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Glockenmuseum Apolda

Erfahrungsbericht

für Glockenmuseum Apolda
5 Sterne Ein klingendes Museum.
164 von 164 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Sehenswerte,interessante Ausstellung.

Kontra kein Kontra

Der Autor

Huwie Seit 29 Sep 2000

Nach langer Zeit wieder mal ein Bericht von mir. Gruß Huwie mehr

122 Mitglieder vertrauen mir

Ich bedanke mich zu Beginn bei Ciao, für die
kurzfristige Bearbeitung meines Kategorievorschlages.

Das Glockenmuseum Apolda - ein klingendes Museum zum Anfassen

Die Glockenstadt Apolda in Thüringen hat seit 1952 ein Glockenmuseum.
Große Ereignisse werfen Ihre Schatten voraus, denn die Feierlichkeiten anlässlich des 50. Gründungstages sind in Vorbereitung.
Nach diesem Fest werde ich eine Ergänzung zum Bericht vornehmen.

Aus einer Meldung der APOLDAER Allgemeine vom 02.02.2002
Am 2. August 2003 findet das zweite Weltglockengeläut mit Glocken aus Apolda statt.
In fünf Kontinenten werden Apoldaer Glocken gleichzeitig erklingen.
Unter anderen Tanunta Australien, Windhoek Namibia, Bhaktapur Nepal, Curso Peru und natürlich auch der Decke Pitter zu Köln.

Seit 1722 wurden in meiner Heimatstadt Apolda Glocken gegossen. Diese Tradition wurde von Johann Christop Rose begründet und von der Familie bis 1758 weitergeführt.

Bis zur jüngsten Vergangenheit wurde das Glockengießerhandwerk durch die bekannten Familien Ulrich und Schilling weitergeführt.

Im Jahr 1923 wurde die größte und bekannteste Glocke aus Apolda für den Dom zu Kölner gegossen, die sogenannte St. Petersglocke oder im Volksmund „Der decke Pitter“ genannt.
Höhe 3,35 Mete, Durchmesser 3,25 Meter Gewicht 24 Tonnen.
Sie ist die größte freischeingende Glocke der Welt.

Wer aus Weimar kommend in die Stadt Apolda einfährt, sieht eine Nachbildung der Glocke in Originalgröße am Opel Autohaus in der Erfurter Straße.

Stolz war ich bei meinem ersten Besuch im Schwarzwald.
Hier fand ich durch Zufall am Portal des Rathauses der Stadt Offenburg eine Tafel mit der Aufschrift: „ Das Glockenspiel im Turm wurde von der Familie Schilling in Apolda gegossen“( an den genauen Wortlaut kann ich mich jedoch nicht mehr erinnern).

Solche Inschriften kann man in vielen Bundesländern finden.

Das Museum zeigt die Kulturgeschichte der Glocke von den Anfängen bis zur Gegenwart.
Der Besucher betritt eine Ausstellung mit reichhaltigen Informationen zum Thema Glocke, wobei die Exponate nicht nur angefasst, sondern auch angeschlagen werden dürfen.

Die Ausstellung ist in fünf Bereiche gegliedert:
> In der ersten Abteilung "Glockenarchäologie" sind kleine Glocken vergangener Kulturen mit Erläuterungen ihrer Funktion als Kult- oder Signalinstrument zu sehen.
> Die fünf Räume der zweiten Abteilung " die Entwicklung der europäischen Turmglocke" sind in Anlehnung an eine Turmstube gestaltet und präsentieren neben vielen Turmglocken auch Tierglocken, Schiffsglocken, Uhrglocken, Handglocken sowie Gipse und Glockenbruchstücke mit den unterschiedlichsten Glockenverzierungen.
> In chronologischer Folge werden die Entwicklung des Berufsstandes der Glockengießer, die Geschichte der Apoldaer Glockengießereien und viele Aufgaben der Glocken dargestellt. Der Besucher erfährt auch Wissenswertes über die berühmtesten Glocken der Welt.
> Die dritte Abteilung informiert über den Glockenguß, Klöppel, Joche und Glockentürme und natürlich über das Läuten. Die vierte Abteilung gibt Auskunft über "außereuropäische Glocken". Der Mittelpunkt ist eine chinesische Tempelglocke aus dem 15. Jh., die in einem prächtigen Ebenholzrahmen hängt.
> Bestaunen kann man auch Hand und Tischglocken aus dem 19./20. Jahrhundert
> Eine Lokomotivglocke
> Eine Bronzeglocke aus der Villa Thalstein (Jena) von 1886 , eine Glocke von 1766 aus Rhoda in Thüringen eine Bronzeglocke mit Originaljoch aus Schöngleina (Thüringen), Bronzeglocke mit Ritzzeichnungen von 1490 aus Pößneck (Thüringen), Bronzeglocken in Bienenkorb- und Zuckerhutform um nur einige Beispiele zu nennen.
> Tierglocken und Herdengeläute des 18,/19. Jahrhundert
> Zum Abschluß des Museumsrundganges gibt es noch viele Informationen zu den Themen Glocke und Literatur, Musik und bildende Kunst, Glocken auf Briefmarken, Münzen und Medaillen sowie Glockensammlungen
> Im Museum finden außerdem ganzjährig Wechselausstellungen statt.
Die letzte Ausstellung über die historische Entwicklung von Feuermeldern.
Das neue Stadtmuseum Apolda - Vom Strumpf zur Obertrikotage befindet sich im gleichen Gebäude

Das neue Stadtmuseum zeigt in seiner 1. Abteilung die"Geschichte der Apoldaer Textilindustrie" und die Entwicklung des örtlichen Wirker -und Strickergewerbes.
Die Wirkerei und Strickerei war mehr als 400 Jahre der Haupterwerbszweig der Apoldaer wie auch der Bewohner umliegender Ortschaften.
Am Beispiel des Werdeganges eines renommierten Unternehmens werden die Höhen und Tiefen dieses Industriezweiges dargestellt.
Eine Vielzahl von Maschinen, Mustern und Bekleidungsstücken veranschaulicht den Entwicklungsprozeß, der sowohl die Stadt als auch ihre Bürger prägte.

Im Museum werden Fragen sehr gern und sachkundig beantwortet.

Besucher der Stadt Apolda sollten sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen.

Aber auch Besucher der Nachbarstädte Weimar, Jena und Naumburg würden einen Abstecher nach Apolda mit Sicherheit nicht bereuen.

Nach Abschluß braucht der Besucher nicht mit leeren Händen nach Hause zu gehen.
Es gibt ein gut sortiertes Souvenierangebot rund um das Thema Glocke.
Auch Glocken und Glöckchen kann man als Souvenier erwerben.

Einen Besuch kann ich wärmstens empfehlen. Viele Reisegruppen überzeugen sich fast täglich von der sehenswerten Ausstellung.
Wann kommen Sie ?

Adresse:

Bahnhofstraße 41
Tel.: 0 36 44 / 650 - 331
Fax: 0 36 44 / 650 - 331
Email: Glockenmuseum.Apolda@t-online.de

Ich bedanke mich beim Museum für das mir zur Verfügung gestellte Informationsmaterial und die freundliche Unterstützung.

Der Besuch könnte natürlich auch mit dem Besuch des weit über die Grenzen Apoldas hinaus bekannten Kunsthauses gekoppelt werden.

Es liegt ebenfalls in der Bahnhofstraße und nur einen Steinwurf vom Glockenmuseum entfernt.

Mit Künstlern von Weltruf (Dali, Max Liebermann, Picasso, Goya, Renoir, Mataré u.a.) zieht dieses Haus Besucher aus aller Welt an.
Das Kunsthaus ist längst kein Geheimtip mehr.

© Huwie 1/2002

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Kommentare

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  • mozarteum 08.06.2010 12:16
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    meine güte, man erfährt immer wieder was neues hier! :-)) lg detlef

  • DamarisAnklam 03.09.2008 10:19
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Thueringerin 16.08.2006 09:25
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • dwiedewilt 02.08.2006 21:46
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • lemming_de_de 21.12.2004 22:49
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    kann ich alles nur bestätigen, bin aus Apolda :-) Klasse Bericht!

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