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Pro interessante, lebhafte, bunte Stadt
Kontra Zeit war zu kurz, um alles Sehenswerte zu sehen
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
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| Anbindung | |
| Sehenswürdigkeiten | |
| Sicherheit | |
| Gastfreundlichkeit |
Wir sind pünktlich beim Flughafen von Da Nang, von wo der Flieger nach Hanoi um 8:05 Uhr abheben soll. Um 9:15 sollen wir in Hanoi sein, Nguyen hilft uns beim Einchecken. Und dann kommt die Durchsage: Verspätung! Um 10:00 werde eine weitere Durchsage kommen, wann das Flugzeug starte. Wir warten, warten, warten - letztlich warten wir etwa 3 ½ Stunden. Eine Begründung gibt es nicht. Unser Reiseleiter sagt uns später, die Vietnam Airlines würden öfter erst ein Flugzeug starten lassen, wenn es genügend ausgebucht sei. Sie würden dann eben die Flüge solange verschieben, bis die Maschine ausgelastet sei. Was soll's, wir können es nicht ändern. Es wird aber zumindest ein kleiner Inbiss an die Wartenden ausgegeben, und Freund kann mir am Flughafen einen Porzellan-Engel kaufen – die einzigen Engel, die wir in Indochina sehen.
Wir kommen dann entsprechend erst am späten Mittag in Hanoi an. Dort erwartet uns unser neuer Reiseleiter Vinh (Ewigkeit), wieder ein älterer Herr, der ebenfalls in Deutschland studiert hatte und seit vielen Jahren als Reiseleiter tätig ist. Auch seine Ehefrau geht diesem Beruf nach, wie Vinh uns immer wieder erzählt. Wie wir merken werden, ist Vinh ein ganz lieber, aber auch sehr chaotischer, doch etwas unorganisierter Reiseleiter. Dafür hat er aber alle Fußballergebnisse der Bundesliga seit Urzeiten bis heute im Kopf und kann daher die Mitreisenden immer auf dem aktuellen Stand halten:-)In Hanoi ist es kalt, um die 9 – 11°. Nguyen, unser letzter Reiseleiter, hatte uns gesagt, er sei der Meinung, die Reisegesellschaften liegen völlig schief, wenn sie Januar und Februar als beste Reisezeit für diese Rundreise angeben, diese Zeit würden sie nur nennen, weil es in Deutschland dann kalt und hässlich sei. In diesen Monaten sei es aber auch in Nordvietnam kalt und zum Teil auch in Zentralvietnam. Er empfehle daher frühstens den März für eine solche Reise: Da sei es überall warm. Hmmmmm – mag ja sein, ABER: Wir hören, dass es in Hanoi völlig atypisch kalt sei, wegen irgendwelcher Winde aus China, normalerweise seien es um diese Jahreszeit mindestens 18°. (Tatsächlich werden hier etwa 1 Woche später, als wir schon weg sind, 20 – 22° gemessen). Dies wäre ja eine durchaus akzeptable Temperatur. Wir haben also nur Pech gehabt in diesem Jahr. Und außerdem: Die Reise geht ja weiter nach Laos und Kambodscha. Da sind die Temperaturen jetzt schon recht heiß, ab März würden sie noch stark ansteigen. - zu heiß für schweißtreibende Ausflüge und Besichtigungen. Als Alternative käme in Betracht, den Süden und den Norden Vietnams getrennt zu verschiedenen Zeiten zu bereisen – aber genau das wollen wir ja derzeit nicht, wir wollen ja einen Überblick über ganz Vietnam. Januar bis Februar sind dann wohl schon „normalerweise“ die beste Jahreszeit. Und was soll's: Wir nehmen das Wetter, wie es ist und genießen die Zeit.
Ja, Zeit: Da gibt es jetzt Probleme: Vinh meint, da wir so verspätet angekommen sind, schaffen wir das heute vorgesehene Programm nicht, zumal der Verkehr so heftig ist, dass der Bus eh viel im Stau steht. In der Tat: Der Verkehr ist hier noch heftiger als in Saigon, es ist kaum ein Durchkommen durch die Tausende von Mopeds. Die Programmpunkte, die heute einfach nicht abgehakt werden können, müssen wir übermorgen, nachdem wir aus der Halong-Bucht zurückgekehrt sind, nachholen.Wir beginnen unsere Besichtigung mit dem ethnologischen Museum, dem Museum für ethnologische Minderheiten. 54 Minderheiten gibt es in Vietnam, darunter z. B. meine geliebten Cham, aber auch Hmong, auf die wir in Laos noch stoßen würden.
Das Museum ist wirklich sehr interessant. An den Wänden hängen Informationstafeln, Entwicklung, Geschichte, Tradition und Gegend, in der die jeweiligen Mitglieder der Minderheit leben, werden gezeigt, in Modellen ist die Hausbauweise dargestellt. Auch die religiösen Aspekte und Kultgegenstände werden beleuchtet. Wir können ebenfalls alte Schriften bewundern. Doch, der Besuch lohnt.Und nun steht wieder das obligatorische Nudelsuppenrestaurant auf dem Programm. Eigentlich wollen wir danach zum Literaturtempel, stecken aber im Stau fest. Um 17 Uhr beginnt aber das Wasserpuppentheater, und einige von unserer Gruppe hatten den Besuch schon von Deutschland aus für 14 Euro mit der Reise gebucht. Wir anderen wollen nun aber auch an der Veranstaltung teilnehmen. Vinh beauftragt seine Frau, für uns Eintrittskarten zu erstehen, bekommt aber die Rückmeldung, das Theater sei ausverkauft. Wir murren, und Vinh meint, er würde selber versuchen, Karten zu bekommen, er habe Beziehungen. Und tatsächlich bekommen wir Karten, der Eintritt kostet 40.000 Dong, mal gerade um die 1,50 Euro. Vinh meint, ja wenn man im Vorfeld beim Veranstalter bucht, zahlt man Reiseleiter, Verkehrsmittel und dergleichen mit – während wir jetzt einfach den Eintrittspreis bezahlen. Allerdings verstehen wir nicht, wieso die Veranstaltung ausverkauft sein soll: Nur etwas über die Hälfte des Theaters ist besetzt.
Wir begeben uns also ins Thang-Long-Wasserpuppentheater. Nun sind Wasserpuppentheater schon sehr speziell: Es gibt sie NUR in Vietnam! Wir begeben uns ins Theater und nehmen ein Programm mit, das kostenlos ausliegt. Die Sitzreihen sind wie in einem Kino nach hinten erhöht angeordnet. Vor uns ein Wasserbecken, dahinter eine Art Kulisse um einen Vorhang herum. Links ist ein erhöhte Bühne mit Orchester und Chor. Sänger und Sängerinnen stellen die Stimmen der Wasserpuppen, singen aber auch recht exotisch anmutende Lieder.Das Puppentheater ist klasse! Angeblich soll ja kein Nicht-Vietnamese verstehen, um was es dabei gehe, aber ich finde schon, dass die Handlung nachvollziehbar ist – zumal es ja noch das Programm gibt:-). Einzelne kleine Szenen werden aufgeführt, Puppen mit Pauken, Puppen mit Kerzen, ganze Gruppen mit Booten, auch Drachen und Vögel – bunt, schrill, exotisch und wunderschön das alles! Zuletzt kommen die Puppenspieler hinter dem Vorhang vor und verbeugen sich, bis zu den Hüften im Wasser stehend.
Vinh will mit uns jetzt vom Puppentheater durch die Altstadt von Hanoi zu unserem Hotel laufen, damit wir auf diese Art gleich die Altstadt sehen, da der Altstadtbesuch auf dem Programm steht. Das ist gut gemeint, aber er rennt los, wir versuchen, hinterher zu rennen. Um mitzukommen, können wir weder nach rechts noch nach links gucken, jedes Foto, das wir schießen, ist mit dem Risiko verbunden, den Anschluss zu verlieren und verloren zu gehen. Man hätte das Ganze ja ganz leicht entschärfen können, wenn Vinh uns gesagt hätte, wie unser Hotel heißt und wo es zu finden ist, dann hätte man sich eben, wenn verlaufen, dort treffen können, aber Vinh sagt es uns nicht, rennt weiter. Ich beschwere mich, sage, wir würden gerne etwas sehen, Vinh antwortet, man dürfe hier in der Altstadt nicht stehen bleiben. Blödsinn! Erstens liegt in der Altstadt ein Laden oder Stand oder eine Futterstelle neben der anderen, und um diese zu nutzen, muss man ja stehen bleiben, zum anderen ist zwischen stehen bleiben und rennen ein gewaltiger Unterschied! Aber Vinh rennt weiter, und wir jagen irgendwie hinterher. Es gelingt mir nur mühsam, ein paar Fotos zu schießen und die lebhafte Stimmung zu erspüren.Dann kommen wir zum Hotel, dem Thien Thai. Wir stehen vor dem großen Altstadtgebäude, zur Rezeption geht es eine Treppe hoch, aber wir warten auf den Bus mit unserem Gepäck. Das dauert!Sicher hätte man ihn früher ordern können, aber Vinh rief wohl erst an, als wir vor dem Hotel waren. Endlich ist es so weit, der Bus kommt und wir können einchecken.
Zum Abendessen ist im Hotelrestaurant wieder einmal ein Menue für uns vorgebucht. Danach falle ich ins Bett, denn wir waren ja, wenn auch wegen der Flugverzögerung unnötig, aber doch sehr früh aufgestanden.Am nächsten Morgen fahren wir zur Halong-Bucht und kehren den Tag darauf nach Hanoi zurück.
Unterwegs wollen wir aber noch Haiphong besuchen. Die Hafenstadt im Delta des Roten Flusses bietet einen schönen Blumenmarkt. Wir steigen an der Oper, die von einem riesigen Ho Chi Minh-Porträt geziert ist, aus und bummeln durch die Stadt – über den Blumenmarkt, den Fischmarkt, sehen dort im Hintergrund das Minarett einer Moschee – aber es nieselt wieder und wir fahren weiter nach Hanoi.
Unerwähnt möchte ich auch nicht lassen, dass im Hintergrund die „Halle der Harmonie“ zu finden ist: Neben einer fast „normalen“ Toilette ein Häuschen, dass schon etwas - ähh – mittelalterlich skurril anmutet. Darauf möchte ich aber nicht weiter eingehen:-).
Gebäude, Skulpturen und Gärten im Literaturtempel sind jedenfalls wundervoll und unbedingt einen Besuch wert.Weiter geht es zum Hoa-Kiem-See, dem Mittelpunkt Hanois. Er ist mit seinen Parkanlagen darum herum eine der beliebtes Freizeitparks in der Stadt. Im See liegen auf einer kleinen Insel der sog. Schildkrötenturm und eine weitere Insel, die Ngoc Son-Insel, mit dem Jadeberg-Tempel, dem Tempel des zurückgegebenen Schwertes. Wir gehen über die schmale rote Holzbrücke „Brücke der aufgehenden Sonne“ über den See – für mich mal wieder eine Zitterpartie, aber ich werde immer besser:-) - zur Jadeberg-Tempelinsel, umrunden erst von außen den kleinen Tempel: Gleich links kommt ein Räucherofen, dann wachsen da herrliche Bonsais in Kübeln. Bänke stehen am Rand der Insel und ein kleiner, pagodenartiger Pavillon lädt zum Verweilen ein. Rechts davon wachsen auch ein paar große Bäume. Obwohl es recht belebt ist – nicht nur Touristen, auch viele Pärchen und Familien von Hanoi flanieren hier herum - ist es eine friedliche, lauschige Stimmung.
Dann betreten wir den Tempel, der dem Nationalhelden Tran Hung Dao und einigen Gelehrten des 13. Jahrhunderts gewidmet. Ist. Auch hier ist es sehr bunt, der Altar ist mit frischen rosafarbenen Blütenzweigen geschmückt, in einem Nebenraum ist eine präparierte, angeblich um 400 Jahre alte Schildkröte ausgestellt.Wir lassen uns treiben, sehen uns um, nehmen die Stimmung auf. Es dämmert, als wir über die kleine rote Brücke zurückgehen und uns auf dem belebten Platz vor der Insel sammeln. Eine Bananenverkäuferin mit dem obligatorischen Spitzhut, die Stange über der Schulter, an der an beiden Enden jeweils ein Korb mit Bananen hängt, kommt vorbei, setzt mir einfach lachend ihren Hut aus und legt mir ihre Waren über die Schulter – und die Umherstehenden knippsen mich lachend. Dafür, dass ich so unfreiwillig den Affen mache, schenkt sie mir eine große Tüte Bananen.
Und wieder geht es zurück zum Hotel. Essen ist heute nicht gebucht, also gehen Putzele und ich alleine essen. Das Hotel betreibt im Erdgeschoss ein Restaurant, das Mandarin – Hot Pot Buffet House. Und genau dieser Hot Pot, den wir im Verlauf unserer bisherigen Reise ja schon einmal mitbekommen hatte, ist die Spezialität in dem Restaurant: Ganze Gruppen junger Vietnamesen sitzen an den langen Tischen und zelebrieren über Stunden hinweg ihren Hot Pot und das überreichliche Büffet. Wir wollen aber früh ins Bett, denn morgen fliegen wir wieder weiter, diesmal grenzüberschreitend.Am kommenden Tag werden wir um 4:30 geweckt, um 5 muss das Gepäck vor der Türe stehen. Wir können noch frühstücken, werden um 6 Uhr abgeholt zum Flughafen. Sind aufgeregt. Die Flughafenangestellte am Checkin-Schalter hat irgendwelche Probleme mit unseren Ticketts, aber Vinh regelt alles, und so verlassen wir mit Ausreisestempeln im Pass Vietnam.Wir verlassen es mit einem weinenden und einem lachenden Auge: Weinend, weil wir uns wohlgefühlt haben in diesem Land, gerne bleiben würden, gerne tiefer eintauchen würden – Auf Wiedersehen, Vietnam! - lachend, weil wir uns auf Laos freuen.
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Quasseltante 31.10.2011 05:37
BH abgeliefert & LG
Quasseltante 21.10.2011 07:32
bh folgt
Klaus Alfred 11.04.2011 12:42
Was für ein Glück, dass wir in Hanoi ausschlafen konnten - dafür aber Halong verpennt haben.
t.schlumpf 03.04.2011 08:34
Sorry für die lange Wartezeit ;o)
Vietnam würde mich auch interessieren. LG, Manja