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Erfahrungsbericht

für Fünen
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5 Sterne Fünen, mehr als eine Reise wert Erfahrungsbericht mit Diamant-Prämierung
34 von 34 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro familienfreundlich, interessant, nah dabei

Kontra keines

Der Autor

bjlghs Seit 1 Dez 2004

Frühling lässt sein blaues Band wieder .....Lest doch mal bei meinen Vertrauten, was es Neues gibt. mehr

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Fünen – Paradies im süddänischen Meer

Vor einigen Jahren besuchte ich zum ersten Mal die größte Insel um süddänischen Meer, Fünen. Damals erreichte ich die Insel noch per Fähre von Gelting nach Faaborg, aber diese Fähre wurde leider vor einigen Jahren eingestellt.

Wie komm ich hin?

Heute fährt man per Auto oder Bahn über die Autobahn oder Schienenstrang bis Kolding und Middelfart und gelang über eine Riesenbrücke auf diese wunderschöne Insel. Man kann allerdings auch von Kiel aus mit einer Auto-Fähre nach Bagenkop auf Langeland schippern und dann per Auto über Langeland und Tasinge über zwei Brücken nach Fünen gelangen. Ist halt nur etwas aufwendiger (Kosten für die Fähre) und man ist eben etwas länger unterwegs. Und dann gibt es noch einen innerdänischen Fährbetrieb, der den südwestfünischen Ort Bojden mit den dänischen Festland (Fynshavn etwa 15 km von Sonderborg entfernt) verbindet. Die dereinst dort eingesetzte kleine Fähre namens Najaden machte nach außen allerdings den Eindruck eines Seelenverkäufers, der dann auf der Fähre selbst aber revidiert wurde.

Wo sind die Strände?

Die nach meiner bisherigen Kenntnis der Insel (war schon viermal dort) schönsten Strände findet man im Norden (zum Beispiel bei Kerteminde westnordwest von Odense und Bogense westlich davon) und im Westen zum Beispiel südlich und nördlich Assens. Mir fehlen allerdings bisher genauere Kenntnisse der Ostküste, die ich nur in wenigen Abschnitten besucht habe und dort war wenig Strand zu sehen gewesen. Im Süden jedenfalls gibt es diverse Gras- bzw. Steinstrände, die allerdings in oft sehr schöner Landschaft liegen und, weil wenig ge- und besucht, auch im Hochsommer durchaus Ruhe bieten können.

Im Norden liegen eine ganze Menge sehr schöner Strände, die sich von Middelfart kurz nach der Riesenbrücke vom Festland Dänemark nach Fünen bis nach Kerteminde erstrecken. Hier sind auch viele Ferienhäuser konzentriert, so dass die nördlichen Strände (z.B. Bogense) im Hochsommer doch ziemlich „gut besucht“ sind. Das kann man von den Stränden bei Assens nur bedingt behaupten. Hier habe ich es erlebt, dass man durchaus am frühen Nachmittag (15.00 Uhr) bereits fast leere Strandabschnitte finden kann.

Faaborg

Mein schönster Urlaub auf Fünen (und auch der mit 15 Tagen längste) führte mich in eine Ferienhaussiedlung südlich von Faaborg, die selbst im Hochsommer nur zu höchstens 2/3 belegt war (Dyreborg). Hier hatten überwiegend Dänen ihre meist kleineren Ferienhäuser stehen, was den alltäglichen durchschnittlichen Geräuschpegel in dieser Siedlung sehr niedrig hielt und die wenigen deutschen und holländischen PKW’s schon fast als Exoten erscheinen ließ.

Faaborg selbst, etwa 6 Kilometer von der Feriensiedlung entfernt, gehört m.E. zu den schönsten kleinen Küstenstädtchen auf Fünen. Der ehemals als Fährhafen (Gelting Süd) fungierende Ort ist nach Stilllegung (sehen drei L nicht schrecklich aus!) der Fährlinie recht ruhig geworden. Das Fremdenverkehrsbüro wurde deshalb in Faaborg geschlossen. Die vielen kleinen Gassen und die vielbesuchten Fußgängerpassagen in Faaborg begeistern durch viele bunte und fröhliche Geschäfte, kleine Lokale und Imbisse. In den weniger besuchten Wohnstraßen des Ortes stehen oft über 2 Meter hohe Stockrosen (Malven) an den Mauern der meist alten, oft windschiefen Häusern und es gibt eine Fülle von unterschiedlichsten, tollen Haustüren, die besondere Aushängeschilder vieler Häuser auf ganz Fünen sind.

Am kleinen Markt von Faaborg gibt es zwei Lokale, die ich erwähnen möchte. Zum einen gibt es neben dem markanten Bronzefigurbrunnen ein durchaus mondänes Fischrestaurant, bzw. Restaurant (Name ist mir entfallen, gibt aber am Brunnen nur das eine) mit ausgeprägter Fischkarte, in dem es zwar ein paar Taler mehr als normal kostet, gut essen zu gehen, das aber nach meiner Bewertung viele Sterne bezüglich Ambiente, Geschmack und Bedienung bekommen hat. Das lohnt sich ganz sicher, dort einmal zu dinieren. Zum anderen gibt es nur wenige Meter weiter Richtung Hafen ein kleines Ecklokal, das als eher rustikal einzustufen ist, mein Lieblingsrestaurant auf dieser Insel. Es heißt Tre Kroner und bietet neben einem alten und rustikalen Ambiente eine aus meiner Sicht exquisite kleine Küche. Hier kann man auch eine Menge „Einheimische“ treffen, was in anderen Lokalen oft nicht der Fall ist.

Im Tre Kroner hab ich auch erleben können, dass im hinteren Teil des großen Raumes ein paar Dänen mehr oder weniger musikalisch geprägt, ein paar Instrumente gequält haben und dazu gesungen haben. Wo erlebt man das schon mal, ohne dafür Eintritt bezahlt zu haben. Wer also in Faaborg weilt, sollte auf keinen Fall die Atmosphäre im Tre Kroner versäumen.

Faaborg bietet neben guten Lokalen und romantischen Gassen auch einen sehr hübschen Yachthafen, in dem auch der eine oder andere alte Fischkutter dümpelt. Also für Fotofans gibt es durchaus lohnende Motive sowohl in den Gassen und Einkaufspassagen, als auch am Hafen.

Svendborg

Für Svendborg gilt vieles, was auch für Faaborg geschrieben wurde. Nur Svendborg ist deutlich größer, bietet noch mehr Einkaufsmöglichkeiten, hat zudem auch etliche Lokalitäten für einen ausgedehnten Abendbummel „um die Häuser“ (Bars und Kneipen u.a. mit Life-Musik) und hat ebenfalls einen sehenswerten Yachthafen.

Svendborg hat eher den Charakter einer mittleren Kleinstadt, bietet etliche Sportarten auch für Touristen an, liegt mehr oder weniger am Wege nach Tasinge und Langeland und führt einmal im Jahr ein Riesen-Handball-Turnier durch, was deshalb erwähnenswert ist, weil sich dort auch etliche Betriebssportmannschaften ein Stelldichein geben.

In Svendborg gibt es ein von mir noch nicht besuchtes zoologisches Museum, dass in jeder Literatur als sehenswert eingestuft wird. Das wird bei meinem nächsten Fünenbesuche eines der Ziele sein. Die Ansammlung alter Häuser in winkeligen Gassen und der wirklich sehenswerte, recht ausgedehnte Hafen der kleinen Stadt lassen jeden Ausflug zu einem kleinen Erlebnis werden.

Odense

Odense ist die drittgrößte dänische Stadt und sollte unbedingt besucht werden. Abgesehen von etlichen Museen und interessanten Gebäuden (u.a. Kirchen) bietet Odense etwas, was man nicht in jeder Stadt dieser Größenordnung findet, nämlich ein ganzes, kleines Stadtviertel als große, zusammenhängende Fußgängerpassage, in der es unendlich viele ganz kleine, kleine und größere Einzelgeschäfte gibt, wo sich etliche Imbisse und andere „Fresstempel“ jeder Couleur tummeln und wo man problemlos an verschiedenen Stellen sich auch einfach nur zu einem Kaffee, Tee oder anderen „Giftstoffen“ (bei gutem Wetter auch draußen) hinsetzen und das bunte Treiben genießen kann.

Aber eines der Restaurants möchte ich doch hervorheben, denn es gehört für mich zu den „Geheimtipps“ für diese Stadt. Gehen sie doch man ins Frank A, einem Restaurant mit einem ganz speziellen Ambiente und einer ruhigen, „gehobeneren“ Atmosphäre, in dem man exzellent speisen kann, das allerdings zu durchaus auch gehobeneren Preisen (ich konnte mir das pro Besuch der Insel und dieser Stadt nur einmal leisten). Aber Speisekarte, Zubereitung, Bedienung und eben Ambiente lohnen einen Besuch.

Natürlich gehört in Odense ein Besuch des Geburtshauses von Hans Christian Andersen, dem bekanntesten dänischen Märchenerzähler, dazu, der als Sohn dieser Stadt zur Bekanntheit derselben bedeutend beigetragen hat. Insbesondere für Kinder im „Märchenalter“ ist das sicher ein interessanter Ort, an dem Eltern ganz sicher daran erinnert werden, ihren Kindern wieder mehr Märchen (z.B. von Andersen) vorzulesen und die Phantasie der Kids zu beflügeln.

Schloss Egeskov

Beim Orte Kvaerndrup etwa 13 Kilometer nördlich von Svendborg (21 km von Faaborg und rund 25 km von Odense Mitte) liegt das sehr schön erhaltene Wasserschloss Egeskov, das eingebettet in eine gepflegte Gartenlandschaft eines der besuchtesten Attraktionen der Insel Fünen ist. Und in der Tat bietet es insbesondere Familien ein ganze Menge. Neben dem mit alten Möbeln, Teppichen, Musikinstrumenten, Badezimmeraccessoires und Gobelins völlig erhaltenen Schloss selbst (dafür braucht man schon mehr als eine Stunde, wenn man es genießen will), bietet die Anlage diverse Gartenanlagen, einen Kinderspielplatz, Kutschenfahrten durch die nähere Umgebung, ein Fahrzeugmuseum und einen aus Hecken geschnittenen, ziemlich großen Irrgarten (Wegezeit einplanen), der mittig von einem Aussichtsturm überragt wird, von dem aus man sehr schön sehen kann, wie man hätte gehen müssen, um ohne Doppelwege zum Ziel zu kommen.

Ich habe insbesondere zum einen den vielfarbigen Rosengarten und zum zweiten den ungemein artenreichen Fuchsiengarten genossen, in dem es im Hochsommer nur so wimmelt an unterschiedlichen Sorten und Farben, ein Genuss für die Augen wegen der großen Farbenvielfalt und im Rosengarten für Feinriecher ein ebensolcher für die Nase. Im Fuchsiengarten konnte ich Exemplare bewundern, die mit Größen von über zwei Metern auf keine Fensterbank gepasst hätten. Diese Gesamtanlage mit ihrem vielfältigen Angebot insbesondere für Familien ist jedenfalls für alle Touristen der Insel ein unbedingtes Muss.

Natur

Insbesondere im Süden Fünens erstrecken sich ausgedehnte Wälder, was für das Festlanddänemark sicher eher die Ausnahme ist. Hier reichen manche Waldstücke bis an die Küstenlinie , so dass man, so man findet, fast unter Bäumen direkt am Wasser sitzen kann (Faaborg Skov). An solchen Stellen, zu denen man zu Fuß etliche Minuten wandern muß, sind wir sehr selten anderen Touris begegnet, was in der Tat nicht für jede Küste Fünens gilt.

Überall auf der Insel findet man neben Waldflecken bestellte Felder und Heideflächen. Die Landschaft insbesondere im südlichen Bereich der Insel ist ziemlich wellig (Endmoränen-Landschaft) und bietet damit sehr abwechslungsreiche Fotomotive. Die höchste Erhebung der Insel soll etwa 130 Meter hoch sein.

Insbesondere im Westen sind die breiten Strandabschnitte begleitet von ebenfalls breiten Dünenabschnitten, in denen man oft völlig ungestört das Strandleben genießen kann. Dieses Vergnügen ist dann an bestimmten Abschnitten, insbesondere dort, wo Campingplätze in der Nähe sind, sicherlich mit anderen Touris zu teilen.

Küstenstraße

Zu empfehlen ist einmal die Autofahrt von Faaborg nach Svendborg über die an der Südküste entlang laufende Straße (Straße 44), die durch liebliche Landschaften und an sehr vielen historisch anmutenden oder tatsächlich historischen Gebäuden vorbeiführt. Hier bieten sich immer wieder wunderschöne Motive an, die zum Anhalten animieren.

Valdemar Slot

Direkt bei Svendborg führt eine der ganz frühen Säulenbrücken auf die Insel Tasinge, auf der der kleine, verträumte, sehr interessante Küstenort Troense liegt. Hier findet man neben einem bemerkenswerten kleines Seefahrtsmuseum und einer Liegestatt durchaus sehenswerter Segler auch das über die Inselgrenzen hinaus bekannte „Seeräuberschloss“ Valdemar Slot, das von der dänischen Krone dereinst an einen für Dänemark erfolgreichen Seeräuber verschenkt wurde. Die Nachkommen dieses Piraten sind heute noch Eigner der Schlossgebäude.

Hier sind Schloss und Wirtschaftsgebäude zu einem Hufeisen Richtung Küste ausgelegt, an dessen Ende das sehenswerte Teehaus liegt. Dieses bietet von seinem Fenstern aus einen herrlichen Blick aufs nahe Meer (keine 30 Meter entfernt) und seinen Gästen auch einen kleinen Kaffee- und Kuchen-Betrieb. Ein wirklich romantisches Plätzchen, wenn man nicht gerade in einem Pulk von Touris verweilt.

Troense selbst ist ein wirklich interessanter Ort, in dem besonders das Restaurant des Hotels erwähnt werden muß. Hier kann man wiederum zu gehobeneren Preisen vorzüglich speisen (einmal pro Urlaub) und hat bei einem Fensterplatz einen herrlichen Blick auf den Yachthafen und die Küstenlinie. Viele hübsche, wohl recht betagte Villen säumen die Küstenstrasse, auf der man von Svendborg kommend den Ort erreicht.

Aquarium

Im Nordwesten Fünens gibt es ein kleines Aquarium, von dessen Besuch ich abraten muß, wenn es sich nicht in den letzten Jahren geändert hat. Neben der Tatsache, dass es nur wenige mehr oder weniger kleine Aquarien zeigte, war der Umstand zu kritisieren, dass die großen Haie zum Beispiel in viel zu kleinen Becken gehalten wurden und auf keinen Fall den Eindruck vermittelten, dass diese Tiere sich einigermaßen wohl fühlen könnten.
Da ist die große Aquarienanlage zu Grenae (Ostküste Jütland) deutlich besser und schöner und für Kinder viel spannender, weil sehr kinderfreundlich gestaltet.

Fazit:

Fünen ist mit einer Küstenlinie von rund 1100 Kilometern (es gibt Literaturhinweise, die schreiben von 1300 Kilometern) keine kleine Insel. Durch den Bau der langen Hängebrücke von Fünen auf die Nachbarinsel Richtung Kopenhagen fahren heute viele Urlauber, die entweder in Richtung Kopenhagen oder gar nach Schweden wollen, über Fünen dorthin (erst Brücke, dann Tunnel).

Die Insel selbst jedoch bietet schon alles, was ein erholsamer Strandurlaub zum einen und ein interessanter Besichtigungsurlaub zum anderen benötigt. Hier finden Sie Ruhe (fotogene Landschaften), spannende Unterhaltung auch und gerade für Kinder (Valdemar Slot / Egeskov), Shopping vom Feinsten (Odense, Svendborg, Faaborg), viele schöne alte Häuser (Troense, Faaborg) und in der Tat eine beachtliche Anzahl empfehlenswerter „Speisetempel“ jeder Couleur. Und preislich liegt Fünen sicher nicht höher, als auf dem Festland Dänemarks. Warum in die Ferne schweifen, wenn die Gute liegt so nah.

bjlghs

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Kommentare

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  • Dr.Claudia 09.06.2005 11:59
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • 11071984 14.04.2005 11:51
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • silviadora 09.03.2005 16:37
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Damit hast du mir, als eingefleischten Schottland-Fan eine reizvolle Alternative gezeigt. Danke. Gruß

  • seacat 18.02.2005 00:45
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    wow, Super Bericht, der ist aber wirklich einen Brilli wert. Du kennst Dich gut aus, habe vieles wieder erkannt. Svendborg besuchen wir auch sehr oft. Und beim nächsten Besuch geht es ins Tre Croner. Danke für den tipp

  • Carsten1962 27.01.2005 13:18
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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