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Erfahrungsbericht

für Genua
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5 Sterne Huwie erlebte Genua.
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Empfehlenswert: Ja

Pro Sehenswerte Stadt.

Kontra Viele Gebäude, die rekonstruiert werden sollten.

Der Autor

Huwie Seit 29 Sep 2000

Nach langer Zeit wieder mal ein Bericht von mir. Gruß Huwie mehr

122 Mitglieder vertrauen mir

Bestandteil meiner 7-Tagesreise war auch ein Kurzbesuch in Genua.
Sie ist eine romantisch gelegene italienische Großstadt, die Hauptstadt der Region Genua und der Provinz Ligurien.
Die Einwohnerzahl liegt bei 650 Tausend.
Die Stadt erstreckt sich bogenförmig über eine Länge von 35 Kilometern entlang der Mittelmeerküste.
Genua ist das politische und wirtschaftliche Zentrum Liguriens.

Ihr großer Hafen ist einer der bedeutensten am gesamten Mittelmeer und der wichtigste Warenumschlagsplatz Italiens.
Hier beginnen Erdölpipelines nach Deutschland und in die Schweiz.
Der Hafen ist sehenswert und man könnte allein hier mehrere Tage verweilen.
Besonders beeindruckt hat mich das vor Anker liegendes Segelschiff „Bounty,
das jeder von uns sicher schon aus mehreren Spielfilmen kennt (Meuterei auf der Bounty).

Auf der Hafenpromenade könnte man stundenlang verweilen und die mittelalterlichen maritimen Prachtbauten bewundern. Reizvoll sind auch die Kaffees und Gaststätten unter den Arkadengängen.
Dort sahen wir fröhlich singende Studenten, Touristen aus aller Herren Länder, sporttreibende Kinder in der offenen modernen Eishalle und das Acquario oder Unterwassermuseum.
Mitglieder unserer Reisegruppe waren von diesem Museum sehr begeistert.

Aber auch die Schattenseiten der Hafenstadt wie Fixergruppen, die in aller Öffentlichkeit an der Nadel hingen und um Geld bettelten sowie Damen des ältesten Gewerbes der Welt gehörten zum Hafenbild.

Wir haben den organisierten Museumsbesuch ausgelassen und anstelle dessen die engen Gassen rund um den Hafen erkundet. Im Volksmund werden sie Vicolos genannt.
Diese Gassen sind teilweise so schmal, dass sich die Fensterläden gegenseitig berühren.
In diesen finsteren Straßenschluchten gibt es 4 und 5 geschossige Häuser, in die sich kein Sonnenstahl verirren kann. Und falls doch, wird er garantiert durch von Haus zu Haus aufgehängten Wäschestücken abgelenkt.

Sehr interessant war, dass in diesen Gassen kleine Kirchen und Museen integriert waren, die prachtvolle und zum Teil sehr schön renovierte Portale hatten.
Leider konnten wir aus Zeitknappheit keine Besichtigungen vornehmen.

Es gab in den Hafengassen kaum ein Haus, indem nicht irgendeinem Gewerbe nachgegangen wurde.
Frisöre, Fleischer, Bäcker, Pizzabäcker, Schreiner, Installateure, Buchhändler, Antiquariate,
Schuhmacher, Fischhändler, Leichenbestatter und selbst Autohändler boten ihre Dienste auf engsten Raum an.
Viele Häuser sind nicht einmal zwei Meter breit, manche knapp einen Meter.

In diesen Gassen und Gässchen herrschte ein emsiges Treiben, was man gesehen haben sollte.

Hauptverkehrsmittel sind zweirädrige Karren und Tragegestelle für den Warenverkehr.
Hin und wieder fahren Motorroller, nicht gerade langsam durch die pulsierende Menschenmenge.

Die Bewohner begegneten uns sehr freundlich und zuvorkommend und unsere Mahlzeit dort war recht preiswert zu haben.

Besuchen sollte man auch die sich am Hafengelände entlangziehende lange und schmale Markthalle( ob sie auch so heißt, weiß ich nicht genau)..
Das Warenangebot ist fast unüberschaubar und das Markttreiben trägt echt südländischen Charakter.

Seit Jahrhunderten bildet der Schiffsbau den Mittelpunkt der Genuesischen Wirtschaft.
Weiterhin ist die Stahlerzeugung, der Bau vom Fahrzeugteilen, Kühlanlagen, Nahrungs- u. Genussmitteln, Chemischen- und Pharmazeutischen- Erzeugnissen Grundlage der Erwerbstätigkeit.
Eine ständig wachsende Rolle nimmt auch die Entwicklung und Herstellung von elektronischen Erzeugnissen ein.
Landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Region werden in der Stadt verarbeitet.
Dazu gehören Zucker- und Speiseölraffinerien, Konservenfabriken, Gerbereien, Brauereien und Schnapsbrennereien.

Schon von der Autobahn aus hat man einen herrlichen Panoramablick über die Stadt.
Die romantische Altstadt erstreckt sich beginnend am Hafen in nördlicher Richtung entlang der Küste.
Hinter dem alten Hafen befinden sich die Wohn - und Industriegebiete, die sich sehr harmonisch in das gesamte Stadtbild einfügen.

Der Flughafen der Stadt wurde aus Platzmangel durch eine künstlich angelegte Landzunge in das Meer hinein gebaut.

Den Mittelpunkt der Altstadt bildet die romantische gotische Kirche San Donato, ein Bauwerk, dass man unbedingt besucht haben sollte.
Am Hafen dominiert der farbenprächtige Palazzo San Giorgio, Sitz der weltbekannten San – Giorgio Bank. Hier gab es das erste Girokonto der Welt, nach dessen Muster heute noch Geldgeschäfte auf der ganzen Welt abgewickelt werden.

Auch die altehrwürdige, 1118 geweihte Kathedrale San Lorenzo sollte auf jedem Besuchsprogramm stehen. Sie beherbergt einmalige Kunstschätze aus vergangenen Zeiten.

Überall in der Stadt spürt man den Atem jahrhundertealter Geschichte und Tradition.
So z.B. die Häuser der Familie Doria und die Grabstätte des genuesischen Admirals und Staatsmannes Andrea Doria, in der Kirche San Matteo.
Oder das Geburtshaus von Christoph Kolumbus.
Gesehen haben sollte man auf alle Fälle die Piazza de Ferrarie, den Treffpunkt der Genuesen insbesondere der Jugend.
Hier trifft man sich an den Brunnen und Wasserspielen zum geselligen Beisammensein.
Auch das berühmte „Teatro Carlo Felice“ und dem Antiquitätenmarkt findet man hier.

Seit 1471 gibt es in Genua auch eine große Universität mit prächtigen Gebäuden, die wir
leider nur im vorbeifahren in Augenschein nehmen konnten.

Zum Abschluss lernten wir auf einer kurzen Stadtrundfahrt mit unserem Reisebus eine südländische Großstadt kennen, die ihren typischen Charakter als Hafen- und Seestadt nicht verloren hat.
Neben riesigen Warenspeicheranlagen, gibt es im modernsten Stiel erbaute Wohngebiete und immer wieder historische, geschichtsträchtige Bauwerke.
Den Stadtplanern ist es dabei gelungen, Altes und Neues sehr gut zu einem einheitlichen Ganzen ohne Stilbruch zu gestalten.
Einmal abgesehen von den modernen kreuzungsfreien Hochstraßen, die manchmal nicht so recht in das Stadtbild passen.

Genua als Hochburg der Kunst und Kultur konnten wir in der Kürze der Zeit überhaupt nicht kennen lernen. Es gibt allein 24 Museen, mehrere Theater und Austellungshallen

Gegenwärtig läuft die Vorbereitung für das Jahr 2004 auf Hochtouren.
Denn in diesem Jahr wird Genua die Kulturhauptstadt Europas sein.
Mit Sicherheit hat man diesen Titel nicht an eine unwürdige Kommune vergeben.

Schade, Schade, dass wir für diese schöne und interessante Stadt sowenig Zeit zur Verfügung hatten.
Die weiteren Besuche in Rapallo und Portofino waren so kurz, dass ich keine Erfahrungsberichte dazu zustande bringe.

Ich bedanke mich bei allen Lesern recht herzlich.

© Huwie März 2002

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Kommentare

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  • DamarisAnklam 03.09.2008 10:05
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Lucciana 08.03.2007 20:05
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • eddi-steinblock 14.12.2006 21:12
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Rumyana 11.10.2004 20:28
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Annna13 06.10.2004 11:55
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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