Golf von Neapel

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Kleine Mafiosi oder nur geschäftstüchtig

3  11.08.2000

Pro:
Immer wieder Überraschungen

Kontra:
Zu viel Nepp

Empfehlenswert: Ja 

Mice

Über sich:

Mitglied seit:29.04.2000

Erfahrungsberichte:142

Vertrauende:33

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 6 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als hilfreich bewertet

16 Tage in Kampanien, in unmittelbarer Nähe des Golf von Neapels, haben, zumindest was die Landschaft und einige Städte betrifft, tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Als einen der schönsten Momente bzw. Tage habe ich den Besuch von Positano empfunden. Eine kleine Stadt mit weißen Häusern, die in großer Anzahl durch Blumen und andere Pflanzen zum Teil farbenprächtig verziert sind; in die felsige Küste hinein gebaut, bietet von bestimmten Punkten einen zauberhaften Blick auf die Bucht des Städtchens. Knappe 30 Schiffsminuten entfern liegt Amalfi, einst eine bedeutende Handelsmetropole (wovonman heute aber nicht mehr viel sehen kann) und auf den ersten Blick weniger reizvoll als Positano. Dafür gibt es in Amalfi aber eine sehr interessante Kirche oder genauer gesagt, den Dom von Amalfi, der die Gebeine des Heiligen Andreas (einer der Apostel) enthält. Im Gegensatz zu unseren Kirchen, die in der Regel blitzeblank und oftmals steril wirken, verströmt dieser Bau wirklich Geschichte. Teilweise verblasste Deckenmalereien und ausgetretene Bodensteine lassen erahnen, was dieser Dom schon alles gesehen und erlebt hat.
Sowohl in Positano als auch in Amalfi kann man übrigens nicht allzu gut shoppen. Vieles ist zu touristisch aufgemacht und überteuert.
Die Krönung der Ausflüge war aber Neapel. Es ist keine schöne Stadt, diese Ansammlung von Häusern, wenigen Palästen, vielen Kirchen und unzähligen kleinen und winzigen Gassen mit ihrer mehr als zweitausend jährigen Geschichte. Dennoch birgt sie viele Reize, die man erst auf den zweiten oder dritten Blick entdeckt. Man latscht durch ein Labyrinth an Gassen, die immer dunkler und kleiner werden (bei Dunkelheit wäre ich dort sicherlich nicht lang marschiert), immer auf der Haut vor den unzähligen Rollern, die mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit wild hupend durch die Gegend heizen und plötzlich tut sich ein wunderschöner kleiner Platz auf, der von einer kleinen Kirche dominiert wird und wo sich die Menschen zum Quatschen, Essen und Spielen treffen. Dies ist uns bei unserer Wanderung mehrfach passiert.
Spannend war auch der Marsch über den Markt, bei dem unsere weibliche Begleitung (blond, blauäugig) mit Blicken, Gesten und (glücklicherweise unverständlichen) Worten "begrüßt" wurde, die an Eindeutigkeit nur selten zu wünschen übrig ließen. An einem Stand für gebrannte CDs (die hatten wirklich ALLES da und das für schlappe DM 5) wurden wir dann von einer kleinen Gruppe Kinder (der älteste war meiner Schätzung nach maximal 13 Jahre alt) bedient, die allesamt die selbe Tätowierung auf dem Arm hatten und von einem alten Mann, der die Einnahmen verwaltete, beaufsichtigt wurden. Ein kurzer Fingerzeig des "Alten" genügte und die Jungs parierten. Ob er allerdings auch veranlasst hatte, uns mit dem Wechselgeld zu veräppeln, wird wohl im Dunkeln dieser Gasse bleiben. Auf jeden Fall haben wir´s gemerkt und den Rest dann tatsächlich nach einem kurzen aber lauten Palaver auch noch bekommen. War zwar nicht gerade angenehm aber spannend.
Man merkt dieser Stadt an, dass es dort eine hohe Arbeitslosenquote gibt, denn überall lungern junge Menschen (überwiegend Männer) herum, die permanent auf irgend etwas zu warten scheinen. Auffälligen Schmuck solle man auch nicht unbedingt in den Gassen der Altstadt zur Schau stellen, wenn man Besitzer desselben bleiben will.
Insgesamt lohnt Neapel aber einen Besuch.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
gerdmecho

gerdmecho

12.08.2000 18:23

Sehr schön geschrieben. Mit etwas Phantasie kann man das Flair richtig spüren.

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