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Erfahrungsbericht

für Hotel La Forcola, Venedig
4 Sterne AUCH IN VENEDIG MUSS MAN IRGENDWANN MAL SCHLAFEN Bericht mit Bildern
179 von 179 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Preis/Leistungsverhältnis gut, Lage, etc. (s. Bericht)

Kontra Unfallgefahr wg. Überschwemmung im Bad (s. Bericht), nicht behindertengerecht

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Service
Essen & Trinken
Atmosphäre
Sauberkeit
Behindertenfreundlichkeit

Seit ich vor nunmehr 3 Jahren Venedig für mich entdeckt und die Stadt lieben gelernt habe, fliege ich so oft ich kann – und ich einen günstigen Flug ab Frankfurt am Main bekomme – hin.
In der Vergangenheit habe ich schon einige Übernachtungsmöglichkeiten in der Stadt genutzt – Hotels, aber auch schon eine private Ferienwohnung – und bereits zweimal führte mich mein Weg ins

Hotel La Forcola

,


über das ich euch hier berichten will. Ob es eine Empfehlung für euch ist? Lest einfach selbst:


1. Lage/ Anreise


Das Hotel La Forcola befindet sich mitten im historischen Zentrum von Venedig, man kann schon sagen ziemlich zentral, direkt auf eine der Straßen, in den Touristen gern essen, shoppen und bummeln – der Strada Nuova – und ganz in der Nähe des Casinó di Venezia.


Vom Hotel aus kann man alle bekannten und weniger bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt in nur wenigen Gehminuten erreichen. So ist die bekannte Rialtobrücke nur ca. 10 Gehminuten entfernt, zum Markusplatz läuft man ein wenig länger – ca. 20 Minuten –, das Casinó di Venezia und das älteste Judenviertel Europa liegen gleich um die Ecke.


Die Anreise – egal ob mit Flugzeug, Auto oder Bahn – ist denkbar einfach, das Hotel ist leicht zu finden.


Ich bin bisher immer von Frankfurt zum Flughafen Marco Polo Venedig geflogen, dort kann man mit der Linie 5 bis zum Piazzale Roma fahren (ca. 20 Minuten) und in den Vaporetto (Linienboot) Nr. 1 umsteigen (Fahrzeit ca. 5 Minuten). Natürlich kann man auch mit dem kostenintensiven Wassertaxi weiterreisen.


Wer mit dem Auto nach Venedig kommt, hat am Piazzale Roma die Möglichkeit sein Auto im bewachten Parkhaus abzustellen und entweder mit dem Vaporetto weiterzureisen oder einen längeren Spaziergang durch die Stadt zu unternehmen – verlaufen kann man sich eigentlich nicht….


Kommt man mit dem Zug nach Venedig, so endet die Fahrt im Bahnhof Santa Lucia. Von hier aus kann man entweder auch mit dem Vaporetto Nr. 1 (2 Haltestellen) weiterfahren oder unternimmt einen ersten Spaziergang durch die Stadt – ca. 10 Minuten. Mit Gepäck dauert es ein wenig länger – wie ich im Oktober 2009 feststellen musste, als ich vom Hotel mit Koffern unterwegs war, weil das Vaporetti-Personal gestreikt hatte und ich zum Flughafen musste.
Mit dem Vaporetto Linie 1 fährt man vom Piazzale Roma bis zur Haltestelle San Marcuola. Die Haltestellen werden vor dem Anlegen an den jeweiligen Haltestellen in Italienisch, Englisch, manchmal auch Deutsch angesagt, so dass man das Aussteigen eigentlich nicht verpassen kann. Wichtig ist für Rucksackträger, dass diese auf dem Vaporetto abgenommen und getragen werden müssen. Vergisst man das, wird man mehr oder weniger freundlich drauf angesprochen.
Von der Anlegestelle hat man nun noch einen kleinen Fußmarsch von ca. 2 Minuten vor sich, der u. a. auch am Hintertürchen und Innenhof des Casinó di Venezia vorbeiführt. Die Beschreibung des genauen Fußweges findet man sehr gut auf der Homepage des Hotels.

2. Adresse/Kontaktdaten


Hotel La Forcola
Cannaregio 2353,
30121 Venezia, Italia


Tel. +39 041 5241484
Fax +39 041 5245380
Mail: info@laforcolahotel.com


Homepage: http://www.laforcolahotel.com/de/

3. Hotel/ Zimmer


Von außen sieht das Hotel, wie übrigens die meisten kleineren Hotels in Venedig, nicht wirklich spektakulär aus. Ich hatte das Hotel vor meinem ersten Besuch im Internet gebucht und stellte direkt vor Ort fest, das Bild im Internet war spiegelverkehrt eingesetzt und ganz so strahlend weiß war die Fassade nicht. Auch sah man außen, dass die Straße hier schon mehrmals sehr unter Wasser stand – Aqua Alta, für Venedig also nichts Ungewöhnliches.


Ist die Eingangstür verschlossen, muss man klingeln, dann wird man hineingelassen. Das ist eine Sicherheitsvorkehrung, denn da es sich um ein kleines Familienunternehmen handelt, übernimmt das Personal auch kleinere Arbeiten im Haus und damit kein Unbefugter an die Zimmerschlüssel (oder die Kasse) kommt, wird halt abgeschlossen. Finde ich nicht weiter problematisch, ganz im Gegenteil. An der Rezeption spricht man neben italienisch auch englisch, aber kaum deutsch.


Gleich neben dem Eingang befindet sich rechterhand die kleine Rezeption, links geht es in den Frühstücksraum und geradeaus geht es zum Fahrstuhl und dem Treppenhaus um in die Gästezimmer zu gelangen. Das La Forcola verfügt über ca. 23 Gästezimmer – Doppelzimmer und auch Einzelzimmer, alle mit eigenem Bad.


Da ich immer allein in diesem Hotel abgestiegen bin, kann ich nur etwas über die Einzelzimmer schreiben. Diese sind jeweils mit einem kleinen Flur, in dem sich der Kleiderschrank, Garderobehaken und eine Kofferablage befinden, einem kleinen (aber ausreichend großen) Badezimmer und dem eigentlichen Schlafzimmer ausreichend groß und gemütlich eingerichtet. Wer Venedig besucht, wird seine Zeit nicht im Zimmer verbringen, von daher empfand ich die kleinen Zimmer als in Ordnung.


Jedes Bad – sauber und ordentlich – ist neben dem Waschbecken, der Toilette und der Dusche auch mit einem Bidet (Sitzwaschbecken) ausgestattet. Zudem kann man auf die Mitnahme des eigenen Föns verzichten, denn es ist neben den üblichen Hygienepröbchen und ausreichend Handtüchern auch dieser vorhanden. Einziges Manko im Badezimmer, der mir in beiden Zimmern aufgefallen ist, ist dass es zwar eine Duschwand gibt, die man auf- und zuziehen kann, aber keine sonstigen Hindernisse, die vermeiden, dass nach dem Duschen das gesamte Bad unter Wasser steht – Rutschgefahr – und der Badvorleger ist in der Situation auch nicht wirklich eine Hilfe. Allerdings gibt es für den Notfall eine Notrufleine im Bad, über die man Hilfe heranholen könnte :o).


Das Zimmer selbst verfügte über ein bequemes, nicht zu weiches Bett mit kleinem Nachtkästchen und Telefon, einen kleinen Schreibtisch mit Stuhl, Spiegel, einer Minibar auf der Fernseher (mit immerhin 3 mehr oder weniger gut empfangbaren deutschen Sendern) steht.


Das Bett ist angenehm hart, man schläft gut, allerdings hat es nur ein schmales Kissen und eine bezogene Decke und eine Tagesdecke. Reicht das nicht, so hat man im Schrank eine weitere Wolldecke, Extrakissen muss man an der Rezeption oder beim Zimmermädchen ordern. Das klappt sehr gut.


Die Beleuchtung im Zimmer selbst habe ich als sehr angenehm mit mehreren kleinen Leuchten empfunden, die Beleuchtung im Bad ist optimal. Das Bad hat kein Fenster.


Was ich ebenfalls als sehr angenehm empfand war, dass man die Zimmer zum Schlafen mit den noch vorhandenen historischen Holzläden verdunkeln kann. Auf diese Art und Weise kann man nicht nur verdunkeln, sondern auch den Geräuschpegel von außen minimieren (auch wenn ich diesen nicht als störend empfand).


Die Zimmer verfügen über eine Klimaanlage, ob und inwieweit die funktioniert habe ich bei meinen Besuchen im Februar bzw. Oktober nicht ausprobiert. Die Heizung jedenfalls hat bestens funktioniert.


Der Zimmerservice jeden Tag hat ebenfalls bestens geklappt, es wurde immer sehr gut gesäubert und aufgeräumt. Die Handtücher werden auf Wunsch jeden Tag gewechselt, war bei mir deswegen nötig, weil ich die Hälfte ja zum Wassertitschen verwendet hatte. Das Zimmermädchen selbst war immer sehr nett und freundlich, spricht aber nur italienisch. Aber keine Angst, auch wenn ich damals noch kein Wort italienisch konnte, so haben wir uns immer bestens verständigt.


Die Einrichtung mit dunklem Holz hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, macht aber für mich irgendwie den Charme des Hotels aus. Die Zimmer, die ich bisher bewohnt hatte dort, haben eine halbhohe Holzvertäfelung, die zusammen mit den dunklen Möbeln und den Stoffen im Zimmer sehr gut harmonieren.


Kostenloses Internet gibt es im Hotel nicht, das gebührenpflichtige hab ich nicht ausprobiert. Kann daher auch zu den Preisen nichts sagen.


Da die Zimmerpreise incl. Frühstück sind, kann man im Hotel ein typisches italienisches Frühstück zu sich nehmen. Dazu geht man im Erdgeschoß in die kleinen Frühstücksräume, in denen in dem kleineren das Frühstücksbüfett aufgebaut ist und wo sich auch der Kaffeeautomat befindet.


Zur Auswahl stehen neben verschiedenen Brötchensorten auch Kuchen und süße Teilchen, Müsli, Obst (Obstsalat), Butter, ein überschaubares Angebot an Wurst und Käse (je 1 – 2 Sorten), verschiedene Marmeladen, Nutella, Eier, Cornflakes. Der Kaffeeautomat, den man unbegrenzt benutzen kann bietet alle möglichen Kaffeesorten, warme Milch und Kakao. Darüber hinaus hat man 2 Säfte zur Auswahl, kalte Milch und kaltes Wasser sowie ein breites Sortiment an Teebeuteln. Das Wasser für den Tee kann man sich entweder in der Küche bestellen oder aber am Kaffeeautomaten selbst holen. Die kleine Frau, die den Frühstücksraum betreut, ist sehr hilfsbereit – spricht auch nur italienisch – und sorgt im Handumdrehen für Ordnung, wenn Gäste mit dem Frühstücken fertig sind.


Eins muss ich an dieser Stelle erwähnen. Auch im Frühstücksraum ist erkennbar, wie hoch das Wasser im Haus stand, und es riecht ein wenig feucht, aber es ist alles sauber und ordentlich. Wer nach Venedig fährt muss damit rechnen.

4. Verpflegung


Es gibt wie oben beschrieben Frühstück im Hotel, was im Zimmerpreis mit enthalten ist.


Will man abends etwas essen, so kann man das nicht im Hotel selbst, da es kein eigenes Restaurant hat. Aber da man ja mitten im Getümmel ist, kann ich sagen, man verhungert nicht. Ich hatte einen Abend das Restaurant schräg gegenüber vom Hotel ausprobiert. Es war sehr gut, aber auch eher gehobene Preisklasse.


Wer preiswerter essen will, der findet zum einen viele Fast Food-Möglichkeiten in der Nähe oder ein paar Schritte die Straße in Richtung Rialto hoch auf der linken Seite ein kleines Restaurant, das von einem alten Ehepaar betrieben wird. Dort war ich dann an einem anderen Abend. Ich hatte dort den Eindruck, dass nichts vorgekocht ist, sondern die alte Frau alles frisch zubereitet. Das dauert zwar ein wenig länger, aber es hat umso besser geschmeckt. Die Preise dort waren völlig in Ordnung und weniger hoch als gegenüber des Hotels. Liebhaber der einfachen italienischen Küche werden dort zufrieden und satt wieder nach Hause gehen.

5. Preise/ Bezahlung


Bevor ich hier auf die Preise zu sprechen komme, muss ich vielleicht was zur Buchung sagen. Ich hatte vor meinem ersten Besuch das Hotel direkt angeschrieben, weil sich bei mir die Booking.com-Seite immer beim Buchen verheddert hatte. Nach mehreren Versuchen hatte ich keine Lust mehr und schrieb das Hotel direkt per Mail an. Ergebnis war, dass man mir einen günstigeren Preis als über Booking.com anbieten konnte. Beim zweiten Besuch hatte ich gleich per Mail abgefragt, ob und zu welchem Preis ich übernachten könnte. Auch das hat wunderbar geklappt. Korrespondenz in Englisch, bei Anfragen auf Deutsch dauert die Beantwortung durch das Hotel etwas länger – ich habs probiert…


Bezahlt hatte ich beim ersten Besuch für 4 Nächte ca. 200 € und beim zweiten Besuch für 5 Nächte ca. 240 €. Die Preise im Internet werden ab 60 € angegeben. Hier sollte man einfach die Preisvergleichsmöglichkeiten im Internet nutzen und dann eben direkt per Mail – nicht über Booking.com & Co. – anfragen.


Bucht man über die bekannten internetportale so muss man aufpassen, wenn dort nämlich bereits reduzierte Zimmerpreise genannt werden, so ist im Kleingedruckten meist der Hinweis über die Stornierungsmöglichkeiten mit angegeben. Bei Angebotspreisen kann man nur gegen Gebühren stornieren, bei normalen Zimmerpreisen geht das kostenlos.


Bezahlung erfolgt vor Ort mit EC-Karte, Kreditkarte oder in bar. Für die Buchung muss man u. U. eine Kreditkarte angeben, diese wird aber vor der Anreise nicht belastet.

6. Fazit


Wer Venedig erleben will und eine saubere, bezahlbare Unterkunft sucht, der ist im La Forcola gut aufgehoben. Die Zimmer sind sauber und man fühlt sich wohl. Der Service ist gut und das Personal – für venezianische Verhältnisse – sehr zuvorkommend und freundlich. Mit venezianischen Verhältnissen meine ich, dass der Venezianer an sich Touristen gegenüber eher reserviert ist, sie sind eine Einnahmequelle, aber mehr nicht. Mitunter merkt man den Einheimischen schon an, dass sie von den Touristenströmen schon genervt sind, sie geben sich nicht die Mühe ihre Reserviertheit zu verstecken. Mir persönlich ist eine zurückhaltende Höflichkeit lieber als völlig überdrehte aufgesetzte Freundlichkeit. Von daher war ich mit dem Personal im La Forcola sehr zufrieden.


Allerdings muss ich abschließend den Rat geben, wer zum Carnevale di Venezia im kommenden Jahr nach Venedig will, der sollte sich jetzt langsam um das berühmte Dach über dem Kopf kümmern, denn gerade im bezahlbaren Bereich werden die Zimmer langsam knapp. Ich habe im La Forcola für nächstes Jahr im Februar leider kein Zimmer mehr bekommen können. Ich werde in einem anderen Hotel absteigen, gebucht ist es schon .o)


Einzige Kritikpunkte wären die Unfallgefahr im Bad wie beschrieben und dass dieses Hotel eher nicht behindertengerecht zu nennen ist - zu verwinkelt, zu kleine Zimmer, zu kleiner Fahrstuhl.


So, danke vorab fürs Bewerten und viel Spaß beim Kommentieren. Wer Fragen hat, kann mich gern kontaktieren. Wenn ich kann beantworte ich sie gern.
Euer Modschegibbchen


P.S.:
Ich werde einige Fotos vom Hotel einstellen. Meine Kamera war neu und ich musste erst rausbekommen, wie sie wann geht. Also habt ein Erbarmen.


Bilder

für Hotel La Forcola, Venedig
Blick zur Zimmertür
Blick zur Zimmertür, Hotel La Forcola, Venedig
von modschegibbchen modschegibbchen
Blick zur Zimmertür

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Kommentare

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  • wastl07 28.02.2012 13:54
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Wäre auch mal eine Alternative zu unserer wunderschönen Ferienwohnung...absolut perfekter Bericht__BH!

  • SiggiWidder 28.02.2012 10:19
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Cybersyssy 03.02.2012 19:03
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    bh

  • Dr.Ed 30.01.2012 17:15
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Sollte es mich mal nach Venedig verschlagen, weiß ich jetzt, wo ich mein müdes Haupt betten kann!

  • crispu 22.01.2012 18:01
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    bh

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