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Erfahrungsbericht

für Grand Hotel Central, Rotterdam
3 Sterne Auf den Spuren von Jimi Hendrix in Rotterdam Bericht mit Bildern
137 von 137 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro zentral gelegen, nicht sehr teuer, geräumige Zimmer

Kontra abbröckelnder Charme, etwas altmodisch und zu dunkel

Der Autor

Die_Buchhaendlerin Seit 4 Aug 2000

"Der Umgang mit Büchern führt zum Wahnsinn" Zitat von Erasmus von Rotterdam... mehr

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Trotz Bücherfrühlings bei Ciao möchte ich wieder einen Ausflug in die Hotel- und Reisewelt machen.

Ich hatte die Gelegenheit vier Tage lang um den 1. Mai herum gemeinsam mit meiner Tochter die Niederlande zu besuchen. Grund: mein Töchterchen (hier: als Leabest bekannt) war während ihres 11. Schuljahres ein Jahr lang in den Niederlanden, um dort die Schule zu besuchen und die Sprache zu lernen. Sie lebte bei einer Gastfamilie in der Nähe von Utrecht.
Nun endlich war die Gelegenheit für mich gekommen, Leas Gastfamilie in natura kennen zu lernen.

Ich könnte viel erzählen über die hübsche Stadt Utrecht, über die freundliche Aufnahme seitens der Familie, aber es soll ja hier um ein bestimmtes Hotel gehen. Einen Tag lang wollten wir nämlich ein Kontrastprogramm zum netten, beschaulichen Utrecht haben und hatten übers Internet ein Hotel in Rotterdam gebucht. Rotterdam ist eine richtige Großstadt, eine Hafenstadt, eine sehr internationale Stadt: laut, lebendig, ein bisschen schmutzig, viel Beton, aber mit einer sehr interessanten und innovativen Architektur. Ganz klar, dass ich nach einem Tag Aufenthalt mir kein Urteil erlauben kann, außer diesem: ein längerer Aufenthalt dürfte sich mal lohnen.

Allerdings erlaube ich mir auch nach nur einer Übernachtung ein Urteil über das Grand Hotel Central abzugeben, über das der folgende Bericht gehen soll.

Lage des Hotels:

Ein Hauptgrund für die Entscheidung gerade für dieses Hotel war seine Lage. Nur 5 Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt und ganz nahe der Innenstadt. Wenn man nur wenig Zeit hat ist das schon ein sehr wesentlicher Gesichtspunkt. Die Angaben auf der Internetseite stimmten auch, wenn man sich nicht -wie ich das ja gerne tue - erstmal verläuft und in die falsche Richtung tapert, ist man wirklich in Minuten am Ziel.
Die Adresse ist: Kruiskade 12

Preisklasse:

Der nächste wichtige Punkt für mich war der Preis. Wir bezahlten für ein Doppelzimmer mit Frühstück 80 € pro Nacht. Dusche und Toilette waren im Zimmer.
Das ist eine ähnliche Preiskategorie wie ich sie bei meinem letzten Hotelaufenthalt in Stockholm hatte (da hatte ich 76 € gezahlt).
Sonderbarerweise hat das Hotel einmal 2 Sterne bei einer anderen Beschreibung (z.B. bei expedia.de) bekommt es 3 Sterne, nun ja…

Geschichte:

Keine Angst, ich werde jetzt nicht die ganze Geschichte des Hotels erzählen, interessant fand ich eigentlich nur, dass bereits Jimi Hendrix und Hermann Brod in diesem Hotel übernachtet hatten, tja, das ist doch irgendwie kultig, wie ich finde.
Das Hotel besteht seit 1917, es ist aus roten Ziegeln gebaut und sieht von außen ganz schön aus.

Ausstattung:

Es gibt 64 Zimmer im Hotel, alle mit Kabelfernsehen und Telefon versehen.
Außerdem gibt es einen etwas altertümlichen Aufzug (der aber funktioniert), eine etwas heruntergekommene Lobby mit dem verblichenem Charme von roten Ledersesseln und abblätternden Gold.
Das Treppenhaus wirkt sehr heruntergekommen, was aber vielleicht nur daran liegt, dass gerade der Teppichboden abgekratzt wurde und noch kein neuer drauf ist. Also lieber mit dem Aufzug fahren als die Treppen benutzen!
Wenn man dem Aufzug entkommen ist (erst nach dem 2. Versuch, denn man muss ganz schnell die Tür nach außen drücken, sonst fährt er weiter), kommt man in einen etwas niedrigen Flur mit abgetretenen Teppichen.
Zum Zimmer kommt man - wie leider überall üblich mittlerweile - nicht mehr mit einem Schlüssel, sondern mit einer Chipkarte, die auch nur funktioniert, wenn man ihr gut zuredet.
Nun das Wichtigste:

Zimmer:

Ein erstaunlich großzügiges Zimmer erwartet uns mit einem Doppelbett in der Mitte (das sich bei näherem Ansehen aber als zwei sehr eng anschließend Einzelbetten entpuppt) einem Holzschrank, der eine Politur vertragen könnte, zwei Nachttischchen mit funktionierenden und verstellbaren Lampen und einem langen Tisch an der Fensterfront und zwei Sesseln. Außerdem gibt es noch einen kleinen Hocker zum Ablegen von Kleidungsstücken. Gleich rechts von der Eingangstür geht es zum Badezimmer.
Auf dem Tisch steht der Fernseher (den wir nicht ausprobierten, aber ich hoffe mal, er funktioniert) und sogar noch ein Wasserkocher mit Teebeuteln und Zucker daneben.

Die Möbel sind einfach, aber durchaus geschmackvoll.
Leider gehen die Fenster auf den dunklen Hinterhof, aber immerhin lassen sie sich öffnen (nicht so wie im Scandic Hotel in Stockholm) und der Hinterhof ist eigentlich ganz hübsch, wenn auch eng.
Interessanterweise lag im Zimmer eine mehrsprachige Bibel (aus der einige Seiten des Johannesevangeliums herausgerissen waren), das habe ich schon lange nicht mehr gesehen, aber früher gehörte eine Bibel zum Standard in Hotelzimmern.

Im Badezimmer gibt es eine Toilette mit einer abenteuerlichen Spülung, die tatsächlich einiges an Kraft und Ausdauer abverlangt. Man muss mehrmals auf eine Art Rohr an der Wand drücken bzw. regelrecht pumpen, bis endlich die Wasserspülung in Ganz gesetzt wird. Das hätte mich bei einem längeren Aufenthalt garantiert wahnsinnig gemacht, immerhin kam Wasser, wenn man nur lange genug daran herumdrückte.
Links neben der Toilette ist ein Waschbecken mit Spiegel, das mit diversen Shampoos, Seifen, Badeschaum und Duschhauben bestückt ist.

Leider alles einzeln abgepackt und nicht - wie sonst oft löblicherweise üblich - im umweltfreundlichen Seifenspender. Auch gibt es kein Schild, das darauf hinweist, dass man die Handtücher mehrmals benutzen kann, um die Umwelt zu schonen. Da wir aber nur eine Nacht da waren, konnte mir das auch egal sein. (dennoch: es fiel mir schon negativ auf).
Außerdem gab es für zwei Personen nur zwei Handtücher, was auch nicht weiter schlimm ist, aber in besseren Hotels gibt es nun mal pro Person ein kleines und ein großes.
Die Dusche war mit einem Duschvorhang versehen wie ich ihn zuletzt in einer extrem billigen Pension in Polen erlebt hatte, also billiges Plastik, das sich leider manchmal an den Körper klebt, aber immerhin sauber. Die Dusche selbst bestand nicht aus einer modernen Mischbatterie, sondern ganz altmodisch mit zwei verschiedenen Drehknöpfen für Kalt- und Warmwasser, aber das störte mich nicht, denn es kam ja warmes Wasser, was will man mehr…
Extras wie ein Fön gab es natürlich nicht, was ich schade fand, mich aber nicht sonderlich überraschte.

Die Betten waren gut, eventuell eine Spur zu weich, aber das ist ja sowieso Geschmackssache.
Insgesamt fand ich das Zimmer ganz gemütlich und wohnlich, es hätte nur etwas heller sein können.

Frühstück:

Frühstück gibt es von 7.30 bis 10.30 Uhr im Restaurant unten.
Auch das Restaurant ist eindeutig zu dunkel, um richtig gemütlich zu sein. Auch hier wieder der gleiche Eindruck wie in der Lobby: alles ein bisschen abgeschabt, fleckig und hat seine beste Zeit hinter sich.
Es gab ein Frühstücksbuffet mit genügender Auswahl: verschiedene Brotsorten, Käse, Wurst, Marmelade, Erdnussbutter (in Holland so beliebt wie in den USA), auch frisches Obst, diverse Müslis und Cornflakes (aber leider auch wieder einzeln verpackt, was ich unnötig finde) und Joghurt. Im Gegensatz zu dem wirklich üppigen Frühstück im Scandic in Stockholm war die Auswahl zwar wesentlich geringer, aber dennoch völlig ausreichend. Frische Säfte stehen ebenso zur Verfügung wie diverse Teesorten, Milch und Kaffee. Letzterer war zu stark und schmeckte mir nicht, aber auch das ist Geschmacksache.
Leider war es so dunkel, dass ich Tomatensaft mit rotem Grapefruitsaft verwechselte und deshalb kam ich zum ersten und hoffentlich zum letzen Mal in meinem Leben in den Genuss von Früchtemüsli mit Tomatensaft;))

Personal:

Sehr freundlich sowohl beim Einchecken als auch bei der Frage ob man die Koffer noch hier lassen kann nach dem Auschecken. Besonders nett fand ich die Reaktion der Dame im Frühstücksraum auf einen "Unfall" meinerseits. Ich wollte mein Tablett in die dafür vorgesehene Ablage stellen, rammte dabei aber eine darunter stehendes volles Milchglas und sorgte so für eine größere Überschwemmung. Die zuständige Kraft lachte aus vollem Halse und versicherte mir, ich müsse mich nicht kümmern. Das war irgendwie nett.

Fazit:

Nichts für kritische Menschen, bei denen alles super ordentlich sein muss, auch nichts für Leute, die sich an Kratzern und abblätternden Stellen stören. Wer das Ganze aber lockerer sieht, kann durchaus zufrieden sein. Jedenfalls sind die Zimmer sauber, geräumig und die Betten bequem.
Im direkten Vergleich zu dem preislich ja ganz ähnlich gelagerten Scandic Hotel in Stockholm schneidet das Grand Hotel Central jedoch um einiges schlechter ab.
Allerdings liegt es natürlich sehr viel zentraler und das gleicht dann einige Nachteile wieder aus.

Ich kann mir durchaus vorstellen, wieder für einen kürzeren Aufenthalt hierher zu kommen, aber ein Lieblingshotel wird es sicher nicht werden.

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Kommentare

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  • Sydneysider47 11.05.2011 23:28
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Da gibt es einige Hotels, die für einen Kurzurlaub ganz nett sind - für länger eher nicht. In die Niederlande will ich schon lange mal wieder reisen, in Rotterdam war ich schon, ist aber schon länger her. Viele Grüße und bh!

  • RoundaboutFlorence 20.03.2011 20:16
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Xivender 16.11.2008 00:02
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • butterfly76 20.05.2008 10:05
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • hr.biernot 01.04.2008 22:19
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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