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Erfahrungsbericht

für Hotel Victoria Playa, Almuñécar
4 Sterne Bei Victoria am Strand Bericht mit Bildern
169 von 169 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro große, helle und saubere Zimmer, schönes Bad, großzügige Außenanlage

Kontra unfreundlicher Empfang an der Rezeption, hohe Lärmbelästigung

Der Autor

Linnie1978 Seit 9 Apr 2003

** 315856 to go ** 53 to read ** ♥ Jonas Simon - 27.05.10 ♥ ** Bitte keine bh-Betteleien im PGB... mehr

186 Mitglieder vertrauen mir

Im September stand nun endlich der erste zweiwöchige Urlaub seit Urzeiten an. Und da musste es natürlich auch ein Hotel sein, in dem man es gerne länger als nur ein paar Tage aushält. Die Hotelauswahl war dank unserer Rundreise durch Andalusien beschränkt, aber Preis, Fotos und Hotelbeschreibung sprachen schließlich für sich, sodass mir die Wahl für das Victoria Playa in Almuñécar nicht schwer fiel.


** Allgemeines

Das Hotel hat drei Sterne und wurde im Jahr 2001 eingeweiht. Zum Strand geht man üblicherweise rund 150 bis 200 m, nur behinderte während unseres Aufenthaltes eine Baustelle entlang der Strandpromenade den direkten Weg zum Strand, sodass man einen kleinen Umweg gehen muss und sicherlich 400 m unterwegs ist, vielleicht sogar mehr. Das Hotel verfügt über 1500 Quadratmeter Freiflächen und zwei Pools, von denen einer für Kinder gedacht ist. Angepriesen wird auf der Homepage auch ein Solarium, das ich aber nicht gefunden habe. Es gibt einen Panoramaaufzug, der einen in die fünf Etagen transportiert. Das Hotel hat 133 Doppelzimmer, 18 Juniorsuiten mit Terrasse und separatem Bad. Alle Zimmer sind voll klimatisiert. Außerdem gibt es eine großzügige Lobby mit zahlreichen Sitzgelegenheiten, eine Fernsehecke mit drei großen Sofas, einige Spieletische, eine Bar, die von morgens bis Mitternacht geöffnet hat, einen kleinen Souvenirshop (die Öffnungszeiten haben sich mir in den zwei Wochen allerdings nicht erschlossen). Ferner gibt es eine Garage, einen großen Versammlungssaal und die Möglichkeit, im Hotel seine Wäsche waschen zu lassen - allerdings zu recht hohem Preis.

* Adresse:
Avda. Amelia Sánchez
s/n 18690
Almuñécar (Granada)
Tel. + 34 958 039400
Fax + 34 958 039402
Mail: info@hvictoriaplaya.com
Homepage: http://www.hvictoriaplaya.com

Da wir eine Pauschalreise mit vielen Ausflügen gebucht hatten, kann ich über die Preise nichts sagen, im Internet ist das Doppelzimmer saisonabhängig zwischen 65 und 120 € teuer, die Juniorsuiten schlagen mit 130 bis 180 € zu Buche. Frühstück, Halb- oder Vollpension kosten extra. Aber ich denke, ein Pauschalangebot einer Reisegesellschaft wird in jedem Fall günstiger ausfallen als die direkte Buchung des Hotels.


** Der Urlaubsort

Almuñécar liegt an der Costa Tropical, rund 70 km östlich von Malaga, sodass der Transfer vom und zum Flughafen rund eine Stunde dauert. Im Gegensatz zu Torremolinos, wo sich die Touristen tummeln oder Torox, wo die meisten deutschen Urlauber absteigen, ist Almuñécar fest in spanischer Hand. Spanische Pensionäre bekommen nicht viel Rente, dafür aber viele Vergünstigungen, unter anderem Reisen, sodass auch außerhalb der Urlaubszeiten viele Pensionäre in Almuñécar im Urlaub waren, zahlreiche auch im Hotel Victoria Playa, das Gästen ab 55 Jahren besondere Vergünstigungen anbietet.

Obwohl in Almuñécar viele Spanier Urlaub machen, ist doch leider im Ort nicht viel los. Rund 10 Minuten entfernt vom Hotel findet sich der erste Mini-Supermarkt - ein kleiner Sparmarkt, auf den großspurig ein Straßenschild hinweist, der allerdings spätestens um 19 Uhr abends schließt. Im Übrigen sind mir die Öffnungszeiten der Geschäfte vor Ort in den zwei Wochen ein Rätsel geblieben: Mal hatte ein Laden geöffnet, dann ohne erkennbaren Grund zwei Tage geschlossen, ohne dass man an der Tür einen entsprechenden Hinweis oder Öffnungszeiten hätte finden könnten. In Hotelnähe an der Strandpromenade finden sich einige Restaurants und Eiscafés, die ich allerdings nicht weiterempfehlen mag. An der Strandpromenade findet sich keine einzige landestypische Tapas-Bar, manchmal gab es dort nicht einmal landestypische Speisen. Erst im Ortskern von Almuñécar finden sich dann kleine Bodegas oder Tapas-Bars, in denen dann auch Spanier anzutreffen sind. Doch war die Qualität der Speisen nicht immer überzeugend. Ich würde in Almuñécar immer Halbpension buchen, weil die Möglichkeiten begrenzt sind, abends auswärts essen zu gehen.

Auch Strand ist nicht viel zu finden, es gibt kleine Strandabschnitte, doch keinen durchgängigen Strand, wo man vernünftig spazieren gehen könnte. Die Bucht in Hotelnähe ist mit Liegen und Sonnenschirmen ausgestattet, die man allerdings mieten muss, die Bucht in Richtung Stadtmitte ist frei für den Luftmatratzengebrauch, aber voll wird es auch dort nicht.

Neben Strand und einigen wenigen Souvenirgeschäften bietet Almuñécar einen wunderbaren Aussichtspunkt, von dem aus man die beiden Strandbuchten überblicken und die maurische Burg sehen kann: Darüber hinaus kann man besagte Burg besichtigen oder den ortsansässigen Vogelpark. Ich habe darauf allerdings verzichtet, da ich diese kleinen unscheinbaren Tiere nicht mag. Der Ortskern allerdings ist wirklich sehenswert, dort finden sich die typisch andalusischen engen und verwinkelten Gassen mit den kleinen Geschäften (meist sind es Schuhgeschäfte). Samstags ist Markt im Ortskern, wo frisches Obst und auch Klamotten und anderer Kitsch angeboten werden.

Immerhin die Lage von Almuñécar ist nicht schlecht, so sind Malaga und Granada jeweils nur rund eine Stunde Busfahrt entfernt (etwa 70 km), auf halbem Weg nach Malaga findet sich darüber hinaus Nerja, wo man sich wunderschöne Höhlen anschauen kann.


** Empfang & Rezeption

Als wir im Hotel ankamen, war es bereits halb acht Uhr abends. An der Rezeption empfing uns eine recht unfreundliche Dame, die uns zunächst gar nicht bemerkte und uns dann erst einmal mit einem spanischen Hola begrüßte. Deutsch spricht im Hotel so gut wie niemand, aber mit Englisch kommt man meistens ganz gut weiter. Zum Einchecken musste ich einen kleinen Meldebogen ausfüllen und dann bekam ich auch schon die Magnetkarte überreicht, die den Weg ins Zimmer freimachte (diese übrigens fernab des Handys lagern, denn ich musste zwischendurch die Karte neu programmieren lassen, weil sie unsere Zimmertür nicht mehr öffnete...).

Die Rezeption ist rund um die Uhr besetzt, allerdings ist es Glückssache, wie man dort bedient wird. Es gibt durchaus sehr freundliche Hotelangestellte an der Rezeption, aber die Dame vom ersten Empfang war ausgesprochen unfreundlich, sodass man das Gefühl hatte, man würde sie eher stören. An der Rezeption kann man auch Karten, Reiseführer und Briefmarken kaufen und auch seine Urlaubspost aufgeben. Es befindet sich auch ein kleiner Briefkasten an der Rezeption, aber auf Nachfrage bat man uns, diesen lieber nicht zu nutzen und die Karten direkt jemandem in die Hand zu drücken. Warum dann ein Briefkasten dort hängt, ist mir allerdings unklar... An der Rezeption kann man sich auch einen Zugangscode für das Internet besorgen, den man an dem einzigen öffentlichen Rechner im Hotel nutzen kann. Glücklicherweise waren zu unserer Zeit fast nur Rentner anwesend, sodass der PC durchaus die meiste Zeit frei stand, wie das bei jüngerem Publikum aussähe, mag ich mir nicht vorstellen. Die Gebühren für das Internet sind recht human, so kostete eine Stunde 2 €, zwei Stunden 3,50 € und 24 Stunden 9 €. Den Code kann man mehrfach eingeben und somit seine Internetzeit innerhalb von 24 Stunden zu verschiedenen Seiten absurfen.


** Home sweet home

Das Zimmer machte auf den ersten Blick einen zwar spärlich eingerichteten, aber doch sehr netten Eindruck. Die Wände sind hell gestrichen, der Boden ist hell gefliest, und den großen Raum dominierten die beiden Betten, die nebeneinander mitten im Zimmer standen. Netterweise gab es keine Besucherritze, auch wenn die Betten durchaus leicht verschiebbar waren. Zu jedem Bett gehörte ein kleiner Nachtschrank mit einer Schublade und einigem Stauraum. Die Nachttischlampen waren schwenkbar, sodass man sie sich näher ans Bett ziehen konnte, wenn man dort lesen wollte. Weiterhin standen zwei Stühle, ein kleiner Tisch, eine Art Schreibtisch und eine Kofferablage bereit. Der winzige Fernseher, der als deutsche Programme lediglich das Vierte und 3Sat zu bieten hatte, stand neben dem Schreibtisch. Eine Fernbedienung gab es jedoch nicht, was meinen Freund ziemlich befremdete.

Auf dem Flur findet sich ein zwar großer Einbauschrank, der allerdings sehr wenig Staufläche hatte. Über die gesamte Breite zog sich eine Kleiderstange. Nur auf der einen Seite stand ein Schubladenschrank mit insgesamt vier mageren Schubladen, die ich alleine hätte füllen können. So musste der Schreibtisch bei uns auch noch als Schrankersatz herhalten. Im Schrank steht auch der Safe, dessen Schlüssel man sich 3 € am Tag oder 15 € die Woche mieten konnte. Wir haben dies sicherheitshalber getan.

Das Badezimmer war ebenfalls sehr geräumig und bot Platz für ein großes Waschbecken mit einer riesigen Ablagefläche, für ein Bidet, eine Toilette und eine Badewanne. Für jeden hingen ein kleines und ein Badehandtuch bereit, die auf Wunsch täglich gewechselt werden konnten, die aber durchaus auch zwischendurch gewechselt wurden, selbst wenn man sie nicht in die Badewanne geworfen hatte. Über dem Waschbecken hängt ein riesiger Spiegel an der Wand, sowie ein Föhn, der bereits am zweiten Tag seinen Geist aufgab, und ein Kosmetikspiegel, der aber so schief in der Fassung hing, dass man nur von unten oder oben hätte reingucken können. Auf der Ablagefläche stand ein kleines Körbchen mit einem Nähset, einer Badehaube, zwei kleinen Seifen, einer Miniflasche Bodylotion und einem Kamm, über der Badewanne waren zwei Spender für Shampoo und Duschgel angebracht. Welche Qualität die Sachen hatten, weiß ich nicht, da ich grundsätzlich keine Hotelshampoos und -duschgels nutze. Die Badewanne wurde abgetrennt durch einen hellen Duschvorhang. Beleuchtet wurde das Bad durch drei helle Spots, von denen einer allerdings nur über dem Bidet zu bedienen war. Das Badezimmer war wirklich schön und wurde auch täglich gründlich geputzt, nur leider bemerkte die Putzfrau offensichtlich andere Kleinigkeiten nicht, wie den schief hängenden Kosmetikspiegel oder den kaputten Duschschlauch, denn nach wenigen Tagen riss die Aluverkleidung vom Gummischlauch ab und baumelte auf halber Höhe, sodass das Duschen doch zu einer Herausforderung wurde. Glücklicherweise hielt der Gummischlauch, sodass wir nicht aufs Duschen verzichten mussten :-) Immerhin gab es immer genügend Toilettenpapier und als die erste Miniseife nahezu aufgebraucht war, legte das Zimmermädchen gleich zwei Neue bereit, das fand ich ausgesprochen aufmerksam. Im Übrigen ignorierte das Zimmermädchen die gesamte Zeit über das Trinkgeld, das ich ihr auf den Schreibtisch gelegt hatte - das ist mir wirklich noch nie passiert!

Vom Wohn- und Schlafraum aus gelangte man auf den winzigen halbrunden Balkon, auf dem zwei Plastikstühle und ein Tisch bereit standen. Außerdem waren an der Wand drei Wäscheleinen befestigt, sodass man dort ganz gut seine Strandtücher trocknen konnte. Von unserem Balkon aus hatte man einen schönen Blick über eine kleine "Plantage", ich vermute, es waren Zitrusfrüchte, die dort standen, außerdem konnten wir auf den Pool blicken und auf den kleinen Kinderspielplatz. Der Nachteil daran ist, dass im Sommer draußen abends die Hotelgäste sitzen, um den Tag ausklingen zu lassen. Das kann mitunter etwas lauter werden, aber da die Bar um Mitternacht schließt, war das kein Problem.

Insgesamt gefiel mir das Zimmer ausgesprochen gut, und auch die Matratzen waren hart genug, dass man darauf gemütlich schlafen konnte. Zum Schlafen gab es in dieser Jahreszeit neben dem schmalen Kissen lediglich ein Laken zum Zudecken. Für meine Gefühle war das gerade noch okay, denn allzu warm war es eigentlich nicht, aber so konnte man wenigstens bei geschlossener Balkontür schlafen und den Lärm von draußen aussperren. Weniger gut gefiel mir die Lärmbelästigung, denn die Zimmer sind furchtbar schlecht isoliert. Zwar hörte man nicht viel von den Nachbarn, doch jeder Schritt und jedes Husten vom Flur drang ungehindert ins Zimmer. Und da viele Leute abends und/oder nachts lärmend und laut redend in ihr Zimmer gingen, war die Lärmbelästigung nachts manchmal erheblich. Mitunter konnte ich selbst mit Ohropax nicht schlafen, was aber auch wohl daran liegt, dass die Spanier generell ein sehr lautes Völkchen sind und sich daher immer schreiend unterhalten.


** Hunger, Hunger, Hunger!

Wir hatten Halbpension gebucht, das Hotel bot aber auch ein Mittagessen an. Es war kein Problem, das Abendessen gegen das Mittagessen zu tauschen, das musste man lediglich an der Rezeption anmelden - eigentlich am Abend zuvor bis 20 Uhr, doch wir haben das auch nach dem Frühstück am gleichen Tag getan, und es war auch kein Problem. Frühstück wird zwischen 8 und 10:30 Uhr angeboten, Mittagessen zwischen 13 und 15:30 Uhr und Abendessen von 20 bis 22:30 Uhr. Gerade das späte Abendessen sorgte bei den deutschen Gästen (Rentner!) häufig für Unmutsbekundungen, denn so spät könne man ja schließlich nichts mehr essen. Ein Blick auf die Tische derjenigen zeigte dann aber deutlich, dass das wohl doch ganz gut ging... Einziges Problem war die erste Urlaubswoche, denn da waren noch recht viele deutsche Urlauber dort, die natürlich alle schon 10 vor acht vor dem Restaurant standen, um gleich Punkt 8 ans Buffet stürmen zu können. Nur leider bot das Restaurant nicht genügend Platz für alle Hotelgäste, sodass man manchmal 10 bis 20 Minuten warten musste, um auch einen Tisch zu bekommen.


* Frühstücksfreuden

Zum Frühstück waren alle Tische mit einer rosa Stofftischdecke gedeckt, auf der eine weiße Papierdecke lag. Für jeden Gast lag einmal Besteck und eine Serviette bereit, alles andere musste man sich am Buffet holen. Dort gab es einen Kaffeeautomaten, der auch warme Milch anbot, es gab einen Saftautomaten und Kakaopulver. An Speisen wurden Baguettebrötchen (leider nicht immer frisch) und Toast angeboten, Croissants, abgepackte Kekse und trockene Muffins. Außerdem gab es vier verschiedene Sorten Cornflakes bzw. Müsli, Wurst und Schnittkäse, wechselweise Rührei, Speck, frittierte Teigstangen und ähnliches warmes Essen. Darüber hinaus bot das Buffet Tomaten (geviertelt und püriert), Butter und Margarine, Marmelade in Plastikschälchen, sehr hart gekochte Eier und manchmal Schokobrötchen. An zwei Toast"stationen" konnte man sich seinen Toast auch toasten, wenn man denn mutig genug war, sich gegen die dortigen Rentner zu behaupten.

Das Frühstücksbuffet war reichlich gedeckt, allerdings hätte ich mir mehr Variationen gewünscht und vor allem täglich frische Brötchen. Manchmal waren die Baguettebrötchen so hart, dass man sie kaum schneiden konnte. Auch gab es nie Obstsalat, obwohl durchaus frisches Obst (im ganzen Stück) bereit stand. Aber hungrig bin ich dort an keinem Morgen aufgestanden. Als besonderes Extra öffnete das Hotel fast jeden Morgen den Frühstücksraum bereits um viertel vor sechs, damit sich auch diejenigen, die um halb sieben zu einem Ausflug aufbrechen wollten, bereits stärken konnten. Das war wirklich ein besonderer Service, denn dadurch gab es täglich fünf Stunden lang Frühstück!


* Der große Hunger zwischendurch und abends

Für Mittag- und Abendessen wurde die Papierdecke durch eine weiße Stoffdecke getauscht, die auch nach jedem Gast gewechselt wurde, außerdem gab es statt der Papierservietten welche aus Stoff, was ich schon recht edel fand. Die Auswahl beim Mittag- und Abendessen war prinzipiell gleich. Immer gab es eine Frischetheke, an der man sich seinen Salat selbst zusammen stellen konnte mit Tomaten, Gurken, grünem Salat, Zwiebeln, Mais und Karotten. Außerdem wurden auch verschiedene fertige Salate angeboten. Anmachen konnte man den Salat mit einer Fertigsauce oder auch mit Essig und Öl, außerdem standen Pfeffermühlen zum Würzen bereit. Jeden Abend gab es eine warme Suppe, aber auch meist Gazpacho. Zum Salat konnte man sich wiederum an den mehr oder weniger frischen Baguettebrötchen bedienen.

Warme Speisen wurden stets acht an der Zahl angeboten, darunter jeden Tag Pommes, ein Fleisch- und ein Fischgericht und dazu verschiedene Beilagen wie Gemüse, Kartoffeln, Kroketten oder verschiedene frittierte Speisen. Die Spanier frittieren unglaublich gerne, sodass das Gemüse häufig im fettigen Teigmantel offeriert wurde. Die Qualität des Essens war durchaus unterschiedlich, manche Fisch- und Fleischgerichte waren ausgezeichnet, andere dagegen ungenießbar. Woran ich mich allerdings nicht gewöhnen konnte, waren die vielen frittierten Speisen, denn mein Gemüse mag ich schon lieber frisch und ohne Teigmantel.

Das Nachtischbuffet bot eine große Auswahl an Kuchen, Joghurt, Obstsalat und frischem Obst und natürlich Eis. Hier blieb kaum ein Wunsch offen, auch wenn die Eisauswahl (kleine Töpfchen mit Schokoladen- und Vanilleeis) nie variierte.

Die Getränke musste man am Tisch bestellen und sie lagen preislich in einem vernünftigen Rahmen. Für eine große Wasserflasche mit 1,5 Litern zahlten wir gerade einmal 1,80 €. Der Preis für den Wein lag zwischen 8 und 16 Euro, was ich für ein Hotel auch sehr gut finde. Bezahlen konnte man wahlweise beim Verlassen des Restaurants, oder man konnte sich die Getränke aufs Zimmer schreiben lassen und einen entsprechenden Wisch unterschreiben. Es war übrigens auch kein Problem, sich an der Rezeption eine Zwischenrechnung ausstellen zu lassen, um zu wissen, wie viel Geld man am Ende noch berappen muss.

Die Atmosphäre im Restaurant war durchaus gemischt. Die Tische standen nah beieinander, sodass die Durchgänge zum Buffet manchmal recht eng waren. Gut fand ich jedoch, dass man auch abends, wenn das Restaurant voll war und Leute vor der Tür gewartet haben, nicht mit fremden Leuten den Tisch teilen musste. Allerdings war das Personal chronisch unterbesetzt. Abends im Hochbetrieb, wenn Getränkebestellungen aufgenommen, Getränke verteilt, abgeräumt und neu gedeckt werden musste, huschten die Kellnerinnen und Kellner nur so durch den Raum und hatten keine ruhige Sekunde. Was die zu der Zeit geleistet haben, war wirklich beachtlich, ich hätte nicht mit ihnen tauschen mögen! Je mehr Spanier im Hotel anreisten, umso lauter wurde es beim Essen leider mitunter. Abends hatten wir damit selten Probleme, da die Spanier meist erst dann essen gingen, wenn wir schon fertig waren - also um halb zehn -, aber mittags oder bei spätem Abendessen konnte man mitunter sein eigenes Wort nicht mehr verstehen. Da fühlte man sich wie auf dem Frankfurter Hauptbahnhof am Freitagnachmittag, das störte mich doch erheblich!


** Sonnenfreuden

Der erste Blick auf den Pool ließ mir den Schreck in die Glieder fahren, denn rings um den Pool standen höchstens 30 Liegen bereit. Ein Bild von älteren Leuten, die noch vor dem Frühstück ihre Handtücher auf den Liegen ausbreiten und spätestens um 8 Uhr morgens die letzte Liege auf diese Art reserviert haben, stieg mir spontan in den Kopf. Nicht aber im Victoria Playa! Dort wird überhaupt erst nach dem Frühstück die Tür zum Pool aufgeschlossen und selbst dann gab es keinerlei Gedrängel und praktisch keinen Andrang auf die Liegen. Die deutschen Urlauber müssen wohl meistens unterwegs gewesen sein und die ausländischen am Strand oder ebenfalls unterwegs, denn tagsüber tummelten sich nur zehn bis zwanzig Urlauber am Pool, obwohl der Kiesstrand nun wirklich nicht sonderlich attraktiv ist. Im Übrigen waren Wellen und Strömung an der Costa Tropical mitunter so stark, dass ein Urlauber, der über unseren Reiseveranstalter gebucht hatte, sogar ertrunken ist! Mich hätte es also nicht wirklich an den Strand gezogen, zumal die Preise an der Bar ja vollkommen abzeptabel waren, sodass man sich tagsüber mit Getränken und kleinen Snacks im Hotel versorgen konnte. So kostete im Hotel ein großes Bier gerade mal 2,50 €, ein Espresso schlappe 1,20 € oder ein Grappa (sicherlich ein Dreifacher) 2,50 € (ich möchte hinzufügen, dass ich diese alkoholischen Getränke natürlich nur abends nach dem Abendessen getestet habe und nicht tagsüber, da reichte das Mineralwasser). Da kann man also nicht meckern.

Zum Außenbereich gehören neben den etwas unbequemen Liegen auch einige Sonnenschirme. Außerdem finden sich dort der kleine Kinderspielplatz und eine Bühne, die im Sommer sicherlich für die Animation genutzt wird. Wir hatten jedoch Glück, dass es abends bereits auffrischte und die Animation, die meist in Rentnertanz zu schrecklicher Musik bestand, in einen großen Saal im Keller verbannt war. Im Außenbereich bei der Bar stehen zahlreiche Korbstühle und runde Tischchen bereit, außerdem bietet das Hotel dort eine Tischtennisplatte, einen Billardtisch und einen Kicker an.

Der Poolbereich war tagsüber ausgesprochen ruhig und erholsam, da kaum ein Urlauber sich dort sonnte. Auch in dem eher übersichtlich kleinen Pool tummelten sich kaum Schwimmer, wobei ich ihn zugegebenermaßen auch nicht ausgetestet habe. Wären die Liegen bequemer gewesen, wäre es dort am Pool in der Sonne nahezu perfekt gewesen. Einziger Haken: Schon um 17:30 Uhr liegt der gesamte Poolbereich vollkommen im Schatten, sodass man spätestens dann seine Zelte am Pool abbrechen muss, obwohl das späte Abendessen durchaus ein längeres Sonnenbaden ermöglicht hätte.


** Publikum

Wir waren vom 21. September bis zum 5. Oktober im Hotel, sodass unser Urlaub bis in die spanischen Ferien hineinreichte. Je länger wir dort waren, umso mehr tauschte sich das Publikum aus: Waren es am Anfang noch recht viele deutsche Touristen und auch einige Franzosen, überwogen am Ende die Spanier deutlich, wie man auch am gestiegenen Geräuschpegel bemerken konnte.

Das Hotel verfügt über einige behindertengerechte Zimmer, ist über eine Rampe erreichbar und dementsprechend behindertengerecht. Das führte dazu, dass immer mindestens eine Gruppe behinderter Jugendlicher vor Ort war. Wenn man das Zimmer neben dieser Gruppe erwischt, kann das durchaus zu erhöhtem Lärm führen oder dazu, dass mitten in der Nacht fremde Leute das Zimmer entern, weil sie sich vertan haben und eigentlich ihren Betreuer aufsuchen wollten (ist einigen Mitreisenden passiert). Hier hätte die Hotelleitung meiner Meinung nach dafür sorgen müssen, dass man die behinderten Hotelgäste auf einem eigenen Flur unterbringt, damit es nicht so leicht zu Zimmerverwechslungen führen kann und die übrigen Hotelgäste nachts nicht gestört werden.

Das Hotel bietet für Gäste ab 55 Jahren Vergünstigungen an, was dazu führt, dass sehr viele ältere Menschen dort absteigen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen waren wir mit Abstand die jüngsten.


** Urlaub - die schönste Zeit des Jahres

Unter dem Strich gefiel mir das Hotel Victoria Playa sehr gut und die drei Sterne sind sicherlich verdient. Ich hätte mir nur mehr Ruhe gewünscht. Insbesondere die Lärmbelästigung in der Nacht störten mich doch erheblich, zumal dank unserer gebuchten Ausflüge meist um kurz vor halb sechs bereits der Wecker klingelte. Die gesamte Hotelanlage ist wirklich großzügig und schön. Selbst an den verregneten Tagen gab es genügend Möglichkeiten, sich im Hotel aufzuhalten. Die Zimmer sind sauber und geräumig, auch wenn bei uns nicht jedes Detail funktionsfähig war, aber auf den Kosmetikspiegel konnte ich auch ganz gut verzichten. Einzig das Publikum war nicht meins. Wir waren mit Absicht in einen etwas ruhigeren Urlaubsort gefahren, aber dass wir dort inmitten von Rentnern unseren Urlaub verbringen würden, war uns dann doch nicht klar.

Unter dem Strich vergebe ich 4 von 5 sonnigen Sternen.

Bilder

für Hotel Victoria Playa, Almuñécar
Bad mit Bidet
Sogar ein Bidet fand sich im großzügigen Badezimmer
von Linnie1978 Linnie1978
Bad mit Bidet

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Kommentare

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  • belli4charlotte 01.06.2012 10:02
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    bh

  • DiamondOnALandmine 18.04.2012 15:51
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Velu1961 13.04.2012 07:11
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • golden_rose 12.04.2012 08:06
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH

  • miss_chocolate 09.04.2012 11:14
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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