Erfahrungsbericht über

Hotel des Arts Montmartre, Paris

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Hotel des Arts

4  14.09.2007 (31.05.2010)

Pro:
die Lage

Kontra:
nicht viel

Empfehlenswert: Ja 

Catblue22

Über sich: Wenn das Leben dir 1000 Gründe zum Weinen gibt, zeig ihm, dass es 1001 Gründe zum Lächeln gibt...

Mitglied seit:22.02.2003

Erfahrungsberichte:91

Vertrauende:55

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 133 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Es war nur eine unscheinbare Karte, die da auf meinem Tisch zwischen all den Geschenken lag und doch war es das schönste Geschenk, dass ich an diesem Abend bekam: Ein Gutschein für eine Reise nach Paris.
Den Flug, den Zeitraum und das Hotel wollten wir gemeinsam aussuchen und schnell stand der Zeitpunkt fest, an dem wir fliegen wollten, doch das Hotel zu finden, war etwas schwieriger. Es sollte nicht zu teuer sein, da wir vor hatten, nur wenig Zeit dort zu verbringen, denn wir wollten so viel wie möglich von der Stadt sehen. Trotzdem sollte es aber nicht zu abgelegen sein, einen gewissen Komfort bieten und auf jeden Fall nicht an einer viel befahrenen Straße liegen. Ideal für unsere Suche war das Zusammenspiel von Reisekatalog und Google-Earth. Wann immer ein Hotel für uns interessant klang, so sahen wir uns seine Lage dort an und mehr als einmal stellte sich die "zentrale Lage" als eine 6-8 - spurige Hauptstraße heraus.

Schließlich fanden wir ein Hotel, an dem alles zu passen schien: Das Hotel "Des Arts" in der Rue Tholozè am Montmartre gelegen.

Was sagt der Veranstalter?

"Gut geführtes, komplett renoviertes 3 Sterne Hotel im berühmten Viertel der Dichter und Maler, dem "Montmartre". Metrostation "Place Blanche" ca. 500m entfernt. Lobby und Lift. 50 charmante Zimmer mit Telefon, Safe, Föhn, TV."

Das alles klang sehr nett und auch bei Google-Earth schien die Lage annehmbar zu sein. Also buchten wir und zahlten für 3 Übernachtungen (2 Personen im Doppelzimmer) mit Frühstück insgesamt 282 Euro.

Die Anreise

Vom 15 km entfernt liegenden Flughafen Orly aus war die Anreise doch etwas anstrengend. Mit dem Shuttle ging es zum ersten Bahnhof "Antony". Von dort aus mit dem Zug 12 Stationen bis Gare du Nord, von dort umsteigen und mit der Metro 2 Haltestellen weiter bis nach Pigalle und von da aus noch einmal umgestiegen und wieder mit der Metro bis zur Haltestelle Abesses.
Die Wege in den Stationen sind so unglaublich weit, dass man sehr viel Zeit für das Umsteigen einplanen kann. Insgesamt waren wir für diese ca. 15 km mehr als 80 Minuten unterwegs (Fahrkarte 9,30 Euro pro Person). - Es geht auch einfacher… Für den Rückweg haben wir den Bus-shuttle-Service im Hotel gebucht, der uns für 17 Euro pro Person in einer halben Stunde zum Flughafen brachte.

An der Metrostation Abesses geht man nach rechts und bekommt schon einen kleinen Eindruck vom Stadtviertel "Montmartre". Überall gemütliche Straßencafès und Brasserien in denen man entspannt draußen sitzen kann, viele kleine Geschäfte, viele junge Leute
Bilder von Hotel des Arts Montmartre, Paris
  • Hotel des Arts Montmartre, Paris Der Eingang
  • Hotel des Arts Montmartre, Paris Fassade
  • Hotel des Arts Montmartre, Paris Treppenhaus
  • Hotel des Arts Montmartre, Paris Fahrstuhltür
Hotel des Arts Montmartre, Paris Der Eingang
Der Eingang
und unzählige geparkte Fahrräder, was dem Ganzen den Charme eines quirligen aber sympathischen Univiertels verleiht. In einer Seitenstraße (ca. 500 m von der Metrostation entfernt) dann das Hotel.

Die Lage

Auf allen unseren Streiftouren durch die Stadt, verglichen wir die Lage unseres Hotels mit der vieler anderer kleiner Hotels, die uns auffielen und waren sehr zufrieden. Im Vergleich mit vielen anderen Häusern ist es ruhig und doch zentral gelegen. Die Rue Tholozè , eine Einbahnstraße, was bei dem Pariser Verkehrsaufkommen und dem damit verbunden Lärm und Smog nicht unerwähnenswert ist, führt leicht bergauf und am oberen Ende der Straße befindet sich das Restaurant "Moulin de la Galette", eine alte Mühle. Von dort sind es nur zwei Straßen, bis zum berühmten Place du Tertre, dem Platz der Künstler. Hier trifft man auf unzählige kleine Cafés, Galerien und die Staffeleien vieler Maler, die die Touristen ansprechen und sie fast im vorbeigehen porträtieren - Sicher ist das auch heute noch malerische Plätzchen nur noch eine Erinnerung an die Künstlerkolonie, die einstmals durch Namen wie "Henri Toulouse-Lautrec" und "Auguste Renoir" bekannt wurde und heute zu einer Touristenfalle verkommen - Die Nebenstraßen sind zu- geparkt mit Bussen, die unablässig Touristen mit Fotoapparaten um den Hals ausspucken, Schirm tragende Reiseleiter ziehen mit ihrem Anhang im Schnelldurchgang um den Platz und von beschaulicher Ruhe und Inspiration scheint keine Spur mehr vorhanden. Doch wir waren früh am Morgen dort, bevor der Rummel begann, und da konnte man für einige Minuten den Charme dieses Viertels spüren…Noch ein Stückchen weiter, insgesamt ca. 600m vom Hotel entfernt dann Sacre Coeur - für mich der schönste Ort in der Stadt. "Neobyzantinischer Zuckerbäckerstil" verspottet der Reiseführer den Baustil dieser Kirche, doch die Ruhe dort drinnen, die wunderschön ausgemalte Kuppel und der unglaubliche Blick von den Stufen vor dem Bauwerk auf die Dächer der Stadt, macht ihn zu einem besonderen Ort. Hier ist auch nachts sehr viel los. Die Treppe zur Kirche und die davor gelegene Aussichtsterrasse sind voller singender und feiernder Menschen und es hat uns jeden Abend wieder dorthin gezogen.
Wer eher das "richtige" Nachtleben mit Revue und Champagner bevorzugt, der erreicht vom Hotel aus sehr schnell das "Moulin Rouge", dass nur eine Straße entfernt liegt und auch die beiden Metrostationen (jeweils ca. 500m entfernt liegend) "Abbesses" und "Place Blanche" machen die Unterkunft gut erreichbar.


Das Hotel

Ein kleines typisch französisches Hotel. Genauso habe ich es mir vorgestellt und auch gewünscht - Die Fassade hell mit weißen, leicht verwitterten Holzfensterläden, die obere Etage mit einem schmiede-eisernen Balkongitter und dazu der in rot gehaltene Eingang, der denken lässt, dass man eine Galerie betritt.
Der Eingang führt in eine kleine behagliche Lobby und gleich zum ersten, der wenigen Minus-punkte: Dem Nachtportier (habe ich schon erwähnt, dass wir abends ankamen?).
Nein, als Portier in einem Hotel muss man ganz sicher nicht englisch sprechen und andere Sprachen, wie etwa deutsch erst recht nicht…Und so ließ er uns mit englisch und Gebärdensprache einchecken. Man merkte, dass er unser Englisch verstand, aber nicht sprechen wollte. Von der Lobby fuhren wir mit dem Fahrstuhl in die 4. Etage, wo unser Zimmer lag. Schon der Weg dorthin ließ uns den unfreundlichen Empfang vergessen. Das Treppenhaus ist in warmen Farbtönen gestrichen, die Fahrstuhltüren sind alle mit netten Motiven französischer Künstler bemalt und auch die mit Teppich ausgelegte Wendeltreppe mit den zugegeben etwas ausgetretenen Holzstufen, hatte Charme.

Das Zimmer

Man hatte uns gewarnt - Die Zimmer in den Pariser Hotels seien winzig klein, von den Bädern ganz zu schweigen und so waren wir dann doch überrascht, als wir ein ca. 15-16 qm großes Zimmer vorfanden, das sogar einen Balkon vorzuweisen hatte. Im Eingangsbereich ein großer Schrank mit Safe, über dem Bett der Fernseher und neben dem Bett Schreibtisch und Stuhl. Alles, was man von einem Zimmer erwartet. Das Bad war in der Tat sehr klein, aber sehr sauber und neu gefliest und hatte einen dieser Schwimmbad föhne an der Wand, die immer zu laut und zu heiß werden. Insgesamt machte alles einen sehr freundlichen und gepflegten Eindruck. Vom Balkon aus kann man die Straße entlang sehen und blickt auf die Moulin la Galette - Ein Restaurant mit einer Mühle. Und auf der anderen Seite sieht man ein wenig auf Paris, bzw. auf seine Dächer.

Frühstück

Von 7 Uhr bis 10 Uhr gibt es Frühstück. Zum Frühstücksraum gelangt man über eine Wendeltreppe in den Keller. Dort ist ein sehr gemütlich aussehender Raum mit Platz für ca. 30 Personen (bei 50 Zimmern etwas wenig, wie sich zeigte). Die Wände sind aus Naturstein und der Fußboden ist gefliest, so dass es wirkt, als ob man sich in einem kleinen Verließ befindet. Das Frühstücksbuffet ist im Nebenraum auf verschiedenen Tischen verteilt. Es gibt Kaffee, Tee, Fruchtsaft, Milch und Schokolade. Einen Tisch mit Haferflocken, Cocktailobst, Knusperflocken, Joghurt und Müsli. Croissants, Baguette, Toast und verschiedene Marmeladensorten, Butter und Eier. Wer es deftig mag, der wird allerdings Käse und Wurst vermissen.
Durch das etwas abgelegene Buffet, war ein ständiges Kommen und Gehen im Gange und da die Stühle auf dem gefliesten Boden dabei immer hin und her geschoben wurden, war es so laut, das ich als Morgenmuffel sehr genervt war und diesen Raum so schnell wie möglich wieder verlassen wollte, zumal die Warteschlange der Gäste, die keinen Platz bekommen hatte, immer weiter zunahm, je später es wurde.

Service

Die Zimmer wurden im Laufe des Vormittags gereinigt, die Handtücher im Bad ausgetauscht und das alles in einer sehr dezenten und freundlichen Art und Weise. Die beiden Angestellten, die sich um den Frühstücksraum kümmerten waren unglaublich schnell und sorgfältig. Sie füllten das Buffet immer wieder auf, deckten jeden Tisch sofort neu ein, wenn er frei wurde und flitzten ständig hin und her. Der Portier am Tage war sehr freundlich und kompetent, sprach englisch und gab uns nützliche Tipps, was die Wege und Metrostationen betraf. Er bestellte uns auch für unsere Abreise den Shuttleservice zum Flughafen.
Die beiden Nachtportiers, die wir kennen lernen mussten, waren meiner Meinung nach nicht besonders freundlich und hinterlassen keinen sehr netten Eindruck. Vielleicht sehe ich das falsch, aber ich denke, gerade an der Rezeption eines Hotels sollte Freundlichkeit groß geschrieben werden. Hier musste ich mir aber sogar am Morgen unserer Abreise (nun übrigens plötzlich in sehr gutem Englisch) den Vorwurf anhören, ich hätte gefälligst den Nachtportier informieren müssen, wenn ich einen Shuttlebus bestelle. Auf meinen Hinweis, dass ich davon ausgegangen war, dass der Kollege vom Tagdienst dies bei der Übergabe machen würde und ich mich als Gast um solche Dinge nicht kümmern müsse, bekam ich einen ziemlich bösen Blick und noch einmal den Hinweis "It is your part", unterstrichen von einem Fingerzeig auf mich. Kein angenehmes Verhalten den Gästen gegenüber, was mich aber eher amüsierte, statt ärgerte, zumal der Ärger ihn so aus der Reserve lockte, dass er seine Englischkenntnisse beweisen konnte und angesichts meines Lächelns immer wütender wurde…

Fazit

Positiv bewerte ich Lage, Ausstattung und Preis-Leistungsverhältnis des Hotels. Etwas negativ fielen bei mir der überfüllte und laute Frühstücksraum und die unfreundlichen Nachtportiers auf. Was ich aber gern in Kauf nehme, wenn der Rest stimmt und das war hier der eindeutig der Fall. Wir haben keinen Luxus erwartet und auch keinen bekommen, aber ein sauberes, gemütliches und charmantes kleines Haus in ruhiger, aber zentraler Lage vorgefunden, das für unsere Ansprüche völlig zufrieden stellend war. Einen Sterneabzug für den Nachtportier kann ich mir dennoch nicht verkneifen.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Puma27

Puma27

24.08.2010 23:38

Dein Bericht macht Lust auf Urlaub =) Schön geschrieben. ;) (sry für den Rechtschreibfehler)

Puma27

Puma27

24.08.2010 23:37

Dein Bericht macht lust auf Ulraub =) Schön geschrieben. ;)

t.schlumpf

t.schlumpf

05.01.2008 20:29

LG und ein schönes Wochenende, Tanja

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