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Erfahrungsbericht

für Finca Monte Mar, La Palma
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5 Sterne Zimmer mit Aussicht und Katze Bericht mit Bildern
130 von 130 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Urlaub bei den Katzen

Kontra man muss irgendwann wieder weg

Der Autor

LosGatos

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Liebe Dosenöffner,

ich möchte euch gerne auf die Insel La Palma einladen. Und das beste: Ihr dürft sogar bei mir wohnen! Aber am besten stelle ich mich erst mal selbst vor. Ich heiße Siri und bin ein kleines Kätzchen, eine Gatita, wie wir Spanier sagen. Ich lebe auf einer Finca, obwohl ich hier eigentlich gar nicht wohne. Denn ich gehöre genau genommen der Nachbarin, die ein paar hundert Meter weiter wohnt. Ja bei uns auf La Palma leben wir nicht alle Mauer an Mauer. Da ist viel Platz dazwischen. Jedenfalls halte ich mich fast den ganzen Tag auf der Finca Monte Mar auf, wenn ich nicht zwischendurch am Jagen bin. In der Finca Monte Mar ist es nämlich viel interessanter als bei mir daheim, weil da erstens viele andere Katzen sind und ab und zu nette Dosenöffner aus Deutschland, sogenannte Neckermänner.

Neulich waren welche da, LosGatos und seine Freundin, die hatte ich gleich in mein kleines Katzenherz geschlossen. War sozusagen gegenseitige Liebe auf den ersten Blick. Wie die da mit ihren riesigen Koffern ankamen, dachte ich mir gleich, dass die nicht sofort wieder abhauen. Und dann hatte LosGatos sogar Katzen-Leckerli dabei, da wusste ich gleich, das ist ein besonders weitsichtiges Exemplar von Dosenöffner. Eigentlich mag ich dieses Trockenfutter ja gar nicht, aber ich habe es erst mal genommen, um meine Gäste nicht zu verärgern. Jedenfalls habe ich die beiden sofort adoptiert.

Eines Nachmittags kamen die beiden mit Herrn Schwab daher. Dem Herrn Schwab gehört nämlich unsere kleine Katzenfarm. Aber der Herr Schwab ist fast nie hier, das ist nämlich so einer, der kassiert nur das Geld ein und dann ist er weg. Der wohnt ungefähr 2-3 km weg von uns in Todoque, das ist ein kleiner Ort auf La Palma, der schönen Kanareninsel, da hat er sogar noch eine Finca, die er an Neckermänner vermietet. LosGatos hat mir erzählt, dass sie zuerst mit ihrem Auto, das ihm die Neckermänner gegeben haben, vom Flughafen zu Hrn. Schwab gefahren ist. Dafür braucht man ungefähr 45 Minuten. Dann hätte Herr Schwab ihnen gesagt, dass er zwei Fincas hätte, eines bei ihm gegenüber und das andere weiter oben am Berg. Und LosGatos und seine Freundin könnten sich aussuchen, wo sie wohnen wollten. LosGatos’ Freundin hatte in irgendeinem Buch gelesen, dass es auf der Finca Monte Mar viele Katzen geben würde, und hat deshalb zu Herrn Schwab gesagt, dass sie dahin wollen, wo die Katzen sind. Da hat Herr Schwab gelacht und gefragt, was sie denn für ein kluges Buch hätten (Reise Know-How La Palma von Izabella Gawin, ISBN 3-89416-832-3), und gemeint, dann müssten sie jetzt auf den Berg fahren und da würden sie dann eine wunderschöne Siamkatze antreffen. Damit hat er mich gemeint! Na ja, zumindest ein Teil meiner Eltern war siamesisch. Aber daher habe ich auf jeden Fall meine Klugheit und meine Schönheit, vor allem meine blauen Augen.

Dann sind sie jedenfalls hierher gekommen, und Herr Schwab hat die beiden gleich an Christa, unsere Oberaufseherin, übergeben und ist abgehauen. Ich habe auf LosGatos und seine Freundin schon gewartet, und Christa hat gesagt, dass ich froh sei, dass nette Leute da seien, die kleine Katzen mögen. Vorher waren nämlich so blöde Zweibeiner da, die die Bezeichnung Dosenöffner nicht mal verdienen und die mich nicht leiden konnten. Um solche Leute mache ich natürlich einen großen Bogen. Aber wenn ein Dosenöffner sich LosGatos nennt, klingt das ja schon sehr vielversprechend. War echt beeindruckt. Ich überlege schon, ob ich mich jetzt auch in LasMujeres oder LasChicas umbenennen sollte. Hihi.

Dann sind die beiden da eingezogen in ihr Apartment. Ich darf da ja nicht rein, weil Christa da keine Katzenhaare drin haben will. Es gibt nämlich Zweibeiner, die keine Katzen mögen und dann als Ausrede erzählen, sie seien gegen uns allergisch. Ich halte mich auch an diese „Hausordnung“ und gehe nur bis zur Eingangsschwelle. Aber früher war ich schon mal drin. Muss ja schließlich wissen, wie meine Gäste wohnen. Also, die haben ein Schlafzimmer, ein Bad, eine kleine Kochecke, einen Wohnraum und eine Terrasse. Die Neckermänner schreiben, das Apartment sei „rustikal“ eingerichtet. Das ist zwar bei diesen Reisebetrügern normalerweise ein Code-Wort für sehr einfach. Aber meine Wohnung ist wirklich schön. Und alles funktioniert, sogar die Dusche mit dem warmen Wasser. Na ja, ab und zu ist halt schon mal eine Glühbirne kaputt, aber sonst hatte LosGatos nichts zu meckern. Auch einen Kühlschrank gibt es in der Wohnung, denn die Gäste müssen sich ja selbst verpflegen. Kochen kann man auch, aber die beiden haben nur die Kaffeemaschine benutzt. LosGatos hat mir erzählt, dass jeder von ihnen ungefähr 800 EUR bezahlen musste, und dafür hat sie dieser große Vogel, dieser Condor, von München nach La Palma gebracht und auch wieder abgeholt. Dann haben sie noch ein kleines Auto bekommen, einen VW Polo (so ein popeliger Opel hätte auch nicht zu LosGatos gepasst) und durften halt 2 Wochen bei mir wohnen. Ich würde ja jeden umsonst bei mir wohnen lassen, wenn mit einigermaßen schmackhaften Delikatessen gezahlt würde. Aber diese Neckermänner und der Herr Schwab, die stecken das ganze Geld ein. Die Finca hat übrigens draußen einen Stern angebracht, die Neckermänner haben aber in ihrem Katalog 2 daraus gemacht.

Eine Heizung braucht man bei uns natürlich nicht, meistens ist es viel zu warm, so dass man sich nachts noch nicht mal zudecken muss. Es soll ja auch Apartments geben, die noch ein Telefon und einen Fernseher drinhaben, aber das gibt es bei uns nicht. Wozu braucht man auch einen Fernseher, wenn eine kleine Katze inklusive ist? Das ist garantiert Unterhaltungsprogramm genug!

Denn ich bin ja nicht so, dass ich nur nehme (LosGatos hat immer leckeres Katzenfutter für mich gekauft), sondern auch ich mache Geschenke. Eines Morgens habe ich z.B. einen kleinen Vogel gefangen und vor die Tür gelegt. LosGatos war nicht sehr erfreut und hat ihn gleich in die Mülltonne geworfen. Da dachte ich mir, LosGatos hält vielleicht nichts von Vögeln, und habe am gleichen Tag noch eine Ratte gejagt und die dann neben die Sonnenliege gelegt. Aber das hat ihn auch nicht gefreut. Deshalb habe ich es erst mal sein lassen. Einmal, als es nichts gescheites zu fressen gab, habe ich noch eine Eidechse gefangen und sie vor LosGatos’ Augen mit Haut und Haaren runtergeschluckt. Ja, eine kleine Katze kann sich schon selbst versorgen, wenn es sein muss.

Bei uns ist es nachts total ruhig und meistens kann man abends auf der Terrasse sitzen und zuerst den Sonnenuntergang am Meer beobachten und dann später die Sterne am Himmel zählen. Die beiden haben meist abends ein Spiel gespielt, und ich habe mich dann abwechselnd bei den beiden auf den Schoß gesetzt. Solche Dosenöffner brauchen schließlich auch ein paar Streicheleinheiten.

Nachts ist es bei uns total ruhig, es sei denn, wir Katzen tragen unsere Kämpfe aus. Aber das ist eher selten. Ich muss natürlich aufpassen, dass keine anderen in mein Revier kommen. Morgens kräht dann als erstes in der Nachbarschaft der Hahn und kurz darauf zwischen 7 und 8 wird der Pressluftbohrer eingeschaltet. Nebenan ist nämlich eine Baustelle. Auf La Palma wird immer noch viel gebaut, keine großen, aber viele kleine Häuser, da ist überall mit etwas Krach zu rechnen. Und wenn der Pressluftbohrer nicht ausgereicht hat, um LosGatos aufzuwecken, habe ich dann vor der Tür laut rumgefiept. Meistens habe ich aber geduldig im Blumenbeet gelegen und brav gewartet, bis es Frühstück gibt. Sobald ich hörte, wie der Schlüssel sich im Schloss umdrehte, kam ich angeschossen und habe LosGatos in Katzenmanier begrüßt, d.h. ich bin ihm schnurrend um die Beine geschlichen. Dann habe ich auf mein Essen gewartet. Dabei habe ich mich eindeutig für die Marke „Gourmet“ entschieden, „Felix“ und „Whiskas“ mag ich dagegen weniger. Ich habe an den Einkaufstüten gesehen, dass sie das Gourmet-Futter immer in Puerto Naos im Supermarkt „Maxcoop“ gekauft haben. Ich sage euch das nur vorsorglich, weil es mein Lieblingsfutter nicht überall gibt. Dann hat LosGatos für sich und seine Freundin Frühstück gemacht, und auf der Terrasse haben sie dann gegessen. Ich habe mich dann etwas ausgeruht und bin dann meistens jagen gegangen. Die beiden sind dann immer mit ihrem Auto weggefahren (zum Strand braucht man ungefähr bloß 10 Minuten) und nachmittags zurückgekommen. Ich habe meinen Tagesrhythmus so eingestellt, dass ich dann auch immer da war, damit ich neues Fressen bekam. Und wenn sie abends vom Essen zurückkamen, war ich auch immer da. Ich habe die beiden nie enttäuscht.

Auf unserer Finca leben insgesamt 12 Katzen, die von Christa versorgt werden. Dummerweise haben die anderen auch mitgekriegt, dass es bei LosGatos immer Köstlichkeiten gab. Erst habe ich die ja immer weggejagt, besonders „Bunti“, die blöde Kuh. Die hat LosGatos so getauft, weil sie so viele Farben in ihrem Fell hat und aussieht wie ein wandelnder Pelzmantel. Manchmal hat er uns das Futter in verschiedene Ecken gestellt. Das hat mir zuerst ziemlich gestunken, dass der die auch gefüttert hat. Aber dann bin ich darauf gekommen, dass LosGatos ihr immer das Futter gegeben hat, was ich nicht mag. Dann hat die das gefressen, und ich habe „Gourmet“ bekommen. Man muss halt nur listig sein. Hihi. Wie gesagt, die Siamkatze in mir. Zum Schluss kamen außer mir noch 3 oder 4 andere Katzen regelmäßig zum Fressen vorbei. Da kam LosGatos gar nicht mehr mit dem Futterholen nach.

Christa hat ja einen Katzenfütterplatz, wo wir alle versorgt werden. D.h. ich gehe da nie hin. Ab und zu fresse ich höchstens mal aus Seppls Napf, unserem Männchenmacher und Stöckchenholer. Der mag zwar keine Katzen, aber ich habe vor ihm keine Angst. Die anderen kann er von mir aus fressen. Einmal hat Seppl sogar seinen Zwinger selbst aufgemacht, ist ausgerissen, zu uns gekommen und hat das Katzenfutter gefressen. Natürlich nur das, was ich übergelassen hatte. Hähä.

Finca Monte Mar bedeutet in etwa „Haus Meeresberg“. Und man kann gleichzeitig Meer und Berge sehen. Über den Bergen hängen meist Wolken, aber auf unserer Seite, der Westseite La Palmas ist fast immer schönes Wetter. Wir haben ein riesiges Grundstück, so dass jede Katze ihr eigenes Revier hat und seine eigenen Neckermänner. Die Bungalows sind auch weit auseinander, so dass die Neckermänner sich nicht stören. Für die Dosenöffner gibt es auch einen kleinen Swimmingpool. Manche Gäste bekommen auch Frühstück gemacht, aber bei den Neckermännern ist das nicht so. Die können aber Christa sagen, wenn sie morgens frische Brötchen wollen, dann bringt sie ihnen welche mit (außer am Wochenende). Die Putzfrau kommt nur einmal die Woche, das reicht auch, denn wie gesagt, dürfen wir Katzen ja nicht in die Zimmer. Bunti, die blöde Kuh, hat das natürlich noch nicht kapiert. Schon peinlich, wie die um Futter bettelt. Sie hat halt nicht so einen edlen Charakter wie eine Siamkatze. Da wir hier keine Kanalisation haben, dürfen die Dosenöffner ihr Klopapier nicht ins Klo schmeißen (machen wir Katzen ja auch nicht). Das Wasser wird über Leitungen zugeführt und gegebenenfalls mit gasbetriebenen Durchlauferhitzern aufgeheizt. Der Garten ist wunderschön. Wir haben hier viele Pflanzen, vor allem Kakteen. Es ist bei uns so schön, dass auch viele Vögel bei uns sind. Ab und zu fällt mir halt einer zum Opfer. Wo wir gerade bei Vögeln sind. Da läuft bei uns nichts. Weil Christa meint, 12 Katzen sind genug, sind wir alle sterilisiert worden. Trotzdem kommt ab und zu eine neue Katze dazu. Denn wir sind ein Heim für herrenlose Kätzchen und werden von Christa versorgt. Genau wie die Vögel.

Ihr seht schon, wenn ihr mich besucht, tut ihr nicht nur was Gutes für Neckermann, Herrn Schwab und Christa, sondern ihr helft auch vielen Katzen auf La Palma. LosGatos hat gesagt, dass er mich ja am liebsten mitnehmen würde. Aber ich hätte es ja hier viel schöner als er zu Hause. Dann habe ich ihn gefragt, warum er dann nicht für immer zu mir zieht. Da meinte er, wenn er das tun würde, hätte er bald nicht mehr genug Geld, um mir Gourmet-Futter zu kaufen. Das habe ich natürlich sofort verstanden. Wenn aber ihr mich besuchen und bei mir wohnen wollt, müsst ihr Herrn Schwab sagen, dass ihr in Apartment Nummer 7 wollt. Hinten links, das ist mein Revier. Also vielleicht bis bald.

Viele Grüße aus La Palma
Adios Eure Siri


Im Internet zu finden unter:

http://www1.thomascook.de/tc/index.jsp
Finca Monte Mar

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 1.10.2004
Veröffentlicht außer bei Ciao derzeit nur noch bei Yopi


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Finca Monte Mar
von LosGatos

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  • dieFantafrau 22.05.2005 17:30
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • martina888 29.01.2005 22:32

    Dieser Bericht ist absolut ehrlich und zutreffend geschrieben, dass es eine wahre Freude ist ihn zu lesen. Ich selber war nur eine Woche später vor Ort, natürlich im Apartment Nr. 7 und kam ebenfalls in den Genuss die Bekanntschaft mir Siri zu machen. Ich bin erst seit gestern neues Mitglied bei Ciao und hoffe, demnächst auch mit Berichten gute Informationen weitergeben zu können. martina888

  • gailuni 19.01.2005 21:59
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    nichts für mich mit meiner Katzenallergie. Aber der Bericht war superschön zu lesen...

  • Carmelita2905 11.11.2004 12:08
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • gabi6 10.11.2004 14:44
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Würd die Einladung ja sehr gerne annehmen, aber was sagt Herrn Schwab dazu? Und noch was - darf das Frauli dann auch mit, im Dosen öffnen ist sie allerdings sehr gut.

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