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Erfahrungsbericht

für Hotel Fatih, Alanya/Türkei
3 Sterne gemütliches Mittelklassehotel Bericht mit Bildern
107 von 107 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro familiär, gemütlich, preiswert, Lage

Kontra etwas laut, Essen wenig anwechlungsreich

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Service
Essen & Trinken
Atmosphäre
Sauberkeit
Behindertenfreundlichkeit

Der Autor

Rolfo1 Seit 8 Mai 2000

Talent ist die Fähigkeit, komplizierte Dinge einfach zu sagen - nicht umgekehrt. Jean Cocteau mehr

81 Mitglieder vertrauen mir

Diesmal ging es mit TUI und Sunexpress zur türkischen Riviera. Zielflughafen war Antalya und Zielort Alanya, der 120 km östlich vom Flughafen liegt. Der nächtliche Bustransfer dauerte 2h.
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Lage


Das Hotel liegt am Ortseingang von Alanya zwischen der Main Road und der 4-spurigen Atatürk Straße in der Dinek Sok. Die im Katalog erwähnte Nebenstraße
versprach relative Ruhe vor dem Verkehrslärm der beiden Hauptstraßen. Als Nachteil kein Meerblick und tägliche 100 m-Fußwege zum herrlichen Kleopatra-Strand. Besonders leise war es in der Nacht trotzdem nicht. Zum einen wurde bis nach Mitternacht an der Bar mehr oder weniger laut gefeiert und dann kam auch noch die Müllabfuhr.

Großer Vorteil: In der Nähe gibt es einen großen Supermarkt (MM Migros), der mit Real in Deutschland vergleichbar ist. Die Preise haben einheimisches Niveau und sind deutlich geringer als in den Tante-Emma-Läden. Mineralwasser ist dort nicht teurer als bei Aldi oder Penny bei uns. Im Hotel kostet es nahezu das 10-fache!

Zum Zentrum sind es nur 1,5 km, das durch Linienbusse und Sammeltaxis (Dolmus) schnell zu erreichen ist. Ich empfehle eher einen Fußmarsch (ca. 15 Minuten) auf der schönen Palmen-Promenade, der eine besonders schöne Aussicht auf das Meer und den Strand ermöglicht.
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Hotel


Der erste Eindruck in der Lobby ist, man habe ein Museum betreten. Ein lebensgroßes Kamel, Esel und viele antike Gegenstände (Truhen, Töpfe, Webstühle, Kameras, Telefone) stehen überall herum. Durch die Kombination mit den rustikalen alten Möbeln erzeugt es eine gemütliche Atmosphäre - wenn, wenn nur nicht dieser penetrante Mottenkugel-Geruch wäre...

Das Hotel besteht aus einem 5-stöckigen Haupthaus, welches fast rechtwinklig mit einem 4-stöckigen Gebäude verbunden ist. Im Aussenbereich ist ein ovaler Pool, an dessen abgeplatteter Seite ein Kinderbecken sich anschließt. Gegenüber befindet sich die Pool-Bar, davor - durch eine schöne rustikale Natursteinmauer abgeschlossen - eine große überdachte Terrasse, die nicht nur zu den Essenszeiten genutzt wird. Am Haus befinden sich eine Tischtennisplatte, ein Billardtisch, eine hölzerne Hollywoodschaukel und Kinderspielgeräte. Da einige Einrichtungen extra kosten, werden sie so gut wie nie genutzt, so auch der Internet-PC für satte 0,70 €/min (2011: 3 €/h).

Der Keller beherbergt ein türkisches Dampfbad (Hamam), ein Massage-Salon und ein kleines Schwimmbad, das im Sommer ohne Wasser ist. Die Einrichtungen werden auch von externen Gästen besucht. An der Straßenseite bietet ein Friseur seine Dienste an. Die Preise sind aber leider noch höher als beim Türken in Berlin .
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Zimmer


Die freundlich eingerichteten Zimmer sind recht groß und haben Dusche/WC, Balkon, Föhn, Fliesenboden, bequeme Betten, Klimaanlage, Telefon und Sat-TV. Kühlschrank und Safe sind gegen Gebühr zu haben. Die Bettdecken sahen aus wie ausgefranzte Frottetücher. Als wirklichen Nachteil haben wir die mangelhafte Ablagemöglichkeit für Wäsche befunden. Für eine Einzelperson vielleicht noch ausreichend. Gäste berichteten, dass sie "aus dem Koffer" lebten. Das winzige Bad hat nur einen kleinen Spiegel, aber die sanitären Einrichtungen funktionierten einwandfrei.

Sauberkeit ist nicht unbedingt die Stärke des Hotels. Der Fußboden des Zimmers wurde nicht täglich gefegt und beim Frühstück waren so manche Kaffeetassen noch schmutzig.
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Verpflegung


Frühstück und Abendessen werden als Büffet serviert und sind reichlich vorhanden, auch wenn man später kommt. Man kann auf der schönen Terrasse sitzen oder auch im Restaurant. Gezahlt wird mit einer hauseigenen Karte, auch das Trinkgeld (ca. 6%) wird automatisch erfaßt. Praktisch aber umstritten, schließlich ist Trinkgeld eine freiwillige Gabe für besondere Leistungen.

Neben den Salaten gab es stets nur ein Hauptgericht und das war meist Huhn. Erstaunlich, wie viel Variationen da möglich sind! Zum Dessert konnte man zwischen mehreren (bis zu 4) Sorten Obst wählen. Die türkischen süßen Spezialitäten haben mir diesmal nicht zugesagt. Eis gab es kein einziges Mal!

Die Auswahl der Getränke ist groß. Das einheimisches Bier ist eine gute Alternative zum Wasser und kaum teurer. Auch der ausgezeichnete Wein (z.B. Doluca) ist mit ca. 10 €/Flasche preiswert. Ich empfehle den leckeren frisch gepreßten Orangensaft für ca. 2 €.

Mittags wurde neben a-la-Carte ein wechselndes Menü geboten (Pizza, Kebab, Hamburger, Bagette). Die Preise sind aber höher als die in Ständen an der Hauptstraße.
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Strand und Meer


Der Fußweg führt an zwei Supermärkten vorbei über die stark befahrende Atatürk Straße zum schönen Kleopatra-Strand. Im Strandrestaurant im Abschnitt 21 trifft man auf Hotelpersonal, dass dort mittags serviert. Dort kann man (gelegentlich, nicht täglich) leckeren Lammfisch bestellen, sehr zu empfehlen.

Der Sandstrand ist am Wasser recht kieselig und wird in Richtung Promenade immer feiner. Man kann Sonnenschirm und Plastikliegen mit Auflagen mieten (6 €/Tag für 2 Personen). Billiger ist ein eigener Schirm (6 €) und aufblasbare Matratzen (2 €). Man liegt dann sogar in der 1. Reihe, was bei den Mietliegen nicht immer gelingt.

Im Meer sind vorn teilweise glitschige Felsplatten, die das Hineingehen erschweren. Es wird sofort tief, was für Nichtschwimmer problematisch sein kann. Das Wasser ist recht klar und auch Ende September noch herrlich warm. Man kann weit (ca. 300 m) bis zu einem Seil rausschwimmen ohne von Booten und nervigen
Wassermopeds gestört zu werden. Seil nicht berühren, es kleben giftige Algen dran, die ähnliche Symtome machen wie Feuerquallen. Meerestieren sind wir nicht begegnet, weder gefährlichen noch größeren Fischen. Schnorcheln bringt nicht viel, obgleich das Wasser draußen schön klar ist.
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Animation und Ausflüge


Zwei Mal pro Woche findet im Hotel eine Show statt. Wir haben eine sehenswerte Schlangenaufführung mit zusätzlicher Bauchtanzdarbietung gesehen. Ein anderes Mal zeigte der Chefkellner Fakirstücke (auf Nagelbett und Scherben liegen) und betätigte sich als Feuerspucker. Meist ist auch eine Tombola, genannt Bingo, dabei. Die 3 Preise sind aber an ein Besuch eines Geschäftes (meist Juwellier) gebunden...

Zum Pflichtprogramm bezüglich Ausflüge sollte auf jeden Fall ein Besuch der alten seldschikischen Festung auf dem Felsmassiv gehören. Man hat nicht nur einen Einblick in die mittelalterliche Burganlage sondern auch eine wunderschöne Panoramasicht auf die Stadt, den Hafen, das Meer und die Strände.

Das Zentrum mit Hafen, Basar und Markt ist unbedingt sehenswert! Man kommt mit dem Linienbus oder Sammeltaxi (Dolmus) schnell und preiswert dorthin. Billig sind Lederwaren (Schuhe, Jacken), Textilien (gute Plagiate von Markenartikeln), Goldschmuck und Medikamente. Handeln nicht vergessen!

Wir haben eine ganztägige Bootstour für 20 € gemacht, die uns an Felshöhlen und schönen einsamen Stränden vorbeiführte. Es wurden 4 Badestopps eingelegt und es gab ein gegrilltes Mittagsessen und freie nichtalkoholische Getränke. Sehr empfehlenswert! Übrigens, der Preis für die Bootstour war beim Reiseveranstalter fast doppelt so hoch.
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Fazit


Die Reise nach Alanya und der Aufenthalt im Hotel Fatih war einfach schön. In Erinnerung bleiben wird neben Sonne und Wärme die gemütliche Atmosphäre, die freundlichen Menschen, die sehenswerte Stadt und nicht zuletzt das warme Mittelmeer und der wunderschöne Kleopatra-Strand.

© Rolfo1 am 30.9.2004
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Nachtrag 2011


Wir waren in Juni 2011 noch einmal im Fatih Hotel. Einiges hat sich seit 2004 verbessert, die Klimaanlage arbeitet jetzt so leise, dass sie in der Nacht nicht mehr stört. Auch das TV-Anlage ist heute deutlich moderner als früher. Es ist jetzt ein größeres LCD-Gerät, hat ein besseres Bild und braucht viel weniger Platz auf dem Schminktisch.

Die früher bis nach Mitternacht laute Musik an der Bar ist jetzt weniger störend und um 23:30 ganz aus. Im 6. Obergeschoss hatten wir so gut wie keine nächtlichen Störungen, himmlich.

Service
Der Zimmerservice war nicht zu beanstanden, wenn die zuständige Frau anwesend war. Gelegentlich kam sie nicht, dann fand auch kein Service statt. Das Klopapier gab es in diesem Fall an der Rezeption. Was uns wirklich störte, war die nicht besonders freundliche Bedienung im Restaurant, nicht einmal morgens wurden die Gäste freundlich begrüßt. Und obgleich sie recht gut Deutsch sprachen, war kaum einmal ein nettes Gespräch angesagt, auch nicht nach Trinkgeldgabe. Allein der Chef war okay, aber der war immer sehr beschäftigt, so dass er für seine Gäste wenig Zeit hatte. Die Hotelkarten wurden abgeschafft, man kann allein durch Nennung der Raumnummer aufs Zimmer buchen, was allerdings eine Vertrauenssache ist. Das automatische Trinkgeld war auch abgeschafft.

Die Verpflegung ist immer noch mittelmäßig und kulinarisch keine Offenbarung, aber zum Sattwerden reicht es. Warum gibt es immer nur Huhn und Gehacktes? Warum sind die Pfirsiche 3. Wahl? Ein Blick auf die Marktstände (montags und freitags) zeigen, dass dort die Preise wirklich minimal sind. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Bedeutung der Sterne abgewertet werden müsste, zumindestens, was das Essen angeht.

Nach wie vor haben wir im Mittelmeer keinen einzigen Fisch entdeckt. Dafür aber riesige Schildkröten, die am Grund die Algen abgrasen und zum Luftholen auftauchen, wo sie Schwimmer regelmäßig erschrecken. Erst nachdem wir uns versichert hatten, dass sie ungefährlich sind, waren sie eine willkommene Bereicherung beim täglichen Schwimmen.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Dinge und Dienstleistungen teurer geworden sind, auch schon gegenüber unserem letzten Besuch im Oktober 2010 (s. Bericht Arsi). Das mag an der Saison liegen, aber vielleicht geht die Zeit des billigen Aufenthalts in der Türkei wegen der instabile Lage in einigen anderen Urlaubsländern langsam zu ende. Das wäre sehr schade!


Bilder

für Hotel Fatih, Alanya/Türkei
Hotel Fatih
Hotel Fatih
von Rolfo1 Rolfo1
Hotel Fatih

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Kommentare

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  • rosequeeny 22.04.2012 15:16
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Musstet ihr wirklich die Getränke extra zahlen? Dachte die Getränke sind inklusive.

  • knopfi.de 19.04.2012 20:36
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • muttibremer 09.04.2012 21:25
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • reggie1 31.03.2012 22:35
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    wie für Frühstück und Abendessen extra zahlen? ich würde nur ein Hotel wählen, wo das preislich schon inbegriffen ist

  • lassie222 15.03.2012 17:36
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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