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Erfahrungsbericht

für El Gezirah, Kairo
5 Sterne Mittendrin und doch luxuriös Bericht mit Bildern
121 von 121 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Top Ausstattung, sehr schönes Ambiente, großzügige Zimmer, Lage

Kontra ---

Der Autor

schneeweisschen Seit 28 Jun 2000

Ich schreibe hier nur noch, wenn mir etwas wirklich sehr am Herzen liegt - sei es positiver oder... mehr

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Man sagt uns Reiseverkehrskaufleuten ja so gerne nach, dass wir ständig unterwegs sind und vor lauter Reisen nicht zum Arbeiten kommen. Soviel zur Theorie…

Nach einer für meine Branche aber dennoch ungewöhnlichen langen Auslandsreisepause verschlug es mich Ende November 2007 nach Kairo. Da es sich um eine Tagungsreise handelte, lernte ich die Schönheiten und Kuriositäten der Stadt nur stippvisitenartig kennen - umso besser kenne ich jetzt das Kairoer Kongreßzentrum. Die Reise dauerte insgesamt nur vier Tage (drei Nächte), und ich hätte gerne noch mehr Zeit in unserem Hotel verbracht und noch ausgiebiger alles getestet, was dort geboten wird - und nicht nur dort.
Die Umgebung

Wir Tagungsteilnehmer wurden in acht verschiedenen Hotels der Luxusklasse untergebracht, von denen ich sieben nur von außen gesehen habe. Auf Anhieb gefiel mir unser Hotel, das "Sofitel El Gezhira", am besten. Die Lage ist phänomenal, ein wenig übertrieben ausgedrückt: mitten im Nil. In der Tat befindet sich das Hotel auf einer Art Halbinsel mitten im Nil, sehr zentral - insofern man bei dieser Riesenstadt von einem zentralen Punkt überhaupt sprechen kann. Durch die runde Bauweise des Hotels bieten ausnahmslos alle Zimmer einen Blick auf den Nil.
Zunächst war ich etwas enttäuscht, dass es mich und meine Freundin (die den gleichen Beruf wie ich ergriffen hat) in einem 27-Stockwerke-Hotel ausgerechnet in die 4. Etage verschlagen hatte. Als ich jedoch zum ersten Mal unseren Balkon betrat, war es um mich geschehen. Es war schon Abend, Kairo stand lichtertechnisch einer amerikanischen Großstadt in nichts nach, und von der Straße krochen die Geräusche der Stadt zu uns hoch. Da stand ich also, Ende November, barfuss auf dem Balkon und staunte fast wie ein kleines Kind. Direkt neben dem Hotel gibt es ein öffentliches Sportareal mit Schwimmbad, Tennis- und Basketballplätzen, und da es Donnerstagabend war (im Islam im Prinzip wie bei uns der Samstagabend) war der Cairo Sports Club gut besucht. Ich fand es himmlisch, von meinem Balkon zuzusehen, wie die Männer und Kinder im Schwimmbecken ihre Bahnen zogen, während die verschleierten Ehefrauen und Mütter züchtig verschleiert am Beckenrand warteten. Im Geräuschpegelhintergrund ständiges Autohupen, auffallend oft begleitet von Polizeisirenen. Alles klang, alles roch so nach Leben.
Die Bewohner der höheren Etagen hatten übrigens morgens keinerlei Aussicht, da der Smog das Hotel mit einem Nebelschleier umhüllte.

Die Zimmer

Die Zimmereinrichtung und das Design haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. Das Hotel wurde im Frühjahr 2007 restauriert, und dementsprechend frisch und unverbraucht wirkt die gesamte Einrichtung. Die Wände sind in einem angenehmen Beige-Ton gestrichen, klare Linien und gut harmonierende Farben (weiß, lindgrün, beige) bestimmen das Ambiente.
Die Betten fand ich fantastisch: hoch genug, um auch älteren Leuten ein angenehmes Aufstehen zu bereiten, die Matratze sehr hochwertig. Das Allerbeste aber war die Bettwäsche, hochwertig und hautschmeichelnd. Die Bettdecken selbst sind größer als die in Deutschland üblichen, sind angenehm schwer und urgemütlich. Ich wollte nie wieder aufstehen und habe dementsprechend geschlafen wie ein Murmeltier. Im Zimmer gibt es außerdem einen Tisch mit integriertem Laptop-Anschluss fürs Internet sowie einen Flachbildfernseher, über den sowohl arabische als auch ein oder zwei deutsche und viele englische und amerikanische Sender zu empfangen sind. Zusätzlich gibt es Pay-TV und die Möglichkeit seine Zimmerrechnung tagesaktuell abzurufen. Dies ist zum Beispiel interessant, wenn man seinen Minibar-Konsum im Auge behalten will. Die Minibar ist direkt unter dem Fernseher und bietet alles, was man so braucht. Die Preise sind europäischen Preisen angepasst und gehen in Ordnung. Im Flur befindet sich ein beleuchteter Kleiderschrank, der - für zwei Damen mit Abendgarderobe leider insgesamt nur sechs Bügel bot. Für die Benutzung des Safes war ich leider zu blöd.

Ein weiteres Highlight ist das Badezimmer. Schon der Eingang ist königlich. Hellgrüne Milchglasscheiben in Flügeltüren, so etwas kannte ich bisher noch nicht. Eine Badewanne gab es bei uns nicht, aber eine sehr großzügige Dusche mit Marmorfußboden. Nach dem Duschen kann man sich in weiche und recht schwere Bademäntel einkuscheln - der Wohlfühlfaktor wird in diesem Hotel wirklich groß geschrieben. Das Licht im Bad ist angenehm, was gerade beim Schminken vor dem gnadenlos ehrlichen Kosmetikspiegel beruhigend ist. Unter dem Waschbecken gibt es eine sehr große Ablagefläche, wo auch ein Fön auf Benutzung wartet.

Die Zimmertüren werden - wie in solchen Hotels üblich - mit einer Schlüsselkarte geöffnet. Allerdings gab es wohl während unseres Aufenthaltes technische Probleme, wodurch mehrere Schlüsselkarten neu codiert werden mussten.

Essen / Zimmerservice

Am Abend unserer Ankunft wollten wir so richtig auf den Putz hauen und uns den Zimmerservice gönnen. Meine Freundin bestellte telefonisch eine Portion Spaghetti für sich und ein Club-Sandwich für mich. Es dauerte gefühlte 10-15 Minuten, da klopfte es schon an der Tür und ein netter Kellner schob einen Wagen mit einer weißen Tischdecke und allerlei Zeugs darauf in unser Zimmer. Wir waren auf Anhieb begeistert. Die Portionen waren riesig, sehr schmackhaft und appetitlich angerichtet. Wenn wir gewusst hätten, dass wir auch noch einen Brotkorb mit einem Vorrat für ca. 5 Personen bekommen würden, hätten wir wohl nur ein Gericht für uns beide bestellt. Andererseits - das gehört sich nicht. Und so wurde es ein richtig schönes Dinner an einem vornehmen runden Tisch - denn an den Seiten des Servierwagens konnte man auch noch Teile hochklappen und den Tisch vergrößern. Besonders entzückt war ich von den kleinen Gläsern, die mit Ketchup und diversen Sößchen gefüllt und wohl eigens für das Hotel hergestellt wurden.
Beeindruckend war auch der Preis: inklusive etwa 4 Getränken aus der Minibar kamen wir bei unserer Zimmerrechnung am Ende auf gerade einmal umgerechnet 25 Euro.

Das Frühstück wird in Büffetform serviert, wobei wir Tagungsteilnehmer einen separaten Raum zugewiesen bekamen - das sogenannte Window on Nile - mit glaslosen Fenstern und direktem Blick auf den morgendlichen Nil. Hin und wieder fahren kleine Boote durch den Nebel, der über dem Wasser hängt, bis die Sonne all ihre Kraft zusammennimmt und ihn verjagt. Ein wenig kühl war es schon so morgens um 8, aber: hey, wann frühstückt man schon einmal direkt am Nil? Die schweren Korbstühle, die um die Tische gruppiert waren, stellten sich als ein wenig störrisch heraus, wenn man sich den Weg zum Buffet bahnen wollte. Sie waren sehr schwer und eng gestellt, so dass einige von uns wenig damen- oder herrenhaft über die Lehnen kletterten.
Das Speisenangebot war üppig, allerdings ging das meiste in eine Richtung, die mir zum Frühstück nicht so sehr liegt. Kleine Croissants und winzige Brötchen, kein Brot, viel frisches Obst (das wiederum entspricht absolut meinem Geschmack), diverse Cerialien und einige warme Gerichte, die meiner Meinung nach sehr dem britischen Geschmack angepasst waren - Baked beans mit Würstchen usw.
Tee und Kaffee wurden serviert, allerdings stockte die Versorgung zeitweise, und manche Tische wurden schlichtweg beim Servieren übersehen. Da so eine Tagung mit vielen Teilnehmern, die alle gleichzeitig zum Frühstück rennen, eine Ausnahmesituation darstellt, möchte ich nicht zu sehr auf diesem Servicemangel herumreiten.

Die Toiletten in der Hotellobby möchte ich gesondert erwähnen, denn diese gefielen mir vom Ambiente und der Großzügigkeit ausgesprochen gut. Die Waschtische sind sehr edel in asiatischem Stil, und sein Baumwollhandtuch wirft man nach Benutzung in dekorative Körbe.
Sobald man die Toilettenräume verlässt, kommt ein Angestellter des Hotels mit Putzwerkzeug, grüßt freundlich ("Good Morning, Mam") und beginnt umgehend mit den Putzarbeiten.


Alles mit S (Sauberkeit, Sicherheit, Spa)

Das ganze Hotel strahlte vor Sauberkeit. Das gilt sowohl für die Zimmer als auch für die sehr aufwändig zu putzenden Räumlichkeiten in den öffentlichen Bereichen und der Lobby.
Unser Zimmer war tiptop, nur eine Kleinigkeit wäre zu bemängeln, wenn ich nicht selbst schuld daran wäre. Da ich den Balkon so liebte, habe ich mir abends einen Stuhl rausgestellt und über Nacht draußen gelassen. Wie es scheint, fand ein Vogel die Aussicht auch so nett und hinterließ dankbar einen kleinen Haufen auf der Stuhllehne.
Dieser war auch am nächsten Abend noch da, obwohl er auf dem weißen Lederbezug recht auffällig war.

Das Hotel wird - wie alle öffentlichen Gebäude in Kairo streng bewacht. Unser Bus musste jedes Mal Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen, bei denen sogar ein Schäferhund außen am Bus herumschnüffelte. Um das Hotel zu betreten, muss man durch Metalldetektoren laufen (wie am Flughafen). Das ist anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig, beruhigt aber auch.

Leider nur von außen und oben anschauen konnte ich den Pool, der sich im Garten mit Blick auf den Nil befindet. Es ist einer dieser Pools, bei denen man das Gefühl hat, er würde kein Ende nehmen und das Wasser würde direkt in den Nil fließen, was aber natürlich nicht der Fall ist - und umgekehrt schon gar nicht. Der Pool wird abends in wechselnden Farben angeleuchtet, was sehr nett aussah. Es gibt auch einen Innenpool mit Spa-Bereich, für den blieb aber leider keine Zeit.


Alles in allem kann ich das "Sofitel El Gezirah" nur empfehlen, und sollte es mich jemals wieder nach Kairo verschlagen - was ich sehr hoffe - möchte ich unbedingt wieder in diesem Hotel wohnen.


Nachtrag:
Da einige nachgefragt haben, was denn das Hotel kostet: man muss bei Einzelbuchungen mit ca. 130-190 Euro pro Nacht für ein Doppelzimmer rechnen. Allerdings kann man bei Pauschalbuchungen über Reiseveranstalter auch bedeutend günstiger wegkommen.
Ich selbst habe als Reisebüroinhaberin eine Tagungspauschale inkl. Flug und diversen Nebenleistungen bezahlt, eine Preisangabe wäre daher völlig irrelevant.

Bilder

für El Gezirah, Kairo
Großzügige Betten mit riesengroßen, weichen Decken
von schneeweisschen schneeweisschen

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Kommentare

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  • duderally 18.10.2010 09:28
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • trenker26 01.09.2010 21:25
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • lenchen_196 23.01.2010 19:08
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Quasseltante 16.03.2009 20:49
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH & LG

  • Belisana 16.03.2009 14:24
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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