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Erfahrungsbericht

für Gran Bahia Principe Jamaica, Runaway Bay
3 Sterne 3 Wochen mit Plus und Minus Erfahrungsbericht mit Diamant-Prämierung Bericht mit Bildern
118 von 118 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Poollandschaft, großes Zimmer, Balkon, Sicht, Whirlpool, kleiner aber feiner Strand

Kontra Drogen wurden uns mehrmals im Hotel angeboten, Personal ohne Trinkgeld nicht immer korrekt

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Service
Essen & Trinken
Atmosphäre
Sauberkeit
Behindertenfreundlichkeit

Der Autor

trampastheo Seit 7 Mai 2000

★ ★ ★ Wieso kosten die Schogetten von 39 Pfennigen heute 69 Cents? Wieso verlangt der Bäcker für... mehr

461 Mitglieder vertrauen mir

20 Tage Entspannung im Gran Bahia Principe Runaway Bay auf Jamaika, einem fünf-Sterne-Hotel, liegen hinter mir. Unser Aufenthalt in dieser riesigen Ferienanlage war All Inclusive, in einer Junior Suite Superior mit vielen zusätzlichen Annehmlichkeiten für einen luxuriösen Aufenthalt - zumindest rein theoretisch, auf der Insel wo „no problem“ und “yoo man“ öfter gesagt werden, als sonst wo auf der Welt. Aber war alles so angenehm und komfortabel im Hotel, wie wir vor der Reise auf Fotos und Berichten vermittelt bekamen?

Anfahrt
Nach fast 10 Stunden Flug von Düsseldorf aus, landeten wir schließlich in Montego Bay, an der Nordwestküste von Jamaika. Der Transfer vom und zum Flughafen war kostenlos durch einen kleinen Van mit Klimaanlage im Preis inbegriffen. Auf dem Weg zum Hotel machte uns unser Fahrer, ein Einheimischer mit Rastalocken, mit den Merkmalen der jamaikanischen Natur und Attraktionen bekannt, auch wenn nur in gebrochenem Englisch. Bananenplantagen waren ebenso interessant, wie auch sehr viele nur teilweise gebaute Häuser. Viele Jamaikaner wohnen in den Vereinigten Staaten und immer wenn sie auf die Insel kommen und etwas Geld gespart haben, bauen sie ihre Häuser weiter. Das kann über Generationen so weitergehen, laut unserer Reiseleitung. Der Linksverkehr auf der Insel war übrigens auch etwas Neues für mich, war mein erstes Land überhaupt bis heute, welches Linksverkehr hatte. Im Hotel kamen wir nach ca. 45 Minuten an und wurden mit einem Cocktail nett in der Lobby empfangen. Erste Informationen über unser Zimmer, Pools, Restaurants etc. gab es an dieser Stelle, sowie das obligatorische orangene Armband des All-Inklusive-Touristen, welches uns für drei Wochen lang begleiten wurde.

Zimmer
Unser Zimmer, im fünften Stock des Gebäudes G mit der Nummer 12510, mit Blick auf den Strand und dem Pool zugleich, war auf den ersten Blick sehr komfortabel. Selbst in der Karibik sind in solchen angebotenen High-Class-Zimmern (Junior Suite Superior) einige Kriterien zu den fünf vergebenen Sternen Pflicht. So hatten wir eine Klimaanlage selbst regulierbar von uns, einen großen Balkon mit Sitzgelegenheiten und einen Whirlpool im Zimmer. Die Minibar mit Softdrinks, Wasser und Bier ausgestattet, wurde jeden Tag vom Zimmermädchen neu gefüllt, so wie auch jeden Tag Kaffeebeutel und Tee neu dazukamen. Das Bett stellte sich jedoch schnell als schlecht heraus, ein King-Size-Bett ohne jegliche orthopädische Vorteile - bereits schon in der ersten Nacht begann mein Rücken zu ziehen. Mehrere Schwächen im Zimmer fallen dann mit der Zeit auch auf wie z.B. an etlichem Stellen kaputte Fliesen und eine Decke, die Zeichen aufwies, dass bereits schon mal Wasser vom Dach durchgesickert war. Besonders negativ empfanden wir den Preis des Tresors, der mit sechs amerikanischen Dollar am Tag viel zu teuer war. Haben ihn die ersten Tage genutzt, wo man eben noch viel Geld mit sich trug. Später, als für einige Ausflüge die wir machten, wie z.B. zu den Dunns Riverfalls, das Geld weniger wurde, haben wir den Safe wieder abbestellt. Weitere Mängel, wie der defekte Fernseher (zweimal gewechselt, einmal mit vier Tagen Verzögerung) und sehr laut quietschende Duschtüren machten ebenso keinen guten Eindruck.

Pool und Hotelbar
Das Hotel hat weitere gute und schlechte Gesichter vorzuweisen. Die Poollandschaft war erstaunlich groß und beeindruckend. Viel Platz zum Schwimmen und vor 9 Uhr morgens auch viele Liegen verfügbar, fühlten wir uns in diesem Bereich recht wohl. Amerikaner und Kanadier, die 98% der Besucher in diesem Hotel ausmachen, verbrachten die meiste Zeit des Tages rund um die Pools, denn dort befand sich auch die Poolbar, die ihr Interesse geweckt hatte, um es mal harmlos zu erwähnen. Bier in Massen (die hatten eigene Krüge dabei mit einem Inhalt von mindestens 750 ml, während wir normal sterblichen die einfachen Becher des Hotels bekamen) Rum und viele Cocktails wurden getrunken. Persönlich trinke ich keinen Alkohol, aber ich versuchte ein paar Drinks wie Pinacolada oder Baileys, was noch einigermaßen trinkbar war, einfach aus Neugier, aber mehr auch nicht. Die Cocktails waren jedoch zu zuckrig, kaum etwas dabei was mir gefallen hat. Die Säfte alle verdünnt, ebenfalls mit sehr viel Zucker versehen. Ich zahle meist all inclusive um nicht um mein Wasser und Softdrinks extra vor Ort zu bezahlen, letztendlich haben Hotels aus dieser Sicht jedoch nur Gewinn von mir, denn Alkohol wie die anderen Besucher des Hotels, wurde von mir kaum konsumiert. Die drei Whirlpools des Hotels haben wir nicht benutzt, das sie etwas zu weit und meistens auch belegt waren.

Frustrierend teuer und laut
Besonders frustriert war ich mit den Kosten was das Internet betrifft. Sie verlangten im heruntergekommen Businesscenter 49 Cent pro Minute! Nach Feilschen sank der Preis auf 20 Dollar pro Stunde. Zu unserer Überraschung waren die Räumlichkeiten, wo sich das Businesscenter befand in der zweiten Woche spurlos verschwunden. Ich hatte vorbezahlt für eine Stunde. In der Lobby sagte man mir, der angemietete Anbieter sei nicht mehr im Hause und kommunizierten dann mit ihm telefonisch, damit er mir das Restgeld übergeben konnte. Dies geschah dann drei Tage später in unfassbarer Manier: um 6.30 Uhr morgens wurden wir aus dem Schlaf gerissen, um zu erfahren, dass unser Geld in der Lobby abgegeben wurde. Allgemein hat man es im Hotel nicht so mit dem Respekt der Besucher. Welche Geräuschkulisse sich jeden Morgen ab 7.30 Uhr in den Fluren vom Reinigungspersonal bildete kann man kaum beschreiben, Rufe, Telefonate, Gelächter – all das in hoher Lautstärke, ließen einem kaum Ruhe. Nur die blasende Klimaanlange macht es möglich zumindest etwas die Belästigung zu ignorieren. Auch nach dem Mittagessen, wo man sich bei der Hitze mal hinlegen wollte, war es kaum möglich, Ruhe zu finden von den lauten Hotelmitarbeitern im Flur.

Strand
Abseits des Pools ist jedoch das, für was man auch einen Urlaub buchen sollte in solch einem Land: der Strand. Eine ziemlich gute Wasserqualität, mit türkisblauem Wasser (soweit die Sonne schien), wurden angeboten in der Bucht. Leider kein kilometerlanger Strand für Spaziergänge und auch nicht besonders breit, aber es war trotzdem noch gut. Bei durchschnittlich 30 Grad, die wir im November auf der Insel hatten, war der Strand eine willkommene Erfrischung. Auf der einen Seite des Strandes befindet sich übrigens eine Hochzeitskapelle, wo fast jeden Nachmittag Trauungen stattfanden mit anschließender Party die ganze Nacht, die man auch aus den Zimmern vernahm. Negative Eindrücke entstanden mehrere Male bei einem der Wege, die zum Strand führten, wo wir mit Leuten konfrontiert wurden, die uns Drogen anbieten wollten (was zum Rauchen, wie sie es dir auf Englisch beibringen wollen). Traurig aber wahr in einem 5-Sterne-Resort. Haben natürlich freundlich abgelehnt - ich habe in meinen 36 Lenzen bis heute keine Zigarette probiert, da werde ich sicherlich auch die Finger von Drogen lassen. Unsere Reiseleitung (FTI) wurde auf jeden Fall davon in Kenntnis gesetzt. Was die Wassersportmöglichkeiten angeht, kann man kostenlos Kanufahren oder Segeln. Ich wollte im Hotel zum ersten Mal übrigens im Leben Jet Ski fahren, aber der Preis von 110 amerikanischen Dollar für eine halbe Stunde erschien mir dann doch zu viel, wie auch viele andere Dienstleistungen und Geschenkartikel im Hotel. Viele Wucher für reiche Touristen, zu denen ich leider nicht gehöre. Abschreckend!

Verpflegung
Wie ich bereits erwähnt habe sind die meisten Besucher des Hotels Amerikaner und Kanadier. Verständlich, denn die Flugpreise sind von beiden Ländern aus nach Jamaika im Vergleich zu uns Europäern sehr günstig (wir haben 1871 Euro für 3 Wochen Urlaub bezahlt, Amerikaner kommen mit einem Drittel der Summe aus - unter selben Bedingungen) sind. Dies beeinflusst auch die angebotenen Speisen im Hauptrestaurant. Das Buffet dort reflektiert das amerikanische Frühstück wieder, mit Pancakes, Waffeln, Bohnen und Speck, Erdnussbutter, Krapfen, weißen Toast etc.. Für uns alles etwas zu fettig und zu süß. Auch Abend- und Mittagessen im amerikanischen Stil mit Hotdogs, Hamburgern und als Dauerbrenner bei den Nachtischen Cheese Cake. Den kann man nach drei Tagen schon nicht mehr sehen, geschweige denn nach drei Wochen dort. Meine Freude fand ich meistens mit ein paar Mahlzeiten die Huhn beinhalteten (Jerk Chicken – eine einheimische Spezialität, die man probieren sollte oder auch das exzellente Lemon Chicken), im Ofen zubereitet. Pizza und Pastagerichte waren jeden Tag in Unmengen da, nachdem man davon probiert hatte wusste man auch warum: null Geschmack! Ganz anders werden dort die Speisen gewürzt.

In den Spezialrestaurants, in denen man Tage davor reservieren musste (italienisch, Gourmet, japanisch und Grill) gab es einige sehr leckere Gerichte wie Lammfilet, Lachs und diverse Meeresfrüchte. Auch der beliebte Hummer war im Angebot. Drei Mal die Woche darf man insgesamt bei den Damen nahe der Lobby für diese Spezialrestaurants einen Platz reservieren, den Rest der Tage isst man im Hauptrestaurant in Büffetform. Ich empfehle besonders das Gourmetrestaurant, wo die Speisen am besten sind und bei zwei Gerichten sogar am Tisch direkt flambiert werden. Das Obst im Hotel war übrigens auch enttäuschend, geschmacklose Honig- und Wassermelonen waren an der Tagesordnung, unreifer Ananas wurde uns mehrmals serviert. Lediglich die saftigen Pampelmusen, die besten die ich bis heute kosten durfte, sorgten zumindest für die notwenige Vitaminzufuhr des Tages.

Personal
Das Personal war mal freundlich, mal weniger engagiert und gut gelaunt. Du bestellst jedes Mal Cola light zum Essen ohne Eiswürfel und sie bringen dir immer welche mit, kommen mit dem Stress nicht klar, können sich kaum etwas merken. Wenn man jedoch jedes Mal 1-2 Dollar Trinkgeld gibt, was fast schon an der Tagesordnung in Restaurants, Bars und beim Zimmermädchen bei uns war, dann war alles prima. Gab es mal 1-2 Tage nichts, merkte man den zunehmest schlechteren Service. Ansonsten wird man von jedem in Hotelkleidung begrüßt, meistens mit „respect man“ und einem Faustgruß. Es gibt nette Abteilungsleiter, die einen auch am Tisch fragen ob man mit allem zufrieden ist, es gibt jedoch auch Vorgesetzte dort, wie in der Snackbar, die 10 Minuten brauchen, um dir die gewünschte Lunchbox (die sich am Ende dazu noch als einfacher Pappteller erweist) endlich auszuhändigen.

Animation, Sportbar und Burgerladen
Als eher unangenehm empfand ich die Animation des Hotels. Jeden Tag gab es fast dasselbe Programm nahe des Pools. Leider auch zu Amerikanisch angehaucht, wie z.B. mit Bingo jeden Tag von 16 bis 17 Uhr. Ein bisschen Tanz da, etwas Aerobic hier - nach 2 Tagen kann man das Animationsprogramm und die laute Musik und Sprecherin dazu leider nicht mehr hören. Man sucht sich automatisch ein Poolliege weit weg vom ganzen Tohuwabohu. Als Gemeinschaftsspiel für die Bar abends, bot man uns nur Domino an. Hatten leider (und das bereut man bei drei Wochen Urlaub) keine Gemeinschaftsspiel dabei. Letztlich konnte man nur Karten für ca. 4 Dollar im überteuerten Kiosk des Hotels kaufen (Chips für 8 Dollar, Kinder Bueno für 3 Dollar die einzelne Packung). Unterhaltung fanden wir abends, solange wir noch Bargeld hatten, in der Sportbar. Dort waren einige Riesenbildschirme aufgestellt, auch Championsleague lief drauf, aber auch Hockey und American Football. Dazu gab es hier einen Billardtisch und ca. 10 Spielgeräte/einarmige Banditen. Vor allem die Pokergeräte, bei denen man bereits mit 5 US-Cent spielen konnte, waren sehr interessant und man konnte sich richtig bis 1 Uhr nachts darin vertiefen. Danach war Feierabend in der Sportbar. Ab 2 Uhr nachts war die ganze Hotelanlage, inklusive Disco, zur Disco gekommen. Wer jedoch nach Tanz und Poker noch Hunger hatte, konnte im Burgerladen, der bis morgens um 5 Uhr auf war, sich ein Sandwich, Hamburger oder Hotdog zubereiten lassen. Auf Papptellern serviert, nach Pappteller schmeckend, mit merkwürdig aussehendem Fleisch, magerem Salat 8ein Salatblatt und eine Tomatenscheibe fünf Stunden vorher geschnitten), aber einmal haben wir es zumindest getestet (die anderen Tage hatten wir uns für den Hunger nach 22.30 Uhr, wo das Hauptrestaurant schloss, mit Muffins und Keksen vorversorgt). An für sich praktisch, dass man der Hotelanlage rund um die Uhr was zu essen bekommt in (alles im Preis inbegriffen), von der anderen aber im Burgerladen leider nur zweifelhafte Kost was Qualität und Herkunft angeht...

Gesamteindruck
Alles in allem bot uns das Gran Bahia Principe Runaway Bay einen befriedigenden Urlaub und Erholung, jedoch nicht in dem Maße, wie wir es uns erhofft hatten. Poollandschaft und Strand waren überdurchschnittlich gut, das Essen wiederum zu Amerikanisch angehaucht und somit fettig/süß. Das Personal ist nicht unbedingt drauf aus dich glücklich zu machen, es geht lediglich ums Trinkgeld. Die sehr lauten Bedingungen im Flur und einige Mängel im Zimmer machten auch keinen 5-Sterne-Eindruck. Die Aussicht des Zimmers jedoch war wieder ein großes Plus. Insgesamt bringen einige unschöne Phänomene das Gran Bahia Principe Runaway Bay um den Ruf des erstklassigen Hotels.

Bilder

für Gran Bahia Principe Jamaica, Runaway Bay
Jamaika 2011 039 - Gran Bahia Principe Jamaica, Ru
Der Strandabschnitt vom Gran Bahia Principe Jamaica, Runaway Bay
von trampastheo trampastheo
Jamaika 2011 039 - Gran Bahia Principe Jamaica, Ru

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Kommentare

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  • Rolfo1 20.02.2012 15:55
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Klasse Bericht! Gratuliere zum Diamanten. LG

  • cathana 10.02.2012 18:48
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Da zieht's mich gar nicht hin. BH und LG

  • blumenjetta 06.02.2012 15:37
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Super bh Bericht und herzlichen Glückwunsch zum Brilli. Ich hatte das auch mal in NYC, wir gaben 2 Tage kein Trinkgeld und unsere Nachtwäsche lag zusammengeknüllt auf dem Bett. Als wir dann wieder Trinkgeld gaben, war die Nachtwäsche ordentlich gefaltet. Hat mir übrigens einige Kritik bei den Lesern eingebracht. Noch was, mir hat es auf Jamaica landschaftlich nicht gut gefallen. Viele Grüße, Marietta

  • duderally 27.01.2012 00:58
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    bh

  • meinemiamaria 22.01.2012 10:10
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Super ! ----- Verdienter Brilli ! ----- "BH" von Maria ------

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