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Erfahrungsbericht

für Gîte d'Etape de Haus Stockem, Eupen
4 Sterne gefährliche Rutschpartien in der Dusche
301 von 301 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro super lage, toller Preis, viele Möglichkeiten, was zu unternehmen

Kontra die rutschige Dusche

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Service
Essen & Trinken
Atmosphäre
Sauberkeit
Behindertenfreundlichkeit

Der Autor

travelgirl Seit 12 Jan 2007

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EINLEITUNG


Anfang des Jahres war ich zwecks eine Jugendbegegnung im Belgischen Eupen, zugleich Hauptstadt der deutschsprachigen Gemeinschaft. Untergebracht waren wir in einem sog. Gîte d'Etape nämlich dem mit Namen Haus Stockem, also einer Art Selbstversorgerhaus mit Jugendherbergsstandart.

ANREISE


Die Anreise nach Eupen scheint auf zunächst etwas komplizierter, bei der Jugendbegegnung hatte man uns gesagt, dass wir entweder bis nach Brüssel fliegen könnten – und uns dann noch einmal knapp 3 Stunden in den Zug setzten müssten (für Menschen unter 27 Jahren dank des GoPass relativ erschwinglich, man würde dann 5 Euro pro Fahrt bezahlen) – oder wir mit Bus oder Bahn kommen könnten. Ich entschied mich ausnahmsweise für letzteres, und hatte so noch die Möglichkeit, vorher ein Wochenende im Dreiländereck in Aachen (das war mein Zielbahnhof) mit Freunden zu verbringen, ehe ich dann – man höre und Staune – für nicht einmal 2 Euro mit dem Bus von Aachen aus nach Eupen gefahren bin. Alternativ hätte ich auch mit dem Zug fahren können, allerdings wäre das wohl etwas teurer gewesen und warum nicht einmal die Möglichkeit nutzen, mit dem Linienbus ins Ausland zu fahren. Vom Aachener Hauptbahnhof hab ich die Linie Nummer 14 genommen und bin dann zur Haltestelle direkt am Bahnhof gefahren, wo ich dann auch mit dem Auto abgeholt wurde – zu Fuß hätte ich knapp 25 Minuten gebraucht, mit vollgepacktem Koffer nicht gerade ein Erlebnis. Zu Fuß würde man der Aachener Straße bis zum Ende folgen und dann auf die Vervierser Straße, ehe man nach ein paar Metern links abbiegen würde. Für diejenigen von euch, die mit dem Auto anreisen wollen, gilt es die E40-A Richtung Aachen / Lüttich zu nehmen und dann die Ausfahrt 38 nach Eupen. Ab dann sollte es kein Problem sein, sich bis zum Stockem 39-41 in 4700 Eupen durchzufragen, zur Not ist es auch ausgeschildert. Trotzdem übersieht man das unscheinbare Haus in idyllischer Bauernhofumgebung schnell…

ANKUNFT


Irgendwann waren wir dann auch in der Idylle angekommen, ein relativ altes aber wirklich gut erhaltenes Steinhaus mit einem wunder großen, weitläufigen Garten und einem schnuckeligen Esszimmer und einer ebenso schnuckeligen Küche (mit großer Spülmaschine!) sollte unser Zuhause für die nächsten Tage werden. Die Atmosphäre war wirklich heimelig, und man fühlte sich doch um einiges wohler als in der deutschen Durchschnuittsjugendherberge.

ZIMMER


Nunja, die Zimmer verteilten sich über die beiden Etagen des Hauses (unten sind noch Toiletten und so), wobei es vier riesige Zimmer gab, wobei in eines der unteren eine abgetrennte Schlafgelegenheit für die Betreuer, Lehrer oder sonstigen Aufsichtspersonen integriert war. Insgesamt gab es 27 Schlafplätze, die wir nicht alle ausgenutzt haben, allerdings ist das Gästehaus auch so für Schulklassen interessant, die auf Klassenfahrt fahren wollen. Theoretisch könnte man die Zimmer auch nach Geschlechtern trennen, allerdings waren wir aus dem alter raus, so das wir alle im größten Zimmer geschlafen haben, in dem sich eine lange Reihe von Stockbetten befindet. Pro Stockbett steht ein Nachttisch zur Verfügung, auf dem auch die Bettwäsche für die jeweiligen Betten lag, die man natürlich selbst beziehen musste. Theoretisch gab es auch eine Heizung, allerdings war mir praktisch trotzdem irgendwie kalt, allerdings habe ich für solche Fälle immer eine kleine IKEA Fleecedecke mit, so dass mir die Kälte nichts anhaben konnte. Wobei in so großen Zimmern ist es ehe immer kompliziert, alle zufrieden zu stellen – während die Frostbeulen frieren, schlafen andere in Boxershorts und Spaghetti Top. Naja, jedenfalls kann man mittels mehrerer Fenster auch durchlüften, und genug Steckdosen hat das Zimmer auch, um jede Menge Handys, Digitalkamera Akkus und Co zu laden. Auch am Waschbacken – vorzugsweise zum Zähneputzen oder Stylen zu gebrauchen – gibt es eine Steckdose, die sich einwandfrei fürs Föhnen eignet. Einen Adapter habe ich übrigens nicht gebracht.

SANITÄRANLAGEN


So, hier hätten wir dann das einzige Manko des sonst wirklich tollen Hauses, vielleicht liegt das auch daran, dass wir ziemlich verwöhnte Mitzwanziger sind. Zwar waren die männlichen Bewohner alle durchaus zufrieden mit den Sanitäranlagen – ich meine, die WCs, von denen es auf den Etagen mehrere gibt, waren ja auch wirklich OK – allerdings waren die Duschen schon eine kleine Katastrophe, schließlich kam es dort für einige Mädels von uns – trotz Tragens von Flip-Flops – zu gefährlichen Rutschpartien, die zu einigen Prellungen und ganz vielen blauen Flecken geführt haben. Das Problem der Duschen ist, dass sie sich in einem kleinen, ca. 3 qm großen bzw. langen raum befinden. Während im hinteren seitlichen Teil eine Dusche ist – leider ohne Vorhang, dafür aber mit einer Art Emaillieeinlassung in den Boden – befindet sich vorne ein Bereich mit Waschbecken und Spiegel – ohne Handtuchhalter… Leider ist es immer so, dass alle zur gleichen Zeit Duschen wollen, und so bildeten sich Schlangen an den Duschen. Leider sind die Bodenfliesen so dunkel, dass man übergelaufenes Wasser nicht sieht, und ziemlich leicht ausrutscht. Und wenn man dann, nur mit einem Handtuch bekleidet, ausrutscht und auf den Boden fällt, ist das nicht nur total ekelig, sondern auch schmerzhaft. Tja, aber nicht nur mir ist das passiert. Über die Duschen selbst kann ich nicht klagen, sie waren groß genug, das Wasser hat kein Augenjucken hervorgerufen und auch sonst gab es fließend warmes Wasser.

ESSZIMMER


Das Esszimmer ist wirklich toll, ein langes rechteckiges Zimmer im Erdgeschoß, dass sich direkt an die Küche anfügt. Hier kann man dann die Tische nach Lust und Laune gruppieren und Eindecken. Wir haben uns meist für eine lange Tafel entschieden, da wir dies für kommunikativer hielten. Das ist aber jedem selbst überlassen. Neben Tischdecken steht auch ein Wagen mit Geschirr zur Verfügung, und zwar reichlich. Und selbst wenn man einen kleinen Polterabend veranstalten sollte und das Geschirr ausgeht, hat man in der Küche noch genügend Nachschub. Der Raum an sich wirkte relativ hell, was zum einen an der Einrichtung zum anderen aber auch daran lag, dass man von außen Licht durch die Türe reinkommt, die gleichzeitig den Zugang zum Garten bietet. Zudem kann man diesen Raum auch als Tagungsraum nutzen.

GARTEN


Den Garten mit seiner wunderbar saftig grünen Wiese fanden vor allem die Raucher toll, da sie dort ihren Gelüsten nachgehen können. Ansonsten, wenn man mit einer Schulklasse oder sonstigen Gruppe da wäre, kann ich mir gut vorstellen, dass man im Garten spiele zur Gruppendynamik spielen kann, oder im Sommer vielleicht sogar Frühstücken oder abends ein Lagerfeuerchen machen kann. Ansonsten gibt es dort auch genügend Bäume, unter die man sich zwecks Mittagsschläfchen im Schatten legen kann.

KÜCHE


Relativ klein und unscheinbar befindet sich die Küche im Erdgeschoß, direkt links vom Eingang, als eine Art Durchgangssaal zum Esszimmer. Neben einem großen Herd, wie man sich ihn aus Großküchen vorstellt, gibt es allerhand Dinge, die man zum Kochen für eine große Meute braucht: von der Riesenkaffeemaschine bis zum Mehrfachtoaster und verschiedenen Küchenutensilien, wie Kochtöpfen, Schneebesen, Suppenkelle und Co im Riesenformat, fehlt es der sonst so heimeligen Küche an nichts. Natürlich ist auch ein Kühlschrank vorhanden, in dem Aufschnitt, Butter und Getränke Platz finden. Getränke kann man – soweit ich mich erinnere – auch dort vorbestellen, das ganze kann man dann bei der Abnahme des Hauses am letzten Tag mit dem freundlichen Hausmeisterehepaar abrechnen.

BUCHUNG


Für eine Jugendbegegnung die ich mitorganiseren durfte, waren wir auf der Suche nach einer günstigen Unterkunft in netter Lage, weshalb wir überlegt hatten, ins Dreiländereck zu fahren, weshalb ich mich auch mal mit der Buchung des Hauses beschäftigt habe. Das wir im Endeffekt doch wo anders gelandet sind, ist eine andere Sache. Informationen bekommt man entweder auf der Seite http://www.gitesdetape.be oder per Mail unter info@gitesdetape.be. Da die Buchung über Brüssel läuft, sind Französischkenntnisse von Vorteil, bei Fragen kann man sich aber auch an die Eupener Telefonnummer der Hausverwalter wenden, die einem auf Deutsch weiterhelfen.

PREIS


OK, also zunächst sollte vielleicht gesagt werden, dass die Minimalbelegung 20 Personen beträgt, die maximale 27 Personen. Pro Person bezahlt man für kurze Aufenthalte in der Hochsaison 7 Euro, in der Nebensaison werden 6,35 Euro berechnet, dazu kommt immer eine Endreinigung vom 51 Euro und Nebenkosten von 1,50 Euro pro Person. Wenn man das ganze Haus mietet, was wahrscheinlich günstiger kommt, bezahlt man 135 Euro in der Hoch- und 143 Euro in der Nebensaison bei gleichbleibenden Nebenkosten.

FREIZEIT


Zur Freizeitgestaltung bleibt nur soviel zu sagen: Eupen selbst ist wenige Fußminuten entfernt, allerdings ist es nicht gerade die Stadt, in der man Tage oder Wochen verbringen kann. Allerdings hat Eupen einen Bahnhof, und mit Hilfe des oben schon erwähnten GoPass, kann man ohne Umsteigen sowohl nach Lüttich (Fahrtzeit mit dem Zug: 42 Minuten) als auch nach Brüssel (Dauer der Fahrt: 1 Std. 51 Min.) oder sogar einen Tag an den Strand nach Oostende (Dauer 3:05 Stunden) fahren und bezahlt dafür nicht einmal 10 Euro für Hin- und Rückfahrt. Führ knapp 2 Euro kann man mit dem Bus auch nach Aachen in Deutschland fahren, um sich dort den Dom anzugucken, oder eben für ein paar Euro mehr nach Maastricht in die Niederlande, das eigentlich auch recht nett zum Shoppen ist.

FAZIT


Also man kann es definitiv dort aushalten, wäre nicht diese gefährlichen Duschen dort. Ansonsten ist alles sauber, die Lage ist toll und auch der Garten ein kleines Paradies. Ich habe mich dort eigentlich ganz wohlgefühlt. Empfehlen kann ich das Haus allen, die nicht all zu große Ansprüche haben, sprich Schulklassen, Jugendgruppen etc. für die Belgien sicherlich eine willkommene Abwechslung zum langweiligen deutschen Jugendherbergsalltag bietet, erst recht weil man im Umland viel unternehmen kann. Auf Grund der Duschen muss ich einen Stern abziehen, dafür bleiben dann aber 4*


Fotos muss ich leider nachreichen, der Fotouploader will nicht.


Auf eure Kommentare freue ich mich!


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  • utily_el 30.05.2012 19:35
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • BellaSwan 29.05.2012 18:28
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • muttibremer 28.05.2012 21:40
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Yamcha 27.05.2012 09:50
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Nachas 19.05.2012 18:33
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