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Erfahrungsbericht

für Großer Basar, Istanbul
5 Sterne Thorsten und seine Neigungen Bericht mit Bildern
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Empfehlenswert: Ja

Pro Orient mit allen Sinnen genießen

Kontra Vergleichsweise hohe Preise

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dik1609 Seit 4 Jun 2010

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Viel Zeit hatten wir nicht, als wir im Rahmen unserer Teilnahme an der Rallye Allgäu-Orient zu Gast in Istanbul waren. Aber immerhin standen uns ein paar freie Stunden zur Verfügung, die wir dank des sich in der türkischen Metropole bestens auskennenden Thorsten auch sehr sinnvoll nutzten - so meine ich zumindest. Thorsten war es auch, der uns auf den Großen Basar führte, wo wir rund zwei Stunden verbrachten. Und darüber soll hier berichtet werden.

Allgemeine Informationen

Der Großer Basar (Kapali Carsi) ist ein Geschäftsviertel im alten Istanbuler Stadtteil Eminönü im Stadtviertel Beyazit. Er erstreckt sich über 31 Hektar und beherbergt rund 4.000 Geschäfte mit den verschiedensten Angeboten. Angelegt wurde er im 15. Jahrhundert unter Sultan Mehmet Fatih nach der Eroberung Kostantinopels. Zentrum ist der "Eski Bedesten" - ursprünglich als Schatzkammer geplant -, unter dessen Kuppeln sich heute noch die Geschäfte der Gold- und Silberhändler befinden. Wie bei Basaren üblich, sind die Geschäfte im Großen Basar nach Branchen sortiert, was häufig auch an den Straßennamen zu erkennen ist. Außerhalb der Geschäftszeiten sind nicht nur die Läden, sondern auch die zahlreichen Eingänge zu den überdachten Gassen verschlossen (Informationen: Wikipedia).
Die Lage

Der Große Basar liegt sehr zentral und ist zum Beispiel von der Hagia Sophia aus in nördlicher Richtung fußläufig in rund zehn Minuten zu erreichen. Die Anschrift: The Grand Basar,42 Sultanahmet, 34010 Istanbul Province. Geöffnet ist der Basar übrigens Montags bis Samstags von 8.30 bis 19 Uhr.

Meine Meinung

Wir hatten einen regnerischen Tag erwischt - und freuten uns deswegen ganz besonders, nach unserem Spaziergang von der Hagia Sophia zum Großen Basar und nach dem Durchschreiten des steinernen Eingangstors endlich wieder ein Dach über dem Kopf zu haben. Und dann begann auch schon das große Staunen über die Vielzahl der Gänge und Straßen, die quer durch diesen Basar führten. "Die Orientierung fällt nicht immer leicht", stellte selbst der Istanbul erfahrene Thorsten fest und sprach uns allen damit aus der Seele. "Ich orientiere mich immer an den Neigungen", erklärte er und musste sich anschließend eine Reihe dummer Sprüche seine Neigungen betreffend anhören. Gemeint war aber, dass der gesamte Basar nicht ebenerdig ist, sondern dass die einzelnen Gassen Gefälle oder Steigungen aufweisen. Und tatsächlich kann man sich daran ein wenig orientieren, um nach einem ausführlichen Gang an den vielen Geschäften entlang den Ein- oder Ausgang wieder zu finden, durch den der Basar betreten wurde.

Beeindruckend sind schon die vielen Kuppeln, durch die der Basar gekrönt wird. Aber natürlich gilt das Haupt-Augenmerk den Geschäften und angebotenen Waren. Den normalen Mittel-Europäer mag es dabei zunächst ein wenig verwirren, dass alle Geschäfte eines Zweigs in unmittelbarer Nähe zueinander zu finden sind. Also: Es gibt Viertel im Basar, in denen nur Textilien verkauft werden, andere, wo es ausschließlich Gold- und Silberschmuck gibt. Angeboten werden zudem antiquarische Produkte, Teppiche, Lederwaren, Kupferartikel und vieles mehr. Natürlich sind besonders die Schmuck-Geschäfte besonders spannend, wobei sich hier viele Händler auch entweder auf Gold oder Silber spezialisiert haben. Die unmittelbare Nähe der Konkurrenten zueinander ermöglicht dem Käufer übrigens gute Vergleichsmöglichkeiten.

Der Kunde muss bei Interesse an einzelnen Produkten nicht lange auf ein Verkaufsgespräch warten. Unterzieht er ein Objekt etwas ausführlicher seinem Blick, so darf er sicher sein, dass ein Verkäufer ihn bald ansprechen wird. Und dann dürfen einerseits natürlich Informationen über das Objekt der Begierde eingeholt werden, andererseits beginnt bald auch das Feilschen, wobei im Normalfall zunächst der Verkäufer einen Preis nennt, den der Kunde sinnvollerweise für utopisch hält, um dann mit einem Gegenvorschlag (Faustregel: Etwa die Hälfte des Einstand-Preises) das Feilschen zu eröffnen. Irgendwann werden sich beide Parteien geeinigt haben, zumeist in etwa in der Mitte der beiden Ausgangs-Vorschläge. Üblich ist es dabei durchaus, dass der Kunde (= Gast) vom Verkäufer während des Feilschens zu einem ausgesprochen schmackhaften Tee oder Kaffee eingeladen wird.

Apropos Tee: Im Großen Basar gibt es eine Reihe von Cafés und Restaurants, in denen es sich gemütlich sitzen lässt und wo türkische Spezialitäten verzehrt werden können. Nach einem langen Einkaufsbummel sind diese Gaststätten natürlich besonders beliebt, um den geschundenen Füßen eine Erholungspause zu geben. So legten auch wir einen kurzen Tee-Stopp in einem Café ein und waren vom vorbidlichen Service besonders angetan.

Die Preise der meisten Geschäfte im Großen Basar sollen - so habe ich es mir berichten lassen - höher sein als im Rest der Türkei. Allerdings halte ich auch das für normal, denn auch bei uns sind viele Artikel in den Metropolen teurer als in Kleinstädten. Zudem sind viele Geschäfte des Basars natürlich auch speziell auf Touristen zugeschnitten, die den Großteil der angeblich mehreren 100.000 Besucher täglich darstellen. Speziell für die Touristen werden neben den Souvernirs auch die vielen angeblichen Marken-Textilien angeboten, die größtenteils aber allesamt gefälscht sind - für den eigenen Gebrauch aber dürfen sie in geringer Anzahl durchaus auch in Deutschland eingeführt werden. Bei größeren Einkäufen sollten die Zoll-Vorschriften beachtet werden, anderenfalls kann aus einem Schnäppchen ein ganz teurer Einkauf werden.

Vermisst wurden von mir im Großen Basar die Lebensmittel. "Die gibt es woanders", verriet Thorsten - und führte uns alsbald zum etwa fünf Gehminuten entfernt liegenden Gewürz-Basar, wo wir den Orient mit allen Sinnen genießen konnten. Viele, viele Gewürze, dazu Süßigkeiten, Backwaren und Tee oder Kaffee, sind hier ausgestellt und können erworben werden. Das alles zusammen ergibt ein ebenso farbenprächtiges Bild wie auf dem Großen Basar, allerdings stellen hier die besonderen Gerüche noch einen zusätzlichen Anreiz dar.

Mein Fazit

Bei einer Istanbul-Reise gehört ein Besuch des Großen Basars unbedingt zum Erkundungsprogramm. Es ist beeidruckend, das orientalische Flair und das bunte Treiben auf dem Markt mit zu erleben und über die Auslagen vor allem der Schmuckhändler zu staunen. Wer den Großteil der Geschäfte im Basar sehen will (was aber nicht unbedingt notwendig ist), muss einen ganzen Tag dafür einplanen. Letztlich aber reichen auch rund zwei Stunden aus, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Einige Fotos sowohl vom großen Basar, als auch vom Gewürz- und Lebensmittel-Basar habe ich diesem Bericht angefügt.

Bilder

für Großer Basar, Istanbul
Basar1 - Großer Basar, Istanbul
Großer Basar, Istanbul
von dik1609 dik1609
Basar1 - Großer Basar, Istanbul

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Kommentare

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  • hochsauerlaender 31.12.2011 07:58
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Ja, die Basare, die Souks oder wie immer auch diese "Kaufhäuser" heißen mögen, haben einen eigenen Charme, den man nur dort findet.

  • Jollynchen 22.12.2011 15:27
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • vredina 17.11.2011 16:17
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Janny18 25.10.2011 17:52
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • witch56 06.09.2011 10:09
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH

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