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Erfahrungsbericht

für Fairmont Chateau Laurier, Ottawa
5 Sterne Tolle Mischung aus Shining und Titanic
17 von 17 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Würdiges Hotel mit Charme und Ausstrahlung

Kontra Nicht ganz billig

Der Autor

MKohlhass

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Für 12 Tage verschlug es mich beruflich wieder einmal nach Kanada, erstmalig jedoch in die Hauptstadt Ottawa. 8 Nächte habe ich dort verbracht, 4 davon im Novotel (dazu später mehr, sobald diese Rubrik eröffnet ist), die zweiten 4 Nächte im Fairmont Chateau Laurier Hotel.

Beide liegen mitten in Ottawas Zentrum, lediglich 250 m von einander entfernt. Doch während ersteres in einem nüchternen Zweckbau untergebracht ist, handelt es sich beim Chateau Laurier um einen prächtigen Sandsteinbau aus dem zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Ein grünes Kupferdach krönt das mit zahlreichen Türmen und Erkern verzierte Gebäude, das das Zentrum Ottawas dominiert.

Eigentlich traute ich mich kaum, nach einem freien Zimmer und seinem Preis zu fragen, hatte mich doch schon der angebliche Sondertarif im Novotel geschockt. Doch zu meiner großen Überraschung war es mit Arbeitgeberrabatt sogar billiger: 149,-- CAN-$ ohne = 164,-- CAN-$ mit Tax und inklusive Frühstück. Das entspricht knapp 250,-- DM. Das hört sich erst mal schocking an, doch zum einen muß man den Hauptstadtzuschlag, sowie die zentrale Lage berücksichtigen, zum anderen erhöht sich dieser Preis beim Übernachten mit 2 Personen nur unwesentlich, weil in Nordamerika das „Raumvermietungsprinzip“ im Gegensatz zum mitteleuropäischen „Personenvermietungsprinzip“ zur Anwendung kommt. Mit Partner wird es also relativ wesentlich billiger. Und ein weitere Tip: Das kanadische Finanzministerium erstattet auf Antrag Ausländern nicht nur die „Umsatzsteuer“ auf ausgeführte Güter, was weltweit verbreitet ist, sondern auch die Steuer auf Hotelkosten!

Doch nun zum Fairmont Chateau Laurier Hotel selbst, in das ich mich zugegebenermaßen ein wenig verliebt habe. Schon das großzügige Forier ist der Hit. Alles ist altmodisch in der positivsten Bedeutung dieses Wortes. Glänzender Marmor, strahlende Fußböden, schwere Vertäfelungen und blank geputztes Messing überall. Auch die 5 faszinierenden Lifte mit ihren doppelten Schiebetüren und innen aufgrund ihrer massiven Holzverkleidung und des gedämpften Lichts wegen, strahlen gediegene Exklusivität aus.

Die scheinbar endlosen, breiten, mit Teppich ausgelegten Flure haben mich sofort an die von Stanley Kubrik verfilmte Steven King Version des „Shining – Hotels“ erinnert. Genau, der mit Jack Nicholson. Ich sah förmlich den kleinen Jungen mit dem Dreirad „REDRUM“ lesend durch die Gänge rasend...

Das Hotel verfügt über einen modernen Fitness-Raum mit guten Geräten. Der Hammer war aber das täglich ab 06:00 Uhr geöffnete Schwimmbad: alt, würdig und trotzdem modernen Anforderungen entsprechend. Und wie ich so im stark - zu stark - gechlorten Wasser (wen wundert das bei der nordamerikanischen Hygienehysterie?) meine Bahnen zog, fiel es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen, an was mich die gesamte Szenerie und das Hotel erinnerte: an die erste Klasse auf der Titanic! Genau, so mußten sich die Edelpassagiere damals gefühlt haben. Und dieses Gefühl kann nicht ganz so falsch sein, da das Hotel 1912 gebaut wurde, dem Jahr der Titanic – Katastrophe. Genau diese Assoziation war latent in meinem Unterbewußtsein und hatte endlich ihren Weg heraus gefunden. Und sie wird laufend bestätigt, u.a. auch durch den Frühstücksraum.

Und damit sind wir beim Thema Frühstück. Hier schien mich in Kanada das Schlangenpech zu verfolgen. Am Sonntag stand ich geschlagene 20 Minuten bis kurz vor 10:30 Uhr in einer „Wait to be seated“ – Line, was wohl in den kanadischen Hotelfrühstückssälen gängige (und ermüdende) Praxis zu sein scheint. Und ich schien noch Glück zu haben, die Schlange hinter mir wuchs und selbst als ich um 11:15 Uhr das Buffet verließ, standen Gäste noch an.
An den anderen Tagen war es zwar besser, aber ein Freund des Platziertwerdens beim Frühstück – im Restaurant abends von mir begrüßt – bin ich nicht.

Das Frühstück selbst war etwas enttäuschend, meinem persönlichen Geschmack nach auch etwas schlechter, als im Novotel. Allerdings war der Orangensaft echt und frisch gepreßt und nicht verwässert wie in letzterem. Eine Kellnerin brachte mir die Rechnung für das Buffet, den ich auch zu unterschreiben hätte, wenn das Frühstück im Zimmerpreis enthalten sei. So tat ich dieses, nicht ohne mir selbst zu sagen, daß die verlangten 19,50 CAN-$ (= 35,-- DM) definitiv zu viel für das Gebotene sind – auch in solch einem Hotel. Hätte ich diese extra zu berappen, so würde ich mich wirklich ärgern.

Doch das Ambiente des Hotels glich solch leichten Ungemach wieder aus. Einmal bin ich eine Stunde im Hotel herumgestreunt und habe eine Aufnahme nach der anderen gemacht. Irgendwie faszinierte mich dieser alte Kolossal- und Prachtbau total. Der Titanic – Eindruck herrschte in allen öffentlichen Bereichen - Lobby, Restaurants, Veranstaltungssälen, etc. Es war unglaublich, wie viele faszinierende Ecken man immer wieder neu entdecken konnte. So gibt es z.B. einen den Verbindungstunnel in das gegenüber liegende staatliche Kongreßzentrum, wo Tagungen jeder Größe abgehalten werden können. Und sie gehören zusammen, das Hotel und der monumentale Konferenzbau. Denn dieser war Anfang des 20. Jahrhunderts der Bahnhof und das Fairmont Chateau Laurier das dazugehörige Hotel. Bei Aufgabe der Eisenbahnlinie machte man eben aus dem Bahnhof ein riesiges Kongreßzentrum.

Die Zimmer sind exklusiv im alten Stil eingerichtet. 2 Bademäntel hängen im begehbaren Kleiderschrank und neben dem obligatorischen TV mit freien und Bezahl-Kanälen, gibt es auch ein Bügeleisen mit Brett, eine wohl sortierte, unerschwingliche Minibar und eine Kaffemaschine mit allen Kleinigkeiten, die das Herz eines Koffeintrinkers höher schlagen lassen (nur gehört MKohlhass nicht zu diesen).

Noch ein Tip: Radiowecker checken, denn am ersten Morgen weckte mich Punkt 06:00 Uhr eine laute männliche Stimme aus meinem festen und guten Schlaf. Der blöde Radiowecker war von irgend jemand angelassen worden – wer kontrolliert schon so etwas? So eine Sch..., denn mit Schlafen war es damit vorbei. Aber das kann einem überall passieren.

Parken, in Kanadas Zentren grundsätzlich ein Problem, kostet 15,-- $, also 25,-- DM pro Tag. Billig im Vergleich zu einer Stunde Internet im Buisiness – Center des Hotels: 15 Minuten = 5,75 $, was einem Brutto - Stundenpreis von etwa 36,-- DM entspricht. Nun denn, wer mit den großen Hunden bellen will... Aber wer es bis 08:30 Uhr aus den Federn schafft, kann auch im 2 Minuten entfernten Byward-Market Viertel sein Auto (ab 18:30 Uhr kostenlos) stehen lassen. Doch danach wird gnadenlos abgeschleppt.

Die 480 Zimmer des Hotels waren übrigens nahezu ausgebucht – auch ein Zeichen für die Qualität des Hauses. Dabei war das Publikum sehr international und man muß keineswegs in Anzug und Krawatte durch die Hallen schreiten – obwohl es dem Ambiente natürlich angemessen wäre.

Zusammenfassend finde ich das Hotel einfach klasse und wenn ich Frau Kohlhass eines Tages Ottawa zeige, werde ich ganz bestimmt mit ihr im Chateau Laurier absteigen. Ein nobles Hotel mit Stil und Charme.

;-) Gruß MKohlhass

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Kommentare

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  • AnnaHaeberle 29.10.2008 18:41
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • oexel 24.07.2007 14:43
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Clarinda 15.10.2002 10:19
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • SamWaters 18.07.2002 18:23
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Jeani_ 07.09.2001 13:55
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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