Grotte Frasassi - Tropfsteinhöhle, Italien

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Grotte Frasassi - Tropfsteinhöhle, Italien

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Verzaubernde Naturerscheinung – Grotte Frasassi

5  11.09.2004

Pro:
die ganze Höhle besteht aus Tropfstein, sie ist riesig

Kontra:
Führungen nur auf italienisch

Empfehlenswert: Ja 

pharaonen

Über sich: möchte jetzt wieder aktiver werden, ernstgemeinte Leserunden nehme ich gern an, bitte im pGB melden....

Mitglied seit:04.06.2004

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 80 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wie ihr ja wisst, habe ich vor kurzem in Italien meinen Urlaub verbracht. Da wir nicht nur Strandgänger sind, sondern auch viel umherreisen, möchte ich euch die schönste und größte Grotte, die ich bis jetzt gesehen habe vorstellen.

°°°°° Lage - Anfahrt °°°°°

Italien
Autobahn A14 (Bologna – Ancona)
Von der Ausfahrt Ancona Nord
25min Autofahrt über die Schnellstraße Ancona – Roma,
Ausfahrt Genga – Sassoferrato
Jetzt noch ca. 10 min den Schildern nachfahren und man ist angekommen.


°°°°° Geschichte und Entdeckung °°°°°

Die Gruppe „Höhlenforscher der Marken“ arbeitete 1971 ca.200 Meter über dem heutigen Grotteneingang. Die Gruppe fand das übliche kleine Loch, aus dem ein leichter Luftzug zu spüren war. Die Forscher durchbrachen die dünne Wand und ein heftiger Windstoß kam aus dem inneren entgegen, daher heißt die Grotte auch „große Windgrotte“. Der Versuch mit dem Steineswerfen ließ eine riesengroße Höhle vermuten, die wie man danach herausfand, 130 Meter tief ist. Am 29. September 1971 stieg man zum ersten Mal mit einer Metall-Leiter und einem Sicherheitsseil in den Schlund der Grotte, der dann den Namen „Abgrund Ancona“ erhielt. Mit diesem Tag öffnet sich die märchenhafte unterirdische Welt mit ihren jahrtausendalten alten Geheimnissen, die nach und nach durch weitere Forschungen enthüllt wurden. Man fand eine Reihe von großen Sälen, Galerien, tiefen Schächten und ein Labyrinth aus unterirdischen Nebengängen.


°°°°° Enstehung einer solchen Grotte °°°°°

Das Regenwasser fällt durch die Luftschichten zwischen Wolken und Erdoberfläche und dringt weiter durch den äußeren Erdboden, wo Pflanzen und Wurzeln, organische Pflanzen- und Tierreste zu finden sind. Dann sickert es durch die vorhandenen Poren und Klüfte noch tiefer in das Kalkstein des Berges. So beginnt die Pilgerfahrt des Regenwassers nach unten. Dabei stößt es auf eine gewisse Menge an Kohlendioxid (CO2) als Rückstand des biologischen Lebens. Das Kohlendioxid löst sich im Wasser und so ensteht eine Lösung, die Kohlensäure genannt wird. Diese so entstandene Lösung, in das Gestein eindringend, nimmt dank der Wasserlöslichkeit des kalkhaltigen Minerals noch mehr Kohlendioxid auf und wird immer „aggressiver“. Die Lösung hat die Fähigkeit, den Kalkstein zu zerfressen. Deshalb werden die Klüfte immer größer und es entstehen die Höhlen im Berg.
Von der Decke tröpfelt Wasser mit kalkhaltigem Karbonat, das aus ganz kleinen Kalzitkristallen besteht. Die Kalzitkristalle setzen sich dort ab, wo der Tropfen fällt, der seinerseits dann weiter nach unten rinnt. Am Fallpunkt bildet sich zuerst ein weißlicher Kalzitring und dann ein konvexes Plättchen, das nach und nach dicker wird bis ein kleiner Zapfen daraus entsteht. Dieser wird durch das Tröpfeln langsam höher bis er einen Tropfstein formt, den man STALAGMIT nennt. Wenn das Wasser langsam heruntertropft und sich die Tropfen schwer vom Gewölbe lösen, setzt sich ein Teil des Kalziumkarbonats am Außenrand des runden Tropfens ab, so dass sich mit der Zeit ein kleiner Ring aus Kalzitkristallen formt. Wenn weitere Tropfen folgen, dann formen sich weitere Ringe unter dem ersten Ring bis das ganze die Form eines kleinen gläsernen Hohlröhrchens mit dem Durchmesser eines Wassertropfens annimmt. Das ist das Anfangsstadium eines STALAKTITS jene Tropfsteine, die man von der Höhlengewölben herunterhängen sieht.

Ein einzelnes Kalkröhrchen wächst jedes Jahr nur 0,23 und 2,5 mm
Die Entstehung solch einer bizarren Welt, braucht die Natur zwischen 150000 bis 200000 Jahre

°°°°° wo ist die Grotte °°°°°

Die Anfahrt verlief problemlos und wir erreichten einen großen Parkplatz, der zu unserer Verwunderung kostenfrei war. Also stellten wir unser Auto ab und begaben uns dorthin wo viele Leute herumstanden. Hier waren viele Souvenirstände und Imbissbuden in einem großen Kreis aufgestellt. Mittendrin ein Häuschen an dem eine lange Menschenschlange stand, aha die Kasse – aber wo gibt es hier eine Grotte??? Jedenfalls standen wir so da und gesellten uns ans Ende der Menschentraube. Wenn alle hier stehen dann wird es schon richtig sein. Nach 20min war ich endlich an der Kasse angelangt und kaufte meine Karten.
Kostenpunkt – pro Person 11.00 €
Nun standen wir da und uns wurde gezeigt wo wir hinzugehen haben, zu einer Bushaltestelle hier zeigte man uns das auf der Eintrittskarte eine Uhrzeit stand zu der man hier mit dem Bus mitfahren konnte. Das hieß für uns noch mal 35 min warten. So kommt aber kein Gedränge zustande und man weiß genau wann es losgeht.
Die Zeit war ran und wir stiegen in den Bus, der ungefähr 5min fuhr und uns vor der Grotte absetzte, wo auch ein Führer wartete und die Besichtigung unverzüglich losging.

°°°°° meine Begegnung mit einem bizarren Höhlensystem °°°°°

Schade das man wie so oft nicht fotografieren durfte, deshalb sind die Fotos in der Grotte die ihr unten sehen könnt aus einem Prospekt abfotografiert. Am Anfang der Grotte kann man sich fotografieren lassen, für 7 € das günstigste Foto in A4 Format. Ich hatte das Pech das die Fotomaschine defekt war und ich bis heute auf das Foto warte, was man mir nachschicken wollte. Sollte es demnächst eintreffen reiche ich es nach. (ist gestern angekommen per Post, ihr könnt es unten anschauen)
Wie schon gesagt sind die Wege supergut ausgebaut, das ist auch erforderlich da man so viel sieht und aus dem Staunen nicht mehr herauskommt das man nicht auf den Weg aufpasst.
Die Höhle ist gut ausgeleuchtet und ständig gibt es was zu erkunden und zu bestaunen. Die ganze Höhle sieht aus wie in Zucker gehüllt. EINFACH PHANTASTISCH, eben so gigantisch das man ins Schwärmen gerät und diese Schönheit nicht einfach so beschreiben kann
Schaut euch die Bilder an, es bedarf dann keiner weiteren Erklärung.


°°°°° Öffnungszeiten °°°°°

Die Grotte ist ganzjährig geöffnet, außer am 1.Januar, des 4. und 25. Dezembers und vom 10. bis 30. Januar.
Führungsbeginn 9.30 bis 18.00 Uhr (März-Juli, Sept., Okt.)
Führungsbeginn 8.00 bis 18.00 Uhr (Aug.)
20.Juli bis 20. Aug. auch 21.00 bis 22.30 Uhr


°°°°° Eintrittsgelder °°°°°

Erwachsene 11,00 €
Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt frei


°°°°° Führung °°°°°

Die Besichtigung der Grotte dauert ca. 1 Stunde, mit kostenloser Führung und Begleiter.
Die Führungen sind in großen Gruppen von maximal 70 Personen, leider wird alles nur auf italienisch erklärt.
Die Grotte bietet reizvolle Ansichten. Der Rundgang umfasst ca. 1,5 km, alle Wege sind zementiert und rutschfest ausgebaut, natürlich muss man auch unzählig viele Treppen steigen, bei einer Innentemperatur von 14°C. (warme Jacken sind erforderlich)
Das gesamte Höhlensystem ist ungefähr 13 km lang und damit die längste Italiens.

°°°°° Info °°°°°

www.frasassi.com

Sehr empfehlenswert, die Seiten können auf deutsch angesehen werden und es gibt fantastische Aufnahmen zu sehen.


°°°°° Fazit °°°°°

Eine der schönsten Grotten, mit den größten Sälen und schönsten Stalagmiten und Stalaktiten die ich je gesehen habe.

Bilder von Grotte Frasassi - Tropfsteinhöhle, Italien
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
farnbauk

farnbauk

15.07.2005 00:24

Die Höhlen sind herrlich! Sowas gibt's auch hier in der Nähe bei uns!

carnuntum

carnuntum

08.10.2004 18:03

Der Bericht gefällt mir :o) Liebste Grüße Joanna

Women_of_the_Tigers

Women_of_the_Tigers

08.10.2004 11:56

hab mit sehr viel Interesse deinen Bericht gelesen. Würd ich mir gern selbst einmal ansehen die Grotte. Klasse Bilder. VLG Tanja

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