Restaurant Cosita, Haigerloch

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Restaurant Cosita, Haigerloch

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Kulinarisches Mekka mitten im Schwabenland

5  25.10.2010 (01.11.2010)

Pro:
Frischer Wind, Spanien im Ländle, hohe Standards, geniales Essen !

Kontra:
es ist eine gehobene Preisklasse, aber Qualität hat eben ihren Preis

Empfehlenswert: Ja 

innocence667

Über sich: Demokritus, könnt´ er vom Tod erwachen, wie würd´ er über solch ein Schauspiel lachen! Doch mehr noc...

Mitglied seit:03.05.2006

Erfahrungsberichte:135

Vertrauende:49

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 92 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Liebe Genießer, verehrtes Ciao-Publikum!

Ein Mal im Jahr, in der Mitte des Monats Oktober, jährt sich ein besonderes Ereignis: die Geburt von Inno´s Mutter. Da der Apfel nicht weit vom Stamme fällt und selbige Dame, deren Mutter Köchin und deren Vater Metzger war, demnach ebenfalls eine ausgesprochene Genießerin ist, die das kulinarisch Besondere durchaus zu schätzen weiß, gingen wir bislang immer in einen herrlichen Freßtempel, der sich lapidar "Gasthaus Schwanen" nannte ( ich weiß nicht warum, aber irgendwie heißen in unserer Gegend alle Gasthäuser entweder Krone, Löwen oder eben, na ja, Ihr ahnt es schon, eben Schwanen ), allerdings alles andere als gewöhnlich war. Kulinarische Nazis wie inno´s Onkel gingen hier ohne das geringste Naserümpfen heraus und leckten sich alle zehn Finger nach den berühmtberüchtigten "Grüßen aus der Küche", die für sich genommen schon derart verboten gut waren, dass es des absoluten Ausnahmesortiments an Köstlichkeiten aus aller Welt in meisterhafter Zubereitung eigentlich schon gar nicht mehr bedurft hätte. Hier ging nun auch inno jedes Mal vollgefuttert und unendlich glücklich wieder hinaus, obgleich das Essen durchaus teuer war, unter 100€ pro Person kam man da als inno kaum wieder hinaus, aber das war dat jute Futter wirklich wert, ganz abgesehen davon, dass ich nie bezahlen musste. Zu meinem persönlichen Bedauern hat leider diese besagte Gaststätte schließen müssen und wurde von einem Teilhaber der ursprünglich 2 des "Schwanen" weitergeführt. Das international geprägte Lokal wurde zu einem spanisch orientierten "Tapas-Restaurant" umfunktioniert.
Inno´s Mutter wagte nun am letzten Wochenende in gewohnter Besetzung den Versuch und lud mich, meine Freundin und meinen Vater ins jetzige "Cosita" ein. Selbstredend lag eine gewisse Unsicherheit im Raum, da der Schatten, den das alte Restaurant warf, ein verdammt langer war, bei dem es schwer werden würde anzuknüpfen. Da aber innocence denjenigen, der das Restaurant übernommen hat, bereits von den früheren Besuchen kannte und wusste, dass es einer dieser passionierten Lebensmittelfanatiker ist, denen nichts über guten Käse, edle Weine, feinste Spirituosen und exquisite Küche geht, der stetig selbst Seminare zu Wein und Käse veranstaltet, und der noch dazu gebürtiger Spanier ist, war inno etwas weniger besorgt, was sich, wie Ihr gleich lesen werdet, als richtig herausgestellt hat.

I. Haigerloch, wo ist das?

Haigerloch ( PLZ: 72401 ) liegt unweit der Burg Hohenzollern im gleichnamigen Zollernalbkreis. Größere Städte sind Tübingen und Balingen im zeitlichen Radius von etwa einer halben Autostunde, alles andere entnehme man Routenplanern.


II. Die Inneneinrichtung

Seit 1610 steht das liebe Restaurant, damals noch unter dem Namen „Ochsen“ und es wurde 1728 in barockem Stil umgebaut. Damals war Architktur kein so ermüdendes Thema wie heutzutage, das macht innen ordentlich was her. Man sollte sich allerdings kein Schlößchen vorstellen, es handelt sich um ein frisch und dennoch elegant eingerichtetes Lokal mit Pep. Einerseits zieren teils wunderschöne Säulen die Speisesäle, andererseits verschönern moderne Gemälde in erdig-roten Farben die Wände und vermitteln etwas Ungekünsteltes, Bodenständiges. Im Zentrum des Lokals befindet sich ein Tresen, der die Rezeption eines jeden Hotels etwas gehobenerer Klasse sein könnte. Daneben befindet sich ein Regal mit diversen Spirituosen, was inno sehr freute, es gibt auch eine Auswahl an leckeren Single Malts, ich sah einen Talisker 12, einen Singleton 15, einen Blair Athol, einen Glenfiddich, einen Caol Ila 12 und einen Laphroaig in der Standardabfüllung, nicht unbedingt ein herausragendes Sortiment, aber für ein Lokal, in dem normalerweise Sherry und spanische Weine fließen, ist das doch beeindruckend.
Dann verfügt das Lokal über ein Zigarrenzimmer mit Humidor, das hatte es zumindest noch, als ich zuletzt dort gewesen bin, ein in heutiger Zeit durchaus bemerkenswerter Einfall. Zwei separate Speisesäle mit ca jeweils 5 Tischen stellen sicher, dass es immer gemütlich und heimelig bleibt und die Bedienungen alles überblicken können.


III. Was isst man dort?

Das „Cosita“ versteht sich als ein „Tapas Restaurant“. Für alle, die es nicht wissen, Tapas bezeichnet kleine Leckereien, warm und kalt, die die spanische Küche den Bars gewidmet hat. Man zieht los, von Bar zu Bar, lässt sich einen guten Wein schmecken und isst dazu eben diese richtig guten Kleinigkeiten. Die spanische Küche ist sehr gut, gehört zu den besten der Welt, und das liegt nicht zuletzt an den Tapas. Dinge, die man isst, wenn man nebenher gut einen trinken will, sind nicht unbedingt neu, auch in anderen Küchen der Welt findet man unter den „Trinkbeilagen“ das beste, was die Küche so zu bieten hat, so z.B. in der koreanischen Küche, in der das nicht Tapas sondern „Andschu“ heißt.
Unter Tapas findet man viel Eingelegtes, Mariniertes, viel Einfaches wie Wurst, Käse, Schinken, Oliven, Gemüse, Fleischspießchen und vieles mehr. Tapas sind einfache Gerichte, die in ihrer Qualität stark davon abhängen, ob man erstklassige Produkte zur Verfügung hat oder nicht.
Da es sich nun um ein Tapas Restaurant handelt, bekommt man über die Tapas hinaus allerdings noch eine exquisite Karte von Vorspeisen, Hauptgerichten und Desserts.


IV. Der Abend in seinem Verlauf

Bevor ich mich weiter verkünstele mit verschiedenen Zerschnibbelungen und Unterüberschriften, werde ich Euch einfach mal den Abend in seiner kulinarischen und gastronomischen Qualität schildern.
Wir kamen kurz vor 7an einem Samstagabend in Haigerloch an. Der Besitzer war sofort da, um uns mit Handschlag zu begrüßen, man kennt sich ja noch von vorhergehenden Essen im „Schwanen“. Er nimmt uns persönlich die Jacken ab und weist uns einen wunderschönen Tisch an, der am Fenster steht, durch das man noch ein wenig von dem bereits schlafenden Haigerloch sehen kann, das Licht ist warm. Sofort bekommen wir Karten und werden nach Getränkewünschen gefragt. Da meine Eltern von der Weinleidenschaft des Herrn Gonzales wissen, lässt meine Mutter ihm völlig freie Hand bezüglich des Weines, ein Vertrauensbeweis. Nebenbei bemerkt, das Haus verfügt über einen antiken Weinkeller, der so manche Kostbarkeit beherbergt, für meine Eltern als Weinliebhaber toll, sie haben ihn schon besichtigt, für inno als Nichtweintrinker eher langweilig. Inno interessiert eher der Rest der Karte, die er studiert, während alle anderen an ihren Sherrygläsern nippen und dieses Gesöff in den siebten Himmel loben. Inno ist da skeptisch, der bleibt bei gutem Whisky und der eignet sich nach innocence´scher Meinung nicht als Aperitif, also passe ich und kümmere mich um die Auswahl der Tapas. Nach einigem hin und her überrede ich meine Eltern und meine Freundin zu der Käseauswahl, der Wurst-und Schinkenauswahl und zu den Oliven, einfache Sachen, absolute Basics, an denen man aber die Qualität des Restaurants ablesen kann, wenn das nichts ist, dann ist der Rest auch nichts. Ich bestelle des weiteren als Vorspeise ein Lachstartar mit Avocadocreme. Eigentlich wären Garnelen dabei, aber da inno da leider hochallergisch ist, wird das Gericht einfach kurz von der Bedienung geändert, freundlich und selbstverständlich. Mein Vater und meine Freundin entscheiden sich für eine klare Brühe mit Kürbis und Ravioli, die eine Mischung aus Ziegenkäse und Apfel enthalten. Beim Hauptgericht gibt es wieder Diskussionen, wer nimmt was, die drei zur Auswahl stehenden Fleischgerichte, Ente, Rindsfilet und Kaninchenfilet sind gleichermaßen velockend und auch die Beilagen sind ein Knüller, Pilzrisotto zum Rind, Rosmarin-Kürbistagliatelle zur Ente und Kartoffel-Nußpüree mit Rosenkohl zum Kaninchen, verdammt! Die sehr nette Bedienung half schließlich dem hoffnungslos überforderten inno aus der Patsche und schlug vor, mir das Kaninchen zu bringen und mir ein Schälchen von den Tagliatelle mit Kürbis und Rosmarin dazuzustellen. Zufriedenes Lächeln meinerseits. Ich betrachte das Besteck: wunderschönes Tafelsilber von WMF ( die ja auch mitunter den letzten Mist herstellen, aber dieses ist klasse ), Spieglau Gläser, selbst für meine Coke, sehr schön.

Kurze Zeit später kommt die Bedienung und serviert einen Korb mit wundervollem Weißbrot, knusprig und lecker. Inno macht einen Spruch, der ihm den gesamten restlichen Abend leid getan hat, denn er sieht die Olivenölflasche auf dem Tisch und sagt zu seinen Eltern: „das kann sicherlich niemals mit Eurem zu Hause mithalten.“ In der Tat sind innos Eltern Olivenölliebhaber und beziehen ein herrliches Zeug direkt von Sizilien, das beste, das ich bislang kannte, und selbst teure Mitbringsel aus der Provence von Freunden konnten dem feinen Tröpfchen niemals das Wasser reichen. Ich schnappe mir also in alter Gewohnheit ein Stückchen Brot, setze einen ordentlichen Klecks des Olivenöls auf meinen Brottellerchen, streue etwas von dem grobkörnigen Meersalz hinein, das ebenfalls auf dem Tisch steht, reiße ein Stückchen Weißbrot ab und tunke es da rein. Als ich es in den Mund stecke, halte ich inne. Verdammt, wie schmeckt das? Ich nehme noch einen Bissen, nehme mehr Olivenöl, dann tauche ich meinen Finger hinein, verflucht ist das Zeug gut! Leicht, fruchtig, authentischer Olivengeschmack, der Wahnsinn. Ich beichte meinen Eltern, dass das Öl, das sie mir seit Jahren besorgen, seinen Meister gefunden hat, während ich über dem Brot mit Öl und Salz fast das restliche Essen vergesse.
Dann kommen auch schon die Tapas. Ein Schälchen mit grünen und schwarzen Oliven, eine Platte mit spanischer Wurst und Schinken ( Chorizo ( Paprikawurst ), Jamon Serrano ( Serranoschinken ), Salchichon ( reifere Salami ), Fuet ( junge Salami ) und Lomo ( luftgetrockneter Schweinerücken ) ), und ein Teller mit Käse von Corcuera. Sehr aromatische Oliven, bei denen man schmeckte, dass sie nicht in irgend einer üblen Salzauge gelegen hatten, wirklich gut, milder Käse in verschiedenen Jahrgangsstufen und die Wurst und der Schinken……gewaltig. Innocence ist ein Liebhaber von Schinken und Salami und er gibt dafür regelmäßig auch mal ein wenig Geld aus, aber was ich da gegessen habe, das hat so ziemlich alles übertroffen, was ich bislang so hatte, und so war die Platte flugs leer, so wie alles andere auch, 4 zufriedene Gesichter, allen voran meines.
Als Herr Gonzales wieder vorbeikommt fragt meine Mutter nach der Herkunft des Olivenöls. Gute Adresse in Spanien, lächelt Gonzales, in „lagrima“-Qualität. Ein weiteres Mal klappt mir die Kinnlade ´runter, DAS also sind die legendären „Tränen“, das Öl, das nur durch den Eigendruck der Oliven gepresst wird, ohne sonstige mechanische Verfahren, nicht zu fassen, das steht hier einfach auf dem Tisch! Als er uns sagt, dass er das auch verkauft und uns bei dieser Gelegenheit einen kleinen Katalog in die Hand drückt, in dem alles, was er so an Weinen, Oliven, Schinken, Wurst, Käse, Olivenöl, bis zu hausgemachten Cantuccini verkauft, ist inno sofort klar: ich werde dieses Haus nicht verlassen ohne ein Fläschchen dieser kulinarischen Engelstränen. 8,90€ für einen halben Liter, bei dieser Qualität ist das ein Witz. Hier noch kurz links zu dem, was er sonst noch verkauft:

Weine: http://www.micosita.de/weine.htm

Spezialitäten: http://www.micosita.de/mercado.htm

Aber zurück zu wesentlichen, es kamen die Vorspeisen. Zwei Teller duftender Brühe mit Kürbis, die jeweils zwei sehr putzig geformte Ravioli enthielten, und mein Lachstartar, mit einer fünfeckigen Form ausgestochen, eine dünne Schicht Avokadocreme darüber, etwas Salat davor, der so schön angerichtet war, dass man sich kaum traute, ihn zu zerrupfen, zwei Cocktailtomaten, jeweils in Hälften geschnitten und eine auf dem Avocadoprisma, die anderen darum herum verteilt. Wahnsinnsoptik! Aber wir wollen nicht voreilig sein und dat Dingens erst einmal testen, schöne Optik kann ja jeder. Ich nehme die erste Gabel von dem Lachs……und es gefriert mir ein weiteres Mal das Blut. Ich beginne wie ein Blödmann zu grinsen, über das ganze Gesicht, das ist soooooooo gut. Ich finde keine Worte für diesen Lachstartar, die Konsistenz der einzelnen Lachsstückchen ist so besonders, etwas elastisch, zergeht aber dennoch auf der Zunge, vielleicht mariniert, und diese Würzung ( wahrscheinlich irgendwelche verrückten Kräuteressenzen im Spiel ), und diese herrliche Avocadocreme…..als hätte der Koch einfach ein paar Lebensmittel gefunden, die füreinander geschaffen sind, genial gut, dafür sind 13,50€ berechtigt, der Koch würde sich sonst unter Wert verkaufen, solche Genialitäten kamen im „Schwanen“ immer als sog. "Gruß aus der Küche" in einem dieser Porzellanlöffelchen, und hier hatte ich nun ein Häufchen ganz für mich alleine. Na ja, ich ließ natürlich alle probieren, so gute Sachen MUSS man teilen, der etwas ungehaltene Blick meiner probiert habenden Mutter sagte: "Mist, das hätte ich auch bestellen sollen“.
In diesem Moment war klar, dass es hier keinen Qualitätsverlust zum Schwanen gab, hier wollte man eindeutig das Niveau halten und machte das dazu noch ziemlich gut.
Da ich Äpfel nicht in meinem Essen mag, konnte ich die Ziegenkäse-Apfel Ravioli nicht probieren, aber ich versuchte die Brühe, die eine herliche Fleischbrühe mit einem ziemlich verrückten Anistouch war, gewagt und sehr lecker. Meine Freundin und mein Vater waren von den Ravioli auch sehr begeistert und sagten immer wieder, sie hätten noch nie etwas gegessen, was so verrückt und so gut gleichzeitig gewesen sei.
Und das bei meiner Freundin, die sonst Experimente scheut……
Es kam der Hauptgang. Mein Kaninchenfilet war in Bögen in ein elegantes Häufchen Kartoffel-Nusspüree gesteckt und so mit Serranoschinken umwickelt, dass es erst aussah, als wären das Gambas. Ich bin so als Allergiker erst mal erschrocken, um dann erleichtert lächelnd loszumampfen. Ach ja, ich hab ja die Hälfte vergessen, der Rosenkohl, der als Gemüse zu meinem Gericht gereicht wurde, war in einzelne Blätter zerpflückt, die wie Blüten über den ganzen Teller gestreut waren, geniale Idee, irgendwo war dann noch in Soße elegant ein Bogen gezogen, was dem ganzen ein sehr kunstvolles Aussehen verlieh, RESPEKT! Der Geschmack war heftig, das Kaninchen zerging auf der Zunge, der Schinken war perfekt gegart, der Rosenkohl war ein Gedicht und das Nusspüree sehr aromatisch – Wahnsinn. Die Soße erinnerte geschmacklich etwas an echten Aceto Balsamico Tradizionale, recht fruchtig.
Meine Freundin und meine Mutter hatten das Rindsfilet bestellt, serviert auf Pilzrisotto mit frittierten kleinen Tomaten an der Rispe. Wunderschön anzusehen, und ich habe alles probiert. Mist. Hätte ich vielleicht doch DAS bestellen sollen? Gute 3cm Rinderfilet in der Dicke, perfekt erwischt, saftig, etwas weniger gegart als Medium, genau so, wie Filet sein soll, sagenhaftes Fleisch, garantiert vom spanischen Rindvieh, und dieses Risotto………kleine Austernpilze, die ganz hineingegeben wurden, lecker!
Ach ja, wie Ihr Euch vielleicht erinnert, hatte ich die Rosmarin-Küris-Tagliatelle dazubestellt. Eine ganz tolle Beilage, einfach nur gutes Olivenöl, schöner Rosmarin und ein perfekt gekochter Kürbis, ich bin nicht sicher welcher, in Tagliatelle. Schon der Duft war derart exorbitant, dieses intensive Rosmarinaroma, einfach toll, ich habe ALLES gegessen. Es spannte zugegeben der Gürtel schon etwas an der Hose, aber wir waren noch nicht fertig, auf der Karte stand mousse au chocolat und die wollte ich haben. Bitte die Rotweinfeigen weglassen, ja genau, nur die Mousse, und sie kam schon sehr bald angeschwebt. Angerichtet in einem derart hauchdünnen Blätterteigkörbchen, dass man es kaum hochheben konnte, ohne es zu zerbrechen, ganz frisch gebacken ( das Körbchen ) und mit einem phantastischen butterigen Geschmack. Die Mousse selbst spiralförmig hineingespritzt, ein Fest für´s Auge, toll, dazu noch ein Zweig duftender Minze als Deko, besser geht´s nicht. Geschmacklich ein Traum, die Mousse, 70%ige Schokolade, ein ausgezeichneter Espresso dazu, der mit einem dieser hausgemachten Cantuccini kommt ( die übringens richtig gut sind ), Herz, was willst Du mehr?
Meine Freundin, Dessertfetischistin vom Allerfeinsten, bestellte sich den spanischen Naschereienteller. Hierauf war zu finden in wunderschöner Anrichtung: Armer Ritter, ein Schokokuchen mit selbstgemachter Schokosoße darüber, dann ein selbstgemachtes Orangeneis, welches meiner Freundin vor lauter Entzücken fast die Tränchen in die Augen trieb ( man hätte auch eine Auswahl hausgemachter Eissorten haben können, was ihr in diesem Moment schmerzlich bewusst wurde ), und einem Löffelchen, dessen Inhalt ich leider vergessen habe, irgendwas mit Ei und Zucker meinte meine Freundin. Geschmacklich kann ich das nicht beurteilen, aber meiner insofern sehr anspruchsvollen Freundin hat es sehr gemundet. ( wenn das mal nichts heißen soll…… )

Fazit des Essens: Verweile doch, Du bist so schön!


V. Bedienung

Falls das noch nicht ausreichend zur Sprache kam, die Bedienung ist ausgezeichnet. Herr Gonzales selbst ist allgegenwärtig und sorgt für das Wohl seiner Gäste, aber auch seine Bedienung, die an diesem Abend arbeitete, als wir da waren, verdient ein absolutes Kompliment. Wenn man es schafft, höflich, lustig, zuvorkommend und dennoch unaufdringlich zugleich zu sein, dann hat man die Psychologie der Gastronomie verstanden und wird jeden auch noch so anspruchsvollen Gast zufriedenstellen können.

VI. Mein Fazit

Wir hatten einen ausgesprochen gelungenen Abend, der seinesgleichen sucht. Ich bin wirklich sehr positiv überrascht, dass es gerade bei uns im Schwabenland so etwas Gutes geben darf. Das Konzept hat Frische, Innovativität, es wird ein wahnsinnig hoher Standard gehalten, der definitiv mit einem ungeheuerlichen Aufwand verbunden ist und der an dieser Stelle bewundernd honoriert werden soll. Wenn Menschen sich derart passioniert dem Genusse verschrieben haben, wenn man in jeder Kleinigkeit, in jedem Detail die Liebe zum Essen und den zubereiteten Produkten sehen kann, dann ist das ein Ort, an dem man wahrhaft besondere Momente erlebt. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist, dass man dort nicht unbedingt nur groß essen gehen kann, sondern dass man auch einfach mit einem Freund eine Flasche Wein bestellen kann um sich dazu ein paar himmlisch leckere Kleinigkeiten schmecken zu lassen, DAS ist Genießen, sogar einen Mittagstisch gibt es! Ich jedenfalls gebe dem Ganzen 5 Sterne und hoffe, dass es das Lokal noch laaaaaange geben möge, es ist ein kulinarisches Mekka, das den Genießer mit purem Glück erfüllt!

Gasthaus Schwanen
Restaurant Cosita
Hotel Leda

Pablo Gonzalez

Marktplatz 5
72401 Haigerloch

tel + 49 (0) 7474 9546-0
fax + 49 (0) 7474 9546-10
email info@schwanen-haigerloch.de

www.micosita.de


Öffnungszeiten
Mo. - So.: 11.30 - 1.00 Uhr
Di.: Ruhetag
Küche
Mo. - Sa.: 12.00 - 14.00 Uhr / 18.00 - 21.30 Uhr
So.: 12.00 - 14.00 Uhr / 18.00 - 20.00 Uhr
Hotel durchgehend geöffnet
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
GZacher

GZacher

03.10.2013 02:14

Die zugesagte Nachlieferung kann ich schon nach einer Stunde liefern ...

GZacher

GZacher

03.10.2013 00:04

Wow... dass nenne ich mal ein Superbericht! Habe den Bericht vorgemerkt und er bekommt die nächsten Tage noch ein BH verpullt ... hätte den (angeblich) so geizigen Schwaben so etwas (fast) gar nicht zugetraut! LG Günter :-)

michi-primel

michi-primel

16.09.2012 12:31

mhh jetzt habe ich Hunger ;o)

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