Grabeskirche, Jerusalem

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Kein Ort der Besinnung

5  10.09.2009

Pro:
heilige Stätte

Kontra:
Für eine Kirche zu überfüllt

Empfehlenswert: Ja 

Flo_Grundmann

Über sich: Paranoia sind doch was Tolles!

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In einem meiner letzten Berichte habe ich ja schon angekündigt, dass ich mich Ende August für zwei Wochen in Israel aufhalten werde. Nun ist ja schon bald Mitte September und ich bin schon wieder zurück. Und was soll ich sagen? Schön wars… Und um euch ein wenig an meinen Eindrücken teilhaben zu lassen werde ich mich jetzt mal an ein paar Berichten darüber versuchen. Und anfangen werde ich ziemlich am Ende meiner Reise. In der Grabeskirche in Jerusalem.

Aber zunächst mal von vorne. Die ersten 11 Tage habe ich ja zwecks GPS-Messungen für ein FH-Projekt (wen es interessiert: http://www.fh-oow.de/aktuelles/database/index.php?anzeige=Nachricht&id=2618) in der Gegend um Haifa verbracht. Aber zum Abschluss des Trips hatten wir auch noch zwei Tage Jerusalem eingeplant. Nach der Ankunft Donnerstag Nachmittag stand noch ein Bummel durch den arabischen Teil der Altstadt an. Freitag war für Sightseeing eingeplant. Morgens auf der Stadtmauer um die Altstadt und nachmittags Davidsstadt. Die Grabeskirche hätten wir beinahe vergessen. Aber als wir vormittags in einem Straßencafe saßen und einen Saft getrunken haben fiel uns beim Lesen unseres Reiseführers auf, dass wir ja gar nicht weit von der Grabeskirche entfernt waren. Und da wir nichts besseres mehr zu tun hatten, gingen wir da einfach hin.


Geschichtliches und heutige Bedeutung
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Nach der Überlieferung befindet sich die Grabeskirche an der Stelle, an der die Kreuzigung Christi stattgefunden und sich sein Grab befunden haben soll. Daher auch der Name der Kirche in unserem Sprachgebrauch. Die Grabeskirche ist damit eines der größten Heiligtümer des Christentums. Die erste Kirche an dieser Stelle wurde bereits im 4. Jahrhundert n. Chr. unter Kaiser Konstantin gebaut. Während der wechselnden Herrschaften in Jerusalem wurde die Grabeskirche in den folgenden Jahrhunderten immer wieder beschädigt, zerstört und wieder aufgebaut. Die heutige Form ist also ein ziemlich zusammengewürfelter Haufen verschiedener Stile und Glaubensrichtungen. Was allen Epochen jedoch gemein ist, ist dass es stets eine christliche Kirche war.

Heute ist die Grabeskirche das Gotteshaus für gleich sechs verschiedene christliche Konfessionen, was immer wieder zu Konflikten führt. Hauptverwalter der Kirche sind die Griechisch-Orthodoxe, die Römisch-Katholische sowie die Armenische Apostolische Kirche. Weitere Nutzer sind die Syrisch-Orthodoxe, die Koptische und die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche. Welche Religion wann, wie lange und wo beten darf ist genau festgelegt. Die Schlüssel zur Kirche befinden sich jedoch seit Jahrhunderten in der Hand einer moslemischen Familie. Schon merkwürdig. Stellt euch mal vor, Bayern und 1860 streiten sich um die Allianz-Arena und Unterhaching bekommt den Schlüssel. Aber so ist nun mal Religion…


Das Innere der Kirche
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Da die Altstadt von Jerusalem ziemlich verwinkelt ist, ist das Gebäude der Grabeskirche von außen eigentlich kaum in voller Größe zu erkennen. Eigentlich sind wir es ja gewöhnt, dass Kirchen freistehende Bauten sind. Die Grabeskirche hingegen ist von allen Seiten an die umliegenden Gebäude angeschlossen. Daher erkennt man auch den Bau an sich gar nicht so wirklich als Kirche. Währe da nicht das Portal und die Kuppel die man vom Vorplatz aus nur erahnen kann, würde man die Kirche wahrscheinlich gar nicht erst finden.

Hat man aber mal den Eingang gefunden, bietet sich eine vielleicht einmalige Ansammlung verschiedener Schreine, Krypten, Kapellen und anderer heiliger Stätten. Gleich hinter dem Portal befindet sich der Salbungsstein Christi. Hier soll Jesus für die Kreuzigung vorbereitet worden sein. Eigentlich ein sehr unscheinbarer Stein aber für viele Gläubige doch eine sehr heilige Stätte. Von hier aus kommt man in den Umgang mit all seinen kleinen Kapellen der verschiedenen Glaubensrichtungen.

Das vielleicht größte Heiligtum der Kirche konnte ich leider nicht betreten, da ich dummerweise keine lange Hose dabei hatte (wie blöd kann man eigentlich sein?). Aber allein der Andrang der am vermeintlichen Grab Christi herrschte lässt die Bedeutung schon erahnen. Das Grab befindet sich unter der großen Kuppel der Basilika und wird von einem reich verzierten Schrein verdeckt. Wer einen näheren Blick auf das Grab werfen möchte, muss sich in eine Schlange einreihen, was mir ja erspart blieb.

Im weiteren Rundgang findet man viele kleine mehr oder weniger opulent ausgeschmückte Kapellen mit teilweise ziemlich verwunderlichen Namen. Ich erinnere mich da noch an eine Kapelle der Beschimpfungen oder eine Kapelle der Kleiderverteilung oder so ähnlich. Desweiteren findet man einige Krypten und den sog. Kerker Jesu.


Meine Eindrücke
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Um eines vorweg zu sagen, ich glaube nicht an so etwas wie einen Gott. Was ja nicht bedeutet, dass ich nicht auch irgendwie religiös bewegt werden könnte. An die Klagemauer habe ich mich beispielsweise nicht herangetraut. Ich hätte mich da irgendwie als Eindringling unter den Gläubigen gefühlt. Die Grabeskirche ist allerdings kein solcher Ort. Auch wenn ich den Andrang hier noch als gering empfand, hat man doch an der erstaunlichen Mischung an Besuchern erkennen können, welche Bedeutung der Bau für Christen weltweit hat.

Für mich hat der Bau allenfalls eine größere Bedeutung aus architektonischer Sicht. Von irgendwelchen Streitereien zwischen Priestern oder Mönchen war bei unserem Besuch absolut nichts zu spüren. Aber wie gesagt war die Grabeskirche für mich auch kaum ein Ort der geistigen Einkehr. Wahrscheinlich war dafür der Andrang einfach schon zu groß.

Abschließend bleibt mir nur eins zu sagen. Für Jerusalem-Besucher ist die Grabeskirche auf jeden Fall ein Muss. Für Gläubige sowieso. Wer einen Ort der Besinnung sucht wird hier vielleicht enttäuscht. Als Sakralbau ist sie aber auf jeden Fall sehenswert, wenn auch nicht so prachtvoll wie andere Kirchen.

In diesem Sinne


Bilder von Grabeskirche, Jerusalem
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  • Grabeskirche, Jerusalem SDC10823 - Grabeskirche, Jerusalem
  • Grabeskirche, Jerusalem SDC10826 - Grabeskirche, Jerusalem
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
miss_chocolate

miss_chocolate

15.09.2011 21:30

Tolles bild!!

AndreaRo

AndreaRo

08.11.2010 15:46

Da war ich vor über 20 Jahren auch schon - und habe mir am Eingang der "Gruft" ganz böse den Kopf angerannt *lach*......war eine prägende Erfahrung ! Aber es stimmt - Besinnlichkeit findet man da keine !

lafferlarry

lafferlarry

22.09.2010 22:22

Wenigstens habe ich die Kirche jetzt einmal auf schönen Fotos gesehen - dort war ich noch nicht1 Gruß laff

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