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Elfenbeinküste - Allgemeines

Erfahrungsbericht

für Elfenbeinküste - Allgemeines
3 Sterne Mainz - Abidjan 5
143 von 143 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Nein

Pro Vielschichtiges Land mit tropischem Regenwald. Viele Leute sprechen französisch

Kontra Politische Situation zur Zeit unberechenbar, bürgerkriegsähnliche Zustände!

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

autoklinik Seit 10 Okt 2002

Uuups...2010 ging Ciao-mäßig ganz schön an mir vorbei. 2011 war es bislang nicht viel besser... mehr

70 Mitglieder vertrauen mir

Der Farbwechsel ist vollbracht, dann doch schneller als ich dachte...nichts desto trotz möchte ich Euch nicht den letzten Teil meines Reiseberichts vorenthalten:

Nach unserem doch sehr schönen Aufenthalt in der Wirtschafts"metropole" Burkina Fasos, bestiegen wir wieder den uns schon bekannten Zug, der uns per "klimatisiertem Abteil" nach Abidjan bringen sollte.

Doch zunächst war erst mal wieder eine Grenze zu überschreiten. Wieder einmal in der Dunkelheit wurde diese erreicht, der Zug blieb stehen und alle Fahrgäste mussten aussteigen. Offenbar waren wir als Europäer priviligiert, denn bevor wir aussteigen konnten erschien ein Grenzer, vermutlich Ivorer (Die Elfenbeinküste heißt auf französisch Cote d'Ivoire und dementsprechend heißen die Einwohner "Ivorer"), im Zug um unsere Pässe zu kontrollieren. Nachdem das erledigt war durften wir den Zug verlassen um uns an den zahllosen Gebäck und Obstständen zu stärken.

Ich staunte nicht schlecht, als ich lange Schlangen vor dem Zollgebäude stehen sah: Die außer uns ausnahmslos schwarzen Mitfahrer mussten sich zur Passkontrolle anstellen! Leute, das war mir so was von unangenehm!!!

Das Grenzübertrittsprocedere dauerte ziemlich lange, ich meine mich erinnern zu können, dass es so etwa 2 Stunden gedauert hatte. Immerhin mussten wir dieses Mal nicht die Nacht an der Grenze verbringen.

Der Zug fuhr dann mit atemberaubenden 30 bis 40 km/h weiter und da es stockduster draußen war, versuchten wir ein paar Stunden zu schlafen. Leider waren wir inzwischen fett in den Tropen, so dass die Nächte kaum mehr Abkühlung brachten und trotz des vollständig offenen Fensterschlitzes schwitzen wir wie die Schweine.

Mit den ersten Sonnenstrahlen wurde es sehr schnell hell (Die Dämmerung in den Tropen dauert nur wenige Minuten) und wir stellten fest, dass wir den tropischen Regenwald bzw. das was davon übrig war, erreicht hatten. Aber auch, wenn das was wir sahen vorwiegend Sekundärwald war, die Flora in diesen Breiten spriest mit einer ganz beeindruckenden Üppigkeit.

Am Vormittag erreichten wir dann Bouaké, die zweitgrößte Stadt der Elfenbeinküste. Der Schaffner sagte uns, man würde nur fünf Minuten stehen bleiben, wir sollten das Abteil nicht verlassen. Wir hielten uns dran, aber bis zur Weiterfahrt dauerte es dann eine gute Stunde. Wieder einmal erfuhren wir, dass die Afrikaner doch ein extrem entspanntes Verhältnis zur Zeit hatten. Doch auch wir hatten zwischenzeitlich gelernt Abweichungen von zeitlichen Zusagen mit einem Achselzucken hinzunehmen.

Auf der Weiterfahrt schenkte mir eine freundliche Zeitgenossin eine lecker aussehende fast rote Banane. Voller Vorfreude schälte ich diese und das Gesicht, dass ich gemacht hatte, nachdem ich herzhaft hineingebissen hatte führte sowohl bei der Afrikanerin als auch bei Peter zu einem Lachanfall: Es handelte sich um eine Kochbanane und die schmecken roh ungefähr so gut wie rohe Kartoffeln.

Sehr viel später (die gesamte Zugfahrt hatte ungefähr 24 Stunden gedauert) erreichten wir Abidjan. Ziemlich fertig von der Reise und von der drückenden Schwüle suchten wir uns ein billiges Hotel und wählten das "Hotel des Sports". Unser "Chambre climatiser" bot immerhin eine funktionierende Dusche, eine (brüllende) Klimaanlage und ein richtiges Bett, so dass wir uns von hier aus in aller Ruhe die Stadt, die hiesige Gastronomie und vor allem die Reisebüros (wegen unseres Rückflugs) vornehmen konnten.

Abidjan war 1990 eine prosperierende Großstadt mit moderner Architektur, vielen Autos und hektischen Menschen. In vielen Stadtteilen hätte man das Gefühl haben können in einer europäischen Großstadt zu sein.

Am zweiten Abend wollten wir aber in Treichville, dem historischen Zentrum der Stadt authentisch zu Abend essen. Sowohl unser Herbergsvater als auch dann der Taxifahrer rieten uns dringend davon ab nach Einbruch der Dunkelheit zu Fuß durch die Stadt zu laufen. Es sei zu gefährlich.

In Kenntnis der Tatsache, dass es ein paar Dörfer weiter (Lagos) sogar am Tage lebensgefährlich war als offensichtliche Touristen durch die Stadt zu latschen verzichteten wir auf Sightseeing zu Fuß.

Das Essen in einem Restaurant, dass vorwiegend von Ivorern besucht wurde, war gewöhnungsbedürftig aber lecker und vor allem für afrikanische Verhältnisse auch teuer. Aber möglicherweise wurde uns Europäern auch ein Spezialpreis gemacht...

Am nächsten Tag machten wir uns dann wieder auf die Suche nach günstigen Flugtickets: Wir fanden schließlich ein Reisebüro für Studenten und siehe da: Mit unseren Studentenausweisen erhielten wir zwei Tickets mit UTA nach Paris, die weniger als die Hälfte dessen kosteten als alles, was uns inklusive Burkina angeboten worden war. Der Flug ging am nächsten Tag, und da wir nach über sieben Wochen keine große Lust mehr aufs Gucken hatten, packten wir unsere sieben Sachen, vertrieben uns die Zeit bis zum Abflug mit Schach spielen und bestiegen schließlich eine DC 10 ("...runter kommen sie immer") nach Paris.

Aus dem Fenster konnte ich die Sahara sehen.

In wenigen Stunden überflogen wir diese unwirtliche, größte Wüste der Welt, deren Durchquerung uns mehrere Wochen beschäftigt hat.

Mich beschlich eine merkwürdige melancholische Stimmung, die noch verstärkt wurde, als die DC 10 in Nizza zur Zwischenlandung ansetzte:

Es regnete.

Da wurde mir bewusst, dass ich in den letzten sieben Wochen keinen Regen mehr gesehen hatte.

Ich versprach mir selbst irgendwann zurückzukehren.

Ein Jahr später war es schon nicht mehr möglich mit dem Auto die Sahara zu durchqueren: Durch die politische Lage in Algerien wurden die Grenzen nach Mali und Niger geschlossen.

Inzwischen sind die Grenzen zwar wieder passierbar, es ist aber, wie die jüngsten Entführungsfälle gezeigt haben, für Europäer nach wie vor extrem gefährlich in Algerien individuell zu reisen.

Aber irgendwann wird sich die Lage wieder entspannen und es wird möglich sein dieses zu den letzten Abenteuern zählende Unternehmen zu wiederholen.

Vielen Dank allen Lesern

P.S.: Mein nicht empfehlenswert bezieht sich auf den zur Zeit herrschenden Bürgerkrieg


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Kommentare

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  • JSBroker 24.01.2011 15:09
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Reizt mich auch schon sehr lange...

  • Fanatico 28.08.2009 07:16
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • miko1960 09.06.2009 11:32
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • MSBBonn 06.01.2009 23:23
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Welcome home :-)

  • kreuzbergerkuechenmeister 30.12.2008 07:44
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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