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Erfahrungsbericht

für Gent
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5 Sterne Flandern Gent und Waterzooi
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Der Autor

frajlo

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Das historische Flandern erstreckt sich heute an der Kanalküste über drei Staaten, vom französischen Calais über das belgische Flandern bis hinauf zum niederländischen Seeflandern.
Flandern war im Laufe der Geschichte mal eigenständige fränkische Grafschaft (9. Jhrd.), später Teil Burgunds (seit 1384) und dann, als Teil der sog. spanischen Niederlande, seit 1556 habsburgisch. Seit der Gründung des Königreiches Belgien im Jahre 1830 ist es - belgisch.
Das belgische Flandern wird von den Flamen bewohnt, jenem, im nördlichen Teil Belgiens wohnendem, Bevölkerungsteil, deren Vorfahren in der Völkerwanderungszeit eingewanderte Franken waren und deren Sprache, das Flämische, mit dem Niederländischen eng verwandt ist.
Allerdings unterscheidet sich das Flämische in manchen Wörtern und besonders in der Aussprache nicht unerheblich vom in Holland gesprochenen Niederländisch, von dem manche behaupten, daß es sich dabei nicht um eine Sprache, sondern um eine Halskrankheit handelt. Übrigens kann man sich als Deutscher, sofern man Plattdeutsch oder rheinisches Platt versteht bzw. spricht, ganz gut verständigen.
Flandern ist vor allem wegen seiner mittelalterlichen Städte Brügge, Antwerpen und Gent bekannt.
Brügge, Hauptstadt der belg. Provinz Westflandern, ehemals Freie Reichsstadt , wird mit seinen Grachten und historischen Gebäuden (Marktplatz, Belfried, Heilig Blut Basilika, Beginenhof) auch das Venedig des Nordens genannt. In den Sommermonaten ist Brügge ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen.
Antwerpen, ehemalige Hansestadt und im 16. Jahrhundert führende Handelsstadt Europas, besitzt zahlreiche historische Gebäude wie etwa das Rathaus aus dem 16. Jhdt. und den Königspalast aus dem 18. Jahrhundert.
Antwerpen ist heute mit seinen ca. 500000 Einwohnern , zählt man das Umland hinzu sind es fast 1 Million, die größte Stadt Flanderns und das kulturelle Zentrum der Flamen.
Im jüdischen Viertel, einem der bedeutendsten im heutigen Europa, liegt das größte Diamantenzentrum der Welt. Darüber hinaus besitzt Antwerpen eine bedeutende Industrie, einen der größten Häfen Europas und eine Kneipe mit den meisten Biersorten der Welt.
Gent schließlich, Hauptstadt von Ostflandern, gleicht in seiner Anlage in vielem Brügge, ist aber weitläufiger, sicherlich auch größer, dabei aber auch für den Neuling nicht unübersichtlich, und offener. Das mag daran liegen, daß Gent auch Universitätsstadt ist. Zudem verlieren sich die Touristen hier besser.
Gent hat eine sehenswerte Altstadt, zahlreiche Sammlungen und Museen. Die gotische Kathedrale St. Baafs beherbergt den sog. Genter Altar der Gebrüder van Eyck, einer der herausragensten mittelalterlichen Kunstwerke der Malerei
Gent ist im Gegensatz zu Antwerpen oder Brügge übrigens nie eine freie Stadt gewesen. Was nicht heißt, daß die Bürgerschaft nicht versucht hätte, sich von den adligen Herren zu befreien. Von der Aufmüpfigkeit der Genter zeugt die Burg Grafenstein, die, mitten in der Stadt als Zwingburg der flandrischen Herrscher errichtet, regelrecht bedrohlich und, angesichts der übrigen Architektur, seltsam Fehl am Platze wirkt.
Berühmtester Sohn der Stadt, falls man das so sagen kann, ist übrigens Karl V., König von Spanien und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation von 1520 bis 1556, jenem Herrscher, in dessen Reich die Sonne nicht unterging, und der vielleicht der letzte wirklich mächtige Kaiser des Mittelalters war. Karl, aus dem Hause Habsburg, wurde hier in Gent im Jahre 1500 geboren. Er starb 1558, zwei Jahre nach seiner Abdankung, auf seinem Altersruhesitz in Spanien.
Gent ist aber noch wegen einer anderen Sache erwähnenswert, nämlich wegen der nach ihr benannten flandrischen Spezialität, der Genter Waterzooi.
Waterzooi heißt eigentlich „kochendes Wasser“, aber damit hat es nun wahrhaftig nichts zu tun. In Wahrheit ist es eine sehr gehaltvolle Hühnercremesuppe, fast schon ein Eintopf, auf jeden Fall ein Hauptgericht.
Wie bei fast allen Nationalgerichten gibt es auch hier mehrere Versionen. Ich habe die ausgewählt, die mir am besten schmeckt.
Zutaten:
1 Suppenhuhn oder Poularde, ca. 2kg
500g Beinscheibe vom Rind
1 Kalbshachse in Stücken (nach Belieben)
500g Zwiebeln, gehackt
3 Stengel Staudensellerie, grobgehackt
2 Stangen Porree, gehackt
2 Mohrrüben
4 Liter Wasser oder leichte Fleischbrühe
4 Eigelb
¼ l Sahne
1-2 EL Zitronensaft
Salz, weißer Pfeffer

Zubereitung:
Das Huhn, das Rindfleisch und die Kalbshachse in einen großen Topf geben, Wasser oder Fleischbrühe angießen, zum Kochen bringen, eventuell auftretenden Schaum abschöpfen, das Gemüse hinzufügen, auf schwache Hitze herunterschalten und ca. 2 Std. köcheln lassen.
Wenn das Fleisch gar ist herausnehmen, das Rindfleisch für andere Zwecke beiseite stellen. Das Huhn etwas abkühlen lassen, das Fleisch von den Knochen lösen und klein schneiden.
Das Gemüse in der Suppe pürieren oder durch ein Sieb streichen. Die Eigelbe mit der Sahne verrühren und unter ständigem Rühren in die Suppe geben. Das kleingeschnittene Hühnerfleisch zurück in die Suppe geben und solange rühren, bis die Suppe leicht andickt und das Fleisch durchgewärmt ist. Nicht mehr kochen lassen, da sonst das Eigelb gerinnt. Mit Zitronensaft, Pfeffer und Salz abschmecken.
Sofort servieren.
Guten Appetit.

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Kommentare

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  • Chaja 16.07.2003 12:43
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • LoMei 12.07.2002 22:31
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Likedeeler 24.01.2002 17:27
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Dein Bericht ist fast so schön wie Gent selbst. Beim Lesen habe ich die Stadt bereits direkt vor augen. Dickes Lob.

  • Shadowmaker 24.11.2000 08:38
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Wahnsinn - bei dir kann man echt noch was lernen!

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