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Erfahrungsbericht

für Hansa Theater, Hamburg
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5 Sterne Zeitreise in die 50 er Jahre
50 von 50 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro tolles Erlebnis

Kontra Pudelnummer war albern

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

swerlich Seit 21 Aug 2007

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4 Mitglieder vertrauen mir

In Hamburg gibt es zurzeit die Möglichkeit ein Stück Nostalgie zu erleben. Im Hansa Variete Theater. Viele werden sagen, dass das Blödsinn ist. Das Hansa Theater hat 2001 geschlossen. Das ist richtig. Aber richtig ist auch, dass es wieder aufgemacht hat. Jedenfalls zunächst einmal für einen begrenzten Zeitraum.

Als wir Ende 2008 nach einem Geburtstagsgeschenk zu einem runden Geburtstag suchten, kam uns die Werbeoffensive für das Hansa Theater gerade Recht. Meine Reaktion war auch erst einmal etwas erstaunt, da ich nur im Hinterkopf hatte, dass das berühmte Hansa Theater am Hamburger Steindamm vor vielen Jahren geschlossen hatte.

Gott sei dank gibt es das Internet und auf der Internet Seite www.hansa-theater.de bekam ich alle notwendigen Informationen, die mich zu dem Schluss kommen ließen, dass Eintrittskarten für diese Veranstaltung genau das richtige Geschenk für einen runden Geburtstag sind. Da ich selbst so neugierig auf die Sache war, schlug ich vor, dass doch am besten gleich die ganze Clique mit ins Hansa Theater kommt und wir uns dort einen schönen Abend bzw. Nachmittag machen. Und so kam es dann auch. Wir hatten wirklich einen schönen Nachmittag im Hansa Theater!

Das Theater ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen, da es nur 5 Gehminuten vom Hamburger Hauptbahnhof entfernt liegt, demnach kann man mit sämtlichen S- und U-Bahn Linien, Regionalzügen oder dem Bus anreisen. Mit dem Auto zu kommen würde ich mal nicht empfehlen, da die Parkplätze in der Hamburger Innenstadt doch sehr begrenzt und teuer sind.

Die Adresse des Hansa Theaters ist nicht unbedingt die Beste, da es direkt am Steindamm 17 im Hamburger Stadtteil St. Georg liegt. Die Gegenden rund um den Bahnhof sind ja in den wenigsten Großstädten die Besten. In Hamburg findet man auf der einen Seite vom Bahnhof die Mönckeberg- und die Spitalerstrasse, die mit ihren Kaufhäusern, Boutiquen und Passagen zum Shopping einladen. Verlässt man den Hauptbahnhof auf der anderen Seite, kommt man in den bunten "In"-Stadtteil St. Georg, mit all seinen Döner Buden, Schnellimbissen, Ramsch- und Second Hand Läden. Inmitten dieses Trubels ragt das Vordach mit den Buchstaben "Hansa Variete Theater" über den Bürgersteig.

Für Restkarten oder hinterlegte Karten waren an diesem Nachmittag zwei Kartenhäuschen geöffnet. Wir hatten allerdings unsere Karten schon vor mehreren Wochen online bestellt und längst zugeschickt bekommen. Also wurden wir von dem Portier in chicer grauer Uniform freundlich begrüßt und direkt hereingelassen.

Sobald man das Foyer des Theaters betritt, fühlt man sich schon in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt. Der Teppich, die Tapeten, die Beleuchtung, alles erinnert irgendwie an 50er oder 60er Jahre. Für mich entstand sofort eine interessierte Neugier, alles genau anzuschauen und auf mich wirken zu lassen. Und die Umgebung verfehlte ihre Wirkung nicht! Ein heimeliges, warmes Gefühl gepaart mit Erstaunen machte sich breit. Für mein zu Hause würde mir dieser Stil sicherlich nicht gefallen. Aber hier passte einfach alles!
Wir gaben zunächst einmal unsere Jacken und Mäntel an der Garderobe ab (für 2 Euro pro Jacke) und schauten uns weiter um. Natürlich mussten auch die Sanitären Anlagen "besichtigt" werden. Und auch das war fast ein Erlebnis. Sie befanden sich im Keller, also für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte nicht zugänglich, wobei mir nicht bekannt ist, ob es für diese Personen noch andere Toiletten gibt. Sowohl das Damen als auch das Herren WC sind mittels einer Drehtür zu betreten. Auf der rechten Seite befinden sich die Waschgelegenheiten und auf der linken Seite, jeweils abgetrennt durch Holzschiebetüren die WC's. Das hört sich jetzt vielleicht ein wenig befremdlich an, war aber alles in Ordnung, sehr sauber, aber eben speziell.

Wenn man den eigentlichen Theatersaal betritt, gehen einem auch erst einmal die Augen über. Ich glaube ich muss nicht erwähnen, dass alles wieder einmal sehr antiquiert, aber dennoch unheimlich einladend wirkt. Der Saal ist nicht allzu groß. Ich schätze mal, dass er in etwa 450 Zuschauer fasst. Man sitzt in kleinen Blöcken (2er, 3er, 4er, 5er oder 6er) nebeneinander, jeweils mit einem kleinen Tischchen davor, da während der Vorstellung auch verzehrt werden kann. Wir wurden am Eingang zum Saal von einer freundlichen Dame begrüßt, die uns direkt zu unseren Plätzen führte. Dort wartete bereits unser Kellner auf uns, der uns ebenso freundlich in Empfang nahm.

Auf seine Empfehlung hin, entschieden wir uns zunächst einmal für ein Kaffeegedeck, denn die Vorstellung begann um 16.00 Uhr nachmittags. Das Gedeck bestand aus einem Kännchen wohlschmeckenden Kaffee, einem Stück Butterkuchen und einem Stück Apfelkuchen. Wobei der Butterkuchen ein wenig trocken war, der Apfelkuchen dafür aber umso leckerer. Einen Klecks Sahne gab es auch noch dazu, da war der Butterkuchen dann nicht mehr ganz so trocken. Der Preis für dieses Gedeck lag bei stolzen 9,50 Euro. Selbstverständlich gab es auch die Möglichkeit Tee, Bier oder Softgetränke zu bestellen. Für jeweils 19 Euro pro Portion wurden wahlweise ein Käseteller oder eine Auswahl maritimer Köstlichkeiten angeboten. Da wir aber später noch richtig Essen gehen wollten, beließen wir es bei unserem Kaffeegedeck. Ich kann also zum Preis-Leistungsverhältnis der angebotenen Speisen hier nichts sagen. Wobei ich schon mal bei anderen Zuschauern den einen oder anderen Blick auf einen der Teller werfen konnte. Ich muss in diesem Zusammenhang sagen, dass die Portionen für diesen Preis relativ übersichtlich aussahen. Das Catering wird vom in Hamburg relativ bekannten Fischereihafenrestaurant gemanagt.

Jetzt bin ich bis zu dieser Stelle schon über 800 Wörter losgeworden und habe noch nicht ein Wort über das eigentliche Programm verloren.

Es handelt sich also um ein Variete. Wie das Wort selbst schon sagt variiert also das Programm in sich. Es gibt verschiedene Artistik und Akrobatik Nummern, einen Zauberer und einen Programmteil mit Pudeln (für meine Begriffe die einzige Nummer, die überflüssig ist). Neben den einzelnen Programmteilen ist der Conferenciers, der die Vorstellung moderiert, ein sehr wichtiger Bestandteil der Vorstellung. Die Vorstellung, die wir gesehen haben, wurde von dem sehr bekannten Schauspieler Ulrich Tukur moderiert. Das ganze ging sogar weit über eine Moderation hinaus, denn Herr Tukur hat auch selbst gesungen, wobei er die Begleitung am Klavier oder mit dem Schifferklavier auch gleich noch selbst gemacht hat. Ich muss sagen er hat uns wirklich brillant durch den Nachmittag geführt. Leider wird aber nicht jeder Zuschauer das Glück haben, Ulrich Tukur zu sehen, denn die Moderation wird an verschiedenen Tagen von verschiedenen Personen erledigt. Am Eingang des Theaters waren alle Conferenciers (die sich jeweils abwechseln werden) mit einem Bild aufgeführt, u.a. Gustav Peter Wöhler, Marlene Jaschke, Horst Schroth, Mike Krüger und einige andere. Man findet diese Namen aber auch alle noch einmal auf der Homepage unter dem Menüpunkt Programm.

Bevor das eigentliche Programm beginnt, erfährt der Zuschauer mittels eines kleinen Films, der gezeigt wird, erst einmal etwas über die Geschichte des Hansa-Theaters, die bereits 1894 begann. Es gab eine Menge bekannter Künstler, die in über 100 Jahren bis zum Jahr 2001 in dem Hamburger Theater auftraten. Unter anderem Josephine Baker, Charly Rivel und Siegfried & Roy, um nur einen Bruchteil der Berühmtheiten zu nennen, traten in der Vergangenheit im Hansa Variete Theater auf.

Nachdem Ulrich Tukur dann eine ganz erfrischende Begrüßung gesprochen hatte, trat als erstes Anna Stankus mit ihren Hula Hoop Reifen auf, bevor die für mich beeindruckenste artistische Leistung des Abends von dem wunderbar durchtrainierten Andrey Koltsov
Auf die Bühne kam. Ich konnte mich an dieser Darbietung und natürlich an dem perfekten Body des Russen gar nicht satt sehen. Was der Handstand Akrobat geboten hat, war wirklich ganz große Klasse.

Nebenbei lernte ich an diesem Nachmittag auch noch 2 ganz neue Fremdwörter: Strapaten und Antipoden. Unter Antipoden versteht man Künstler, die auf dem Rücken liegend mit Händen und Füssen jonglieren. In diesem Fall sahen wir die hervorragende Darbietung der Spanierin Consuelo Reyes. Unter Strapaten versteht man Artisten, die mit von der Decke hängenden Bändern arbeiten. Hier zeigte uns Youri Mamchych eine sehr schöne Choreographie.

Neben weiteren akrobatischen und komödiantischen Darbietungen, trat auch noch der norwegische Magier Finn Jon auf, der angeblich schon mit David Copperfield zusammengearbeitet hat.

Die für mich zweifelhafteste Nummer gab es ganz am Ende der Vorstellung: Angelica Obertaeva und ihre Hundeschar, ein Dalmatiner, 5 Pudel und ein chinesischer Schopfhund. Die Pudel waren dabei wirklich so dermaßen dämlich verkleidet, dass es für meine Begriffe echt daneben war. Über diesen Beitrag gab es auch in der Hamburger Presse schon viele sehr kritische Leserbriefe von Zuschauern. Für mich persönlich war diese Darbietung wirklich absolut überflüssig.

Alle anderen Beiträge aber und der ganze Nachmittag insgesamt war wirklich ein Erlebnis, das ich nur jedem empfehlen kann. Das Programm ist sehr abwechslungsreich und beeindruckend zusammengestellt.

Normalerweise sollte das ganze Projekt bis zum 8. März 2009 begrenzt sein. Da man mittlerweile aber so sehr großen Zuspruch hat und der Kartenverkauf hervorragend läuft gibt es Zusatzvorstellungen bis z.Zt. einschließlich 05. April 2009.

Es gibt verschiedene Nachmittags- und Abendvorstellungen, wobei die Karten je nach Platz und Uhrzeit zwischen 29,90 und 49,90 Euro kosten. Die Karten erhält man entweder online über ticket-online, oder tel. unter (040) 4711 0 644 oder an der Tageskasse im St.Pauli und im Hansa Theater sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Soweit ich gehört habe, ist noch nicht ganz klar ob es weitere Vorstellungen über den 05. April hinaus gibt. Die Macher des St. Pauli Theaters Ulrich Waller und Thomas Collien, die sich dieses Projekts angenommen haben, sind wohl selbst so überwältigt von dem Erfolg, dass man noch überlegt weiterzumachen.

Für weitere Informationen empfehle ich die Internetadresse www.hansa-theater.de.

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Kommentare

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  • jockel2001 04.07.2011 04:01
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Dr.WeissViel 09.05.2009 15:00
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Wolle0509 17.04.2009 10:26
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    sehr hilfreich
  • Mousebear 30.03.2009 12:50
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Fifima 28.03.2009 08:37
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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