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Erfahrungsbericht

für Freest & Lubmin, Ostseeküste
4 Sterne Ostsee- Urlaub zwischen Greifswald und Wolgast Bericht mit Bildern
133 von 133 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Ostseeurlaub ohne Tourismusrummel

Kontra etwas wenig erschlossen für höchste Ansprüche

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Öffnungszeiten
Spaßfaktor

Der Autor

straus07 Seit 10 Okt 2002

Bin jetzt viel im Garten und deshalb wenig bei ciao. mehr

102 Mitglieder vertrauen mir


Es ist Sommer und da muß man bei diesem Wetter an die Ostsee,es muß aber nicht immer Rügen, Usedom und der Darss sein, deshalb hole ich den Bericht wieder einmal nach vorn.

Seit Jahrzehnten verbringe ich als langjähriger ehemaliger Bürger des Bezirkes Rostock der Ex-DDR einige Tage oder Wochen an der Ostseeküste und kenne eigentlich Rügen, Usedom, den Darss und Umgebung, Stralsund, Greifswald, Rostock- Warnemünde, Kühlungsborn und Wolgast mehr oder weniger wie meine Westentasche.
Noch nie war ich im Gebiet nördlich der B-109 zwischen Greifswald und Wolgast mit den Orten Lubmin, Freest, Spandower Hagen und Kröslin in Urlaub.
Nach Rügen und Usedom wollte ich wegen des neudeutschen Tourismusrummels nicht und so nutzten meine Frau und ich das Angebot guter Freunde ihr Sommerhaus in Hollendorf, einem Ortsteil von Kröslin zu nutzen.
Und wir wurden nicht enttäuscht.

Hollendorf selbst ist eine etwa 100 Seelengemeinde am Westufer der Peene, genau gegenüber von Peenemünde.
Die Leute leben von der Landwirtschaft, Fischerei und etwas ganz sanften Tourismus ohne Kneipe, Krämer, Kirche und Polizisten. Einige Städter aus Wolgast und Greifswald nutzen die Ruhe und preiswerten Immobilien zur Neuansiedlung. Unser Reethaus als Ferienbasis war natürlich Spitze und Baden oder Bootfahren mussten wir ja nicht hinterm Haus, obwohl in dem versumpften Ufer ein Anleger mit Booten zur Fahrt einlud.

Freest erreicht man über 17440 Kröslin, dessen Hafen zu einer bekannten Marina ausgebaut wurde. Früher erreichte ich Kröslin schwimmend über die Peene , wendete im Hafen in Richtung Peenemünde fand doch hier das traditionelle Peeneschwimmen über einer Seemeile von Peenmünde-Kröslin-Hafen nach Peenemünde statt.
Die Kirche stammt aus dem frühen Mittelalter ( um 1296) und ist bekannt durch den größten Gobelin aus Freester Werkstätten. Hier findet man auch einen Bäcker, eine Sparkasse und einige Geschäfte und Einkaufsmärkte.
Kröslin ist das Gemeindezentrum ,zu dem die Ortsteile Hollendorf, Karrin, Freest und Spandower Hagen gehören.

Freest selbst hat einen gut neuausgebauten Fischereihafen mit anliegender Gastronomie und tollen Fischverkauf der Fischereigenossenschaft "Odermündung".
Alles frisch vom Boot oder aus dem Rauch zu Superpreisen (polenähnlich) und die Leute kauften im Hafen oder in den Restaurants mit Vergnügen.
Flundern, geräuchert und gekocht waren der Renner und natürlich fehlten andere Fischsorten auch nicht und sogar Hornfisch ( die mit den grünen Gräten) gab es zur Freude meiner Frau.
Im Ort gibt es den Campingplatz Waldcamp Freest mit Caravan, Ferienhäusern, Wohnmobilen und Zelten sowie kleinere Hotels und viele Pensionen, die sich im Internet wiederfinden.
Attraktion ist die Heimatstube in der Dorfstrasse 67 Tel.:038370-20339 (Mai- September Mo - So 10-17 Uhr ansonsten Di-Sam 10-16.30 Uhr) mit Fischerei, Landwirtschaft, Ortsgeschichte, Schulbildung, Kirche und Freester Fischerteppichen.
Begründet wurde dieses Handwerk durch einen Österreicher, der dieses Produkt hier vor etwa 100 Jahren heimisch machte und den Leuten im Winter Arbeit und Brot verschafte. Hier wurde Anfang der 50iger Jahre eine künstlerische Produktionsgenossenschaft gegründet, deren handgewebten Teppiche mit Fischmotiven im In- und Ausland ein Verkaufsschlager ersten Ranges waren.
In Freest beginnt dann westwärts bis Lubmin Sandstrand unterschiedlicher Qualität.

Von Freest aus erreicht man über den Ort Spandower Hagen- geprägt durch Fischerei, Landwirtschaft und Tourismus- das Gebiet des ehemaligen Kernkraftwerkes (KKW) Nord Greifswald-Lubmin. Ein gigantisches Werk von über 300 ha wurde hier errichtet, das man nach der Wende nicht mehr brauchte und abschaltete.
Alles wirkt etwas gespendisch und trist, obwohl Bauschilder auf neue Investitionen und " eine helle Zukunft hinweisen " aber warten wir ab, wie sich die "blühenden Landschaften im Dünenwald am Greifswalder Bodden " entwickeln werden.

Zwischen Lubmin und KKW ist ein herrlicher Sandstrand mit Hunderten Metern Flachwasser, das sich sehr schnell erwärmt und durch die lange Mole nur langsam abfließt, es ist besonders für Kinder und manche Binnenländer, für Bekleidete, Gemischte, Nackige und Menschen mit Hunden geeignet.
Wir selbst verlustierten uns in nächster Nähe der neuen Steinmole zum neuen Hafen des KKW. Der Hafen ist nach der Wende entstanden und fast leer aber im Zusammenhang mit der Erdgastrasse Russland- Deutschland durch die Ostsee an Polen vorbei rechnet man sich hier gute Chancen für das große Geschäft aus.
Alles ist gut mit dem PKW zu erreichen ohne Parkgebühren berappen zu müssen, wie langsam überall üblich.

Die Gemeinde Lubmin mit einigen Ortsteilen selbst ist ein gut ausgebauter Badeort mit Hotels, Gaststätten und vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten und Strand auf der ganzen Seeseite, hier mit Parkplätzen und Parkuhren.

In Lubmin ist das Amt Lubmin untergebracht zu dem die Gemeinden Kröslin und Lubmin zählen. Das Amt hat die Anschrift 17509 Lubmin, Geschwister-Scholl-Weg 5 Tel.: 038354 3500/35021 Fax: 03835 22197.
Hierher kann man sich wenden, wenn man Unterkünfte buchen möchte ,ansonsten sind Hotels, Pensionen, Ferienhäuser und Gastronomie unter den Suchworten Lubmin, Freest, Kröslin gut im Internet zu finden

Das ganze Gebiet erstreckt sich auf eine Ausdehnung von etwa 10 km und verfügt über gut ausgebaute Straßen Rad- und Reitwege, sieht man vom unmittelbaren Umfeld des ehemaligen Kernkraftwerkes ab. Man kann Wandern und vielfältigen Wassersport treiben und auch Sulfschulen sind vorhanden.
Besonders neugierige Westurlauber, die ihre Fahrräder um die Straßensperren schoben, regten sich maßlos über die Ossis auf, die dieses Gelände nicht Touristen gerecht urbar und ausgeschildert haben.
Von Lubmin, Kröslin und Freest aus sind Schiffsausflüge nach Greifswald, Stralsund, Rügen, Usedom und die Inseln Ruden und Greifswalder Oie möglich.
Die Gegend ist sehr waldreich und als wir abreisten begann die erste Pilzsaison 2005, die jetzt Anfang Oktober ihren Höhepunkt findet, wie meine Tochter als aktuelle Urlauberin berichtete.

Ausflugsziele der Umgebung:

Da wäre die Minuten entfernte Hansestadt Wolgast mit historischer Innenstadt sowie Rungehaus, Museumshafen und Kaffeemühle und neuer Brücke
nach Usedom.
Parkplätze sind trotz viel Verkehr genügend vorhanden, ansonsten ist die Stadt verkehrsmäßig im Sommer eine Zumutung wird die Hauptstrasse nach Usedom stundenlang beidseitig durch Staus blockiert. Die Verbindung nach Usedom war schon immer ein Problem, an das ich moich ungern aus Peenemünder Dienstjahren erinnere und die alte Fähre liegt ja noch im Museum

Greifswald erreicht man nach etwa 30 Minuten Fahrt und seine Sehenswürdigkeiten sind an einem Tag nicht zu bewältigen. Da wäre erst einmal der historische Fischerort Greifswald- Wieck mit Hafen und Liegeplatz der " Greif" sowie die alte weltberühmte Klosterruine Eldena.
Attraktion ist die immer schöner werdende alte Innenstadt mit Markt und neuem Pommerschen Landesmuseum sowie die Einrichtungen der Ernst-Moritz-Arndt- Universität mit seinen großen botanischen Garten. Liebhaber historischer Schiffe kommen bei einen Hafenbummel beidseitig des Rycks auf ihre Kosten.

Nach einer Stunde erreicht man auch schon Stralsund und Rügen.

Usedom wäre ein eigenes Thema.

Wir hatten fast 3 Wochen Zeit und waren mit unserer Urlaubswahl zufrieden, fern des Touristenrummels auf Rügen und Usedom, die wir jeweils an einem Tag streiften, mit seinen vielen Staus, der totalen Vermarktung einiger Orte sowie der allgegenwärtigen Touristenabzocke.

Fazit:
Wer ohne den allgemeinen Tourismusrummel der großen Badeorte an der Ostseeküste meiden möchte, findet in diesem etwas abgelegenen Gebiet zwischen Wolgast- Greifswald am Greifswalder (oder auch Rügenschen) Bodden alles was Körper und Geist für einen erholsamen und erlebnisreichen Urlaub zu normalen Preisen braucht. Tolles Nachtleben sucht man aber vergebens. Die Menschen sind freundlich und aufgeschlossen und freuen sich über jeden Besucher und behandeln ihn noch traditionell als "Gast, wie in grauer Urzeit "an der ganzen Küste.

Bilder

für Freest & Lubmin, Ostseeküste
Unser Ferienhaus in Hollendorf am Abend
von straus07 straus07

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Kommentare

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  • Tommy1959 22.04.2012 20:50
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • sweety179 21.04.2012 23:22
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Hedwig_2010 29.03.2012 17:34
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Scheint mir ein guter Tipp zu sein

  • DamarisAnklam 08.08.2011 12:32
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Andreas.Wilhelm 16.07.2011 21:19
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Wir waren gerade 14 Tage in Lubmin. War sehr schön und: jederzeit wieder!!!! LG Andreas

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