotel so anbot, mit dem Versuch, etwas zu verkaufen, verbunden war. Aber wirklich aufdringlich waren die Verkäufer auch wieder nicht.

Ein geschäftstüchtiger Zahnarzt lud sogar zu einem Cocktail im Hotel ein, um seine Praxis vorzustellen. Wir haben auf diese Veranstaltung eben falls verzichtet.

Apropos Cocktail: Als ich den zweiten Gutschein des Willkommensdrinks einlösen wollte – Tam hat mir seinen überlassen, da er weder Sekt noch Orangensaft trinken wollte -, bat ich wieder um ein Glas Sekt orange. Diesmal wurde meine Bitte aber kurioserweise abgelehnt. „Sekt ODER Orangensaft“, erklärte mir die offenbar wenig flexible Kellnerin… Am Vortag war man hier entgegenkommender. Aber bitte…

Dass man ab 22 Uhr – maximal 23 Uhr – nichts mehr zu trinken bekam, auch nicht im Umkreis des Hotels, befremdet schon ein bisschen. Aber wir lagerten uns etwas Tokajer ein. Einiges bot auch die Minibar zu durchaus christlichen Preisen.

Im Hotel muss man an der Bar oder im Restaurant nicht Cash bezahlen. Man kann die Rechnung auch „aufs Zimmer“ schreiben lassen. Da unterschreibt man die Rechnung und bezahlt am Ende beim Auschecken. Das haben wir einige Male gemacht.

Auch wenn das Personal freundlich und hilfsbereit ist, lohnt es sich, aufzupassen. Beim Auschecken fiel es Tam zum Glück auf, dass man uns zwei teure Taxi- bzw. Kleinbus-Transfer-Dienste von Wien nach Héviz in Rechnung gestellt hatte. Das waren immerhin zweimal 48 Euro! Dabei waren wir ja mit dem Bus hierher gefahren und hatten auch keinen solchen Dienst gebucht. Wir hatten uns nur nach den Kosten für so eine Fahrt erkundigt. Außerdem zahlt man Taxis eigentlich immer beim Chauffeur.

Auch diese Klippe haben wir souverän umschifft. Das haben wir nämlich schon reklamiert. Ob es Absicht oder wirklich nur Versehen war – wer will das schon feststellen oder wissen?

Am Ostermontag mussten wir wieder nach Wien zurückfahren. Das Zimmer musste bis 10 Uhr geräumt werden. Diesmal nahmen wir einen Taxidienst in Anspruch, den wir bei der Rezeption bestellt haben. Zu dritt mit einem deutschen Touristen, der nach Wien zum Flughafen wollte, teilten wir uns einen Kleinbus.

Ob wir das Hotel Helios Anna wieder besuchen werden? Möglich wäre es. Wir waren alles in allem nicht unzufrieden.
Empfehlen können wir das Anna allen, die vor allem einen Relax-Urlaub machen wollen wie wir. Also das Angebot an Wellness- und Thermalbad nutzen oder gern auf einer Liege am Rand des Pools im schönen Hotelpark einmal so richtig entspannen wollen.

Facts

Das Hotel Helios Anna (Hunquest-Hotelkette) ist ein Dreistern-Superior-Hotel (ungarische Kategorie)
150 Zimmer, 12 Appartements, alle mit Klimaanlage, Balkon, Bad (mit Wanne), WC (getrennt), Radio, SAT-TV, Telefon, Safe, Minibar.

Lobby-Bar – täglich Livemusik

Restaurant „Bernstein“

Swimming Pool (12,5 x 25 m, normales Wasser, 24-27° C) im großen Hotelpark (mit Liegewiese und Liegen) und Kinderbecken, alles von 7-18 Uhr zugänglich.

Sonnenterrasse

Wellnessbereich: mit Solarium, Sauna, Whirlpool, Erlebnisbecken, Dampfbad, Infrarotsauna, türkischem Bad, Duschen, Garderobe

Kurzentrum (bietet Massagen und medizinisch-therapeutische Behandlungen gegen Gebühr)

Thermalwasserbecken

Friseur, Kosmetiksalon, Souvenir- und Bademodenshop

Die Dependance Helios Benjamin ist schlechter ausgestattet (kein Wannenbad, nur Dusche, kein Balkon), dafür billiger.

Die ungarische Hunquest-Hotelkette verkauft eine Kundenkarte (12 Euro, glaub ich), mit der man Rabatt für Hotelaufenthalte bekommt.


© DMK 4/05


Update am 8.1.2010, nach unserem Weihnachtsurlaub im Hotel Helios Anna

Kurzfristig entschlossen wir uns, dem Weihnachtsputz und etwaigen leidigen Verwandtenbesuchen zu entfliehen und die Weihnachten sozusagen wieder outzusourcen. Bei www.urlaubscenter24.com fanden wir noch ein Angebot für das Hotel Helios Anna und Benjamin, und zwar für 24.12. bis 2.1.2010, also 9 Tage, 558,- Euro pro Person im Doppelzimmer mit Halbpension. Es war schon der 6.12. und wir schlugen daher sofort zu – symbolisch gesprochen natürlich nur … ;-)

Buchung, Anreise und Ankunft

Leider konnte man sich nicht aussuchen, ob man im „Anna“ oder im „Benjamin“, der Dependance, wohnen will. Mir wäre das „Anna“ lieber gewesen, weil die Zimmer heller und moderner eingerichtet sind und man nicht erst über einen langen Bademantelgang ins Haupthaus zum Essen oder zu Veranstaltungen dort gehen muss. Aber man konnte eben nur „Hotel Helios“ buchen. Die Zimmer im „Anna“ haben im Gegensatz zum billigeren „Benjamin“ alle Balkon, aber im Dezember kann man auch ohne Balkon leben.

Als Kundenwunsch gaben wir ein parkseitiges Nichtraucherzimmer in einem höheren Stockwerk an.

Als wir die Reiseunterlagen erhielten, war es traurige Gewissheit: Wir hatten ein Zimmer im „Benjamin“.

Die Fahrt (nicht im Preis enthalten) traten wir diesmal mit der Bahn an. Das war etwas umständlich, weil wir einmal in Szombathely umsteigen mussten. Der Zug hält auch nur in Keszthely, dem Nachbarort von unserem eigentlichen Ziel, Bad Héviz. Für die Fahrt haben wir ca. 25 Euro pro Person einfach ab Wien bezahlt. Die Fahrt hat etwa vier Stunden gedauert. Ab Szombathely gibt es allerdings keine erste Klasse mehr, nur mehr einen ungarischen Regionalzug, der weder neu noch besonders sauber zu nennen war …

Zum Glück stand ein Taxi vor dem Bahnhof. Wir erkundigten uns nach dem Preis für eine Fahrt zum Hotel Helios. Um 2.000 Forint brachte uns der Taxler zum Hotel. Auf der Fahrt machten wir noch beim T-Mobile-Shop Halt, um uns einen Internet-Vertrag zu kaufen. Dafür entschädigten wir den Taxler mit 1.000 Forint mehr als Trinkgeld.

Als man uns bei der Rezeption wider Erwarten doch im Hotel Helios Anna unterbrachte, war meine Freude groß. Ich nehme an, das „Benjamin“ war geschlossen. Wir gingen später einmal durch den langen Verbindungsgang, um es uns anzusehen. Es war offen, aber kein Mensch war zu sehen. Es wirkte auf mich irgendwie unheimlich mit seinen dunklen, alten Möbeln. Fast wie in einem Gruselfilm. Ich war sehr froh, dass wir nicht dort wohnen mussten.

Unangenehme „Düfte“ in unserem Zimmer …

Nun hatten wir also ein Zimmer mit Balkon – allerdings straßenseitig. Leider waren die Abluftkamine der Küche so platziert, dass wir oft schon zeitig am Morgen mit üblen Gerüchen aus der Küche belästigt wurden, z. B. „Zwiebelduft“. Öffnete man das Fenster, wurde es nur noch schlimmer. Entweder die Filteranlage war defekt oder ausgeschaltet oder der Kamin zu wenig hoch, nehme ich an.

Ein zweites Geruchsproblem stellte das WC dar. Der Sockel war undicht, es trat daher ständig etwas Flüssigkeit aus, die penetrant nach Pisse stank. Als wir das der Rezeption meldeten, kam kurz darauf ein Monteur und spritzte etwas Abdichtungsmittel in die undichte Stelle – sehr professionell wirkte die Reparatur nicht, aber die Geruchsbelästigung war wenigstens damit gebannt.

Unser recht guter Eindruck vom Osterurlaub bestätigte sich diesmal nicht so sehr. Das Publikum bestand vorwiegend aus einfachen alten Leuten aus der ehemaligen DDR und einigen etwas jüngeren Russen. Ich hab zwar absolut nichts gegen Russen, aber es störte mich schon sehr, vom Personal automatisch Russisch angesprochen zu werden.

Weihnachten und Silvester im Hotel

Für Silvester hatte man uns einen höheren Zimmerpreis angerechnet – dafür war die Silvesterfeier inkludiert im Preis. Positiv war, dass am Silvesterabend die Weinkarte die üblichen Preise hatte – meist gelten an diesem Abend höhere Preise und es werden nur teure Weine in Flaschen angeboten.

Da das Publikum teilweise recht einfach war, erschienen einige Gäste in billigen Pullovern zur Silvestergala, was nicht gerade zur Steigerung einer festlichen Atmosphäre beitrug.

Das Essen wurde auch am Silvester in Form eines Buffets serviert. Die Qualität der Speisen war mittelmäßig, aber es wurden immer frische Speisen nachgebracht und nach Mitternacht gab es auch noch ein Mitternachtsbuffet. Die gebratenen Spanferkel, die dabei im Ganzen am Buffet standen und dort auch - auf Wunsch von LiebhaberInnen dieser Speise - von Köchen zerschnipselt wurden, fand ich allerdings nicht sehr appetitanregend …

Ich war ein wenig enttäuscht, weil es kein Feuerwerk gab, wie sonst in ungarischen Hotels zu Silvester üblich, sondern nur drei Feuertänzer mit einer mickrigen Performance vor dem Hotel vor wenigen Hotelgästen auftraten.

Zu den Weihnachtstagen und Silvester veranstaltete das Hotel einige Unterhaltungsprogramme im Foyer – kostenlos für die Gäste. So ein Musica-antiqua-Konzert, eine Zaubershow, ein Operettenkonzert, es traten auch einmal drei Tenöre auf, ein anderes Mal drei Sängerinnen und drei Violinistinnen sowie eine Tanzgruppe aus Moskau. Zusätzlich gab es einmal kostenlos Punsch und Weihnachtskekse in der Hotelhalle – der „Punsch“ erwies sich allerdings als Lindenblütentee … Einmal wurde gratis Glühwein und Gebäck gereicht.

Einige Enttäuschungen und Ärgernisse

Im Neckermann-Internet-Katalog hatten wir „Kaffee und Kuchen“ am Nachmittag versprochen bekommen – davon war leider keine Rede. Und für das Suppenbuffet zu Mittag hätten wir je 700 Forint bezahlen müssen … Das ist wesentlich teurer als eine Suppe normalerweise in einem ortsüblichen Restaurant kostet.

Das unhöfliche Schild am Obstbuffet, demzufolge Gäste „gefälligst“ „die Obste“ im Restaurant zu verzehren hätten, prangte natürlich immer noch im Speisesaal, obwohl wir zu Ostern darauf hingewiesen hatten, dass diese Ausdrucksweise äußerst unfreundlich ist …

Dazu kam, dass nun auch auf jedem Tisch ein Aufsteller vorhanden war, der informierte, dass jedem, der Speisen aus dem Speisesaal mitnimmt, automatisch 1.700 Forint auf die Zimmerrechnung aufgeschlagen werden. Ich habe Verständnis dafür, dass sich ein Hotel davor schützt, dass sich Hotelgäste Speisen vom Buffet im Restaurant mitnehmen, aber das müsste man auch höflicher vermitteln können, also ohne solche „Drohungen“.

Das Essen war so weit okay – abgesehen davon, dass die Speisen meist sehr fett waren und wenig Vegetarisches geboten wurde. Das Angebot an frischen Früchten war allerdings wirklich eine Frechheit. Es gab nur wenig ansehnliche Äpfel. Verirrten sich einmal einige Clementinen ans Buffet, waren sie im Nu futsch. Verständlich: Die Hotelgäste wurden ja nicht gerade verwöhnt mit frischem Obst …
Nur am Silvester gab es die herrlichsten Früchte – von frischer Hawaii-Ananas über Physalis, Melonen, Trauben bis hin zu Orangen, Clementinen und schönen Äpfeln. Wir trauten unseren Augen kaum …

Vor den beiden Lifts bildeten sich immer wieder lange Schlangen. Sehr oft benutzten wir daher die Stiegen. Die zwei kleinen Aufzüge waren heillos überfordert und unterdimensioniert. Zum Glück konnten wir in den dritten Stock per Treppe gehen. Viele alte Leute, die wegen ihrer Gehschwierigkeiten in dieses Thermalhotel gekommen waren, waren jedoch auf den Lift angewiesen und mussten lange Wartezeiten in Kauf nehmen und Drängereien in den engen Liftkabinen.

Abgesehen davon, dass die Spa-„Landschaft“ äußerst bescheiden ist (1 kleines temperiertes Außenbecken, 1 Whirlpool, 1 Thermalwasserbecken, 1 Sauna, 1 Dampfbad, 1 Infrarotkabine – offenbar defekt, leider keine Schwimmhalle, obwohl im Katalog erwähnt), störte uns vor allem die Lage, die, wie schon in meinem ersten Bericht erwähnt, relativ weit vom Stadtzentrum, dem Thermalsee und den Einkaufsmöglichkeiten entfernt war. Zu Ostern verkehrten regelmäßig kleine Busse zwischen Hotel und Stadtzentrum, im Winter musste man Schusters Rappen vertrauen … In der Nähe des Hotels finden sich aber einige Shops und Restaurants, wo allerdings erwartet wird, dass man Speisen bestellt.

Wenig kundenfreundliches Personal

Im Hotel findet sich nur eine einzige Bar, die um 22 Uhr schließt – abends wurde man dort mit Livemusik wie „La Paloma“ usw. „beglückt“. Nach 22 Uhr ist auch in der Umgebung alles zappenduster – also nichts für Nachtschwärmer!

Nachtschwärmen ist ohnehin nicht anzuraten, denn Frühstück gibt es nur bis 10 Uhr. Aber ab 8 Uhr rumort es ohnehin schon auf den Gängen, man hört Staubsauger in Nebenzimmern und wenn man einmal vergessen hat, das „Bitte nicht stören“-Schild draußen an die Türklinke zu hängen, kann es passieren, dass plötzlich ein Zimmermädchen mitten im Zimmer steht … (Haben wir erlebt.)

Apropos vergessen: Es ist uns nicht nur einmal passiert, dass wir vergessen haben, die benutzten Handtücher auf den Boden zu werfen. Leider werden sie aber nur dann durch saubere ersetzt. Gerade in einem Thermalhotel braucht man aber mehr Handtücher – fürs Bad, die Dusche, die Sauna, das Thermalbecken, zum Drauflegen … Wenn wir zum Frühstück hetzen mussten, bevor die Frühstückszeit vorbei war, kam es schon vor, dass sich der eine auf den anderen verließ und letztlich die Handtücher nicht auf den Boden geworfen wurden und wir mit den feuchten Handtüchern einen weiteren Tag auskommen mussten. Ärgerlich. Ja, natürlich hätten wir auch dem Stubenmädchen hinterher jagen können und um frische Handtücher bitten, aber diesen Stress wollten wir uns eben auch ersparen.

Zimmerservice gibt es prinzipiell keines – sehr zum Leidwesen meines Freundes, der gern länger schläft (ich tu das natürlich auch nicht ungern) und daher gegen einen kleinen Aufpreis lieber stressfrei im Zimmer frühstückt.

Wir hofften wenigstens auf ein ungestörtes Mittags- oder Nachmittagsschläfchen – aber da hatten wir auch die Rechnung ohne das Hotel gemacht. Denn wie das Amen im Gebet kam genau dann das Personal, um die Minibar aufzufüllen … Wir versuchten, sie auszutricksen und hängten das „Bitte nicht stören“-Schild hinaus. Wisst ihr, was dann geschah? Die Mitarbeiter klopften trotzdem an die Tür und weckten uns auf. Wir öffneten zwar nicht, der Schlüssel steckte auch von innen, aber aufgeweckt haben sie uns trotzdem.

Die Kirsche auf der Torte dieses diesmal leider ganz und gar nicht ungetrübten Urlaubsvergnügens war unser Checkout. In der Hotelbroschüre auf dem Zimmer hatten wir gelesen, dass das Zimmer nur von Montag bis Freitag um 10 Uhr geräumt werden muss. An allen anderen Tagen kann man es bis 14 Uhr behalten. Man sollte allerdings zur Sicherheit vorher bei der Rezeption nachfragen. Es war der 1. Jänner, wir hatten, nachdem wir Silvester gefeiert hatten und es spät geworden war, einen faulen Tag verbracht. Am Abend machten wir unseren Weinflaschen, die wir uns am Silvesterabend gekauft, aber natürlich nicht ganz ausgetrunken hatten, den Garaus, denn am 2. war ja unser Abreisetag, ein Samstag. Meine Laune fiel auf Minusgrade, als wir nach dem Abendessen bei der Rezeption erfuhren, morgen würde eine Reisegruppe erwartet und wir hätten das Zimmer bis um 10 Uhr zu räumen ... Mir wären schon eine oder zwei Stunden längere Verweildauer im Zimmer sehr hilfreich gewesen, weil ich an diesem Abend einfach schon zu müde war, um jetzt noch einzupacken. Ich ärgerte mich sehr, weil wir laut Gästebroschüre ja eigentlich bis 14 Uhr das Zimmer behalten hätten sollen. Eine Mitarbeiterin des Hotels erklärte uns später, dass diese Info-Broschüre „veraltet“ sei … Ja, bitte, warum liegt sie dann aber noch auf???

Ich gebe zu, es war schon nach 22 Uhr, als wir an der Rezeption nachfragten, ob das mit dem Checkout morgen bis 14 Uhr in Ordnung gehe. Der Info-Broschüre nach hielten wir das ja nur für eine kleine Formalität, weil dort ja stand, nur in Sonderfällen müssten die Zimmer an Wochenenden früher geräumt werden …

Als mein Freund Tam dann mit einem Manager telefonierte, „erlaubte“ uns dieser, länger im Zimmer zu bleiben. Aber nur weil mein Freund Tam meinte, seine Partnerin „zicke“ wegen dem frühen Auschecken … Als ob er selbst nicht gern auch etwas länger geschlafen hätte …! Ich hatte aber keine Lust auf „Gnadengeschenke“ des Hotels Helios. An Schlaf war überhaupt kaum zu denken. Ich ärgerte mich sehr über das Hotel, das zwei guten Gästen, die im Gegensatz zur meisten übrigen Klientel immer teure Flaschenweine bestellten und auch ordentlich Trinkgeld gaben, dem Hotel keinerlei Probleme machten und bereits zum zweiten Mal das Hotel besuchten in diesem Jahr, nicht entgegenkam, sondern auf stur schaltete. Tam verstand hingegen nicht, warum ich das „Gnadengeschenk“, das er durch seine telefonische Intervention beim Manager „durchgesetzt“ hatte, nicht hoch erfreut und dankbar entgegennahm. Zum Ärger über das Hotel kam nun auch noch ein Streit zwischen uns. Ich fühlte mich unverstanden von meinem Freund. Tam behauptet heute noch: „Keiner wird dein Verhalten verstehen.“

Ich beschloss jedenfalls, um 10 Uhr auszuchecken.

Das tat ich dann auch. Der Wecker wurde auf 7 Uhr gestellt, damit sich einpacken und Frühstück noch ausging. Unser Bus, mit dem wir nach Wien zurückfuhren, holte uns erst um 14 Uhr ab. Vier Stunden Zeit also noch …! Wir wollten noch einige Kleinigkeiten einkaufen, aber die eisige Kälte und der wirklich unangenehme Wind verleideten uns den langen Weg ins Stadtzentrum. Also blieb uns wenig anderes übrig, als in ein Lokal in der Nähe zu gehen, eine Kleinigkeit zu essen und dann im Foyer zu warten …

Kleine Bemerkung am Rande: Wir blieben bis ca. 14 Uhr 20 im Hotel, von der angeblich kommen sollenden Reisegruppe war aber weit und breit nichts zu sehen. Das Hotel war vielmehr an diesem 2. Jänner sichtlich leer – die meisten Gäste waren abgereist. Umso unverständlicher die unfreundliche Reaktion am Rezeptionsdesk.

Ich überlegte, ob ich den Bewertungs-Fragebogen des Hotels ausfüllen soll, aber ich hatte das Gefühl, dass das ja ohnehin nichts ändern würde. Wozu also der Aufwand? Ich ließ es also bleiben.

So ging unser Weihnachtsurlaub eigentlich nicht sehr schön zu Ende und das neue Jahr hat nicht so toll begonnen. Irgendwie hab ich den Eindruck, dass wir uns bis jetzt noch nicht so recht von dem ganzen Stress und dem ständigen Schlafmangel durch zeitiges Aufstehen und Störungen durch das Hotelpersonal erholt haben. Auf jeden Fall haben wir die letzten Weihnachtsferientage, die wir dann schon in Wien verbracht haben, fast nur geschlafen, so erschöpft waren wir.

Schade, zu Ostern hatten wir einen besseren Eindruck vom Hotel und seinem Publikum. Ich kann dieses Hotel wirklich nur sehr anspruchslosen und robusten Menschen empfehlen – diese Zielgruppe scheint auch im Hotel vorzuherrschen.

Ach ja, und was das gepriesene Preis-Leistungsverhältnis betrifft: Wenn man sich umhört und vergleicht, merkt man bald, dass dieses Hotel gar nicht soo günstig ist, wie man vielleicht zunächst glaubt …

Warum travianet.de seinen Gutschein nicht anerkannte …

Zuletzt noch ein Wort zu www.urlaubscenter24.com bzw. travianet.de: Diese Reisevermittlung trug bedauerlicherweise auch nicht dazu bei, dass unser Urlaub besser wurde. Wir hatten unseren Tunesien-Urlaub im September über diese Agentur gebucht. Warum? Sie hatte nicht nur die besten Angebote und eine gute, informative Website, sondern versprachen auch einen 55-Euro-Gutschein, den man bei der nächsten Reise einlösen könnte. Da wir den Ungarn-Urlaub wieder bei urlaubscenter24 ( = travianet.de) gebucht hatten, wollte ich den Gutschein einlösen. Doch per Mail kam ein lakonischer abschlägiger Bescheid ohne Begründung. Wieder Ärger! In Wien nahm ich mir die Zeit und reklamierte gegen die Absage, wobei ich noch einmal alle Daten unserer beiden Reisen anführte … Schließlich entschuldigte man sich bei travianet / urlaubscenter24 mit der Begründung, ich hätte die September-Reise mit einer anderen Mail-Adresse gebucht. Verstehe das, wer will. Zählt denn beim Einlösen eines Reisegutscheins die Mail-Adresse oder nicht vielmehr der Gutschein-Code und Name des Reisebestellers? Offenbar hat man bei travianet.de noch nie davon gehört, dass ein und dieselbe Person mehrere Mail-Adressen haben kann, etwa für berufliche und private Zwecke … Mir wurde jedenfalls die prompte Überweisung der 55 Euro versprochen. Ich bin in freudiger Erwartung derselben … ;-)

Ich hoffe nur, dass dieses neue Jahr nicht mit so vielen Unannehmlichkeiten und Ärgernissen weitergeht, wie es begonnen hat. Bitte Daumen halten!

© DMK 1/10

Bilder

für Hunguest Hotel Helios Anna, Heviz
Hunguest Hotel Helios Anna, Heviz
Hunguest Hotel Helios Anna***sup, Heviz, Haupteingang
von pinkdawn pinkdawn
Hunguest Hotel Helios Anna, Heviz

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Kommentare

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  • Quasseltante 23.03.2010 18:10
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    klasse Bericht- BH & LG

  • Fifima 21.03.2010 18:16
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    ... Und noch ein spätes bh abgeliefert... :-) Es ist wirklich schwierig, bei Dir zu lesen und gleichzeitig zu bewerten, ich glaube, ich beantrage mal bei ciao, 5 bh's pro Tag allein für Deine Berichte und noch so einige wenige MitgliederInnen vergeben zu dürfen. :-) GLG Maike

  • Xivender 12.02.2010 22:32
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Sani144 21.01.2010 14:05
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Und wieder ein Super Informativer und ausführlicher , aber nie langweiliger BEricht

  • Feli-Chan 18.01.2010 16:37
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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