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Ich habe seit Jahren liebe Verwandte in Hannover wohnen, die ich, so oft es eben geht, besuchen fahre.
Ein absoluter Pflichtpunkt während meines Aufenthaltes sind immer die Herrenhausener Gärten. Für mich ist das der paradiesichste Platz in Niedersachsens Landeshauptstadt.
Angelegt wurden die Gärten im 17. Jahrhundert von Sophie v. d. Pfalz, der Frau des ersten Kurfürsten von Hannover. Sophie von der Pfalz, die in Hannover auch "die Große Kurfürstin" genannt wird war eine der gibildetsten Frauen ihrer Zeit; der Mathematiker Gottfried Wilhelm von Leibnitz (1646-1716) gehörte zu ihren besten Freunden, und er war es, der ihr half, die Gartenanlage zu planen.
Durch ein großes Goldnes Tor betritt man die Anlage. Vom Großen Garten zweigen mehrere kleinere, mit kleinen Gartenhäuschen versehene, Gärtchen ab, die jeder eine bestimmte Blumensorte hat. Im hinteren Teil des Großen Gartens befindet sich ein großer Teich mit einer noch größeren Fontäne (die Hannoveraner sagen, es sei die höchste Fontäne Europas).
Nach dem II. Weltkrieg kaufte die Stadt Hannover die Gartenanlage dem Herrscherhaus der Welfen ab (das ist jene Familie, zu der auch Ernst August von Hannover gehört, den wir ja alle kennen!) Die Anlage war ziemlich mitgenommen, und die Stadt verwandte wirklich alle ihre Liebe darauf, die Gärten originalgetreu wieder herzustellen. Nach barocker Art und Weise sind sie in totaler Symmetrie angelegt. Im Großen Garten begegnet einem ein sehr schönes DEnkmal der Kurfürstin: Sie sitzt auf einem etwas erhöhten Sessel und hat ein Buch in der Hand. Zwischen die Buchseiten hat sie einen Finger geklemmt, so als würde sie gerade eine kleine Pause beim Lesen machen, und sie schaut die Besucher erwartungsvoll an... In einem anderen Teil begegnet einem dann ein anderer Teil der kurfürstlichen Familie: Ernst August I., der erste Kurfürst (1692-98) mit seinem Sohn und Nachfolger Georg Ludwig (1698-1727, 1714-27 auch König von England).
Auf der Anlage kann man für gerade einmal DM 5 so einiges erleben: Feste, Feuerwerke, Konzerte... Besonders reizend ist im Sommer das Gartentheater: Shakespeares Sommernachtstraum und Romeo und Julia sind an lauen Sommerabenden einfach der absolute Traum! Vergessen will ich auch nicht die festlichen Illuminationen in den Gärten, die im Anschluss an die Aufführungen folgt.
Immer, wenn ich die Gärten mit meinem Rollstuhl befahre, fühle ich mich wie der Kurfürst von Hannover persönlich. Man kann dort herrlich lustwandeln, die Orangerie des alten Schlosses betrachten und betreten und einfach die Seele baumeln lassen, was in unsren hektischen Zeiten immens wichtig ist.
Also, ihr Lieben, wenn Ihr das nächste Mal in Hannover seid: die Gärten im Stadtteil Herrenhausen besuchen. Ihr werdet es nicht bereuen! Lasst Euch Zeit, alles zu entdeccken, denn die Anlage ist sehr detailreich.
Ja, da würde ich auch gerne mal spazierengehen und mir vorstellen, ich wäre (nur mal kurz) in der Entstehungszeit da...allerdings in einem Kleid aus dem Rokoko, die waren schöner;-)
18.02.2004 17:11
Ja, da würde ich auch gerne mal spazierengehen und mir vorstellen, ich wäre (nur mal kurz) in der Entstehungszeit da...allerdings in einem Kleid aus dem Rokoko, die waren schöner;-)
05.08.2001 23:28
...jetz lese ich innerhalb von 2 Tagen schon den zweiten begeisterten Bericht über die Gärten in Hannover - da m u s s ja was dran sein :-) Gruß-Frank
05.08.2001 18:46
Wenn ich mal in Hannover bin, werde ich daran denken hin zu gehen und mir alles genau anzugucken. Gruß sylvia