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Pro Schöne Zimmer, freundliches Personal
Kontra Teures Frühstück, schlechte ÖPNV-Anbindung
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
|---|---|
| Anbindung | |
| Service | |
| Essen & Trinken | |
| Atmosphäre | |
| Sauberkeit | |
| Behindertenfreundlichkeit |
Wenn ich auf Dienstreise bin, so übernachte ich für gewöhnlich in Hotels der Drei- oder Vier-Sterne-Kategorie. In einigen Städten, die ich regelmäßig besuche, habe ich Stammhotels, in denen ich immer absteige, in anderen Städten gibt es Vertragshotels meines Arbeitgebers, in denen abzusteigen wir angehalten sind. Grundsätzlich gilt bei der Hotelwahl der Grundsatz, dass der Preis „angemessen“ sein sollte. Bietet sich also die Chance, zu einem „angemessenen“ Preis in einem höherklassigen Hotel abzusteigen, so spricht nichts dagegen (vielmehr noch nichts, denn unsere Reisekostenrichtlinie wird derzeit überarbeitet). So kam ich neulich in den Genuss einer Übernachtung in einem Fünf-Sterne-Hotel (gemäß Definition des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA handelt es sich hierbei um die höchste Hotelkategorie, also um Luxushotels).
Möglich wurde dieser Abstecher ins Luxusmilieu deshalb, weil in Berlin, dem Ziel meiner Reise, die Hotelpreise deutlich unter dem vergleichbaren Durchschnitt anderer europäischer Metropolen liegen. So musste ich in der Bundeshauptstadt für eine Nacht im Einzelzimmer im „Grand Hotel Esplanade“ exklusive Frühstück nur 104,00 Euro bezahlen – und das nicht einmal in der günstigsten Zimmerkategorie („Standardzimmer“), sondern in der nächsthöheren Kategorie „Zimmer mit Flussblick“. Die günstigste Kategorie war an jenem Tag nicht verfügbar.Das „Grand Hotel Esplanade“ trägt einen traditionsreichen Namen, denn so hieß über viele Jahrzehnte eines der luxuriösesten Hotels der Stadt, welches unweit des Potsdamer Platzes gelegen war. Diese Herberge wurde im 2. Weltkrieg jedoch fast vollständig zerstört, lediglich ein kleiner Gebäudeteil rund um den berühmten „Kaisersaal“ blieb erhalten und wurde in das moderne „Sony-Center“ integriert.
Das neue „Grand Hotel Esplanade“ welches seit den 70er-Jahren seinen Sitz im Bezirk Mitte (vormals Tiergarten) hat, hat mit diesem alten Hotel nur den Namen gemeinsam. Es befindet sich im Besitz einer nordamerikanischen Investorengruppe.Zu finden ist es am Lützowplatz, am Ufer des Landwehrkanals, im Botschaftsviertel. In unmittelbarer Nähe befindet sich z.B. die CDU-Parteizentrale („Konrad-Adenauer-Haus“) sowie der sehenswerte Komplex der Nordischen Botschaften. Zum Bahnhof Zoo oder zum Reichstag fährt man mit dem Bus, der fast direkt vor dem Hotel hält, etwa 10 Minuten. Mit dem Bus? Ja, mit dem Bus! Eine S- oder U-Bahn-Station befindet sich nämlich nicht in Fußreichweite des Hotels. Für eine Fahrt mit einer der vor dem Haus bereitstehenden Taxen zum neuen Berliner Hauptbahnhof muss man mit Kosten i.H.v. circa 10,00 Euro rechnen. Per PKW anreisenden Gästen steht eine kostenpflichtige hoteleigene Tiefgarage zur Verfügung. Zudem besteht die Möglichkeit, im Rahmen des sog. Valet Parking das Auto durch einen Mitarbeiter des Hotels parken zu lassen.
Als ich im Hotel ankam, verlief mein Check-In reibungslos, da ich das Zimmer ja schon vorab gebucht hatte. Lediglich meine Privatdresse musste ich angeben, außerdem wurde ein Kreditkartenabzug gemacht. Unaufgefordert wies die sehr freundliche Empfangsmitarbeiterin auf das hauseigene Wellnesscenter sowie auf Ort und Zeiten des Frühstücksbuffets hin, ehe sie mir die Keycard für mein Zimmer (3. OG, Nr. 344) überreichte und mir einen angenehmen Aufenthalt wünschte.Als erstes fiel mir beim Betreten meines Zimmer dessen Größe (lt. Hotelprospekt 29 Quadratmeter), auf, als zweites, dass der versprochene „Flussblick“ (der ja aufgrund der Lage des Hotels am Landwehrkanal eher ein „Kanalblick“ hätte sein müssen) doch recht eingeschränkt war. Über das große Vordach des Hotels hinweg konnte ich im Hintergrund tatsächlich ein paar Bäume erkennen, zwischen denen das Wasser zu sehen war. Ob speziell für dieses Zimmer diese Aussicht einen gegenüber den gleich großen Standardzimmern höheren Preis rechtfertigt, sei dahingestellt.
Die Ausstattung des Zimmers wurde dominiert durch ein wirklich großes Bett (geschätzte Maße: circa 2,0 Meter lang und 2,5 Meter breit), welches, da ich ja ein Einzelzimmer gebucht hatte, mit einer Decke belegt war. Zudem lagen insgesamt acht (!) Kissen darauf. Zu beiden Seiten des Kopfendes war je ein Nachttisch zu finden, dazu gab es auf jeder Seite zwei separat regelbare Leseleuchten. Die restliche Einrichtung bestand aus einem großen Schreibtisch mit Stuhl, einem großen Schrank, einem sehr bequemen Liegesessel nebst Couchtisch, einem modernen Flatscreen-TV inklusive Pay-TV, einem Telefon, einer Minibar und einem geräumigen Bad inklusive großer Badewanne. Um bei Bedarf online gehen zu können, gab es verschiedene Möglichkeiten. So gab es Anschlussbuchsen sowohl für Modem als auch für ISDN, ein LAN-Kabel und ein verfügbares W-LAN. Für die Nutzung des LAN (egal ob per Kabel oder per W-LAN) wäre je Tag des Aufenthalts ein Preis von 19,95 Euro fällig geworden.Das ganze Zimmer war in hellen Farben gehalten und wirkte sehr freundlich und sauber. Auf dem Schreibtisch stand eine Blumenvase mit frischen Blumen. Das Bett war wirklich sehr bequem, so dass ich dort wirklich sehr gut schlief.
Am nächsten Morgen entschied ich mich dafür, das Frühstück im hoteleigenen Restaurant „Elements“ im Erdgeschoss des Hauses einzunehmen. Hierfür wurde ein Preis von 24,00 Euro fällig. Zugegeben, das Buffet war insgesamt sehr umfangreich; man findet dort wohl wirklich alles, was das Herz am Morgen begehrt. Besonders auffällig waren die große Auswahl an unterschiedlichen Teesorten sowie an Säften. Allerdings muss man sich schon fragen, ob ein Preis von 24,00 Euro überhaupt noch angemessen sein kann. Wir erinnern uns: gemäß offiziellem Umrechnungskurs sind das immerhin 46,94 D-Mark (!). So lecker und umfangreich kann ein Frühstücksbuffet doch fast gar nicht mehr sein, als dass sich das für den Gast rechnen würde. Ich hatte vorab scherzhaft zu Freunden gesagt, dass ich für diesen Preis wenigstens Sekt, eigentlich aber sogar Champagner zum Frühstück erwarten würde – in anderen Hotels der Vier- und sogar der Drei-Sterne-Kategorie hatte ich das schon erlebt. Nicht aber hier in der Luxusherberge in Berlin.Mein Check-Out verlief ebenso reibungslos wie der Check-In. Das Personal war auch hier wiederum sehr freundlich und routiniert und konnte auch meine Frage, wo der nächste Taxistand sei, zu meiner Zufriedenheit beantworten. Um 128,00 Euro (104,00 Euro für das Zimmer, 24,00 Euro für das Frühstück) ärmer verließ ich das Hotel…
… und stellte mir die Frage, ob das Preis-Leistungsverhältnis hier gestimmt hatte oder nicht. Und ganz ehrlich, ich konnte mir diese Frage nicht eindeutig beantworten. Der reine Zimmerpreis war in meinen Augen absolut okay. In anderen Städten hatte ich für mehr Geld schon deutlich schlechter übernachtet. Dass das „Grand Hotel Esplanade“ fünf Sterne hat, konnte ich im Zimmer nicht unmittelbar feststellen, auch in Häusern der darunterliegenden Vier-Sterne-Kategorie hatte ich schon vergleichbare Zimmer erlebt. Es waren eher die Kleinigkeiten, die auffielen und tatsächlich das Gefühl von Luxus aufkommen ließen. Ein paar dieser Kleinigkeiten möchte ich hier einfach mal aufführen:- die sehr große, elegante Hotelhalle
- der offene Kamin in der Lobby
- die frischen Blumen auf dem Zimmer
- der Mitarbeiter, der den Gästen beim Betreten und Verlassen des Hotels die Tür aufhält
- der Mitarbeiter, der dem abreisenden Gast auf Wunsch ein Taxi vom Taxistand heranwinkt und einem auch das Gepäck abnimmt
- die Pflegeartikel im Bad, die von einem renommierten Hersteller stammen
- die insgesamt elegante Atmosphäre
- das immer extrem freundliche Personal
- …
Nicht stimmig allerdings war das Preis-Leistungsverhältnis beim Frühstück. Sicher, Hotels nehmen wohl eine Mischkalkulation vor, in der die Erlöse des Frühstücks dazu dienen, andere Bereiche des Hauses querzusubventionieren, aber 24,00 Euro für ein sicherlich gutes Frühstücksbuffet, welches jedoch keine speziellen Highlights aufweist, sind meines Erachtens dann doch zu viel. Nicht gerechtfertigt war außerdem zumindest in meinem speziellen Fall der gegenüber dem „Standardzimmer“ erhöhte Preis wegen „Flussblick“, der eben faktisch nicht vorhanden war.
Meine Empfehlung fällt daher zweigeteilt aus: sollte man im „Grand Hotel Esplanade“ eine Übernachtung zu einem günstigen Preis erhalten, so sollte man zuschlagen. Auf das Frühstücksbuffet jedoch sollte man eher verzichten, da man für deutlich unter 24,00 Euro in Berlin sicher anderswo lecker frühstücken kann. Bedenken sollte man bei der Buchung auch, dass die ÖPNV-Anbindung aufgrund des Fehlens einer direkten U- oder S-Bahn-Anbindung nicht optimal istDa ich nur eine Nacht im „Grand Hotel Esplanade“ verweilte, konnte ich viele Einrichtungen des Hotels gar nicht testen. Neben dem Restaurant „Elements“, in welchem das Frühstücksbuffet bereitsteht, gibt es noch das Restaurant „Ellipse“, die Berliner Kneipe „Eck“ sowie die zumindest bei Insidern bekannte „Harry’s New York Bar“. Der Wellnessbereich besteht aus Pool und Fitnessraum (beide kostenfrei) sowie Sauna und Solarium (kostenpflichtig). Zudem werden Beautybehandlungen, Massagen, etc. angeboten. Ebenfalls sind Tagungs- und Banketträume vorhanden. Insgesamt stehen 390 Zimmer für Gäste zur Verfügung:
- 186 StandardzimmerZu finden ist das „Grand Hotel Esplanade“ unter folgender Adresse:
Lützowufer 15
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Hajott 28.02.2010 23:23
Lianchen666 02.02.2010 09:32
Micaela030 31.12.2009 22:57
Sirobira 28.12.2009 23:39
Kamikaze71 27.12.2009 11:43
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