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2 gute Gründe für einen Besuch in Frankfurt O
Pro meine 2 Gründe
Kontra hinkt der Wende noch hinterher
Bei meinem ersten Aufenthalt in Frankfurt an der Oder, wegen des geplanten Besuches des „Polenmarktes“, habe ich mir natürlich schon vorab versucht ein Bild davon zu machen, wie Frankfurt/O. wohl so sein mag.
Bei Frankfurt denkt man natürlich sofort an die große Banken- und Hochhaus-Metropole Frankfurt am Main. Wenn man mit diesem Bild im Hinterkopf dann tatsächlich in Frankfurt an der Oder ankommt - ist man, gelinde gesagt, erst einmal herbe enttäuscht.Frankfurt/O. ist ein kleines verschlafenes Städtchen, an dem das Leben und die WENDE irgendwie fast spurlos vorbeigegangen ist. Das Städtchen besteht im Endeffekt aus viel Wohnraum, alle fast im gleichen Baustil - 4 bis 6-stöckige Wohnblocks - in der überwiegenden Farbe Uni-Grau, außerhalb der Stadt ist es fast ländlich, mit vielen kleinen Eigenheimen. Der Stadtkern besteht aus einer langen breiten Hauptstraße, an der sich rechts und links die Geschäfte und kleine Restaurants und Cafes aneinanderreihen, die aber so gar nicht zum verweilen oder flanieren annimieren, da alles zu grau und trostlos wirkt. Vielerorts findet man noch die alten Herrschaftshäuser und Gebäude, die aber auch heute noch recht runtergekommen und allesamt recht renovierungsbedürftig aussehen.
Das Leben pulsiert hier also nicht, Frankfurt/O wirkt eher verschlafen, grau und trostlos.So z. B. die Oder-Promenade die sich rechts der Grenzbrücke zu Polen schnurgerade der Oder entlang zieht. Hier hat die Stadt einiges investiert und hat begonnen, einen schönen Freizeitpunkt zu gestalten. So hat man beim Spazieren eine hübsch bepflanzte, natürlich angelegte Promenade geschaffen mit einem schönen Blick auf die unberührte Natur der Uferseite Polens. Nach einem kurzen Stück Promenade landet man dann auf einem schön bewaldeten Naturpfad, bei dem man z. B. auf eine recht große und architektonisch super konstruierte Holzbrücke stößt und nach deren Überquerung man auch die Möglichkeit hat, direkt am Oderufer entlang zu marschieren, wo ab und an auch einige Angler zu sehen sind. Gastronomisch lohnt sich der Aufenthalt ebenso, neben einem gemütlichen Kartoffelhaus und einer hübschen urigen Bierpinte - mit einem kleinen Biergarten, mit direktem Blick auf die Oder, gibt es noch einige andere Pinten, die zu einem abendlichen Besuch einladen. Sicherlich ist man hier noch lange nicht fertig, aber man kann erkennen, daß noch so einiges geplant ist und die Stadt Interesse daran hat, hier noch mehr zu investieren. Das Frankfurt/O. in Zukunft noch auf so einiges hoffen läßt, denke ich schon, da sich die Stadt in den letzten 4 Jahren zwar langsam aber stetig immer weiter zu seinem Vorteil entwickelt.
Nun aber zu meinen beiden Gründen, warum sich ein Kurzaufenthalt in Frankfurt/O. lohnt. Zum einen ist dies sicherlich der Besuch des Polenmarktes, der Grenzübergang befindet sich direkt in der City von Frankfurt/O. Hierzu möchte ich jedoch nichts weiteres schreiben, da ich zum Polenmarkt bereits eine Meinung geschrieben habe (wer sich also für den Polenmarkt interessiert, kann ja z. B. meine Meinung dazu unter der Rubrik „Polen“ - Nix wie hin - Shopping auf dem Polenmarkt lesen oder die vielen anderen, die es schon gibt). Eigentlich finde ich diesen Hinweis blöd, zum Lesen einer meiner anderen Meinungen hinzuweisen - aber ich habe keine Lust, alles noch mal zu schreiben.Der zweite Grund ist ein kultureller Tipp. Da ich ab und zu immer wieder mal auf den Polenmarkt fahre, kombiniert mit einem langen Wochenende, übernachtet man natürlich in Frankfurt/O., daher habe ich mich bei meinem letzten Besuch über’s Internet auf der Homepage von F/O kundig gemacht, was man so machen kann und bin dabei auf das Kabarett „Die Oderhähne“ gestoßen. Was soll ich sagen, der Besuch war ein echtes Highlight. Das Kabarett (incl. Kneipe) liegt unweit der Oder-Prommenade in einem Wohnviertel. Bei schlechtem Wetter wird im Keller aufgeführt (ca. 90 Sitzplätze), bei gutem Wetter im Hinterhof (ca. 110 Sitzplätze - aber da man nicht zimperlich ist, läßt sich noch so manches Stühlchen aufstellen). Sicherlich klein - aber fein. Das Ensemble der Oderhähne sind (anscheinend) Amateur-Spieler - aber allesamt super begabt. Die Bühne sowie Bühnenbilder sind recht einfach und improvisiert - aber die Aufführung hat es in sich. Selten, das man sich noch so köstlich amüsieren kann. Dieses Jahr wurde das Stück „Die Capri-Fischern“ aufgeführt. Frau Fischer, die das Lied „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“ liebt, deshalb endlich nach Capri will und dies dann bei einem Preisausschreiben gewinnt. Bei der Reise gibt es allerlei Pannen usw. usw.
Das Programm wird sicherlich saisonbedingt immer wieder wechseln, aber ich kann den Besuch nur empfehlen. Die Truppe ist spitze - es ist schon eine tolle Leistung, heute ein Publikum noch zu echtem Lachen zu bringen. Sicherlich ist der Veranstaltungsort nichts für Pingelige, es ist halt noch echtes ostdeutsches Hinterhoftheater, das den Anschluß an die Wende aber bei weitem nicht verpaßt hat. Da das Kabarett bei den „Einheimischen“ sehr gegehrt ist, sollte man sich also bei einem Besuch frühzeitig um Karten bemühen.Ich denke, jeder der einen Besuch in Frankfurt/O. plant, hat jetzt hoffentlich 2 gute Gründe für sich gefunden, diesen Plan zu realisieren.
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hamilein 27.02.2003 10:04
straus07 24.10.2002 19:08
Guter Bericht aber bei Frankfurt/0der an Frankfurt am Main denken, klappte noch nie, weder vor 50 , 100, 150 oder 200 Jahren.Ostelbien war immer das Armenhaus Deutschlands und wird es sicher auch bleiben- trotz vollmündiger Versprechen.
millerntor 05.03.2002 00:28
Hexenmeister66 10.09.2001 12:27
stefan44 17.08.2001 19:54
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