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Erfahrungsbericht

für Hofkirche, Innsbruck
Nächsten Bericht ansehen "Reich und schön im Mittelalter"
5 Sterne Hofkirche in Innsbruck
33 von 33 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro schöne Architektur, beeindruckend

Kontra Eintrittspreise für eine Kirche?

Der Autor

schranzkaenguruh Seit 21 Apr 2003

Das Känguruh ciaot wieder!! In der Zwischenzeit haben sich Unmengen Lesungen angestaut, die ich... mehr

59 Mitglieder vertrauen mir

:: Hofkirche in Innsbruck ::

Nachdem ich ein paar spontane Tage in Innsbruck verbracht habe, möchte ich eine der schönen Erlebnisse u. Erfahrungen, die ich aus der Tirol-Metropole mit nach Hause genommen habe, per Ciao! mit Euch teilen.

Am zweiten Tag meines Innsbruckaufenthalts hatte mein Freund zu tun und ich nutze die Zeit aus um mich an die kulturellen Sehenswürdigkeiten der Stadt heranzumachen, da ich mich ja ganz besonders für Architektur und Kunst(-geschichte) interessiere.
So führte mich mein Weg durch die Altstadt natürlich auch an der Innsbrucker Hofkirche vorbei...


:: Informatives ::

Die Innsbrucker Hofkirche ist in der zentralen Altstadt gelegen. Durchquert man die Maria Thersienstraße gelangt man in Kürze zum imposanten Gebäude der Hofburg. Seitlich zur Hofburg ragt die Hofkirche in den Alpenhimmel empor.

Die Hofkirche ist Montag bis Samstag von 9 - 17 Uhr geöffnet und über den Eingang des Tiroler Volkskunstmuseums zu erreichen.

Die Hofkirche teilt sich einen Eingang mit dem Volkskunstmuseum. Man durchquert den kirchlichen Kreuzgang und findet hier drei Eingänge: Zur Krippenausstlelung, zur Fotoausstellung, zur Hofkirche und zum Museum.
Kauft man sich ein Kombiticket, kann man alle diese Sehenswürdigkeiten zum Preis von € 6.50 sehen. Empfehlenswert!!


:: Geschichte ::

König Ferdinand I ließ die Hofkirche nach Plänen des verstorbenen König Maximillians I als dessen Grabdenkmal bauen. Um die Pläne des verstorbenen Königs realisieren zu können, mussten diese jedoch leicht abgewandelt werden.
Die Kirche entstand in den Jahren 1553 - 1563.

Prägend für Sinn und Erbauung der Innsbrucker Hofkirche ist selbstverständlich ein Repräsentationszweck. Maximillan der I ließ sich durch die Planung der Kirche ein Denkmal setzen, so ist auch sien leerer Sarkopharg im inneren des Hauptschiffes aufgebaut.
Stellvertretend steht die Kirche natürlich auch repräsentativ für dessen Adelsgeschlecht, die Habsburger.

In der Innsbrucker Hofkirche erhielten später verschiedene Tiroler Freiheitskämpfer ein Denkmal, u.a. Andreas Hofer. Dieses ist gut sichtbar am Aufgang zur Silberkapelle angebracht.


:: Architektur und Stil ::

Die Hofkirche wirkt von außen nahezu unscheinbar und fast ein wenig pragmatisch. Wenn man das Hauptportal der versteckten Kirche durch den Kreuzgang betritt, so tritt man ein in eine prunkvolle Kirche, auf der Basis einer Basilika.

Unter Basilika versteht man die elementare Grundform der späteren, christlichen Kirchen. Die ursprüngiche Basilika wurde in Rom als Markthalle und sozialer wie politischer Treffpunkt entwickelt.
In ihrer Weiterführung zum Fundament folgender christlicher Kirchenbauten enthält die Basilika das lateinische Kreuz zur Grundform.
Dieses ist in der innsbrucker Hofkirche sehr gut nachvollziehbar. Hinter der Vierung, dem Platz, an dem sich die beiden Kreuzglieder treffen, erhebt sich die halbrunde Apsis. Die Apsis ist der Platz nach dem Chor, der Klerus und Adel vorbehalten war.

Der vordere Teil der Kirche gestaltet sich ebenfalls nach diesem klassischen Prinzip: An das massive Hauptschiff der Kirche, reihen sich zwei kleinere Nebenschiffe.
Prunkvolle, mit Marmor verzierte, Säulen scheinen die Halle fast schwerelos auf ihren Schultern zu tragen.
Im Inneren der Kirche herrscht der Übergang der späten Gotik zum Stil der Renaissance vor. Hochstrebende Formen, filigran und fein, verschlingen sich - hier kommt die Renaissance zum tragen - oft in prächtigen Mustern und Rundungen.
Während die Fenster noch den Stil der Gotik repärsentieren, überraschen Interieur und Portal mit dem ausgefeilten Stil der Renaissance.
So sind die hohen, verjüngten Säulen mit korintischen Kapitellen, zu erkennen an den Arkanthusblättern im Schmuckkranz, ausgestattet.

Über den hinteren Teil der Kirche, Chor, Apsis und Altar, kann ich leider nichts schreiben, da dieser Teil zum Zeitpukt meines Besuches durch Renovierungsarbeiten "blockiert" war.


:: Statuen ::

Besonders beeindrucken auch die verschiedenen lebensgroßen Statuen im Langhaus der Kirche. Sie verkörpern wichtige adelige und geistliche Vertreter der österreischichen Geschichte und der Geschichte des Adelsgeschlechts der Habsburger. So zieren 28 überlebensgroße Statuen (etwa 2 m) das Portalinnere, darunter auch einige Schutzpatronen der Habsburger.


:: Silberkirche ::

Im ersten Obergeschoss erhält das Grabmal Ferdinands II (Erzherzog) seinen Platz.
Die Silberkirche, in der zahlreiche Engelsornamente prangen, ist mit einem Kreuzrippengewölbe abgeschlossen. Gewölbe und Decke sind mit einem roten Grund geschmückt und wirken dadurch edel und ungewöhnlich "bewohnt" für eine Kirche.
Auch Statuen und Totenschild in der Silberkirche wirken faszinierend und beeindruckend.
Besonders der Sarkophag von Ferdinand II, der in eine Wand eingelassen ist, und die Gestalt des Toten als halbes Relief nachahmt, ist von besonderer Faszinationskraft.


:: Eindrücke ::

Ich war von Prunk und Ausstattung der Kirche sehr überrascht, nachdem sie von Außen doch eher schlicht wirkt. Sicherlich schön, aber schlicht.
Im Inneren der Kirche wird der Besucher mit einer Fülle an Eindrücken fast erschlagen. Besonders schön finde ich, wie in ganz Innsbruck, die beeindruckende "Sauberkeit" der verschiedenen Baustile. Selten stehen Renaissance, Gotik und Barock so eindeutig erkennbar neben- und ineinander. Einfach faszinierend.
Auch die tiefe monarchistische Kultur der einistigen Donaumonarchie scheinen aus jedem Element der Kirche zu sprechen. Voller Faszination und mit beeindruckender Kraft hat sich hier eine längst verlorene Zeit ein ewiges Monument erbaut.

Die Kirche erzählt nicht nur von der internationalen Kultur der Renaissance, korintische Kapitelle oder etwa Spitzbögen in der Götik ziehen sich schließlich durch mindestens ganz Europa, sondern die österreischiche Geschichte scheint sensibel und filigran eingeflochten zu sein.
Mich hat die Kirche wirklich beeindruckt. Vor Allem weil ein finanzieller Reichtum und eine materielle Spannweit Ausdruck verliehen bekommt, die man sich kaum mehr vorstellen kann. Auch ist es beeindruckend, dass im 16.Jahrhundert bereits solch beeindruckende und faszinierende Bauten geschaffen werden konnten.

Besondere Beachtung sollte man, meiner Meinung nach, den schönen korintischen Säulen schenken, die man in unseren Gegenden seltener sieht. Korinthische Säulen (3.Säulengeneration, ursprünglich aus der griechischen Antike) zeichnen sich durch eine starke Verjüngung, das häufige Fehlen der Anuli (Querrillen am Säulenschaft und -hals) und die Arkanthusblätter am Kapitell aus.
Auch das Kreuzgratgewölbe im oberen Geschoß, Tonnengewölbe die im Lot aufeinanderstehen, ist von besonderer Schönheit und lässt Staunen.


:: Fazit ::

Die Hofkirche in Innsbruck ist auf jeden Fall einen Besuch Wert. Nicht nur für Kunst.- und Architekturfans oder Glaubenspilger ist die Hofkirche ein Erlebnis .Schon der Kreuzgang, über den die Kirche zu erreichen ist, fasziniert mit einer sakralen Schönheit.
Die Kirche im Inneren lässt nur noch drei Buchstaben staunen: WOW.
Wenngleich es prächtigere, größere und wichtigere Kirchen gibt, die Hofkirch in Innsbruck hat eine ganz besondere Faszination und die Geschichte wird in den Räumen förmlich lebendig.

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Kommentare

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  • pinkdawn 25.07.2008 03:14
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich
  • Lady-Alexa 20.08.2007 20:35
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • hammi79 08.06.2007 21:41
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • EvilEye 10.09.2006 02:44
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Petaluma 19.12.2004 21:50
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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