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Erfahrungsbericht

für Hotel Xenophon, Athen
2 Sterne Ein Hotel wie in den 70-ern Bericht mit Bildern
286 von 286 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Günstige Lage, gute Atmosphäre, freundliche Bedienung

Kontra Alt, laut, immer das gleiche Frühstück, bietet nur das Notwendigste

Der Autor

Annna13 Seit 14 Jul 2001

Herzliche Grüße an alle, für die ich im Moment weniger Zeit habe ♥ ♥ ♥ @(-_´)@ mehr

269 Mitglieder vertrauen mir

Für meinen fast 3 Wochen langen dienstlichen Aufenthalt in Athen im letzten Mai hatte ich mir nicht selbst dieses relativ große Hotel ausgesucht. Das war der Einfall unserer griechischen Partnerfirma, zu deren Kosten vertragsgemäß auch die Rechnung ging. So haben sie sich höchstwahrscheinlich auch nicht in die Rolle eines Hotelgasts hineingesetzt, als sie uns, meinem Kollegen und mir, diese Übernachtungsmöglichkeit für die gemeinsame Arbeitsperiode geboten haben.

Denn das allererste, was ich vernommen habe, war der Geräusch fahrender Züge, jede ein paar Minuten... Zuerst habe ich mit Bahnhofviertel assoziiert, vom Zimmerbalkon in der 2. Etage habe ich aber beim Auspacken festgestellt, dass es sich wohl (nur) um deine oberirdische Strecke der U-Bahn handelte...Sie fuhr nämlich unmittelbar unter unseren Fenstern und ohne jede Schallmauer dazwischen. Meinen Sinn für Humor nicht verlierend, atmete ich auf: Die Eisenbahn fährt nämlich auch nachts, und die U-Bahn macht eine Pause so zwischen 23 und 6 Uhr an Werktagen, am Wochenende etwas länger...

die Zimmer

sind mittelgroß, doch klein wirkend und nicht sehr bequem für einen mehrtägigen Aufenthalt, jedoch erträglich, wenn man anpassungsfähig und flexibel ist. Sie sind als Zweibettzimmer mit auseinander stehenden Einzelbetten eingerichtet und mit ca. 30 Jahre alten, gut erhaltenen, im einheitlichen Stil ausgearbeiteten Möbelstücken aus massivem Holz und mit Glasplatte überdeckt, versehen.
In meinem Zimmer befanden sich also noch zwei Nachttische, ein Schreibtisch, ein niedriges tischähnliches Möbelstück, offensichtlich für das Gepäck gedacht, ein niedriger Tisch und ein Stuhl, der weder zum Tisch - von der Höhe her, noch zum Schreibtisch vom Platz her passte. Ein großer bequemer Wandkleiderschrank stand in der Diele. In einer der Schubladen des Schreibtisches fand ich eine alte, doch nützliche Informationszeitschrift über Athen und Griechenland in englischer Sprache. Und keinerlei Info über das Hotel und die gebotenen Dienstleistungen. Der Fußbodenbelag, sowie Tapete waren stark austauschbedürftig mit ihren alten Flecken und Vergilbtheit.

In Gegenwartszeiten, also ungefähr in den letzten 10 Jahren, wurde nur das Badezimmer mit Toilette und Dusche renoviert, jedoch ohne Vorhang geblieben, also können selbst die Bade- und Handtücher nur mit manchem Trick beim Duschen (Dusche ohne Stehduschemöglichkeit) trocken bleiben.

Dass das Scheibentelefonapparat vor über 30 Jahren neu gewesen war, war nicht so schlimm, denn es funktionierte problemlos, obwohl ohne Durchwahlmöglichkeit, also nur über die Rezeption. Zum Unterschied zur elektrischen Installation, wo die einzige funktionierende Steckdose für Zimmer und Bad ständig zu Kurzschluss drohte und selbst das Fernsehen störte. Unsere Meldungen an der Rezeption diesbezüglich wurden freundlich und angeblich ernst genommen, es fehlte aber immer etwas oder jemand, damit sich etwas bis zum Ende unseres Aufenthaktes änderte.

Das modernste Gegenstand in den Hotelzimmern war der kleinen Sony- Farbfernseher in jedem Zimmer, die Fernbedienungen dafür bekamen wir zusammen mit den Zimmerschlüsseln bei der Ankunft ausgehändigt. Zum Fernsehen durften wir uns aber lediglich der ca. 12 Programme in perfekter griechischen Sprache bedienen, denn Satelit- oder Kabelfernsehen gab es nicht. Nun gut, ein Glück war es jedoch, dass die meisten Filme, meistens amerikanisch und neu, mit Untertiteln liefen, und wir sie praktisch in der Originalsprache verfolgen konnten, dank unseren Sprachkenntnissen. Und die Wettervorhersage wurde ja durch Bilder und Zahlen veranschaulicht.

Die nützlichste Anbringung in den Zimmern (und im Hotel überhaupt) ist die gut funktionierende Klimaanlage, die selbst Mitte/Ende Mai beim griechischen Klima sehr wichtig ist. In den Zimmern kann man sie selbst ein- und ausschalten, aber auch stufenweise einstellen. Sie wurde auch gleich bei der Zimmerreinigung vom Personal aufs Maximum eingeschaltet, so dass man nach der Arbeit in ein angenehm kühles Zimmer zurückkam. Ein Nachteil war, dass sie zum Schlafen zu laut war, und ein Trost - dass es noch nicht so heiss war wie im Juli oder August und man auf sie nachtsüber verzichten konnte. Ein schwerer, dicker und undurchsichtiger Gummivorhang half der Klimaanlage effektiv gegen die prallende Sonne mit und sorgte für den längeren Schlaf im nach Osten blickende Zimmer am Wochenende.

Das Groteskeste an diesem Hotel war die Abwesendheit jeglicher Schallisollierung. Das galt sowie für die Fenster und die Balkonschiebetür, als auch für die Verbindung zum Etagenflur. Ein Glück, dass eine Tür zwischen Zimmer und Diele da war. Nichts konnte aber verhelfen, wenn ein lauter Gast im Nebenzimmer war... Man konnte seine Telefongespräche mitvernehmen, seinen Fernsehapparat mithören, und das Allerschlimmste - durch sein Schnarchen geweckt werden... Dann, so um 6 Uhr, durfte er vielleicht die Uvertüre der Soupes Leichten Kavalerie und Vanessa Maes Geige als Gegenleistung geniessen...

Das wesentlichste Minus für mich war, dass das Xenophon Hotel gar keine Internetzugangmöglichkeit bat. Als ich gleich am Ankunftabend an der Rezeption danach fragte, sah mich der Angestellte so verwundert an, als ob ich ein Bodenschatz wäre. Und wies mich an manches Internetcafe irgendwo an der U-Bahn-Station an, das ich mit Not und Mühe erfragen und für meine Begriffe stolze 4,20 Euro pro Stunde bezahlen durfte, um mit meinem Sohn in Sofia zu kommunizieren oder bei Ciao zu sein.

Das Frühstück

ist im Vergleich zu Frühstücken, die ich in deutschen Hotels und woanders bekommen habe, eher spärlich: ein Toastsandwitch, also 2 Scheiben Toastbrot mit 1 mm Käse und etwas wie Schinken dazwischen, eine Scheibe Toastbrot, Butter, Pfirsichmarmelade, ein Stück Kuchen oder ein abgepackter Croissant, 1 Glas künslicher Orangensaft und Kaffee oder Tee. Den künstlichen Saft kann man nicht durch Mineralwasser umtauschen, man darf sich aber den Kaffee aussuchen und zwischen einen normalen kurzen, einen doppelten Espresso, einen "griechischen" (verstehe: türkischen) Kaffee oder einen Nescafe wählen. Wenn man ihn (den Espresso) aber lang, nicht zu stark, haben möchte, kann mann als Stammgast auch die Antwort "OK, morgen dann" in Kauf nehmen, statt etwas mehr Wasser aus der Kaffeemaschine in die Tasse bekommen. Im Prinzip wäre das Frühstück für mich okay, da ich grundsätzlich bis Mittag nichts esse. Es ist einfach und gepflegt, kommt auch relativ schnell und warm. Man könnte damit zufrieden sein, wenn man aber nur über eine Nacht im Hotel bleibt. Denn für manchen Mann oder ein gut essendes Kind könnte es nicht genügend sein. Und die immer gleiche Rituale, wo die einzige Abwechselung in der Wartezeit, darin, ob der Kaffee stimmt oder im Beobachten, wie die bedienende Person oder mancher Hotelgast Butter oder Kaffeesahnepackungen von Nebentischen holt besteht, macht diese Dienstleistung nicht besser...Am 7. Tag sehnte ich mich schon nach einem heissen weich gekochtem Ei oder ein Würstchen. Über die genauen Frühstückszeiten hat uns keiner informiert, jedoch gab es Frühstück sowie um 7, als auch nach 10 Uhr.

Die Bedienung

ist in Großem und Ganzen gut und freundlich. Je nach Person und Laune mit Abweichungen, die ich mit Sinn für Humor genommen habe. Fast alle Hotelangestellten und besonders die an der Rezeption sprechen ein gutes Englisch und sind zuvorkommend. Das Vergessen einer Taxibestellung vom Vorabend wurde durch energisches Handeln kompenssiert, als wir am Morgen fragten, ob die Taxi schon da ist, und hat uns nur 15 Minuten unfatale Verspätung gekostet. Die Zimmerreinigung war in Ordnung, auch überall war sauber und gepflegt. Das Ersparen von den üblichen Tagesseifchen und -schampoos hat uns amüsiert, die Hand- und Badetücher wurden täglich auch ohne Bedarf ausgewechselt, sogar beim Kofferschliessen vor der Abreise versuchte mich das Zimmermädchen in perfektem Griechisch verständlich zu machen, dass es im Zimmer keine Tücher gibt und ist dann mit dem Austausch gerannt. Und selbst Tage davor hat mein Kollege erst nach dem Duschen gemerkt, dass gar kein Tuch da war... Die Bettlaken wurden bis zum 10. Tag nicht ausgewechselt, man hatte aber glücklicherweise 2 Bette pro Zimmer zur Verfügung. Danach wurden plötzlich die 2 Bette im Abstand von 3 Tagen wieder frisch umgezogen. Dabei fand ich fast jeden Tag meine Kosmetika nach anderen Vorstellungen geordnet. Und da der Hochsaison vor der Türe stand, wurde die Etagendecke so unteranderem gestrichen, mit dem üblichen Farbengestank, der Gott sei Dank nicht in die Zimmer drang.

Allgemeines

Das Xenophonhotel ist ein großes Hotel, so schätzungsweise in den 60-er Jahren erbaut und seitdem kaum geändert. Dies konnte man z. B. auf den Ansichtskarten von damals mit den entsprechenden Fahrzeugmodellen auf den Straßen feststellen, die an der Rezeption zusammen samt Hotelvisitenkarten und Lutschbonbons frei zum Mitnehmen lagen. Keine besondere Architektur. Zu den 3 Straßenseiten hängen Fahnen euripäischer Länder. Es hat ungefähr 120 Zimmer, die meisten mit einem Balkon. In einem der Innenzimmer ohne Fenster möchte ich nicht wohnen. Es hat einen kleinen Parkplatz für nur wenige Fahrzeuge und eine Garage. Den Eingang würde ich nicht als sehr gästefreundlich bezeichnen, von behindertengerecht ganz zu schweigen. Denn direkt hinter der Schiebetür auf der Straße beginnt eine steile Marmortreppe mit ca. 15 Stufen, die man mit seinem Gepäck geladen überwinden muss, um an die Rezeption und an die 2 kleinen Fahrstühlen und enge Wendeltreppe zu gelangen. Piccolos, die den Hotelgästen behilflich sein könnten, habe ich keine gesehen. Sicherlich muss man ausdrücklich an der Rezeption darum bitten, die meistens durch nur eine Person besetzt ist, aber trotzdem alles zufriedenstellend geht. Das Foyer ist geräumig, mit viel künstlichem Grün und fliessendem Wasser ausgestattet, auch 2 Sofas und immer abgeschlossenen Toiletten. Der riesengroße Hinterraum mit mehreren Tischen, ein kleiner Teil wovon nun als Frühstücksraum benutzt wird, muss wohl früher ein Restaurant gewesen sein. Leicht anzunehmen, dass er laute Bouzuki-und-Sirtakifeier mit Haufen zerbrochener Teller erlebt hat (letzterer für Touristen attraktiver Brauch ist mittleweile verboten in Griechenland). Nun sorgt eine große Fernsehwand dafür, dass sich Hotelgäste und besonders Personal nicht langweilen, viel Grünes für die Gemütlichkeit und die kleine Küche für das spärliche Angebot an Getränken, Cocktails, Knabbereien und Toasts, sowie für das einfallsarme überteuerte Frühstück, von nur einer Person pro Schicht besetzt.

Das Publikum bestand vor allem aus Einheimischen - älteren griechischen Ehepaaren meistens am Wochenende, Dienstreisenden, einer Schulklasse. Auch englischsprachiges Gerede gab es 2-3 Mal beim Frühstück.

Preis
Dem Schild an der Tür meines Hotelzimmers habe ich entnommen, dass eine Übernachtung in meinem Zweibettzimmer, also für 2 Personen, 130 Euro kostet, und das Frühstück 13 Euro pro Person! Da unsere Partner die Zimmer bis Ende Juli gebucht hatten, haben sie nur die Hälfte des Preises bezahlt. Auf meine Frage, was bezahle ich, wenn Sohnemann für eine Woche zu mir kommt, lautete die Antwort: 10 Euro dazu.

Die Lage
würde ich definitiv als günstig bezeichnen. Denn das Xenophon Hotel liegt zwischen 2 U-Bahn Stationen auf der ältesten, über 100-jährigen Strecke Piräus-Kefalia so in der Mitte, und 4 Stationen von der Stadtmitte entfernt. So kann man Omonia und Monasteraki, also die Akropolis und die Altstadt Plaka, z. B. in ca. 15 Minuten erreichen, und das Hotel selbst ist 5 Minuten zu Fuß von der Kato Patisia U-Bahn-Station zu erreichen. Um nach Piräus zu kommen und einen Wochenendkurzurlaub auf den nahe gelegenen Inseln zu machen, braucht man weniger als eine halbe Stunde, und bis nach Kefalia, dem Prominentenviertel, wo man über schattige ruhigere Straßen spazierengehen kann und allen teuersten Weltmarkengeschäften begegnet, braucht man ca. 20 Minuten.
Die Umgebung des Hotels ist angenehm, sauber und relativ ruhig, von der U-Bahn-Nähe und dem regen Verkehr und den lauten Motorräder, der für die Megapolis von 5 Millionen (von insgesamt 10 Millionen Landesbevölkerung) abgesehen. Geschäfte und Restaurants sind ganz in der Nähe.

Die Adresse:

Hotel Xoenophon
Acharnon Str. 340
Athens111 45
Tel. 210 20 20 310, Fax: 210 20 20 320


Fazit
Das Hotel ist einfach, nicht modernisiert und bietet keinen besonderen Komfort. Von aussen groß, von innen eng, ein alter Hotelbunker, sauber und mit freundlichem Personal, der nur für unanspruchsvolle Gäste zu empfehlen ist. Günstige Lage, nicht gerechtfertigtes Preisniveau.

Bilder

für Hotel Xenophon, Athen
Blick auf die U-Bahn unter dem Zimmerfenster
von Annna13 Annna13

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Kommentare

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  • yesup 29.04.2012 22:22
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • meerline77 04.02.2012 11:01
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    bh

  • fantagirlie 21.10.2010 13:26
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Pam_und_Schroeder 18.10.2010 14:31
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • muttibremer 15.03.2010 19:48
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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