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Erfahrungsbericht

für Grand Hotel Mercure, Brüssel
4 Sterne Ein gekröntes Hotel?
62 von 62 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro recht gute Lage, recht gutes Frühstücksbuffet

Kontra sehr teuer, den fünf Sternen nicht angemessen; Zimmer leicht renovierungsbedürftig

Der Autor

SiebenteS

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Wenn es um Königs geht, dann gehören die Belgier eher zu den ruhigeren Zeitgenossen. Während immer noch Elisabeth die Zweite von England und ihre Familie gerne in den Zeitungen auftauchen und Monaco mit dem Fürstenhaus derer von Grimaldi ebenfalls ein beliebtes Thema für Klatschblätter und deren Leser ist, hört man von der belgischen Königsfamilie eher weniger was. So hat dann auch mein heutiges Thema, das Grand Hotel Mercure Brussels Royal Crown, nur soviel mit den Königs aus Belgien zu tun, dass beide ihren Sitz in der Hauptstadt haben und beide irgendwie königlich gekrönt sind.

WARUM DIESES MERCURE?
Das habe ich mich auch gefragt. Wer schon meinen Beitrag zur belgischen Fluggesellschaft SN Brussels Airlines gelesen hat, der weiß: Ich hatte dienstlich in Brüssel zu tun, das Royal Crown war vorgebucht. Grundsätzlich, ohne zuviel von den anderen Faktorien vorweg zu nehmen, kann man sagen, dass dieses Hotel den Vorteil hat, einen relativ hohen Standard zu besitzen und relativ zentral in Brüssel zu liegen. Doch dazu dann gleich mehr im Detail.

ANREISEMÖGLICHKEITEN:
Viele Wege führen nach Brüssel. Wer mit dem Auto kommt, muss sich auf einen ziemlich starken Verkehr einstellen, kann aber die Parkgarage unter dem Hotel benutzen. Das ist aber auch gut an öffentliche Verkehrsmittel angebunden. So befindet sich die nächste U-Bahn-Station (Botanique) gerade mal drei Minuten vom Hotel entfernt ... Wer mit der Bahn kommt, sollte zum Gare du Nord fahren. Von hier aus läuft man etwa eine knappe Viertelstunde zum Grand Hotel Mercure. Allerdings: Auf dem Hinweg geht es leicht bergauf, das Viertel ist so ein wenig ein Rotlichtbezirk, also vielleicht nicht für alleinstehende Frauen geeignet.
Wer wie ich fliegt, kann auch den Bahnhof als Anlaufstation benutzen. Der Zug braucht 18 Minuten vom Flughafen zum Gare du Nord. Alternativ ist es aber auch möglich, vom Flughafen zum Place Schumann per Bus zu fahren und von dort aus per Taxi oder U-Bahn sich zum Hotel bringen zu lassen.

DER ERSTE EINDRUCK VOM HOTEL:
Mit einigen Kollegen komme ich per Taxi (vom Place Schumann) an, sehe zunächst den sehr schönen botanischen Garten, in dem gerade ein Multi-Kulti-Fest statt findet. Erstaunlicherweise liegt das Grand Hotel Mercure direkt daneben, an der Königsstraat bzw. Rue Royal. Die Belgier sind ja dreisprachig mit Französisch, Flämisch und Deutsch. Die ersten beiden Sprachen finden sich dann auch in den Straßennamen wieder. Also: Da haben wir ihn wieder, den König.
Doch königlich ist der erste Eindruck des Fünf-Sterne-Hotels nicht. Der Kasten macht von außen einen eher langweiligen Eindruck, er vorwiegend bräunlich daher kommt. Keine schöne, verspielte Architektur, wie sie sonst oft in Brüssel begeistern kann, keine Fassade, die nach Geschichte ausschaut ... Am elegantesten wirkt noch der untere Bereich, der vor allem im Eingang für die Drehtür etwas rund gestaltet ist. Außerdem gibt es einen Streifen vorm Haus zum Parken, dort warten dann auch bereits Angestellte des Hotels, um Koffer in Empfang zu nehmen.

EINGANGSHALLE UND EINCHECKEN:
Für ein Grand Hotel wirkt die zwar nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt begeisternd. Sie ist aus meiner Sicht eher klein, es sind mehrere Sitzgruppen vorhanden, die aber mit eher schmalen Stühlen und Tischen bestückt sind, damit sie nicht zuviel Platz einnehmen.
Wenn man rein kommt, blickt man schon direkt geradeaus links auf die Aufzüge und rechts auf die Rezeption. Hier stellt sich mal wieder die in Belgien sehr beliebte Sprache: Wie spreche ich die Dame hinter der Theke an: Auf Französisch? In Belgien ist das schließlich am gebräuchlichsten. Flämisch? Kann ich nicht?Englisch? Tja, das wird sie sicher sprechen, wirkt aber auch seltsam ... Deutsch? Keine Ahnung, ob sie das kann ... Sollte sie eigentlich, aber man weiß ja nie. Ich versuche, höflich zu sein, und probiere es mit Englisch.
Das Check-In läuft dann auch relativ problemlos, ich nenne meinen Namen, werde nach einer Kreditkarte gefragt, die zieht die Rezeptionistin dann auch durch einen Computer. Ich muss ein kleines Formular mit meiner Adresse ausfüllen und unterschreiben, erhalte einen Umschlag mit der Karte zum Türöffnen, eine Liste der Dinge, die in der Minibar sind (hier soll ich eintragen, was ich verbrauche) und einen Schlüssel zur Minibar.
Insgesamt läuft dieser Teil schnell, freundlich und unproblematisch ab.

WIE IN ALLER WELT KOMME ICH IN MEIN ZIMMER???
Das ist die große Frage. Der Schlitz über dem Türgriff meines Zimmers ist zwar relativ breit, viel breiter als die kleine, schmale Karte. Mit der schaffe ich es nach fünf Malen gerade eben so, ein orangefarbenes Lämpchen zum Leuchten zu bringen ... Doch ich will grün, ich will rein! Nach fünf Minuten schaffe ich es, unterstützt durch einen Kollegen, der auch lange an seiner Tür rum gedoktort hat ... Dieses System ist defintiv eine Schwachstelle!

DAS ZIMMER:
Hier ist mein erster Eindruck positiv. Es ist nicht riesig, wirkt aber schon durch einen etwas breiteren Flur großzügig. So sehe ich beim Hereinkommen zu meiner Linken erst einmal zwei Spiegelschränke, die reichlich Stauraum für die Kleidung bieten. Das eigentliche Zimmer ist in einem Pink-Lachston gehalten, gemischt mit gräulichem Marmor oder Mamrorimitat. Rechts befindet sich ein Schreibtisch mit zwei riesigen Schubladen, in denen dann auch mein Koffer Platz findet. Vorm großen Fenster befindet sich eine kleine Sitzecke mit Tisch und zwei Stühlen. Die Aussicht ist einerseits nicht schlecht, denn ich befinde mich im siebten Stock, kann ganz am rechten Rand gerade noch in der Ferne das Atomium, eine von Brüssels Sehenswürdigkeiten, erkennen. Doch ansonsten wirkt der Blick nicht sehr prachtvoll, man sieht einige Kräne, zahlreiche Häuser wirken eher schlicht und langweilig ...
Ein großer Fernseher ist im Zimmer, u.a. kann man hier auch ARD und ZDF empfangen, deutsche Privatsender allerdings nicht. Dafür hat man die Gelegenheit, bei anderen internationalen Stationen mal rein zu gucken. Außerdem ist natürlich ein Telefon mit Wegfunktion vorhanden und ein etwas ältlich wirkendes Radio. Beides befindet sich nicht im besten Zustand.
Zur Minibar kann ich nicht viel sagen, da ich sie selber nicht genutzt habe. Wie in Hotels üblich, sind die Preise, die ich auf der Liste gesehen habe, natürlich deutlich höher als die, die man im Supermarkt zahlen würde. Sie sind aber gerade noch in einem angemessenen Rahmen, für Softdrinks zahlt man etwa drei Euro ...
Doch worauf es ankommt (denn ich will ja nicht Ewigkeiten in dem Hotel verbringen), ist das Bett. Auch das schaut gut aus, ist schon fast ein Doppelbett. Nachdem ich die Tagesdecke zurück geschlagen habe, kommt dann aber etwas Enttäuschung auf. Da liegen zwar oben zwei Kopfkissen, eines davon ist auch sehr bequem und wie der Rest mit weißem Laken überzogen. Doch die Decke selber setzt sich ebenfalls nur aus einem Laken und einer arg gebraucht wirkenden roten Decke zusammen. Normalerweise ziehe ich mir gerne die Decke bis zum Hals. Doch dieses Exemplar wirkt mir einfach schon zu gammelig ...
Beim näheren Hinschauen sehe ich dann auch im Rest des Zimmers schon einige Macken an den Wänden, auf der anderen Bettseite wurde eine Leitung verlegt, ohne dass man die Wand wieder instand gesetzt hat ...
Auch beim Bad ist der Eindruck gemischt. Hier findet sich ebenfalls der graue Marmor bzw. die Imitation (?) wieder. Ansonsten sind die Sanitäranlagen weiß. Rechts vom Waschbecken steht ein sehr einladendes Körbchen mit Shampoo, Körperlotion, Waschlotion, Seife und Badehaube. Jedes der kleinen Fläschchen wirkt sehr hübsch gestaltet. Doch beim Blick auf die Wanne sieht man auch hier, dass eine Renovierung mal wieder angesagt wäre. Denn das innere ist schon sehr Stumpf, einige Stellen der Armaturen wirken sogar leicht rostig. Da erwarte ich mir von einem Fünf-Sterne-Hotel mehr!
Für das Zimmer gibt es von mir eine Bewertung, die nur leicht über dem Durchschnitt liegt.

DAS FRÜHSTÜCK:
Dazu fährt man mit dem Aufzug runter ins Erdgeschoss und geht nach rechts. Hier muss man dann zunächst seine Zimmernummer ansagen und kann sich dann auf zum Frühstücksbuffet machen.
Das ist sehr reichhaltig, besteht aus drei großen Tischen sowie mehreren kleinen rund herum. Auf dem ersten befinden sich u.a. die Brotaufstriche wie Marmeladen, Honig oder eine Nuss-Nougat-Creme (die leider nur am ersten Tag vorhanden war). Außerdem befinden sich hier verschiedenste Saftsorten. Rechts daneben erhältman aus Zapfbehältern auch frisch gepressten O-Saft. An Tisch Nummer zwei sind verschiedene Wurst- und Käsesorten zu haben, außerdem bekommt man hier Butter und Becel. Ganz hinten findet man dann die verschiedenen Brot- und Brötchensorten. Klar, Crossiants gibt es, Baguette, auch ein vollkornähnliches Brot und Toast. Neben dem Brottisch gib es einen mit Eiern in verschidensten Formen, unter anderem in Verbindung mit Schinkenspeck. Auch Müsli ist vorhanden.
Ich gehöre an sich nicht zu den großen Frühstückern, kann dieses Angebot aber insgesamt als ziemlich gut bezeichnen. Der Kaffee schmeckt sehr lecker, ist auf angenehme Weise stark, ohne scharf zu merken. Dem süßen Orangensaft schmeckt man an, dass er wirklich frisch ist. Die Croissants sind ebenfalls süß, wirken mir irgendwie zu mächtig. Bei den Brötchen haben die Belgier kleinere Sorten als wir, die vor allem am Frühstücksbuffet vom Grand Hotel Mercure weniger knusprig als die deutschen zu sein scheinen. Auch echtes Vollkornbrot fehlt mir. Die Marmeladen machen einen positiven Eindruck und auch die belgische Nuss-Nougat-Creme kann sich mit Nutella und Co. messen, war leider am zweiten und dritten Tag aber nicht mehr zu haben ...
Der Frühstücksraum ist klimatisiert, was mitunter leider zugig wirkt ...
Der große Haken an diesem Frühstück ist aber der Preis: 19 Euro kostet es. Und da muss ich wirklich sagen: Für Wenigesser wie mich lohnt das trotz des reichlichen und in weiten Teil en recht guten Angebots nicht!!! Daher ziehe ich auch hier wegen des Preises einen Stern ab.

LÄRM?
Da im nahen botanischen Garten das schon erwähnte Fest statt fand, war es relativ laut abends im Hotelzimmer. Aus den Nachbarzimmern habe ich etwas gehört, das war aber nicht sehr störend. Da ich sowieso todmüde war, machte das nichts aus. Für Leute, die sich wirklich erholen wollen, könnte die Lautstärke aber ein Minuspunkt sein

SAUBERKEIT UND SERVICE:
Das Zimmer wurde immer recht gut gereinigt, die Handtücher waren ein wenig hart. Die Damen und Herren an der Rezeption, aber auch die Bedienung beim Früstück war stets freundlich.

SONSTIGE ANGEBOTE:
Im Hotel ist ein Fitness-Studio im ersten Stock vorhanden, das ich allerdings nicht genutzt habe. Ein Schwimmbad konnte ich nicht ausfindig machen. Wer möchte, kann seine Wertsachen in einem Safe an der Rezeption einschließen.

LAGE:
Das Grand Hotel Mercure befindet sich in Zentrumsnähe, aber nicht IM Zentrum. Es dauert etwa 20 Minuten, um zum Grand Place, dem Hauptplatz und Stadtkern von Brüssel zu gelangen. Doch das ist in vielen Fällen ja eine gute Distanz, um einen Spaziergang zu machen. Auch um etwas essen zu gehen, fährt man eher in andere Stadtviertel ... Wer richtig mitten drin im Geschehen sein möchte, der sollte eher direkt am Grand Place bzw. in dessen Nähe buchen, da befindet sich u.a. ein Ibis.

AUSCHECKEN:
Auch das ist eine Sache von nur wenigen Minuten: Erneut ist die Kreditkarte gefragt, wer möchte, kann aber natürlich auch bar bezahlen. Dauert es noch etwas bis zur tatsächlichen Abreise, so kann man sein Gepäck noch links neben der Rezeption beim Concierge deponieren.

PREISE:
Offiziell soll ein Einzelzimmer im Grand Hotel Mercure in Brüssel 230 Euro kosten. Wir haben 97 Euro pro Nacht plus 19 fürs Frühstück zahlen müssen ... Auch übers Internet kann man an günstigere Tarife kommen. Die hängen allerdings wohl auch vom Buchungstermin ab ...

ADRESSE
Grand Hotel Mercure Brussels Royal Crown
250, Rue Royale
1210 BRUSSELS
BELGIUM
Tel : (+32)2/2206611
Fax : (+32)2/2178444
E-mail : H1728@accor-hotels.com

FAZIT:
So ganz königlich finde ich dieses Royal Crown Hotel nicht. Die Zimmer sind zwar sehr solide, aber ich kann nicht richtig nachvollziehen, dass es dafür fünf Sterne gibt. Ich würde es eher in eine Vier-Sterne-Kategorie einordnen. Man merkt zwar, dass grundsätzlich die Qualität stimmt, doch gerade in den Gästeräumen müsste meiner Ansicht nach dringend mal wieder renoviert werden ... Das Frühstück bietet zwar reichlich Auswahl, liegt aber preislich aus meiner Sicht ebenfalls zu hoch. Hier wäre das Angebot auch mit 15 Euro mehr als gut bezahlt! Die Lage des Hotels ist recht gut, aber auch hier gibt es bessere. Der Preis insgesamt ist zu dem Kurs, den wir gezahlt haben, einigermaßen angemessen. Privat würde ich aber den angegebenen Kurs von 230 Euro pro Nase und Nacht nicht zahlen wollen .... Für Geschäftsreisen ist es geeignet, für private muss man selber entscheiden, ob es einen reizt. Von mir gibt es insgesamt vier Sterne und eine bedingte Empfehlung.

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Kommentare

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  • blonde_lady 15.12.2009 09:29
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Dr.Claudia 09.09.2005 18:24
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Frank 17.08.2004 19:12
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich
  • Calimero 10.05.2004 11:00
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • buhsi 15.12.2003 00:51
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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