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Haiti - Land der Gegensätze
Pro ausgezeichnet organisierte Rundreise, ein tolles Urlaubserlerbnis
Kontra relativ hohe Nebenkosten (Grenzgebühren: 35 US$, Getränke sind nicht inklusive)
Anmerkung: Das was immer als „ dargestellt wird, ist ein
Anführungszeichen
Angesichts der mangelhaften Infrastruktur Haitis in Haiti empfiehlt sich eine organisierte Tour, denn die Überlandstraßen sind durchweg ungeteert, mit Schlaglöchern übersät und kaum ausgeschildert; Tankstellen und Hotels sind Mangelware, und ohne einen ortskundigen Führer wird man wenig sehen und schnell in schwierige Situationen geraten. Auch ist es verboten, per Mietwagen die Grenze zu Haiti zu passieren.
ACHTUNG: Wer NICHT sehen möchte, unter welchen Umständen und schlechten Lebensbedingungen Menschen am anderen Ende der Welt vegetieren müssen, sollte diese Rundreise bei ITS nicht buchen. Sehr oft wird man direkt mit den Einheimischen dort konfrontiert und an typischen Touristenstätten kommt es nicht selten (wenn nicht immer) vor, daß man von Verkäufern oder bettelenden Kinder geradezu belagert wird.
Auch beachten sollte man, daß das Fahren auf den sehr sehr schlechten Straßen und ein ausgedehntes Programm bei großer Hitze auch nicht unbedingt für jeden das richtige ist.
Und hier ein Auszug aus meinem Reisebericht, der sich nur auf Haiti beschränkt; wer Online-Kosten sparen will, kopiert sich den Text, der immer noch relativ lang ist, am besten zum späteren kostenlosen Offline-Genuß.
Wir erreichen die dominikanische Grenzstadt Dajabón. Wir müssen den Bus verlassen und zu Fuß mit Sack und Pack etwa 70 Meter zurücklegen und die Grenze passieren. In Haiti besteht der größte Teil der Bevölkerung aus Schwarzen, die die Nachfahren der von den Franzosen importierten Negersklaven sind.
Das erste, was hier auffällt, ist, daß man die Straßen in Haiti wie oben bereits erwähnt, eigentlich nicht als solche bezeichnen kann. Gefahren wird hier absolut rücksichtslos. Das stärkste Fahrzeug hat bei Straßenengpässen die Vorfahrt inne, bei gleichstarken Modellen entscheidet der skrupellosere und mutigere Fahrer sie für sich. Fußgänger und Tiere haben sich prinzipiell rollendem Blech unterzuordnen und gegebenenfalls zur Seite zu springen. Besonders in den Städten wird auch permanent die Hupe als Druckmittel eingesetzt.
Wir fahren weiter in Richtung der Stadt Cap Haïtien. Überall am Straßenrand wird Holzkohle in großen Säcken zum Verkauf angeboten. Im Gegensatz zur Dominikanischen Republik können sich die Menschen das Kochen mit Propangas nicht leisten, so daß das Holz der Wälder rücksichtslos zu Holzkohle verarbeitet wird. Auf einer Brücke werden wir Zeugen eines typischen Waschtages: In einem im Vergleich zu besseren Zeiten sehr trockenen Flußbett, das braunes Wasser führt, wird die Wäsche „gewaschen“ und anschließend zum Trocknen am Ufer ausgebreitet. Die Menschen nutzen den Fluß auch, um sich selbst dort zu reinigen Die Menschen hier reagieren unterschiedlich auf unseren Bus, der sechs weiße Touristen aus dem Paradies transportiert. Zum größten Teil sind die Menschen freundlich und winken uns sogar zu, andere ärgern sich aber auch deutlich über unsere materielle und soziale Besserstellung, wie man sehen kann, wenn man gelegentlich einen Blick aus der Heckscheibe riskiert. Riskant ist es auch auf jeden Fall, ungefragt Fotografien von den Menschen hier zu schießen, da sie es oftmals energisch ablehnen. Hier glaubt man nämlich, daß ein Foto für einen bösen Voodoo-Zauber mißbraucht werden kann.
Wir erreichen Cap Haïtien: Das Stadtbild wird durch Steinhäuser geprägt, die sehr oft sogar mehretagig sind, aber dicht an dicht stehen. Die Häuser sind meistens zerfallen oder unfertig, die Blechdächer verrostet; die wenigen äußerlich wirklich schönen Häuser stechen regelrecht ins Auge. Mal abgesehen von diesen ist keines der Häuser angestrichen. Selbst den Behörden fehlen die Mittel für solide oder repräsentative Gebäude. Sie unterscheiden sich in keinster Weise von den anderen.
Die oberirdischen, stromführenden Leitungen sind alle und überall hoffnungslos angezapft und versorgen die ärmlichen Behausungen mit Elektrizität. Die Straßen sind schmutzig, Müll und Autowracks liegen überall. Die Wasserversorgung wird teilweise durch improvisiert in die Straße gehauene Kanäle gesichert, das Wasser ist schmutzig, Abfall schwimmt darin. Eine Kanalisation gibt es nicht. Einige Seitenstraßen gleichen Schlammpisten.
Die Verkehrsführung aber ist eine einzige Katastrophe. Autos, Lastwagen und Busse fahren so dicht hintereinander und nebeneinander wie hier die Häuser stehen. Vorfahrt hat wie bereits erwähnt der Rücksichtsloseste und Engagierteste.
Zum Mittagessen fahren wir auf eine Anhöhe. Dort speisen wir auf dem Privatanwesen „Pauline“. Das Anwesen wirkt ziemlich teuer und prunkvoll und von hier hat man einen sehr schönen Blick auf das Meer. Das Essen war exzellent, eine sehr gelungene Kombination aus europäischer und haitianischer Küche.
Nach dem Essen fahren wir wieder in die ärmliche Innenstadt. An einem Straßenrand halten wir an. Wir steigen aus, um den sogenannten Eisernen Markt (Marché de Fer) zu besichtigen. Das Angebot umfaßt meistens Lebensmittel. Gemüse (meist Kohl und Mohrrüben), Fleisch, Fisch, Krabben. In der hohen Markthalle staut sich die Hitze. Schätzungsweise 35 bis 40 Grad Celsius. Natürlich leiden die verderblichen Waren darunter; so etwas wie Kühltruhen gibt es hier nämlich nicht, mal abgesehen davon, daß allein die Energieversorgung ein unlösbares Problem darstellen würde. In der Halle herrscht ein GESTANK vor, den man selbst erlebt haben muß, weil es kaum vorstellbar ist Daß die Nase nicht über die unverantwortlichen Zustände getäuscht hatte, davon konnte man auch visuell überzeugen. Ich wage die Behauptung, daß die Fleisch- und Fischwaren schon länger als zwei Wochen in der Halle lagen und bestimmt längst verdorben waren. Fliegen saßen überall zu Dutzenden auf den Lebensmitteln.
Die Menschen sehen bedauernswert aus. Sie sitzen und liegen auf dem sehr schmutzigen Boden der Markthalle, zum Teil schlafen sie dort sogar. Einige halten erschöpft ihre Hände nach oben, in der Hoffnung etwas Geld erbetteln zu können.
Es gibt aber auch andere Waren wie metallene Becher, Kunststoffgeschirr, Kochtöpfe, Zigaretten, Batterien, antike Kohlebügeleisen, Vorhängeschlösser und Maggi-Würfel. Besonders interessant anzusehen ist die Herstellung von Öllampen aus alten Blechdosen.
Für umgerechnet 1/3 US$ erwerbe ich zwei Batterien für den Fotoapparat. Es sollte sich kaum später herausstellen, daß diese Batterien auch nicht mehr wert gewesen sind.
Donnerstag, 24.06.1999:
Nachdem an diesem Morgen das Gepäck erneut im Bus verstaut ist, geht die Fahrt in einem anderen Geländewagen weiter in Richtung der Zitadelle „La Ferrière“, die auch als das achte Weltwunder bezeichnet wird Die Fahrt durch Cap Haïtien und das folgende Umland zur Festung dauert ungefähr eine Stunde. Das Land in Richtung der Zitadelle ist halbwegs fruchtbar. Es scheint sich zumindest für die Viehzucht zu eignen. Schon aus größerer Entfernung kann man das gigantische Bauwerk, das hoch oben auf einem Berg thront, erblicken. Ihre Errichtung verdankt die Zitadelle dem damaligen Herrscher und Diktator Henri Christophe. Der Bau war dreizehn Jahre lang von 1804 bis 1817 im Gange und kostete 20000 Arbeitern das Leben. Der Weg zur Festung ist gepflastert, und obwohl er mehr als 200 Jahre alt ist, macht er einen wesentlich besseren Eindruck als die haitianischen Straßen. Das letzte Stück müssen wir auf Pferden zurücklegen. Dabei führt ein Einheimischer das Pferd und ein weiterer treibt es mit Stockhieben an. Endlich oben hat man einen herrlichen Blick auf dicht bewaldete Hügel und Berge im Umland. Der Bau ist wirklich imposant, zum Teil wird er sogar renoviert.Freitag, 25.06.1999:
Wir besichtigen nach dem Frühstück das an das Hotel grenzende Kolonialmuseum. Dort zu sehen ist eine komplette Hauseinrichtung eines wohlhabenden Kolonialisten, daneben alte Dokumente, Waffen, Kleidungsstücke und Ähnliches.Wir erreichen die Hauptstadt Port-au-Prince. Hier leben ungefähr 1.000.000 Menschen. Die Stadt wurde bei einem Erdbeben 1842 teilweise zerstört. Das Leben wirkt hier wieder armselig. Der Müll liegt auf den Straßen, das Wasser fließt in provisorisch in den Asphalt gehauenen Kanälen vor den Behausungen und ist überdies sehr schmutzig. Aber natürlich gibt es auch hier einen Stadtteil, in dem sich privilegierte Bürger angesiedelt haben. Deren Villen sind durch hohe Mauern und Stahltore abgeschirmt.
Die Straßen sind in der Hauptstadt immer noch recht gut. Wir passieren den Flughafen, der unter UN-Kontrolle steht und entsprechend bewacht wird und durch Stacheldraht eingeschlossen ist. Daher wirkt die Umgebung des Flughafens sicherer und wesentlich gepflegter. Wir fahren zum Hotel „Visa Lodge“, um zu Mittag zu essen. Im Anschluß an das ausgezeichnete Essen in büfettform brechen wir zu einer Stadtrundfahrt auf. Unser Ziel ist die in einer Senke gelegene Innenstadt der Hauptstadt. Die Armut der Menschen ist hier überall unübersehbar. Unmittelbar neben den Elendshäusern erheben sich aber auch glänzende Tankstellen und Autohäuser.
Die eingesetzten Verkehrspolizisten haben ihre liebe Not, den zunehmenden und chaotischen Verkehr zu regeln. In der Hauptstadt sieht man im Gegensatz zum Lande auch viele neuwertige Autos, zum Teil auch aus Europa. Der Verkehr fließt sehr zäh. In chaotischen Zweierreihen quält sich eine unendlich lange Blechlawine in Richtung der Innenstadt. Die Straßen werden schlechter, die Lebensbedingungen der Menschen gleichermaßen. Etwas besser dagegen sehen die unter Denkmalschutz stehenden Häuser aus der Zeit um 1920 aus, aber aufgrund des Geldmangels werden auch diese über kurz oder lang größtenteils zerfallen, wie es hier und da bereits der Fall ist. Auf der Weiterfahrt sehen wir den Nationalpalast, eine Dreifaltigkeitskapelle sowie den Notre Dame von Port-au-Prince. Hier gibt es auch einen Eisernen Markt, der um ein Vielfaches größer ist als der in Cap Haïtien. Wir setzen unsere Fahrt fort und durchqueren dabei das Bankenviertel. Im Gegensatz zu den anderen Häusern wirkt es hier wesentlich ordentlicher, dennoch nur vergleichbar mit einem heruntergekommenen deutschen Hinterhof, wie man ihn aus alten Derrick-Episoden kennt.
Das Übernachtungshotel steht natürlich nicht in der Elendssenke der Innenstadt, sondern auf einer Anhöhe in dem Vorort Montrouix. Die Anhöhe ist den Reichen als Wohnraum vorbehalten. Das Hotel trägt den Namen „Moulin Sur Màre.
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Mungi60 02.02.2010 19:30
Mauzerle 01.02.2010 16:44
BH, da sehr ausführlich, schön beschrieben und entspricht den Tatsachen! Lg
nicky82 28.03.2005 15:29
ein wirklich guter, ausführlicher bericht :-) lg nicky
mjk25 22.02.2004 17:06
super toller bericht.so sollte ein bericht sein.ich war damals auch in haiti,wo ich in der dom rep war.bin zwar nur bis cap haitien gelang,aber es war sehr interessant wie diese zwie länder auf der insel leben.grüße aus dresden mario
negendank 31.12.2003 22:30