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Erfahrungsbericht

für Hotel Phoenix, Genf
1 Stern Phoenix versinkt in Asche! Bericht mit Bildern
175 von 175 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Nein

Pro geräumige Zimmer, nur rund 50m von der Bushaltestelle entfernt, nah beim Flughafen

Kontra Zimmer sehr hellhörig, Bett zu kurz, karges Frühstück...

Der Autor

Linnie1978 Seit 9 Apr 2003

** 315856 to go ** 53 to read ** ♥ Jonas Simon - 27.05.10 ♥ ** Bitte keine bh-Betteleien im PGB... mehr

186 Mitglieder vertrauen mir

Woher drei Sterne?
Höchstens einer sollt' es sein!
Nie wieder Phoenix!


Am 10. September wurde am Forschungszentrum CERN in Genf der größte Beschleuniger in Betrieb genommen, der bislang von Menschenhand gebaut wurde - und ich durfte dabei sein! Also machte ich mich im August auf die Suche nach einem Hotel in Genf, das möglichst günstig und möglichst nah am Flughafen gelegen sein sollte. Meine Wahl fiel schlussendlich - und leider entschied ich mich dabei gegen das Ibis Hotel - auf das Hotel Phoenix im Genfer Stadtteil Cointrin. Laut Routenplaner liegt das Hotel nur einen guten Kilometer vom Flughafen entfernt, sodass ich mir naiverweise ausmalte, dort zu Fuß hingehen zu können - doch Pustekuchen.


** Anreise

Das Hotel liegt zwar recht nah am Flughafen Genf, doch da dieser von lauter Schnellstraßen umgeben ist, habe ich es nach einer halben Stunde Suchen aufgeben müssen, den Weg per pedes einzuschlagen. Das Hotel stellt einen Shuttleservice zum Flughafen bereit, doch da ich ja dachte, dass ich diese kurze Distanz selbst überbrücken könne, habe ich mich darum nicht gekümmert - ein Fehler. Eine Taxifahrt kostete mich 13 Franken, also rund acht Euro. Alternativ kann man vom Flughafen den Bus 10 in Richtung Onex Cite nehmen. Haltestelle für das Hotel Phoenix ist Jonc. Von dort sind es vielleicht 50 m bis zum Hoteleingang.

HOTEL PHŒNIX
Avenue Louis-Casaï 79
CH - 1216 Genève-Cointrin
Switzerland
Tel: +41 22 710 03 03
Fax: +41 22 710 03 04
info@hotel-phoenix.ch
www.hotel-phoenix.ch
Auf der Homepage findet sich auch ein kleiner Film über Genf und das Hotel. Dort kann man einen Blick auf die Rezeption, in die Zimmer und in den Frühstücksraum werfen. Das schrottige Badezimmer wurde dabei aber bewusst ausgespart, außerdem war der Frühstücksraum nur ohne das äußerst karge "Büffet" zu sehen...

Das Familienhotel hat drei Sterne, allerdings habe ich keine Ahnung, wie das Hotel dazu gekommen ist. Die Zimmerpreise variieren je nach Saison und Größe zwischen 135 und 149 Franken. Günstiger wird es, wenn man die Zimmer mit Dusche auf dem Flur wählt, dann zahlt man zwischen 93 und 99 Franken - aber auch das deutlich zu teuer.

Als ich am 9. September am Hotel ankam, hatte ich arge Schwierigkeiten, den Eingang ins Hotel vor lauter Bauarbeiten überhaupt zu finden. Das Taxi hielt an einer Tankstelle und der Fahrer zeigte mir glücklicherweise die Richtung an, in die ich gehen musste, sonst hätte ich den Eingang womöglich verfehlt. Links davon befand sich eine echte Kaschemme, die man hierzulande wohl Bierkiosk taufen würde, sodass die Umgebung nicht wirklich einladend anmutete. Tapfer stapfte ich unter den kaputten Decken mit den hängenden Kabeln durch, schlüpfte durch die Eingangstür hinein und stand schon wieder mit einem Fragezeichen im Gesicht da. Die Rezeption findet sich nämlich im ersten Stock, was unten aber nicht wirklich ausgeschildert war. Also ging ich mutig die Treppe hinauf, drehte mich nach rechts, wendete um 180 Grad, und endlich hatte ich den echten Eingang im Blick.

Die kreisrunde Rezeptionstheke war bereits von einer asiatischen Hotelangestellten besetzt, die fließend Französisch und gut Englisch spricht, aber kein Deutsch - das ist in Genf allerdings so üblich. Sehr freundlich wurde ich dann auch gleich in Empfang genommen. Nach dem Ausfüllen des Anmeldescheins bekam ich den Schlüssel fürs Zimmer, der ab 17:30 Uhr auch die Haustür öffnet. Man sollte ihn also nicht abgeben, wenn man das Hotel verlässt. Der Empfang war sehr nett und freundlich, und als ich fragte, wie ich am besten in die Innenstadt käme, um mir ein bisschen was von Genf anzuschauen, holte die nette Frau flugs einen Stadtplan und einen Zettel heraus, schrieb mir die Anfangs- und Endhaltestelle auf und markierte in der Karte die attraktiven Punkte der Genfer Innenstadt, sodass ich halbwegs gut informiert losziehen konnte. Der Service war wirklich gut!


** Das Zimmer: Hopp und Topp!

Im ersten Stock, also auf gleicher Etage wie die Rezeption befand sich mein Zimmer, das leider zur Straße rauszeigte, wo auch nachts noch viel Verkehr herrscht. Das Zimmer gefiel mir gleich auf den ersten Blick. Es ist ausgesprochen geräumig und hatte mindestens 20 Quadratmeter. An der Wand fiel mir gleich ein Haken für den Mantel ins Auge, außerdem findet sich ein großes Bett im Zimmer, eine Zweisitzercouch, ein kleiner Tisch und eine Schreibtischplatte, die über die gesamte Zimmerbreite geht. Dort hat man also genug Platz zum Arbeiten und auch eine Schreibtischleuchte, die einem genügend Licht spendet. Da das Hotel über kostenloses WLAN verfügt, konnte ich so den Abend am Laptop verbringen, was dank bequemem Stuhl und großer Arbeitsfläche wunderbar funktionierte. Auf der Ablage fand sich darüber hinaus ein Tablett, auf dem Wasserkocher, Teebeutel und Becher bereit standen, sodass man sich im Zimmer eigene Heißgetränke zubereiten konnte. Ein kleiner Tisch vor dem Sofa war ebenso vorhanden wie der Fernseher, der als deutsche Programme allerdings nur ZDF, ARD, RTL und Sat 1 empfangen konnte. Der Kleiderschrank war sehr geräumig und bot deutlich mehr Platz, als ich brauchte. Direkt neben dem Schrank steht eine kleine Kofferablage bereit, sodass man seine Sachen direkt vom Koffer in den Schrank sortieren konnte. Außerdem hängt ein langer Spiegel über der Kofferablage. Zur Raumkühlung findet sich ein großer Ventilator, was aber in meinem Fall nicht notwendig war, da es doch recht frisch in Genf war. Unter dem Fernseher findet sich die Minibar, in der einige gekühlte Getränke und kleine Snacks bereit standen, allerdings fand sich dort u. a. eine kleine Tüte mit M&Ms, deren Ablaufdatum bereits seit über drei Monaten verstrichen war, sodass die Tüte sich bereits in eine Bombe verwandelt hatte…

Das Badezimmer bot dagegen einige eher unangenehme Überraschungen: So machte es einen eher verwahrlosten Eindruck: Am Spülkasten über der Toilette läuft offensichtlich seit längerer Zeit Wasser raus, sodass sich dort eine Kalkspur bemerkbar machte. Über dem kleinen Wasserbecken ist ein Zweihandmischer mit einem eher antik anmutenden Wasserhahn angebracht und an der Decke blätterte schon allerhand Putz ab. Der Lack in diesem Bad ist also echt ab! Die Duschwanne war ebenso unpraktisch: Der Einstieg ist etwas erhöht - warum auch immer und der Platz, in dem man beim Duschen stehen kann, beschränkt sich auf eine kleine Fläche, die nichtmal einen halben Meter im Durchmesser ausmachte. Wer große Füße hat, dürfte dort schon Probleme bekommen… Der Duschkopf war in die Wand eingelassen und völlig unbeweglich, sodass ich zum vermutlich ersten Mal in meinem Leben mit einer Duschhaube duschen musste… Auch die Warmwasserversorgung lief nicht zuverlässig, so musste ich am Waschbecken über fünf Minuten lang das Wasser laufen lassen, bevor es auch nur ein bisschen lauwarm wurde, beim Duschen ging es immerhin in zwei bis drei Minuten.

Die Nacht förderte dann noch einige Nachteile des Zimmers zutage: Obwohl ich gerade einmal 1,68 m klein bin, hingen meine Füße beim Schlafen über das Bettende hinaus, sodass die Bettlänge höchstens 1,8 m betragen kann (aber irgendwo muss man ja eben auch das Kissen hinlegen). Außerdem ist das Zimmer schrecklich hellhörig und so gut wie gar nicht isoliert. Der Lärm von der Straße drang so laut ins Zimmer, dass man hätte meinen können, das Fenster wäre offen - was aber nicht der Fall war. Und die Geräusche des Zimmernachbars sind so laut, als kämen sie aus dem eigenen Zimmer. Jedes Wort des Zimmernachbarn kann man verstehen, jeden Huster wahrnehmen, und da in meinem Nachbarszimmer gegen vier Uhr morgens im Bett die Post abging, war in dem Moment auch meine Nacht vorbei! Wer in Ruhe schlafen will, ist hier absolut fehl am Platze!


** Nach einer durchwachten Nacht

Das Frühstücks"büffet" steht zwischen 7 und 10 Uhr bereit und bietet eine eher karge Auswahl. An einer Thermoskanne konnte man sich Kaffee zapfen, heißes Wasser für Tee stand ebenso bereits wie auch eine Karaffe mit Orangensaft. Statt Brötchen gab es zwei Baguettestangen, einige Toastscheiben und Croissants. Frischen Aufschnitt, Obst oder Eier waren gar nicht so finden, stattdessen Plastikbehälter mit einigen Sorten Marmelade und kleine abgepackte Portionen mit Frisch- und Schmierkäse. Wurst- und Käseaufschnitt waren dagegen nicht zu entdecken. Immerhin gab es zwei Sorten Cornflakes und Milch.

All diese Speisen holte man sich selbst am Büffet, einen Hotelangestellten habe ich in der Zeit gar nicht gesehen, abgeräumt wurde erst, nachdem ich den Frühstückssaal wieder verlassen hatte. Ich glaube, noch nie war meine Beschreibung eines Frühstücksbüffets so kurz wie dieses Mal, aber mehr gab es einfach nicht.


** Nix wie weg

Das Zimmer räumen muss man bis 11 Uhr. Da ich aber ohnehin um halb acht ein Taxi bestellt hatte, konnte ich nach dem mageren Frühstück schleunigst meine Sachen nehmen und verschwinden. Der Checkout funktionierte problemlos, auch die Rechnung war korrekt ausgestellt. Einzige böse Überraschung war, dass ich das Frühstück separat mit 14 Franken zahlen musste und es nicht im eigentlichen Zimmerpreis von 149 Franken enthalten war. Insgesamt kostete die Nacht in dieser Herberge somit knapp über 100 €, was ich absolut unverschämt finde - auch in Anbetracht Genfer Preise.

Die Zimmer sind wirklich geräumig und nett eingerichtet, doch das Badezimmer zerbröselt dafür förmlich. Außerdem ist das Bett zu kurz und die Zimmer miserabel isoliert. Einzig der Empfang war ausgesprochen freundlich, obwohl ich es dennoch komisch fand, dass ich trotz der wenigen Stunden im Hotel (Anreise gegen 16 Uhr und Abreise um 7:30 am Morgen danach) insgesamt vier verschiedene Angestellte an der Rezeption angetroffen habe. Aber das Hotel ist eben in Familienbetrieb, sodass es dort wohl keine festen 8-Stunden-Tage gibt.

Ich würde das Hotel nie wieder buchen, da das gegenüberliegende Ibishotel nicht schlechter sein kann und preislich sogar noch knapp unter dem Hotel Phoenix liegt.

Bilder

für Hotel Phoenix, Genf
Flur und Kleiderschrank
Auf den ersten Blick macht das Zimmer einen guten Eindruck: Großer Schrank, langer Spiegel und viel Platz
von Linnie1978 Linnie1978
Flur und Kleiderschrank

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  • belli4charlotte 08.05.2012 14:28
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Velu1961 24.04.2012 19:10
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • miss_chocolate 09.04.2012 11:16
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • dik1609 09.02.2012 14:43
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • JackT100 13.01.2012 17:24
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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