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Da ich ganz im Norden von Hamburg lebe, komme ich selten in den Hafen. Ihn zu besuchen, ist auch für mich ein kleiner Ausflug. In den letzten Jahren, bin ich aber so gut wir nie dort gewesen. Erstens fehlte mir die Zeit und zweitens bin ich entsetzt über die Ausgabe unserer Steuergelder in die Hafencity.
Doch dieses Jahr hatte ich meinem Vater (großer Hafenfan) einen Ausflug mit Schifffahrt und gutem Fischessen zum Geburtstag geschenkt. Da das Wetter endlich mitspielte, habe ich diese Versprechen endlich eingelöst. Ein großer Wunsch meines Vaters war es aber auch die Hafen-City und ganz besonders, die Magellan-Terrassen zu besuchen. Da ich diese Ecke nun auch fast 5 Jahre nicht besucht hatte war auch neugierig, denn damals war ja alles noch im Rohbau.Die Buslinie 6 startet vom Hamburger ZOB Bahnhof, der direkt am Hauptbahnhof startet. Aber aufgepasst, nur jeder zweite Bus dieser Linie hat dieses Ziel. Wer unsicher ist, fragt am besten den Fahrer. Die Fahrt dauert dann nur circa 10 Minuten.
Von einem Besuch mit dem Auto rate ich persönlich ab, da die Parkmöglichkeiten nicht besonders gut sind. Lohnenswert ist aber der Spaziergang von den Landungsbrücken.Gedacht sind die Terrassen als Ausflugsziel. Von Bänken und Sitzstufen bieten sie einen Blick auf Hamburgs ältestes modernes Hafenbecken und den künftigen Traditionsschiffhafen. Zurzeit sind die Terrassen ein kleiner Trost für diejenigen, die hier schon wohnen, zwischen Kranen und Baulärm. Denn es dauert noch etliche Monate, vielleicht sogar Jahre, bis man den “neuen” Stadtteil Hamburgs komplett genießen kann. Erweitert werden soll die Anlage noch durch Pontons für einen geplanten Museumshafen, der über eine historische Landungsbrücke von der Kaimauer her zu erreichen sein wird.
Jetzt nach 5 Jahren ist es hier schon recht lebendig geworden. Viele der Büro- und Wohnhäuser sind fertig und bezogen. Die Buslinie hat ihre Haltestellen und die Cafes und Restaurants haben ihre Schirme und Tische platziert. Neugierige Menschen, Schülergruppen, Angestellte und Bewohner beleben das Hafenbecken.
Doch auf mich wirken die Terrassen immer noch nackt und öde. Mein zweiter Gedanke war: Oh , wie grausig muss es hier sein, wenn es regnet und Hamburg wieder in grau liegt“. Das ist ja nun nicht selten. Der Sommer hält ja nicht ewig, wenn er dann mal kommen würde.Ein besonderes Augenmerk soll das Lichtkonzept des Platzes und die Gestaltung der verschiedenen Oberflächen, das Materialwahl und die Farbgebung sein. Ein geschwungenes, insgesamt bis zu 10 Meter hohes, ca. 200 Meter langes Leuchtelement aus Stahl bildet eine eindrucksvolle "Krone" des Platzes, die ihn nachts effektvoll zum Leuchten bringt. Die Mauern und Wände sind mit plastischen Mauerziegeln verkleidet, die ein abstraktes, überdimensionales Fischornament erkennen lassen sollen und damit den besonderen maritimen Charakter des Platzes unterstreichen.
So weit, so gut.Was mir besonders fehlt sind ein paar Blickfänge. Alles wirkt glatt, leblos und nackt. Daran ändern auch die Menschen nichts, die sich hier bewegen. Zwar sind ein paar Bäumchen in großen Abständen gepflanzt, doch die heitern das Bild nicht auf. Im Gegenteil. Sie wirken so spärlich und einsam, dass es einen eher traurig macht.
Um sich hier auszuruhen oder zu entspannen, muss man sich entweder ein Kissen oder Unterlage mitbringen, sonst muss man auf dem nackten Gestein Platzt nehmen. Es gibt zwar auch Betonbänke und –liegeflächen, aber wer will sich denn darauf setzen. Über alle Flächen wird gegangen und die Bänke erhitzen in der Sonne doch sehr. Hinzu kommt, dass sie unbequem sind.Sehr störend sind auch die vielen Baustellen, die es rundherum immer noch gibt. Und es kann noch Jahre dauern bis hier alles fertig ist. Doch auch danach wird es hier nicht gemütlicher, denn die Terrassen sind ja fertig. Der Blick auf das Gesamtfläche de Beckens könnte dadurch, aber nur ein ganz wenig, wenn überhaupt, etwas netter werden.
Als wir trotzdem für einen kurzen Moment Platz genommen hatten, erinnerte mich nichts an den Hamburger Hafen oder an die Elbe. Es roch noch nicht mal nach Wasser. Auch hier lebt und bewegt sich auch kein Tier, das typisch ist für den Hafen und die Elbe. Doch nicht mal eine Möwe erirrt sich hier her.Die groß gelobte Beleuchtung konnte ich nicht wahrnehmen. Ich wüsste auch nicht warum. Hier möchte ich nachts gar nicht sein. Und tagsüber sind die merkwürdigen Leuchtröhren, die mich an Förderbänder oder endlose Regenrinnen erinnern wirklich hässlich.
Mein Fazit fällt auch dementsprechend schlecht aus. Zwar kostet dieser Besuch nichts, doch für mich gibt es auch nichts Reizvolles. Was sich der Senat dabei gedacht hat, ist mir ein Rätsel. Die Gelder für diesen Bau hätte Hamburg in wirklich sinnvollere Objekte stecken sollen.Wir haben nur gespottet. Denkbar für uns, die nächste Sturmflut nimmt einfach alles wieder mit. Dann legen wir einen großen Park für Groß und Klein an. Mit Möwen, Enten und Fischen.
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