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Im Herzen des Ruhrgebiets...
Pro Tolle Veranstaltungen, gute Preise
Kontra teilweise schlechte Organisation
...ist es gar nicht so schlimm, wie man meinen sollte.
Danke an Ciao, dass der Produktvorschlag so schnell eingestellt wurde. Was das jetzt speziell mit Duisburg zu tun hat, ist mir zwar nicht klar, aber egal... :-)Unter den einen oder anderen Ciao-Mitgliedern hat sich sicherlich bereits herumgesprochen, dass ich ein echtes Kind des Kohlenpotts bin. Natürlich bin ich da auch verpflichtet, die Nacht der Industriekultur zu besuchen (warum ich das letztes Jahr nicht getan habe, weiß ich leider nicht mehr).
Dieses Jahr war es dann so weit. Mit vier Leuten sind wir losgezogen und haben die Nacht vom Samstag auf Sonntag an verschiedenen Orten im Ruhrgebiet verbracht. Aber der Reihe nach...1. Was ist die Nacht der Industriekultur
Die Nacht der Industriekultur ist eine gemeinsame Veranstaltung zahlreicher Kulturstätten vorwiegend in ehemaligen Industrieanlagen im Ruhrgebiet. Alle Städte von Duisburg bis Dortmund sind in dieser Veranstaltung mit einbezogen.An einigen Standorten finden bereits über Tag Veranstaltungen statt, während an anderen Orten erst ab 19:00 Uhr losgelegt wird. Die Nacht der Industriekultur endet offiziell um 2:00 Uhr morgens.
Für alle Veranstaltungsorte ist ein Gemeinschaftseintritt zu entrichten, der zum Zugang zu allen Veranstaltungsorten berechtigt. Die Eintrittskarten kosten 12 € (ermäßigt 10 €) im Vorverkauf. An der Abendkasse ist ein Zuschlag von 3 € zu zahlen. Die Eintrittskarte ist auch Fahrkarte im Verbundraum Rhein-Ruhr.Je nach Standorten werden verschiedene Themen angesprochen. Da gibt es alte Zechen, die mehr oder weniger hergerichtet worden sind, so dass dort Ausstellungen und Musik zu besichtigen bzw. zu hören sind. Auf zahlreichen Türmen sind Aussichtspunkte eingerichtet, auf denen man das Ruhrgebiet von oben erleben kann. Besonders reizvoll natürlich nachts. Dazu kommt nach Einbruch der Dunkelheit Beleuchtungskunst an zahlreichen Veranstaltungsorten.
Es ist natürlich unmöglich, alle Standorte zu besuchen. Man sucht sich stattdessen über das Internet oder über Broschüren die Orte aus, die Musik und Programm nach eigenem Geschmack bieten und peilt diese dann an. Mehr als drei Orte plus ein Ausweichziel sollte man sich für den Abend aber nicht vornehmen.2. Anfahrt / Fahrt zwischen den Orten
Für diese Nacht hat der öffentliche Personennahverkehr sich wirklich angestrengt. Schnellbuslinien verbinden die so genannten Drehscheiben (Bestimmte Veranstaltungsorte). Weitere Busse transportieren dann die Leute von den Drehscheiben zu den einzelnen Punkten. Außerdem sind alle wichtigen Bahnhöfe an das Transportsystem angeschlossen. Die zwei Haupt-S-Bahnlinien im Ruhrgebiet verkehren im 15 Minuten-Takt bis in den Morgen hinein.Natürlich war das Ziel dieser Aktion, die Leute dazu zu animieren, den Nahverkehr auch zu benutzen. Wir haben uns aber dann nicht davon abhalten lassen, doch mit dem Auto zu fahren.
Im Folgenden nun der Erlebnisbericht für die vier Standorte, die wir besucht haben:3. Nordsternpark, Gelsenkirchen (Park der Bundesgartenschau 1997(?))
Der Nordsternpark liegt im Südwesten von Gelsenkirchen nahe der Stadtgrenze nach Essen. Im Nordsternpark gab es ganztägig einen Handwerkermarkt und eine Dauerausstellung (eine der größten Märklin-Eisenbahnanlagen Deutschlands). Daher haben wir dort angefangen. Gegen halb 7 kamen wir dort an und hatten keine ernsthaften Probleme, einen Parkplatz zu finden. An diesem Ort war aber auch keine Kartenkontrolle vorhanden.Der Handwerkermarkt selber war nett. Auf einem Platz waren vielleicht 20-30 Stände aufgebaut, auf denen teilweise recht exotisch aussehende Leute Bilder verkauften oder Steinstatuen meißelten oder aber auch leckere Sachen verkauften. In der Nähe war auch ein alter Schlackenberg, der zur BuGa bepflanzt und begehbar gemacht worden war. Vom Gipfel aus konnte man das Umland über 20 km in alle Richtungen sehen. An diesem Tag war eine supertolle Sicht, die wir später auch noch anderenorts (s.u.) ausgenutzt haben.
Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, die Märklin-Eisenbahn zu besuchen. Leider war der Text in der Broschüre sehr missverständlich, denn anders als gedacht kostete dieser Teil nochmals separat Eintritt. Zumindest bekamen wir aber als Kompromiss den ermäßigten Tarif (3,50 € statt 5 €). Die Anlage war sehr schön. Entlang der beiden Wände des ca. 20 Meter langen Raumes war eine Anlage aufgebaut, die auf Wangerooge begann und bis in die Schweiz führte. Entlang der Strecken fuhren zahlreiche Züge und die Orte waren liebevoll und detailreich aufgebaut. Alles in Allem war das sehr lohnend und ich kann jedem nur empfehlen, diese Ausstellung mal zu besuchen.Danach verließen wir den Nordsternpark und machten uns auf der Fahrt gen Osten nach
4. Kokerei Hansa, DortmundDie Kokerei Hansa ist ein ehemaliges Kokerei-Gelände, das mehr oder weniger so noch dort steht, wie es vom Betreiber verlassen worden ist. Die Kokerei liegt im Nordwesten von Dortmund.
Der Veranstalter versprach irische Live-Musik, irische Speisen und Guinness. Parkplätze gab es leider nicht wirklich genug, aber im angrenzenden Wohnviertel war dann doch genug zu finden. Als wir ankamen (gegen viertel vor neun), war die Musik (in der Kompressorenhalle) in vollem Gange. Also dachten wir uns, dass es ein guter Zeitpunkt zum Essen war. Leider war der Caterer total überfordert, vor Allem mit dem Essen. Die Preise waren zwar sehr moderat, aber die Auswahl verfügte neben dem ansatzweise irischen Lammspieß bzw. Lachs über so typisch irische Gericht wie Warm mit Curry-Huhn-Füllung oder Bratwurst mit Kartoffelsalat. Dazu musste man etwa 30 Minuten warten. Als dann die Live-Band eine Pause machte, brach Alles zusammen. Aber wir bekamen unser Essen schließlich doch und konnten in der zweiten Session der Live-Musik lauschen, die auch wirklich gut war. Ein kleiner Abstecher noch in die alte Waschkaue und dann ging’s auch schon weiter. Draußen standen gerade zahlreiche Leute und warteten auf den Bus. Als wir diesen kurz darauf mit dem Auto überholten, konnten wir sehen, dass der Bus doch sehr einer Sardinenbüchse glich. Wir waren froh, dass wir das Auto hatten. Um kurz vor 11 kamen wir dann an unserem dritten Ziel an, nämlich5. Gasometer, Oberhausen
Direkt am Centro Oberhausen gelegen. In einer Seitenstraße parkend erreichten wir den Gasometer (oder das?) nach 10 Minuten Fußweg. Im Gasometer gastiert zurzeit eine Ausstellung zum Thema, tja zu welchem Thema eigentlich?, auf jeden Fall waren im Turm vier große Leinwände angebracht, auf denen jeweils in Superzeitlupe das Eintauchen eines Turmspringers in das Wasser rückwärts in verschiedenen Perspektiven gezeigt wurde. Etwa 15 Minuten mussten wir warten, um in den Aufzug zu kommen, der uns auf das Dach des Gasometers brachte. Von dort aus hatten wir einen tollen Nachtblick auf das nächtliche Oberhausen und die umliegenden Städte. Vor allem das hell erleuchtete Centro sah toll aus. Danach fuhren wir wieder herunter. Im Erdgeschoss war es noch möglich, sich das Symbol der Nacht der Industriekultur auf die Wange schminken zu lassen. Draußen verteilte die Firma Weihenstephan Gratisproben von Himbeerjoghurt und Buttermilch mit Zitronegeschmack (lecker). Gegen Mitternacht verließen wir den Gasometer, das übrigens in blau angestrahlt wurde, wieder zu unserem letzten Ziel.6. Landschaftspark Duisburg-Nord
Eine alte Industriebrache in Duisburg-Hamborn ist in den letzten Jahren nach und nach für den Publikumsverkehr hergerichtet worden. Ab Mitternacht wurden dort die Gebäude mit Lichtkunst angestrahlt. Da das wesentliche Programm (z.B. Nachtführung) vorbei war, leerte es sich dort gerade und wir konnten gemütlich ein Tässchen Kaffee trinken. Anschließend erkletterten wir dann im Halbdunkel die Treppen eines alten Industrieturms, um – man ahnt es schon – ein weiteres Mal das Ruhrgebiet von oben zu sehen. Diesmal hatten wir Glück, dass im benachbarten Beeck gerade Stahl abgestochen wurde, ein tolles Lichtspiel.Im Landschaftspark findet sich übrigens auch – neben zahlreichen Spazierwegen – ein Tauchturm. Ein Gasometer wurde dort mit Wasser gefüllt und mit einer Unterwasserlandschaft ausgestattet. Tauchen ist nicht wirklich mein Fall, aber wer das mag, dem sei das hier empfohlen.
Schließlich verließen wir gegen 2 Uhr den Landschaftspark, um nach Hause zu fahren.7. Fazit
Der geringe Eintritt hat sich auf jeden Fall gelohnt. Der Abend hat sehr viel Spaß gemacht und ich habe insgesamt einen Film fotografiert. (Hoffe, die Bilder sind was geworden). Die Organisation an den Standorten war weitgehend gut. Einen Stern ziehe ich ab, zum Einen wegen des schlechten Caterers in Dortmund, vor Allem aber wegen der stark propagierten, aber dann völlig überforderten Nahverkehrsbusse. Ich würde aber jedem, der im näheren Umkreis wohnt, empfehlen, die Nacht der Industriekultur im nächsten Jahr zu besuchen.Falls noch jemand Infos benötigt zu den einzelnen Orten, postet mir bitte einfach ins GB.
Ciao,Olly
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Pafu 12.12.2003 20:09
abohne 23.07.2003 20:11
Leider konnte ich an der diesjährigen Extraschicht nicht teilnehmen, weil ich verhindert war. Im letzten Jahr war ich zwar im Landschaftspark, habe aber nicht "aktiv" am Geschehen teilgenommen. Aber irgendwann werde ich es in jedem Fall machen, ist ja scheinbar sehr lohnenswert. LG, Anja
Babyschlumpf 23.07.2003 13:03
Mausbaer1977 21.07.2003 16:11
Ey supi, hab gerade gedacht, guck doch mal, ob es das schon gibt. Da kann ich mich ja auch mal dransetzen und was schreiben. Bin momentan leider etwas schreibfaul, werde mich wohl mal selber in den A... treten, damits was wird. Gruß Suse