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Erfahrungsbericht

für Gran Canaria
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2 Sterne Gran Canaria - Das Ibiza der siebziger Jahre? Bericht mit Bildern
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Pro preiswerter Pauschalurlaub mit Sonnengarantie

Kontra Die Insel wird sehr schnell langweilig und alles ist furchtbar unnatürlich

Der Autor

luna_eclipse Seit 29 Nov 2000

Liebe Mama, lieber Papa: Vielen Dank für die glückliche Kindheit. Damit habt ihr mir jede Chance... mehr

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1. Wie kam es dazu/Hotel Monte del Morro und seine Bewohner
2. Die Tauchschule Nautico und meine ersten Taucherfahrungen im Meer
3. Ist Gran Canaria so unspektakulär oder ist der Marco Polo Reiseführer einfach genial?
4.Verpflegung/Nachtleben


1.Wie kam es dazu/Hotel Monte del Morro und seine Bewohner

Kennt Ihr die Kolumne „Fahren Sie bloß nicht nach...!“, die man eine Zeitlang in der Frankfurter Rundschau lesen konnte? Nun, mit diesem Bericht will ich bestimmt niemandem den vielleicht bereits gebuchten Urlaub auf dem schönen Touristeneiland Gran Canaria vermiesen, allerdings solltet Ihr Euch doch schon mal auf ein grob gefasst negatives Fazit meinerseits einstellen.
Nein! Jetzt nicht wegrennen! Ich habe auch einige Tipps parat, was man aus der Zeit auf der Insel machen kann, wenn man denn schon mal da ist, und was man vielleicht besser lassen sollte.
Also, kleine Vorgeschichte: Ich, urlaubshungrig nach erfolgreicher Beendigung meines Abis, suchte im Internet eine kostengünstige Möglichkeit mit meinem Freund einen schönen, 10-tägigen Sommerurlaub zu verbringen. Der geplante Urlaub mit mehreren Freunden war kurzfristig ins Wasser gefallen.
Die einzigen Suchkriterien für uns waren: Sonne, Meer, eine Tauchschule vor Ort (ich wollte meinen „Open water Schein“ machen) für möglichst wenig Geld, achja, und das ganze möglichst dalli!
So ergab es sich, dass wir an einem lauen Sommerabend Anfang Juli 2003, dem höllischen Fahrstil eines kanarischen Taxifahrers ausgesetzt, vom Flughafen aus zu unserem Hotel in San Augustin im Süden der Insel kutschiert wurden. Während der Fahrt die erste Kuriosität: Mein Freund erhielt eine SMS von einer Bekannten, die schrieb, dass sie just im Moment an einem Pool in Gran Canaria läge. So klein ist die Welt? Wie sich später herausstellte wohnte sie mit Freunden in so einem der großen All-you-can-eat Betongiganten mit mega Swimmingpoollandschaft, die nur 10 Minuten zu Fuß von unserem Hotel weg lag.
Eben dieses Hotel erreichten wir auch durch den rapiden Fahrstil unseres Fahrers, der allerdings auf der Insel normal ist, nach einer kurzen Fahrzeit.
Über San Augustin und unser Hotel „Monte del Morro“ gibt es vor allem zu sagen, dass sowie der Ort, als auch das Hotel ihre beste Zeit wohl vor etwa 30 Jahren hatten. In San Augustin wurden die ersten Hotels gebaut, als die Gegend, die eigentlich vor allem aus steiniger und sandiger Wüste besteht, für den Tourismus erschlossen wurden.
Inzwischen ist Playa de Ingles, eine ebenfalls sehr künstliche Stadt, die sich westlich an San Augustin anknüpft, zum Zentrum des Massentourismus geworden. Jedenfalls war das Monte del Morro, in dem wir ein Zimmer mit Balkon und Miniküche zwecks Selbstverpflegung hatten, wohl zu seiner Zeit eines der hippesten Tanzbars der Insel gewesen. So richtig mit Restaurant unter dem Glasboden des Swimmingpools...Der Glasboden und die Treppe, die mit der steil abfallenden Felsküste verschraubt war waren wohl irgendwann von spießigen EU-Beamten wegen Baufälligkeit verboten worden (Spekulation!).
Der Swimmingpool war noch vorhanden, aber wir haben doch meistens das Meer vorgezogen, weil es nicht so gechlort ist und weil die toten Kakerlaken im Atlantik doch mehr Platz haben sich weit weg von mir zu verteilen. Ja, die Tierfreunde unter Euch! Einen ausgesetzten Hund von Mallorca retten war gestern, auf Gran Canaria habt Ihr die einmalige Gelegenheit Euch in die Kunst der Kakerlakenzucht einzuarbeiten. Man kann sie anhand der verschiedenen Knack- und Knirschgeräusche, die sie unter einem Schuh machen prima unterscheiden. Am liebsten mögen sie ausgedehnte Strandspaziergänge am Abend und Dinnerparties im Hundehaufen. Falsches Tier? Dann holt euch eine Katze! Die sind anhänglich und gehen nicht so schnell kaputt. Und es wird keinem auffallen, wenn mal eine fehlt und per Handtasche mit nach Deutschland reist. Nur zu, bedient Euch. Ja, außer den bereits erwähnten Mitbewohnern gab es im Hotel Monte del Morro ca. 20 Zimmer für Kunden der Firma FTI- Touristik aus Deutschland aber ein paar echte Canarios kamen an den Wochenenden auch aus Las Palmas zum Strandurlaub. Mehr zu sagen gibt es zu San Augustin nicht, auf die Tauchschule komme ich später noch zu sprechen.
Der Strand war sehr gut erreichbar, man brauchte nur ein paar Treppen hinabsteigen, dann war man schon fast an der großen Strandpromenade, die sich von San Augustin bis zu den Dunas de Maspalomas, das liegt hinter Playa de Ingles, hinzieht. Wie muss man sich den Strand vorstellen? Typisch kanarisch, also schwarzer Lavasand, in diesem Fall sehr fein. Also muss man sich immer schön beeilen, wenn man barfuß ins Meer läuft, weil man sich sonst die Flossen verbrennt.
Der Atlantik ist ein Ozean, ergo keine Badewanne. Das Wasser ist kalt, zu meiner Blasenentzündung komme ich aber später, wenns ums Tauchen geht =). Die Wellen und die Strömung sind auch nicht unerheblich, daher ist eher planschen oder surfen mit diesen kleinen Waveboards angesagt, als echtes Schwimmen. Und packt Euch stabile Bikinis ein, sonst seid Ihr nach der ersten Welle nackig! Sonnenmuffel, die nicht gerne am Strand liegen, sollten die Insel meiden, weil das nun mal das einzige ist, was man dort machen kann ohne die Urlaubskasse zu belasten. Das Wetter war übrigens die ganze Zeit durch bestens.
An diesem Strand war dann auch das Hotel, in dem die Bekannte, die wir unverhofft getroffen hatten, mit ihren Kumpels die Vorzüge des All-Inclusive genoss. Man, die hatten da so nen tollen Swimmingpool, dass die gar nicht mehr zu dem echten mehr in 30 Metern Luftlinie gehen brauchten! Mal ehrlich, das wär auch nix für mich gewesen. An diesem Pool habe ich dann auch Leute von der Tauchschule getroffen, mit der ich bereits in Deutschland per E-mail Kontakt aufgenommen hatte. Die waren in dem Hotel gerade auf Kundenfang.


2.Meine Taucherfahrungen mit der Tauchschule Nautico auf Gran Canaria:

Die Tauchschule Nautico in San Augustin wird von deutschen „Emigranten“ geführt, daher gab es keine Sprachprobleme. Überhaupt konnte ich meine Spanischkenntnisse aus 3 Jahren Unterricht kaum anwenden, weil eh alle deutsch geredet haben oder lieber nicht mit Deutschen reden wollten (ja, wir sind aus wahrscheinlich guten Gründen, das zweitunbeliebteste Urlaubervolk der Welt, gleich nach den Engländern). Eine Tauchlehrerin war glaub ich Portugiesin, konnte aber gut Englisch und eine Tauchlehrerpraktikantin aus Deutschland (die leider ein wenig wie der A. für alles behandelt wurde) war auch noch da.
Ich wollte also meinen Open-water machen, nachdem ich zuhause im Schwimmbad bereits den ersten Teil meines Grundtauchscheins nach CMAS gemacht hatte.
An der Wiederaufarbeitung des theoretischen Stoffs gab es nichts zu meckern. Ich war noch ganz gut informiert und die Lücken konnte ich dank der Hilfe von einem netten, jungen Tauchlehrer aus Österreich ganz gut gefüllt. Die theoretische Prüfung ging also schnell über die Bühne. Dann kamen die „Trockenübungen“ im Pool, bevor es richtig raus in den Atlantik gehen sollte. Dass der Pool nicht tiefer als 1,50 war, erwies sich als äußerst ungünstig, weil man die wichtigste Übung fürs Tauchen nicht vernünftig trainieren konnte: Das Tarieren. Beim Tarieren geht es schlicht und einfach darum, dass man unter Wasser durch Luft Ab- und Zufuhr in die Weste, bzw. durch Atmung auf einer Tiefe bleibt oder kontrolliert ab- und aufsteigen kann. Jetzt versucht das mal in einem Becken zu machen in dem Ihr stehen könnt! Ok, die Poolsession hat mir im Prinzip nichts gebracht, also hab ich mich um so mehr gefreut, als es dann endlich ins Meer gehen sollte.
Mein erster Tauchgang war an einem Spot namens „Risco Verde“. Die Fahrt dorthin war sehr ruckelig im VW Buschen der Tauchschule. An der Küste wehte eine herbe Brise und, wie nicht anders zu erwarten, war bereits eine weitere Tauchgruppe vor Ort, ältere Männer in Taucheranzügen, keine Tauchschule.
Es gab zwei Tauchgänge, ich sollte bei dem zweiten dabei sein und hatte also genügend Zeit mich in den Gummianzug reinzuquetschen. Aufgrund der Tatsache, dass man mir einen knallbunten Kindertauchanzug gegeben hatte, der verdammt eng anliegend geschnitten war, brauchte ich die Zeit auch. Außerdem hatte ich noch so ein andres Neoprenhemdchen drunter und wegen der steinigen Küste wird auf Gran Canaria mit Geräteflossen und Füßlingen getaucht. Irgendwann war ich dann endlich an der Reihe! Meine Tauchlehrerin war für 2 von uns Tauchneulinge verantwortlich. Wir mussten mit den Gasflaschen auf dem Rücken über die glitschigen Felsen bis zu der Stelle laufen an der wir Abtauchen wollten. Die Flossen anzuziehen war bei dem Wellengang schon ein kleines Kunststück. Ich bekam einen Mordsschiss, was fürs Abtauchen eher hinderlich ist. Dann brachte mich die Tauchlehrerin doch dazu, das Gesicht aufs Wasser zu legen und langsam mit ihr abzutauchen. Schwipp-Schwapp, kurz unter der Wasseroberfläche waren die Wellen auch nicht besser, also gingen wir recht schnell auf so etwa 2 m Tiefe, wo das Wasser ruhiger war.
Kaum fühlte ich mich besser, schon bekam ich Probleme mit dem Druckausgleich, obwohl ich ihn beim Abtauchen immer schön brav durchgeführt hatte. Wir stiegen also wieder auf zur Wasseroberfläche und ich startete dann später noch einen weiteren Versuch, der auch bestens gelang.
So richtig unter Wasser war ich dann doch beeindruckt. Es gab zwar nicht großartig was zu sehen aber das Gefühl unter Wasser ist einfach einzigartig. Wir sind die meiste Zeit direkt am Sandboden lang getaucht, es gab ein paar kleinere Fische, ein paar Dosen, die aufgesammelt wurden, im Vergleich zum Mittelmeer an der türkischen Südküste, wo ich im Herbst war, eher dürftig.
Wir haben einige Übungen, wie Wechselatmung gemacht, weil das ja einer (bzw. zwei, wie ich später feststellte) meiner Übungstauchgänge war und sind dann wieder zum Strand zurück und aufgetaucht. Beim Ausstieg hab ich dann noch eine meiner Flossen verloren, sie konnte aber gerettet werden. Als ich am Nachmittag wieder im Hotel bei meinem Freund, der bis dahin nicht tauchen wollte, war musste ich auf einmal gaanz dringend aufs Klo. Und das etwa für den Rest des Urlaubs. Ich hatte mir die erste Blasenentzündung meines Lebens eingefangen! Ich denk mal, das kam durch die kalte Wassertemperatur. Will ja nicht hoffen, dass da vor mir irgendwer in den Anzug gepieselt hat..
Viele Plastikflaschen mit heißem Wasser zwischen den Beinen später (by the way, ich war fasziniert, wie klein PET-Flaschen werden können, wenn man sie mit heißer Flüssigkeit befüllt!), war ich bereit für ein neues Tauchabenteuer, diesmal unterstützt von meinem Freund, der einen Schnuppertauchgang wagen wollte. Der Tauchspot hieß diesmal „Arinaga“ und dieser Einstieg war weitaus angenehmer, als mein erster. Trotzdem war das An- und Ausziehen wieder eine Tortur, wobei mein Freund mich da tatkräftig unterstützte. Auch in Arinaga wehte eine steife Brise, das perfekte Surferwetter und wir gingen tauchen! Diesmal bekam ich schon viel mehr mit von der Unterwasserwelt, langsam begriff ich auch mehr von der Zeichensprache, über die meine Tauchlehrerin unter Wasser mit mir kommunizierte. So viel schein ich dann aber doch nich mitbekommen zu haben, mein Freund hat mir später erzählt, dass er mit seiner Tauchlehrerin die ganze Zeit hinter mir war, ich hab ihn kein einziges Mal unter Wasser gesehen. Ich hab dann meinen Open- water schein bekommen, war allerdings etwas enttäuscht, als ich erfahren hab, dass ich nach zwei Mal tauchen schon meine vier Prüfungstauchgänge in der Tasche hatte. Das kam daher, weil wir draußen im Meer einen Auf- bzw. Abstieg gemacht hatten, um die Quälerei beim Abtauchen an der Küste zu vermeiden.
Fazit: Mir hat das Tauchen auf Gran Canaria zwar Spaß gemacht, trotzdem werde ich es nie wiederholen. Verglichen mit meinen Taucherfahrungen in der Türkei (vielleicht kommt dazu bald noch ein Bericht von mir, bzw. siehe andere Berichte zu „Adrasan“) war das Wasser zu kalt und zu unruhig, außerdem ist die Unterwasserlandschaft einfach nur erbärmlich. Ein weiterer Vorteil in der Türkei war das Tauchen vom Tauchboot aus, wo der Einstieg überhaupt keine Schwierigkeit darstellt und wo sich Nichttaucher die Zeit bestens mit Schnorcheln und Sonnenbaden vertreiben können, während die anderen auf Tauchgang sind. Meiner Meinung nach ist Tauchen auf Gran Canaria für Anfänger zu stressig und für Fortgeschrittene nicht sonderlich reizvoll, allerdings gibt es wahrscheinlich auch dort einige interessante Höhlen und Geheimtipps.


3. Ist Gran Canaria so unspektakulär oder ist der Marco Polo Reiseführer einfach genial?

Neben dem Tauchen war eine Rundfahrt um die Insel herum mit dem Mietwagen ein weiteres Großprojekt, das wir uns vorgenommen hatten, um zu etwas Abwechslung zu kommen. Nachdem wir uns, auf der Suche nach der billigsten KFZ-Vermietung Gran Canarias, einen Tag die Füße platt und die Birne matschig gelatscht hatten, orderten wir uns doch bei der Partner-Autovermietung des Hotels (Cousin vom Besitzer oder so) einen Opel Corsa. Ich hatte während meines Blasenleidens, das mir sogar den Strand vermiest hat, genug Zeit gehabt den Marco Polo Reiseführer mit all seinen „Insider Tipps“ genauestens zu studieren. Darin sind unter anderem auch zwei Rundtouren beschrieben. Die eine führt einmal rund um Gran Canaria herum und man sollte für sie auch einen ganzen Tag einplanen, die andere führt ins innere des Landes in die Cumbre, die Gebirgslandschaft Gran Canarias. Wir haben beide Touren gemacht, sie sind im Reiseführer recht genau beschrieben und sogar in der zum Reiseführer gehörenden Karte eingezeichnet. Wen Details interessieren, der sollte sich den Reiseführer kaufen, der absolut empfehlenswert ist, ich werde hier nur meine Highlights aufführen, um den Bericht nicht ins Endlose zu führen.
Die erste Tour führt einen in den Norden der Insel, der landschaftlich wesentlich reizvoller ist, als der karge Süden. Hinter der Hauptstadt Las Palmas machten wir unseren ersten Halt am „Cenobio der Valeron“. Das ist eine hohe Wand mit ganz vielen Höhlen, die mit Handarbeit in den weichen Stein gehauen wurden, um dort Getreide zu lagern. Der Name Cenobio (Kloster) kommt von einer als irrtümlich erwiesenen Vermutung, dass die Höhlen als Klosterzellen für unverheiratete Frauen genutzt worden seien.
Wenn man weiter auf der Route bleibt, kommt man in das Städtchen Guia, wo der „queso de flor“, ein Rohmilchkäse, bekannt als Blumenkäse beheimatet ist. Wer Käse mag, sollte auf jeden Fall dem, ebenfalls im Reiseführer beschriebenen, Käseladen von Senior Santiago Gol Romero einen Besuch abstatten. Der ältere Herr ist ein Unikat und in seinem Laden hat man beste Chancen, wenigstens etwas von dem Flair des Canariolebens mitzubekommen. Bestens versorgt mit Käse und nach einer kleinen Weinprobe ging es für uns weiter. Unser, so weit ich mich erinnern kann, einziges, aber vorzügliches Auswärtsessen auf Gran Canaria haben wir an diesem Tag in der Bar „La Cueva“ in Galdar genossen. Typisch kanarisch gab es frischen Fisch und papas arrugadas con mojo, das sind in viel Salz gekochte Kartoffeln mit Schale, zu der eine scharfe, ölige Knoblauch/Chili Sauce gegessen wird. Dazu gab es Meerblick vom Feinsten.
Die letzte erwähnenswerte Sehenswürdigkeit auf dieser Tour war das Valle de Agaete, ein fruchtbares Tal, das einen sehr starken Kontrast zur kargen, felsigen Umgebung bildet.
Auf unserer zweiten Tour sind wir in die Berge, in die Cumbre gefahren. Im Inneren der Insel sind die Straßen natürlich nicht so gut ausgebaut, wie an der viel befahrenen Küste und auf manchen kurvigen Schotterpisten kamen uns wirklich ernsthafte Zweifel, ob wir nicht doch irgendwo falsch abgebogen sind. Die felsige Berglandschaft ist teilweise recht bizarr und zerklüftet, man durchfährt ein paar Pinienwälder, dort gibt es auch einige schöne Picknicksplätze, die mehr von den Stadtbewohnern benutzt werden, als von ausländischen Touristen. Diese Tour ist kürzer und auch, wenn es nicht so viele spannende Highlights gibt, durchaus empfehlenswert. Eine echte Kuriosität der Insel sind die Dunas de Maspalomas. Wie gesagt ist der Sand auf Gran Canaria ausschließlich schwarz, weil ja Lavasand. Aber das stimmt nicht ganz, denn hinter Playa de Ingles (oder westlich, wie mans sehen mag) erstreckt sich eine Dünenlandschaft aus ganz feinem hellen Sand, der glaub ich aus der Sahara rübergeweht ist. Wir sind nichts ahnend von der falschen Seite in die Dünen reingelatscht und so waren wir doch verwundert, als wir auf einmal einen älteren Herren sahen, der auf in Mitten eines selbst erbauten Kreises aus Steinen stand und den Wind um seine Genitalien wehen ließ. Wir waren am FFK Strand gelandet. Viele nackte Rentner, jeder auf seiner eigenen Düne, ein bizarrer Anblick. Also, auf jeden Fall Dünen gucken, wer sich keine Nackedeis angucken mag, sollte sich möglichst weit rechts halten!
Kurzum haben wir außer so Sachen wie Quad fahren und Kamelreiten, das meiste was im Reiseführer stand auch gemacht. Und diese Marco Polo Reiseführer sind ja wirklich alles andere als dick...


4.Verpflegung/Nachtleben

Wir hatten wie gesagt eine Studiowohnung mit Selbstverpflegung und ehrlich gesagt war ich auch ganz froh drum, weil man sich dadurch die Zeit etwas mit Einkaufen, Kochen und gemütlich Essen vertreiben konnte, weil der Urlaub ja ansonsten nicht besonders actionreich war. Nahrungsmittel konnte man frisch und recht günstig im nahe gelegenen Sparmarkt kaufen, der übrigens voll auf die deutsche Touristenkundschaft eingestellt war, was mich eher ein bisschen gestört hat. Muss ich mir im Urlaub Miracoli und Pumpernickel geben?
Es gab immer frisches Obst und Gemüse und Wasser in praktischen 5 Liter Minikanistern, was zugegeben etwas mühsam heim zu transportieren war. Auf jeden Fall probieren solltet Ihr das San Miguel Bier, welches in Literflaschen verkauft wird. Es ist ziemlich preiswert und schmeckt, jedenfalls im Urlaub richtig genial. Gekocht haben wir meistens die bereits erwähnten papas arrugadas mit Mojo-Sauce, eben so gut wie möglich nachgekocht, die Soße gibts überall zu kaufen.

Vom Nachtleben haben wir nicht viel mitbekommen, weil es sich ausschließlich in Playa de Ingles abgespielt hat. Einmal sind wir dann aber doch mit den Bekannten aus dem anderen Hotel hingefahren, wobei sich herausgestellt hat, dass eine Straße gesperrt war, das Taxi einen Umweg fahren musste und dadurch natürlich auch teurer wurde, als geplant. Kaum in Playa de Ingles angekommen, läuft mir eine Gruppe von Mädels aus meinem Abijahrgang über den Weg. Spätestens da habe ich beschlossen, den Zielen des Massentourismus in Zukunft abzuschwören. Wir waren dann in einer Cocktailbar, in der auch getanzt wurde, haben aber keine Disco besucht. Die zahlreichen Einkaufszentren in Playa de Ingles (kennst du eins, kennst du alle) verwandeln sich nachts in Partyareas, da steppt dann wohl richtig der Bär.
Also, wenn Ihr Lust habt zu Feiern und auch das passende Kleingeld parat habt, fahrt auf jeden Fall nach Playa de Ingles und nicht in irgendeinen Nebenort, wo abends eh tote Hose ist!
An den anderen Abenden waren wir meistens am menschenleeren Strand in San Augustin, um uns die sagenhaften Sonnenuntergänge anzuschauen. Die Sonne geht auf Grund der Nähe zum Äquator so schnell unter, dass man dabei zugucken kann und es wird dann auch relativ rasch dunkel. Also ein sehenswertes und dazu auch noch romantisches Ereignis!

Bilder

für Gran Canaria
Cenobio de Valeron
von luna_eclipse luna_eclipse

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Kommentare

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  • iceman8002 03.07.2007 12:10
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich
  • EIhmann 07.04.2007 13:12
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • rck01 20.02.2006 10:37
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • roland123456 06.05.2005 13:00

    Oukidouki, wenn man nach G.C. fliegt, weiß man wohl in der Regel, was auf einen zu kommt. Tourismus pur, und sonst nix. Wir waren mit unseren Kindern in Play del Ingles, und denen hat´s tierisch gut gefallen. Palmitos Park, Sioux City, Cocodrilos Parque, Dromedare um nur einige Highligth für Kiddies zu nennen. Meer, Strand und Sonne sowieso. Langweilig auf G.C.? Nur für Eigenbrödler. Und landschaftlich kann´s der Norden auch mit TF aufnehmen. Aber alles ist halt realtiv und Geschmacksache. Die vielen Gäste, die immer wieder kommen sprechen eine andere Sprache. Trotzdem, sprachlich und journalistisch ist Ihr Bericht äußerst gelungen.

  • seacat 03.12.2004 21:20
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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