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Erfahrungsbericht

für Erzgebirge
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4 Sterne Urlaub im Erzgebirge
227 von 227 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Wunderschöne Landschaft, freundliche Menschen

Kontra Infrastruktur zum Teil wenig entwickelt

Der Autor

Arim

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Unser diesjähriger Urlaub führte uns ins Erzgebirge.
Natürlich war es nicht das Erstemal, das wir diese schöne und romantische Landschaft besuchten, aber für uns war es schon etwas besonderes, nach vielen Jahren wiedereinmal hier zu weilen.

Unser Ziel war RITTERSGRÜN, im Westerzgebirge, nahe an der Grenze zu Tschechien.

Von Erfurt aus sind wir über die A4 bis CHEMNITZ gefahren und dort auf die A72.
Es dauerte nicht lange, und die schöne Stadt Stollberg kam in Sicht. Weiter über Aue und Schwarzenberg (alles wohlbekannte Erzgebirgsstädte) waren wir nach ca. 2 Stunden schon an unserem Urlaubsziel RITTERSGRÜN angekommen.


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ALLGEMEINES ZUM ERZGEBIRGE
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Wie Euch sicher noch aus der Schulzeit bekannt ist, zählt das ERZGEBIRGE zu den Deutschen Mittelgebirgen.
Bemerkenswert ist die pultschollenförmige Ausbildung, die dieser Landschaft ein besonderes Gepräge gibt und mich (© Arim), immer wieder fasziniert.
Landschaftlich gliedert man das Erzgebirge in West- Mittel und Osterzgebirge.

Die höchste Erhebung, den KEILBERG mit 1244 m finden wir im tschechischen Teil des Erzgebirges, während unser FICHTELBERG auch stolze 1214 m erreicht.
Die geologische Geburtsstunde des Erzgebirges schlug vor etwa 300 Mio. Jahren.
Granite, Gneise, Glimmerschiefer und Phyllite sind die wichtigsten Gesteinsarten, die heute dort anzutreffen sind.

Bekannt dürfte auch der Erzreichtum der namensprägend für dieses Gebirges sein.
Silber, Zinn und Eisen und viele andere Erze und Minerale zogen die Menschen schon im frühen Mittelalter in diese Regionen und bestimmten über Jahrhunderte die wirtschaftliche Entwicklung dieser Landschaft.
Zeugen des Bergbaus wie Schaubergwerke und andere Bergbaudenkmale, sind heute noch in vielen Erzgebirgsorten zu bewundern (so z.B. in Frohnau, Breitenbrunn, Aue usw.).

Bedingt durch den Holzreichtum der Wälder und die geringen Löhne der Bergarbeiter, entwickelte sich schon im Mittelalter die Schnitzkunst zu einem wichtigen weiteren Handwerk. Räuchermännchen, Weihnachtspyramieden und Schwibbögen werden auch heute von den Besuchern des Erzgebirges, besonders aus der Hochburg der Schnitzkunst, SEIFFEN, gern als Souvenir mitgenommen.

Später entwickelte sich besonders im Raum Chemnitz eine starke Textilindustrie, die jedoch, genauso wie der Bergbau, nach der Wende kaum noch Bedeutung hat.

Wichtige Einnahmequellen für das Erzgebirge sind deshalb heute die Touristen und Erholungssuchenden.

Zahlreiche Hotels, Ferienwohnungen und Einzelzimmer stehen zur Verfügung und warten auf ihre Gäste.
Doch leider hält die Infrastruktur, besonders im Westerzgebirge zur Zeit noch nicht immer einer kritischen Prüfung stand und ist unbedingt zu verbessern, wenn das Erzgebirge sich zum Urlaubsland entwickeln möchte.

Uns ist z.B. in unserem Urlaubsort RITTERSGRÜN aufgefallen, dass Montags fast alle Geschäfte geschlossen haben und kaum eine Gaststätte geöffnet hatte.
Wenn die Gaststätten offen sind, dann ist fast überall 20 Uhr Schluss – dort fängt aber im Urlaub der Abend erstmal richtig an.
Na ja, wir haben uns eben ins Auto gesetzt und sind woanders hin gefahren. OBERWIESENTHAL uns SCHWARZENBERG waren ja nicht weit – aber ärgerlich war es schon.
Dafür haben wir aber an unserem Urlaubsort eine himmlische Ruhe gehabt und konnten uns trotzdem gut Erholen.

Die bekannten Probleme zum Waldsterben, sind besonders im Erzgebirge zu beobachten. Trotzdem hatte ich den Eindruck, das das Fortschreiten der Bestandsschädigung langsamer geworden ist. Es wird hier zur Eindämmung einiges getan. So konnte ich beobachten, wie durch einen Hubschrauber Flächen in der Nähe von Oberwiesental gekalkt wurden.


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Unser Urlaubsort RITTERSGRÜN
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Hautnah an der Grenze zu Tschechien, zieht sich der malerische Ort etwa 7km im Pölbachtal, entlang einer Straße von SCHWARZENBERG in Richtung OBERWIESENTHAL mit einer Höhenlage zwischen 600 und 800 m durch die Landschaft.
Die Ortsbegrenzung östlich bildet der Sonnenberg und westlich beendet der Ochsenkopf die Ansiedlung.
Die Häuser von RITTERSGRÜN ziehen sich bis in die Hanglagen der talbildenden Höhenzüge. Besonders am Abend, wenn die Lichter angehen, wird einem die Schönheit und Einmaligkeit des langgestreckten Ortes so richtig bewusst.

Von unserer Ferienwohnung aus, eine vor 3 Jahren umgebaute Schmiede, sehr schön und modern eingerichtet, unternahmen wir Wanderungen in die nähere Umgebung des Ortes und besuchten das Eisenbahnmuseum von RITTERSGRÜN.
Erwähnenswert ist auch bietet das wunderschöne Freibad, in dem man sich z.B. nach einer längeren Wanderung wundervoll erfrischen kann, was wir auch ausgiebig getan haben.
Wer sich für die Geologie des Erzgebirges interessiert, findet eine interessante Freiluftausstellung der wichtigsten Gesteine im Ort, die von der Knappschaft RITTERSGRÜN gestaltet wurde.

Ein Besuch im etwa 4 km von RITTERSGRÜN entfernt gelegenen Schaubergwerk “Sankt Christoph“ in BREITENBRUNN ermöglichte uns einen tiefen Einblick nicht nur in die Unterwelt des Westerzgebirges, sondern auch in die Bergbaugeschichte dieser Region. Erwachsene zahlen hier 8 Euro und Kinder 5 Euro Eintritt für die Führung von reichlich einer Stunde.
Als Bereicherung für meine Mineralsammlung habe ich mir dort das seltene und nur dort gefundene Mineral CHRISTOPHIT als Erzstufe gekauft.

2 mal sind wir auf dem ANTON – GÜNTHER – Wanderweg in Richtung Oberwiesenthal unterwegs gewesen. Der Erzgebirgsverein hat diesen Wanderweg mit sehr viel Liebe und Aufwand zu einem Natur- und Bergbaupfad ausgebaut.
Neben Bänken, Unterstellhütten aus Holz und exakten Wanderwegweisern, informieren Schautafeln am Wegrand über die wichtigsten Naturdenkmale und landschaftlichen Besonderheiten.

Dieser nach dem Erzgebirgsdichter und Sänger ANTON GÜNTHER benannte Weg führt durch die schönsten landschaftlichen Gegebenheiten.
Fingerhut (Vorsicht, giftig), zahlreiche Farne, Bergflockenblumen, Glockenblumen, Arnika usw. setzten bunte Farbtupfer am Wegesrand.

Sicher gibt es über das Erzgebirge und die nähere Umgebung unseres Urlaubsortes RITTERSGRÜN noch viel zu ergänzen und zu erzählen – aber am Besten, Ihr fahrt selbst mal dort hin und verlebt einige ruhige Urlaubstage im Erzgebirge.


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FAZIT
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Trotz des warmen Wetters in anderen Teilen Deutschlands, wo bis 34 Grad Wärme in unserer Urlaubswoche gemessen wurden, sorgten die Wälder und die Höhenlage für angenehme Temperaturen, so bei 25 Grad.
Wunderschöne Bergwiesen, sanfte Täler und abwechslungsreiche Höhenzüge entschädigten uns für die zum Teil fehlende Infrastruktur.
Mit unserer Ferienwohnung, zum Preis von 40 Euro pro Tag für 3 Personen waren wir sehr zufrieden und es entwickelte sich auch in den paar Tagen ein herzliches Verhältnis zu unseren Vermieter.

Die vielen Ausflugsziele in der näheren Umgebung haben wir nicht geschafft. Besonders die Fahrt ins tschechische KARLSBAD, ca. 40 km von unserer Unterkunft entfernt, wäre sicher ein Erlebnis gewesen – na ja, ein Grund wiederzukommen.
Das haben wir uns auch fest vorgenommen.

Bei der Bewertung des Erzgebirges mit unseren Sternen, komme ich nun leicht ins Grübeln. Einerseits hat die Landschaft mehr wie 5 Sterne verdient, auf der anderen Seite wertet die z.T. fehlende Infrastruktur natürlich den Atraktivitätswert des Erzgebirges ab.
Wenn ich trotzdem 4 Sterne Vergebe, dann auch für die dort lebenden Menschen, die immer zuvorkommend und hilfsbereit gewesen sind.

Ich hoffe, das Ihr auch einen schönen, interessanten und erlebnisreichen Urlaub verlebt habt und bedanke mich für das Lesen dieses Berichtes.


Euer Arim

(© Arim 19.07.2002)


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Kommentare

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  • M_Coli 23.11.2003 14:55
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Im Erzgebirge war ich auch schon öfters gewesen, allerdings noch nie im Sommer

  • Myhnegon 11.05.2003 11:20
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • pedule 11.04.2003 11:25
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Mr.Albie 31.03.2003 21:25
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Mit dem Erzgebirge verbinde ich eigentlich immer nur Seifen, die Räuchermännchen und Kurrende (ich hoffe das habe ich richtig geschrieben). ---Cu---Uwe

  • netbil 04.01.2003 18:55
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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