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Pro urgemütlich, wunderschön, klein aber fein......
Kontra hmm... ich wohne nicht mehr da!? :-(
Heute werde ich mal über meine ursprüngliche Heimatstadt Gelnhausen berichten. ich wohne dort zwar nicht mehr, bin aber noch häufig dort unterwegs und fühle mich immer noch sehr wohl in dieser kleinen gemütlichen Stadt!
-=== Gelnhausen? Wo, wie, was? ===-Gelnhausen "besitzt" mehrere Stadtteile (Hailer, Meerholz, Haitz, Höchst, Roth) und liegt im Kinzigtal, ca. 40 km östlich von Frankfurt entfernt.
Höhenlage 312 bis 180 m
geogr. Länge/Breite 9°11'57'' / 50°12'11''
Mit dem Auto kann man von Frankfurt über die A66 in knapp einer halben Stunde dort sein, indem man Anschlussstelle Gelnhausen West oder Ost abfährt. Eine nähere und bekanntere Stadt dürfte Hanau sein, von dort aus sind es nur noch ca. 20 km bis nach Gelnhausen.
Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, hat eine wirklich unkomplizierte Strecke vor sich, denn vom Frankfurter Hauptbahnhof gelangt man durch die Regionalbahn (Bahnstrecke: Frankfurt - Fulda) in einer halben Stunde direkt an sein Ziel.
Am Bahnhof angekommen, hat man auch schon die wichtigsten Dinge um sich herum, denn die Stadt beginnt sozusagen dort. ;-)
Angehörend zum Main-Kinzig-Kreis, kann Gelnhausen 22.249 Einwohner (Stand 2003) aufweisen und wen es interessiert der Ausländeranteil hier beträgt 2.187. Die Konfessionen erspare ich mir jetzt einfach mal, aber ihr könnt gerne nachfragen. *lach*
Das Kinzigtal wurde schon in der Zeit der Franken besiedelt und erstmals 1123 in einer Urkunde erwähnt. Nachdem 1165 Kaiser Friedrich I. Barbarossa die Hälfte der Grafenburg eines Bischofs erlang, wurde die Stadt Gelnhausen durch eine Zusammenfassung dreier älteren dörflichen Siedlungen am 25. Juli 1170 gegründet. Hiermit erhielten die Bürger dieser Reichstadt die Rechte im ganzen Reich zollfrei und "unter besonderem Schutz des Kaisers" zu reisen und ihre Besitztümer frei zu vererben. Nur der Kaiser und seine Vertreter durften in Gelnhausen Recht sprechen.
Außerdem ließ Barbarossa, auch genannt "Rotbart", eine Kaiserpfalz erbauen nahe des Flusses Kinzig.
Der 30 jährige Krieg (1618 - 1684) vertrieb jedoch die Bevölkerung, Seuchen, Plünderungen etc. führten dazu, dass Gelnhausen zeitweise entvölkert war. Nach diesem Krieg und der Zerstörung kamen langsam wieder die Menschen in die Stadt und in die Umgebung, wobei dies nicht mehr die reichen Handelsleute waren, sondern vermehrt Bauern und Handwerker.
1803 verlor Gelnhausen seine Reichsunmittelbarkeit, war so keine Reichsstadt mehr und wurde im Jahr 1815 dem Kurfürstentum Hessen-Kassel angeschlossen.
Es lebten bis 1938 viele Juden in Gelnhausen und so wurde auch eine Synagoge erbaut, die später als Lagerstätte genutzt wurde.
Und nicht nur Barbarossa war eine bekannte Person die Gelnhausen aufzuweisen hat, auch der Pionier des Fernsprechwesens "Johann Philipp Reis", der durch einen durchbohrten Fassspund, einer Schweineblase, etwas Draht, einer Stricknadel und einer Geige sozusagen den Vorläufer unseres Telfons geboren hatte, wurde in Gelnhausen geboren und blieb auch dort bis zum Ende seiner Bürgerschullaufbahn. Als Andenken kann man eine Büste von ihm am Untermarkt bewundern, ebenso sein Geburtshaus und die städtische Grundschule, welche seinen Namen trägt.
Auch "Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen" wurde zu Beginn des 30 jährigen Krieges hier geboren. Er ist der Autor des ersten deutschen Romans überhaupt."Simplicius Simplicissimus" ist sein Werk. Zudem ist er der wohl bekannteste Barockschriftsteller.
Vielleicht wird der Name "Harald Schmid" einigen etwas sagen - ein berühmter Leichtathlet und erfolgreicher Olympiateilnehmer (Montreal), dessen Popularität in den 80er Jahren sehr groß war. Er wird zwar immer mit Gelnhausen in Verbindung gebracht, lebt aber in der Nachbargemeinde Hasselroth.
Ebenso als erfolgreicher Gelnhäuser Sportler zählt der Turmspringer "Dieter Dörr".
-=== Kultur! Was muss man in Gelnhausen gesehen haben? ===-
Wer in Gelnhausen ist, der muss natürlich die Altstadt bewundern. Alles ist bergig, wer zum Beispiel vom Bahnhof nach oben läuft, der hat einen nicht zu verachtenden Aufstieg vor sich. Hier gibt es einen Untermarkt, der zum Obermarkt führt. Es sind nicht nur die Fachwerkhäuser, die an mittelalterliche Zeiten erinnern lassen, sonder auch die Kopfsteinpflaster-Straßen, die vielen Winkel, die engen Gassen und vor allem die Reste der Stadtmauern. Man entdeckt viele Torbögen (Holztor, Ziegeltor..), Türme etc. beim Rundgang. Nichts wirkt hier aufgesetzt oder zu modernisiert, es hat einfach den typischen altertümlichen Flair, der sich wirklich durch die gesamte Altstadt zieht.Ja und wer es bis hierhin geschafft hat, der sollte auch einen Blick auf oder in die Marienkirche - dem Wahrzeichen Gelnhausens - wagen. Diese kann einem nicht entgehen, denn schon von der Autobahn aus oder vom unten Teil der Stadt fällt sie ins Auge, da sie auf einem Berghang errichtet wurde. Wie ich schon erwähnt habe, wurde an dieser Kirche nicht gespart. Zu beachten ist der frömmliche Altar, der stille Gebetsraum und die vielen eingemeißelten Kunstwerke, die Geschichten erzählen. Leider schreibe ich hier kein Buch, denn es ist wirklich sehr interessant, wenn man sich damit mal näher befasst. Zum Beispiel kann man die "Auferstehung" sehen oder den "Zug der Seligen ins Paradies", den "Zug der Verdammten", die "Hölle" (expressiv gestaltet) etc. Wirklich großartig gemacht meiner Laienmeinung nach!
Wie gesagt, ein Blick lohnt sich wirklich, außer man interessiert sich null für solche Sachen.
Die bekannteste Sehenswürdigkeit - Die Kaiserpfalz!
Die Barbarossaburg wird von der Kinzig umflossen, weshalb sie auch eine Wasserburg ist und auf 12000 Eichenpfählen gegründet wurde.
1180 fand hier der Reichstag statt und leider versetzte Kaiser Karl IV. die Pfalz und löste sie nie wieder ein. So begann langsam der Verfall und der 30 jährige Krieg gab den Rest. Das Hauptgebäude wurde niedergebrannt und irgendwann zur Steingewinnung genutzt. Nachdem die Kapelle wegen Baufälligkeit abgebrochen wurde, begannen im 19./20. Jh. die Sicherungsarbeiten.
Zu sehen gibt es eigentlich vermehrt Steine und eingemeißelte Kunstwerke, für Leute die sich dafür interessieren ist das sicher spannend. Mich jedoch treibt es nur dahin, wenn mittelalterlicher Markt ist, denn dann stimmt eben alles. Eine schöne Atmosphäre. Mehr weiß ich dazu auch im Moment nicht zu sagen, denn oft war ich noch nicht dort!
Wer Gelnhausen besichtigt, der darf die wunderbare Aussicht nicht verpassen. Und diese ist am besten gegeben, auf dem Halbmond am Stadtgarten. Dazu muss man aber vom Obermarkt noch ein weiteres Stück aufwärts krakeln und während des Fußmarsches weitere Stadtmauerreste und die Torbögen bewundern. Der Stadtgarten alleine ist schon ein wirklich schöner Platz. Hier wurde richtig tief in die Tasche gegriffen, ich glaube im Zuge des Hessentages, der irgendwann mal in Gelnhausen stattfand.
Viel Grünfläche, Blumenbeete, ein Spielplatz, ein kleiner Wasserplatz, mit Minibrücke. Alles was zu einem idyllischen Park gehört... nur ist dieser recht klein. Hier laden Bänke und Ruhe zum Verweilen ein. Und genau dort steht auch der so genannte Halbmond, ein halbrunder, an der Stadtmauer erbauter Verteidigungsturm. Wenn man diesen besteigt (was nicht so wild ist *lol*), dann kann man von oben die wunderbare Stadt anschauen, sich entspannen, ausruhen? sofern nicht zu viele andere Touristen dasselbe vorhaben.
Im Stadtgarten kann man übrigens auch ein Kriegsdenkmal sehen, wem der Entspannungsaspekt nicht ausreicht. ;-)
Denn fast am "Gipfel" Gelnhausens angekommen, erwartet einen nochmals eine wunderbare, fast noch schönere Aussicht als auf dem Halbmond. Hier kann man wirklich weit schauen und zudem noch rasten. Entweder indem man sich auf eine Bank setzt oder seine Geldbörse entleert. Denn dort oben ist auch das "Bergschlösschen". Ein kleines weißes Minischlösschen, in dem man gemütlich speisen kann, auch auf einer Terrasse, mit Blick ins Tal. Jedoch ist es hier nicht gerade billig!
Und es geht noch weiter hoch, für alle die den Wald lieben, denn der beginnt an dieser Stelle so langsam. ;-)
Und der absolute Tipp: eine Erlebnisführung in Gelnhausen mitmachen!
"Stadtführer in aufwendigen historischen Kostümen lassen über 800 Jahre Stadtgeschichte lebendig werden."
Hier wird man durch verschiedenste Führungsgruppen durch die Stadt geführt, die auch die thematischen Klamotten dazu tragen. Das ist wirklich super toll gemacht! Vor allem wenn es dämmert!
Infos unter: >> http://www.gelnhausen.de/i04131.asp > http://gastro.main-kinzig.de/altes-weinkellerchen-gelnhausen/index.html
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nicki28 30.03.2011 22:38
herzhausen 19.10.2007 11:09
mjm1987 07.01.2005 00:00
BlondAngel18 06.01.2005 22:47
Falls ich jemals mal dorthin kommen werde, nehme ich mir deine Tipps bestimmt zu Herzen!*g* Kann dir im Moment kein 'bh' geben, wird aber morgen sofort nachgeholt!:-) VLG, Anja
Lenovo 01.12.2004 23:29