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Pro gute Citylage in näher aller öffentlichen Verkehrsmittel
Kontra abgewohnte Zimmer, keine Dusche, reserviertes Angestelltenverhalten
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
|---|---|
| Anbindung | |
| Service | |
| Essen & Trinken | |
| Atmosphäre | |
| Sauberkeit | |
| Behindertenfreundlichkeit |
Dieser Hotelbericht wird einmal kürzer ausfallen, da ich in diesem Hotel nur eine Nacht verbrachte. Es war quasi eine Notlösung. Das Hotel Abhishek befindet sich im Millionenstädtchen Mysore im südwestlichen indischen Bundesstaat Karnatika. In diesem Ort habe ich für mein Praktikum in einem indischen Unternehmen für 2 Monate gelebt. Im Hotel selbst bin ich kurzfristig gelandet, weil ich meine Praktikantenunterkunft nicht wie geplant beziehen konnte.
Entscheidung für das HotelWir erreichten Mysore mit dem Nachtbus von Goa aus, hatten somit also ein paar Tage Urlaub hinter uns. Die privaten Schlafbusse halten in einer Straße in der Nähe des Busbahnhofes für staatliche Überlandbusse. Nach dem Aussteigen wird man zumindest nach einer gewissen Zeit auf jeden Fall von Rikschafahrern belagert, die eine Vielzahl Hotelprospekte jeglicher Preisklasse bei sich haben und einen nur zu gern zu einem der Hotels fahren möchten. Sie bieten sich sogar an, wenn es darum geht, nur auf die andere Straßenseite zu fahren. Da ich derlei Schlepperaktivitäten gar nicht schätze, sind wir unter Verfolgung zahlreicher Rikscha-Wallas einfach mit all unserem Gepäck losgezogen. Das bietet sich auf jeden Fall an, denn die Straße verfügt über eine Vielzahl von bezahlbaren Hotels, die ausreichend sind, wenn man erst einmal irgendwo unterkommen will oder nur kurz in der Stadt verweilen will. Sie liegen preislich alle im Bereich von 800-1500 Rupien pro Nacht und Zimmer. Außerdem sind die Preise durchaus verhandelbar. Wir wollten jedenfalls schnell einen Rückzugsort finden. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich es in 2 Monaten Indien noch nicht erlebt, dass einen die Rikschafahrer so sehr bedrängen und verfolgen. Die Hotelsuche erwies sich dadurch als sehr anstrengend. Das erste bot uns ein Zimmer für 1000 Rupien, was uns aber etwas zu teuer war, das zweite war für 1100 Rupien hervorragend ausgestattet, aber leider ausgebucht. Hotel Abhishek war Nr. 3 mit 900 Rupien für ein Doppelzimmer ohne Klimaanlage und letztendlich unsere Wahl - hauptsächlich aus dem Grund, dass wir nicht mehr weiter suchen wollten.
LageDas Hotel liegt nur wenige Meter vom Busbahnhof für die staatlichen Überlandbusse entfernt. Auch der Bahnhof liegt mit nur 1km in der Nähe. Letztendlich kann man sagen, es handelt sich um ein zentrales Stadthotel. Trotz der Zahl von knapp über 1 Millionen Einwohner, zählt Mysore für mich zu den kleineren indischen Städten. Man findet sich gut zurecht. Obwohl ich davon nicht Gebrauch gemacht habe, da ich nicht als Tourist in der Stadt war, erreicht man von diesem Hotel viele Sehenswürdigkeiten wie den Palast durchaus fußläufig. Ansonsten ist das Netz der Citybusse sehr gut ausgebaut und auch als Europäer zu bewältigen. Man findet sich zurecht.
Die Adresse des Hotels lautet: No. 2930/A, Bangalore-Ooty Road, Mysore 570 001, Karnataka, IndiaAusstattung
Das Hotel verfügt über 35 Zimmer, die entweder mit oder ohne Klimaanlage ausgestattet sind. Im Hotel gibt es ein Restaurant mit südindischer, nordindischer, chinesischer und kontinentaler Küche, welches wir aber nicht genutzt haben, so dass ich über dessen Qualität keine Auskünfte erteilen kann. Das Hotel bietet kein Frühstück an, daher fehlt der Punkt Verpflegung in diesem Bericht.Zimmer
Wir bewohnten ein Zimmer ohne Klimaanlage. Ich habe in Indien selten ein benötigt. Allerdings sind sie in Stadthotel manchmal die bessere Alternative, da die Zimmer dann weniger muffig riechen. Wir wollten aber die Sparvariante. Die Zimmer selbst würde ich als reichlich abgewohnt bezeichnen. Leider riecht es in ihnen auch sehr streng nach irgendwelchen Reinigungsmitteln. Dieser Geruch hat mich dann weiterhin in Indien verfolgt und wurde zu einem K.O. Kriterium bei der Buchung weiterer Hotelzimmer. Letztendlich habe ich herausbekommen, dass es die kleinen runden, wie Seifenstücke aussehenden Steine sind, die immer in den Abflüssen liegen, um Kakerlaken abzuwehren.Es gibt hauptsächlich ein sehr weiches Bett, einen kleinen Fernseher mit schlechtem Empfang und einen Ventilator. Das Badezimmer war bezüglich der Sauberkeit in Ordnung, aber ansonsten auch sehr in die Jahre gekommen. Hier haben wir gelernt, dass fließend warmes und kaltes Wasser in der Hotelbeschreibung nicht gleichzusetzen ist mit dem Vorhandensein einer Dusch. Genau genommen war die Hardware für die Dusche tatsächlich vorhanden. Es gab eine Duschbrause sowie einen Hahn für kaltes und warmes Wasser auf Kniehöhe mit dem auch aus Deutschland bekannten Umschalter zwischen Duschbrause und Hahn. Nur mit dem Unterschied, dass dieser nicht funktionierte. Völlig blauäugig riefen wir bei der Rezeption an, denn ich wollte unbedingt duschen. Verwundert stand der Techniker vor uns. Sein Blick zeigte Erstaunen über unseren Wunsch. Wir erklärten, er sagte nur "No shower. No shower." Als wir nochmals erklären wollten, dass es sich scheinbar um einen Defekt handelt, der Hebel müsse doch einfach nur umgeschaltet werden, drehte er sich um und ging wortlos. Mit heruntergeklappten Kinn traf mich die so manchmal typisch indische Ignoranz, wenn es für ein Problem keine Lösung gibt. Bevor man das Gesicht verliert, geht man. Selten würde ein Inder "Nein" sagen oder Defizite eingestehen. Bekannt war mir das, ich war dennoch verblüfft über diese Reaktion. Letztendlich blieb nur zähneknirschend hockend unter den kniehohen Hahn krabbeln und sich bei nicht einmal lauwarmen Wasser die Haare zu waschen und sich zu "duschen". Hier lernte ich aber genau, dass die Hotelbeschreibung definitiv das Wort "Dusche" und nicht nur fließendes Wasser enthalten muss, woraufhin ich auch darauf verzichtete, am nächsten Tag durch eine Beschwerde einen Discount einzufordern. Andere Länder, andere Sitten.
ServiceAn Serviceleistungen habe ich das Wäschereiangebot genutzt, da ich in Goa meine Sachen nicht waschen lassen habe und nun langsam wieder saubere Wäsche brauchte, da mein Praktikum kurz vor der Tür stand. Allerdings wollten wir im Hotel nur eine Nacht bleiben, daher musste es schnell gehen. Das Hotel warb damit, dass die Wäsche noch am selben Tag fertig werden würde bzw. maximal am Tag danach, wenn es z.B. regnet. Also suchte ich schnell alle meine zu waschenden Sachen zusammen und gab sie an der Rezeption ab.
Das Hotel hat übrigens einen 24 Stunden Check-In. Das ist etwas, was ich erst in Indien kennenlernt und an sich sehr praktisch finde. Anders als ich es gewohnt war, wird nicht frühestens gegen Mittag ein- und meistens am Morgen ausgecheckt, dies ist den ganzen Tag möglich. Die Zeit, die man dann im Zimmer bleiben kann, berechnet sich auf 24 Stunden Basis. Sehr praktisch, wenn man erst am Abend kommt, dann darf man auch bis zum Abend bleiben. Wir checkten um 14 Uhr ein und aus. Leider wurde meine Wäsche erst nach mehrmaligem Nachfragen am Folgetag zur Abreise um 14 Uhr fertig. Erst an der Rezeption zwischen all den Check-Out Formalitäten konnte ich sie notgedrungen im Koffer verstauen.Weiterhin gab es eine Art Traveldesk im Hotel für Hilfestellungen im Bereich der Buchung von Verkehrsmitteln und zur Vermittlung allerlei Informationen. Wirklich kompetent und hilfsbereit waren die Antworten auf meine Fragen nicht wirklich. Verwundert wurden wir z.B. gefragt, warum wir den einen Kilometer zum Bahnhof denn nicht laufen können, was an sich unmöglich ist mit dem gesamten Hausstand für einen 6 Monatsaufenthalt verstaut in Koffern und Rucksäcken. Die Bediensteten des Hotels waren insgesamt mäßig freundlich und etwas reserviert.
FazitNein, dieses Hotel kann ich ganz und gar nicht empfehlen. Es war eine der schlechteren Hotelerfahrungen in Indien. Ich würde es als nicht mehr als durchschnittlich bezeichnen Der Preis war mit knapp 900 Rupien plus Luxussteuer nicht allzu teuer, dennoch verfolgte mich der Hotelgeruch noch längere Zeit. Aus einem anderen Hotel bin ich aufgrund einer ähnlichen Atmosphäre sofort wieder ausgezogen. Nur einen Stern vergebe ich daher für das Hotel.
Wie immer die Ergänzung des tagesaktuellen Kurses, da ich generelle Umrechnungen für den Bericht nicht sinnvoll finde: 1€ entspricht 65,68 Rupien.
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Dennus 12.05.2012 15:52
suffocat 11.05.2012 07:24
Ohje...bleibender Hotelgeruch??...nee nee^^! Dennoch gern BH und LG Helmut :) PS: Danke für´s Minecraft BH :)
yesup 03.05.2012 21:08
t.schlumpf 30.04.2012 23:22
Indien würde mich zwar auch noch reizen, aber so schnell wird es nicht klappen, also besteht für mich keine akute Enttäuschungsgefahr. Ciao Thorsten