Wegen eines Wochenendaufenthaltes in Zürich suchte ich nach einer zentralen und dennoch bezahlbaren Unterkunft in Zürich, was sich schnell als nicht so ganz einfach herausstellt.
Nachdem einige, sogar recht gute Hotels in Flughafennähe recht günstige Konditionen anboten, mich die Lage aber etwas abschreckte, da ich ja viel von der Stadt sehen wollte, stieß ich dann auf das Hotel Marta.
Im Internet waren noch keinerlei Bewertungen zu finden, da das Hotel erst vor einigen Monaten eröffnet wurde.
Lage:
Das Hotel liegt keine fünf Gehminuten vom Bahnhof weg.
Am einfachsten verlässt man den Bahnhof durch die Unterführung Richtung Innenstadt, hält sich dann links und überquert die Limmat. Hinter der Station der Polybahn geht es nach rechts und nach ein paar Metern liegt das Hotel auf der linken Seite.
Buchung und Preise:
Gebucht hatte ich das Einzelzimmer für eine Nacht für knapp 100 Euro inkl. Frühstück.
Kein Schnäppchen im Vergleich zu deutschen Hotels. In der Züricher Innenstadt aber schon mit das günstigste was man bekommen kann. Die Buchungsanfrage hatte ich per Mail geschickt und zuerst bekam ich eine Bestätigung mit den falschen Terminen. Dies wurde dann berichtigt.
Als etwas nachteilig empfand ich, dass man für alle Buchungen die kompletten Kreditkartendaten abfordert.
Empfang / Check In:
Der Eingangsbereich ist recht dunkel gehalten. Die gesamte Einrichtung fällt durch ihr sehr gradliniges Design auf. Teppich, Dekorationen etc. sucht man vergebens. Hier ist, ähnlich wie in einer Jugendherberge, alles recht nüchtern und pflegeleicht gehalten.
Alle Mitarbeiterinnen am Empfang sind sehr freundlich und herzlich.
Leider stehen die Zimmer erst ab ca. 15 Uhr zur Verfügung. Da die späteste Check Out Zeit 12 Uhr ist, ist dies noch vertretbar, obwohl die großen Hotelketten das in der Regel schneller hinkriegen.
Bezahlt wird sofort beim Einchecken, da es im Hotel ohnehin keine Sonderleistungen gibt wie Telefon oder Pay TV die man später noch auf die Rechnung setzen müsste.
Ebenfalls erhält man an der Rezeption die Fernbedienung für den Fernseher, die man hier auch später wieder abgeben muss.
Die Zimmer:
Mein Zimmer lag im 6. Stock. Als Tisch dient eine Art kleiner Holzwürfel, ebenso als Hocker und als Nachtschränkchen. Eine breite Fensterbank bietet weitere Ablagefläche. Der Flachbildfernseher ist an die Wand montiert. Eine richtige Sitz- oder Schreibgelegenheit sucht man ebenso vergebens wie einen Kleiderschrank. Hier müssen es ein paar Haken an der Wand tun. Mehr gibt auch die Zimmergröße nicht wirklich her.
Das Bad ist ebenfalls klein und mit einem WC, einem kleinen Waschbecken und einer ebenerdigen Dusche ausgestattet. Die Gestaltung des Bades hat mir in Bezug auf die Größe sehr gut gefallen.
auch die Sauberkeit des gesamten Zimmers fiel sofort positiv ins Auge.
Aber auch hier ist das Hotel Marta wieder eher ein Hostel. Kein Teppich, keine geschlossenen Schränke oder Fächer, nichts wo sich Schmutz oder Hinterlassenschaften des Vormieters ansammeln könnten. Aber besser so, als eine großartige Ausstattung die dann ungepflegt übergeben wird.
Service:
W-Lan steht im Haus zur Verfügung. Ich habe es nicht genutzt und kann daher nicht sagen ob und wie es funktioniert. Im Eingangsbereich steht ein Internetterminal für eigene Nutzung zur Verfügung, aber man kann auch stets die Rezeption fragen. Hier wird gerne Auskunft gegeben oder auch Ausdrucke aus dem Fahrplan der Bahn organisiert etc. Ebenso wird verschiedenes Informationsmaterial von Zürich ausgegeben, wie Citymap oder Streckenplan der Straßenbahnen etc.
Wenn das Zimmer bei Anreise noch nicht fertig ist oder man nach dem Auschecken noch Zeit in der Stadt verbringen möchte, gibt es auch einen abgeschlossenen Raum, in dem man sein Gepäck kostenfrei zur Aufbewahrung lassen kann. Auch eine Toilette steht im Erdgeschoss zur Verfügung.
Frühstück:
Das inkludierte Frühstück entpuppt sich als etwas mau.
Kaffee etc. kann man sich aus dem Automaten ziehen. Säfte, Wasser und Milch stehen in Glaskannen im Buffet. Darüber hinaus gibt es zwei Sorten Brot, die man sich selbst herunterschneiden muss, zwei Sorten Käse, die ebenfalls am Stück im Buffet präsentiert werden, Yoghurt, Marmelade und ein paar Corn Flakes Sorten.
Brötchen, Wurst, Schinken, Eier und sonstige Leckereien sucht man alle vergebens.
Für einen Morgen als Stärkung vor der Abreise war das Frühstück ganz ok und allemal besser als es irgendwo anders zu Züricher Preisen noch extra kaufen zu müssen. Für einen längeren Aufenthalt ist das Angebot jedoch völlig unzureichend.
Fazit:
Für einen Wochenendtrip oder für Leute, die einen Overnight-Stop in Zürich einlegen und mit der Bahn unterwegs sind, ist das Hotel Marta zu empfehlen.
Insbesondere durch die exponierte Lage und die Freundlichkeit des Personals, sowie die Sauberkeit kann das Haus punkten.
Für längere Aufenthalte, geschäftliche Aufenthalte, oder Leute die ohnehin mit dem Auto anreisen und auch mit dem Auto mobil sein wollen um Ausflüge ins Umland zu unternehmen etc. ist das Haus nicht zu empfehlen. Da gibt es dann außerhalb der Innenstadt mehr Leistung für wesentlich günstigere Preise. Achtung: Die Behindertenfreundlichkeit habe ich nicht weiter geprüft. Leider muss bei Ciao ein Wert eingegeben werden. Es gibt einen Aufzug. Ob es auch behindertengerechte Zimmer gibt, kann ich nicht sagen.