Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Faszination, Show |
| Kontra: |
s . B . |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Anfang des Jahres besuchte ich zum ersten Mal seit Jahren wieder einen Zirkus, genauer gesagt den Gross Circus Carl Busch, der über Weihnachten/Silvester noch bis zum 09. Januar bei mir in der Stadt Schweinfurt auf dem Volksfestplatz gastiert. Schon seit Ende November konnte man die ersten Wagen auf dem Platz beobachten, das Zirkuszelt selbst wurde innerhalb von wenigen Tagen erst kurz vor Weihnachten aufgebaut. Von der zweispurigen Hauptstrasse aus konnte man im Vorbeifahren schon den Tigerkäfig sehen und als mein Bruder mich damals fragte: „Gehst du in den Zirkus?“ antwortete ich wütend: „Bist du verrückt? Ich bezahle doch nicht noch für diese Tierquälerei!“
Nun, ich hab mich allerdings anders entschlossen, weil meine Eltern und meine Tante mit den Kindern die Show ansehen wollten. Also besorgten wir uns an der Kasse Tickets für fünf Erwachsene und drei Kinder.
Der erste Eindruck:
Das große gelb-weiße Zelt kann man schon von Weitem sehen, mit den vielen LKW-Anhänger, es schien auch alles top gepflegt und in wunderbarem Zustand zu sein. Vor dem Zelt waren vier Kassen aufgebaut, an denen die Eintrittskarten gekauft wurden. Alle vier Kassen waren offen, so entstanden auch keine langen Wartezeiten. Ein Logenplatz direkt an der Manege kostete pro Erwachsenen 30 EUR für Kinder 20 EUR. Hinter den zwei Reihen Loge trennte ein Gang die hinteren Plätze ab. Für diese musste man pro Erwachsenen 15 und pro Kind 10 EUR hinblättern. Das Zeltinnere war recht hübsch gestaltet, in dunkelblau, die Sitzbänke (ca. 2000) allerdings nicht gerade bequem.
Im Vorzelt hatte man die Möglichkeit an verschiedenen Ständen sich vor der Beginn der Show mit Getränken und Popcorn zu versorgen, auch einen Bratwurststand fand man sowie Pommes für den kleinen Hunger. So kostete eine Colaflasche 2,50 EUR ebenso wie die Bockwurst, eine kleine Portion Pommes 2 EUR, die ebenfalls kleine Tüte Pommes 3 EUR. Ich denke, das sind so die aktuellen Preise, die der Zirkus Busch im Moment bietet. Auch nicht teuerer als im Kino.
Das Hauptzelt war recht gut gefüllt, ich würde sagen, so zu ca. 80 %. Man konnte schon die Vorfreude der einzelnen Besucher spüren, vor allem die der Kinder. Am Eingang standen vier Zirkusmitarbeiter in schönen dunkelblauen mit Gold verzierten Kostümen und wiesen dem Publikum die Plätze zu. Genauso gingen zwei sehr hübsche Frauen herum, boten Programmzeitungen sowie blaue und rote „Phosphorstäbe“ an, die besonders die Kinder magisch anzogen. Vier hohe Pfosten mit vier großen Scheinwerfer und Flutlicht stützten das Zelt und erfüllten es mit einem schwarzen Schimmer. In der Manege war der Raubtierkäfig aufgebaut, also sollte dementsprechend dies also die erste Nummer sein. Aus den Lautsprechern ertönte stimmungsvolle Weihnachtsmusik.
Die Show:
Sie startete ziemlich pünktlich, so genau habe ich nicht auf die Uhr gesehen. Der Zirkusdirektor Wille Busch führte die Moderation persönlich und kommentierte das Programm. Er hielt eine wirklich sehr kurze Begrüßungsansprache und schon ging es los mit der ersten Nummer:
Die Raubtierparade. (Wen das nicht interessiert, darf gern scrollen, ich beschreibe diese eine Show etwas ausführlich, weil doch etwas lustiger gewesen)
Ein ehrfurchtsvolles Raunen ging durch das Zirkuszelt, als wundervoll beleuchtet ein mächtig, großer Tiger im Alleingang den Käfig betrat und majestätisch ganze zwei Runden durch die Manege drehte. Nacheinander kamen dann die Löwen hereinspaziert, ich glaube, es waren fünf an der Zahl, die meisten Weibchen. Jedes Tier hatte seinen zugewiesenen Platz, dieser bestand aus hm… schmalen „Hockern“ unterschiedlicher Höhe und verschiedenen „Schemeln“ auf denen sich jeder Löwe bzw. Löwin mit allen Vieren hinstellen sollte. In der Mitte des Käfigs hing eine Schaukel, die den Höhepunkt der Show bilden sollte. Erst als sämtliche Tiere den Käfig betraten, kam das Dompteurpärchen mit hinein- ein Mann und eine Frau, recht hübsche Kostüme. Von meinem Sitzplatz hatte ich einen recht guten Überblick, so konnte ich sehen, das sich zwei Löwen recht bequem auf diesen Schemeln platziert hatten, als liege er auf einem Sofa…. ;-) zwei weitere durften nur mit allen Vieren auf diesen Hocker, die beiden, die während der Show die Arbeit machen „durften“. Und der Tiger? Ja, der lag faul als „Dekoration“ am Rande der Manege und schaute zu, abgesehen davon, das er auch einmal auf so einem Hocker stand und seine volle Pracht dem Publikum zur Schau stellte.. Ich beschreibe diese Situation so ausführlich, weil mir doch eine lustige Tatsache aufgefallen ist: ein Löwe, der die Hauptarbeit zu leisten hatte, links von mir gesehen, auf einem mittelhohen Hocker schien wohl zu faul zu sein, auf allen Vieren zu stehen. Neben ihm stand ein ans Gitter gekippter Hocker, den er sich immer gekrallt hat, um dort seine Vorderbeine abzustellen. Zweimal hat der Dompteur ihm den Hocker wieder weggekippt und beim dritten Mal dann in eine für den Löwen ungünstige Position gestellt. Schade, ich fand diesen Löwen wirklich lustig und musste bei diesem Anblick herzhaft lachen. Im Folgenden wurden einige Kunststücke mit den Tieren gezeigt, nicht wirklich bemerkenswerte, der „Spaß-Löwe“ bot dann eine Show auf der Schaukel, d.h. er wurde dazu gebracht, sich per Laufsteg auf diese Schaukel zu setzen, die Dompteurin obendruff und dann schaukelten beide, Mensch und Tier hin und her, sogar ziemlich weit hoch. Später hatten die zwei etwas Mühe, den Löwen von der Schaukel herunterzukriegen. Ob das Tier viel zu viel Gefallen daran hatte (es lag sehr gemütlich dort oben) oder Angst, über den Laufsteg zu müssen? Wer weiß das schon? Während dieser Show habe ich immer auch das Verhalten des Dompteurs zu „seinen“ Tieren streng beobachtet- und ich habe mehrmals erleichtert aufgeatmet, wenn ich sah, das der „Zeigestock“ nie als Peitsche missbraucht wurde, er die Tiere öfters mal gestreichelt hat und auch meinen „Lieblingslöwen“ doch recht sanft von der Schaukel herunterholte und auch aus dem Käfig geleitete, nachdem dieser sich doch weigerte die Manege zu verlassen.
Das Ende einer jeweiligen Darbietung wurde stets mit dem Song „Jingle Bells“ eingeleitet. Während die Zirkusmitarbeiter in Rekordzeit den Raubtierkäfig abbauten, hielt Wille Busch eine kurze Ansprache, danach vertrieben ein paar lustige Clowns die Zeit bis zur nächsten Show. Es folgten ein männliches Pärchen (ich schätze mal Vater und Sohn) mit einer „Hals-Kopf-Bein-Verrenk-Nummer, die doch recht lustig war, die Tochter des Zirkusdirektors jonglierte mit ihren Füßen unterschiedlich große Dinge durch die Luft, es folgte die schaukelnde Akrobatin (wirklich sehr schön) und eine Darstellerin, die sich als Verwandlungskünstlerin präsentierte und in „Kabinen“ wirklich sekundenschnell ihre Kostüme wechselte. Diese steckte sich dann einen Dolch in den Mund und balancierte auf dessen Klinge u.a. ein ziemlich großes Schwert, mit dem sie dann sogar auf einen künstlichen Elefanten kletterte hinauf auf dessen Kopf, ohne das das Schwert gefallen wäre. Es folgten noch mehrere Clownnummer, wo auch das Publikum aus den ersten Reihen mitmachen mussten, begleitet von einer wunderschönen Musik.
In der 15-minütigen Pause wurden Pferde und Ponys in die Manege geführt, auf denen dann die Kinder für 2 EUR reiten durften. Nach der Pause ging es weiter mit der Gruppe Galaxis (zwei Männer zwei Frauen) die ihre Seilakrobatik durchführten, zwei Frauen als Jongleurinnen, eine Seiltänzerin und wieder die Gruppe Galaxis.
Von meiner Mutter durfte ich mir dann sagen lassen, das beim letzten Mal, als sie in dem Zirkus war, auch viele weißen Pferde vorgeführt wurden, diese kamen zwar nicht direkt… aber während sie noch sprach, wurde ein weiterer Höhepunkt eingeleitet und Wille Busch persönlich führte durch die Show, als sechs wunderschöne schwarze Pferde in die Manege geleitet wurden, diese nacheinander stolz einige Runden drehten danach ihren „Tanz“ zu einem doch recht schnellen spanisch angehauchten Song begannen. Wie sich die Pferde zu den Dressuren Buschs bewegten, war schon faszinierend, zuerst hintereinander, nebeneinander im Halbkreis oder als Zweierpaar zu bestimmten Rhythmen. Ab und zu knallte Busch mit seiner Peitsche durch die Manege. Gegen Ende ist ein Pferd aus der Formation etwas ausgebrochen, ich glaube gesehen zu haben, das es stolperte, aber das ging so schnell, Busch knallte mit der Peitsche und ich habe leider nicht sehen können, ob er nur auf den Boden langte oder auch das Tier berührt hatte. Dieser Augenblick hat mich schon etwas betroffen gemacht, das Pferd fing sich aber sehr schnell und nach wenigen Sekunden war die Show auch schon vorbei und die Tiere wurden aus der Manege geleitet. Anschließend trat die Pferdereiterin auf, die noch einige wundervolle Kunststücke ihres Tieres vorzeigte und als letzter Höhepunkt die Nummer mit dem Peitschenknaller und Messerwerfer und seinen beiden Assistentinnen. Am Ende versammelten sich noch alle Artisten und verabschiedeten sich mit kurzen Shows vom Publikum.
Alles in Allem eine doch recht gelungene, wenn auch nicht unbedingt bemerkenswerte Show. Die akrobatische Leistung war enorm, abgesehen von einem Galaxis-Mitglied, dessen eine Nummer nicht so recht glücken wollte und trotz der zwei etwas missglückten Versuche hat er sich wunderbar aus der „Affäre“ gezogen und gelächelt und gestrahlt. Es gab keinen Zauberer, keinen Magier, keine Elefanten. Aber nun gut, wir haben Winter, Elefanten brauchen mindestens 15 Grad Wärme, wobei das noch zuwenig ist, da führt man diese Tiere wohl nicht mit.
Ich habe eine zwiespältige Meinung zum Thema Zirkus. Einerseits gehören wohl Wildtiere dazu, andererseits will ich sie nicht dort haben, weil in der Öffentlichkeit alles so schön aussieht, hinter der Kulisse ist das allerdings nur Tierquälerei. Wie bringt man einen Elefanten dazu, sich auf die Hinterbeine zu stellen? Genau: indem man auf die Vorderbeine einprügelt bis sie bluten. Sicherlich bemühen sich viele Zirkusunternehmen um artgerechte Tierhaltung, aber enge Käfige sind nun mal nicht artgerecht. Abgesehen von meiner Meinung dazu, sahen die Tiere doch sehr gut aus, schienen in gutem Zustand zu sein und auch die Pferde wiesen keinerlei Verletzungen auf oder ähnliches, wie man von anderen Zirkussen hört. Im Endeffekt war ich aber sehr froh darüber, das es keine Elefanten gab, was anderen Besuchern allerdings weniger gepasst hat, wie ich manchmal hören konnte. Auch hat es mir gefallen, das die Löwen nicht viel „machen“ mussten und nur „Faul“ in der Manege liegen und gähnen durften. Immerhin besser, als sie durch Feuerreifen springen zu lassen, da Löwen bekanntlich panische Angst vor Feuer haben!
Kann ich den Zirkus empfehlen? Nun, es ist ein wunderbares Erlebnis, eine Abwechslung zum heutigen Kino und Co. Auch die akrobatische Leistung der Menschen ist eindeutig faszinierend und lässt einen noch mal wie ein Kind strahlen. Für 2,5 Std. kann man die Welt vergessen und in eine einzigartige Atmosphäre von Zirkus und Magie eintauchen. Ich fände es auch nicht traurig, wenn komplett auf Tiershows verzichtet werden würde. In anderen Ländern herrscht sogar schon Tierverbot im Zirkus.
Ich habe keinen direkten Vergleich zu anderen Zirkussen. Laut meiner Mutter bin ich bereits einmal im Alter von 11 Jahren im Zirkus Busch gewesen, allein mir fehlt komplett die Erinnerung daran. Erst als ich im Zelt saß, kamen vereinzelt Erinnerungen von Elefanten und Bären in mir hoch, aber das ist doch schon vierzehn Jahre her und davon war in diesem Programm nichts zu sehen, was wohl im Sommer anders aussieht. Ich persönlich werde jedoch so schnell doch nicht mehr in einen Zirkus gehen, vielleicht käme der Chinesische Staatszirkus in Frage, der komplett auf Tiershows verzichtet.
Für Familien mit Kindern ist der Zirkus Busch ein wunderbares Erlebnis, denn nirgendwo sieht man so viele strahlende Kinderaugen.
Danke fürs Lesen.
@Belisana für Ciao 2005
| weitere Erfahrungsberichte |
Vorhang auf, Manege frei!
Bewertung für Großer Circus Carl Busch von
Sven792
Pro: Atmosphäre hoch drei
Kontra: keine wirklichen Höhepunkte
Mit Zirkus ist es wohl so wie mit U2, Lindenstrasse oder Harald Schmidt, entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Ich gehöre nun eindeutig zu den Zirkusliebhabern. Schon als Kind wurde ich beim Anblick der ersten Plakate ganz hibbelig, ich musste einfach jeden Zirkus sehen. In meinem Zimmer stapelten sich die Programmhefte, Fähnchen und Plakate schmückten die Wände. Aber damit nicht genug, ich nannte einen riesigen Playmobilzirkus mein eigen, mit ... ...es immer noch ein bisschen, irgendwann einen eigenen Zirkus zu gründen. Für mich ist Zirkus pure Magie!
Warum? So ganz genau kann ich das auch nicht sagen! Zirkus ist einfach eine andere Welt von der für mich eine ungeheure Faszination ausgeht. Schon wenn ich reinkomme, die Platzanweiser in ihrer typischen Kluft, der Geruch von Sägespänen und Tieren in der Luft und dazu stimmungsvolle Musik. Die Vorstellung hat noch nicht begonnen und schon bin ...
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27.06.2001
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Zwischen Show und Elend
Bewertung für Großer Circus Carl Busch von
PruegelJoschka
Pro: Zirkus halt
Kontra: mulmiges Gefühl bezüglich Geld
Wer von uns kennt dieses Gefühl nicht...als Kind, mit offenem Mund und aufgerissenen Augen, bestaunt man die unglaublichen Geschehnisse im Zirkus und kann es selbst kaum Glauben, was diese Helden alles so können. Da gibt es mutige Akrobaten, mystische Maigier, riesige Elefanten, witzige Clowns und gefährliche Raubkatzen.
Inzwischen bin ich 21 und hatte einfach mal Lust mit meiner Freundin in den Zirkus zu gehen. Sie ist 20, liebt Tiere über alles ... ...in diesem Traumzelt. Als ich nun eine Broschüre im Briefkasten gefunden habe, habe ich sie einfach eingeladen. Der „Grosse Circus Carl Busch“ ist bis zum Sonntag dem 10. Juni in Mainz und zieht danach nach Wiesbaden um. Da ich in der Broschüre einige interessante Sachen gelesen habe, z.B. die „Liger“ eine Mischung aus Tiger und Löwe, sind wir am Freitag Abend um 19:30 Uhr zum Zirkus gefahren.
1. Eindruck:
Schon von Weitem ...
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11.06.2001
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