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Erfahrungsbericht

für Die rote Felsenstadt Petra, Jordanien
5 Sterne -- Steile rote Felsen + enge Schluchten: Weltkulturerbe Petra -- Bericht mit Bildern
186 von 186 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen

Pro Man sieht gigantische Felsen und die Schluchten bei einfallendem Sonnenlicht

Kontra Eine lange und weite Anfahrt

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Öffnungszeiten
Spaßfaktor

Der Autor

meinemiamaria Seit 9 Okt 2004

----‹(•¿•)›--- Für meine 4 letzten Berichte suche ich Gegenlesungen ! Am 17.6 geht´s wieder auf´s... mehr

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Als wir im November diesen Jahres mit Aida Blu eine Kreuzfahrt durch das Rote Meer gemacht haben, sind wir auch die verlassene Felsenstadt Petra besucht, die am 6. Dezember 1985 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde. Sie ist eines der sieben Weltwunder der Erde.

Anreise


Von Aqaba aus ging es mit dem Bus und einem jordanischen Reiseleiter, der in Deutschland studiert hatte und sehr verständlich sprach, ca. 2 Stunden durch die karge, aber spektakuläre Wüstenlandschaft von Jordanien. Auf der Strecke von ca. 130 km haben wir nur einige Siedlungen von Beduinenstämmen gesehen, ansonsten gab es nur braune Felslandschaft und viel Sand. Es waren auch vereinzelt Häuser zu sehen und der Reiseleiter erklärte uns, daß sie gebaut wurden, um die Beduinen dort anzusiedeln. Doch diese Menschen wohnten nicht in den Häusern, sondern in den daneben stehenden Zelten, wie sie es gewohnt waren, In der Steingebäuden brachten sie ihre Tiere unter.

Bald hatten wir eine Anhöhe erreicht und konnten auf eines der sieben Weltwunder schauen, die Stadt Petra liegt auf einer Höhe von 800 bis zu 1.350 m in einem weiten Talkessel im Bergland von Edom.
Diese Stadt lebt fast nur vom Tourismus und es gibt unzählige Hotels dort in allen Kategorien; denn Petra gilt heute als eine der größten Sehenswürdigkeiten des Nahen Ostens. Die ersten Touristen kamen schon im Jahre 1930 nach Petra.

Ankunft in Petra


Unser Bus hielt vor einem 4-Sterne Hotel, in dem wir dann auch das Mittagessen einnehmen sollten. Wir liefen auf einem befestigten, steinigen Weg ca. eine halbe Stunde bergab; bis wir die ersten Felsen sahen. Dort sollen auch früher die Beduinen vom Stamm der B'doul gelebt haben, denn sie hatten die kühlen, schattenspendenden Grabbauten bis dahin als Wohnungen genutzt. Um aber nun Petra touristisch besser nutzen zu können siedelte die jordanische Regierung die Beduinen vom Stamm der B'doul zwischen 1968 und 1985 zwangsweise einfach um.

Die Stadt Petra liegt wirklich ziemlich versteckt zwischen den schroffen Felswänden, es ist geographisch sehr günstig gewesen dort zu wohnen, denn der Ort ist nur von Osten her durch eine etwa 1,5 Kilometer lange und bis zu 200 Meter tiefe Felsschlucht zugänglich, durch die auch wir hindurch mussten. An seiner engsten Stelle ist der Weg nur 2 Meter breit. Diese Stelle habe ich dann auch genutzt, um meinen verloren gegangen Mann wieder zu finden ! An den Wegseiten sieht man in den Fels gemeißelte Aquädukte über die das Brauch- und Trinkwasser geleitet wurde. Das war damals schon ein ausgeklügeltes Wasserversorgungssystem, durch das auch mehrere als Zisternen gespeist wurden und somit die ganze Gegend mit Wasser versorgte.

Petra sei der Ort gewesen, so heißt es in der Bibel, an dem Moses dem Volk Israel beim Auszug aus Ägypten, mit dem Schlag seines Stabes eine Quelle aus einem Stein habe sprudeln lassen. Das Wasser und die sichere Lage machten Petra zu einer bevorzugten Station für Beduinen mit ihren Karawanen aus dem Süden von ganz Arabien. Darum ist auch der heutige Name dieses Tals: „Wadi Musa“ (zu deutsch: „Mosestal“)
Wasser ist für eine Siedlung immer schon sehr wichtig gewesen !
Es ging weiter bis zu einem Punkt, den der Fremdenführer ganz besonders hervorheben wollte. Auf ein Zeichen hin sollten wir uns alle nach rechts hin umdrehen, um durch die Felsenschlucht die erste Überraschung erkennen zu können. Es war

Das Schatzhaus


Es ist wohl das berühmteste Bauwerk Petras. Es ist fast 40 Meter hoch und 25 Meter breit und wurde im hellenistischen Stil von Khazne al-Firaunerbaut. Es ist das „Schatzhaus des Pharao“, wie die Beduinen es nannten. Doch in Wirklichkeit war es gar kein Schatzhaus, sondern eines von zahlreichen Felsengräbern; und dieses wurde wahrscheinlich für den Nabatäerkönig Aretas IV. angelegt, der im 1. Jahrhundert v. Chr. lebte. Ein grandioser Grabtempel in leuchtend rotem Granit: Genau dieser Anblick hat mir die Sprache verschlagen, wie es schon dem Briten Thomas Edward Lawrence alias Lawrence von Arabien passiert sein soll, als er vor diesem Tempel stand. In seinem Werk „Die sieben Säulen der Weisheit“ setzte er der über 2.000 Jahre alten Königsstadt ein Denkmal. Über den sechs korinthischen Säulen sind viele Einschusslöcher zu erkennen, denn die Beduinen haben mit ihren Flinten auf die gemeißelten Urnen geschossen, da sie dort den Schatz vermuteten. Die Urnen bestehen aber, wie der gesamte Bau überhaupt nur aus massivem rosarotem Fels. Zwischen den Säulen befinden sich verwitterte Relieffiguren, die aber kaum noch als solche zu erkennen sind. Wir fotograpfierten uns alle gegenseitig, doch es gelang nie, ein Bild ohne eine Masse von anderen Touristen zu bekommen. Ganz Schulklassen hockten sich hin um gemeinsam vor dem Schatzhaus zu posieren. Auch die ´rumliegenden Kamele waren ein lohendes Fotoobjekt.

Es ging dann weiter zum

Römischen Theater


das auch direkt aus dem bestehenden roten Fels gemeißelt wurde und 33 Sitzreihen hatte, auf denen ca. 5.000 Zuschauern Platz fanden.
und den Gräbern der Königswand

Beim Bau des Theaters wurden einige Grabkammern freigelegt, in denen hatte man in der Antike die einfachen Bewohner der Stadt beigesetzt, es waren die sog. Schachtgräber.

Nun kommen wir zum

einstigen Stadtzentrum


Die einstige Hauptverkehrsstraße von Petra verläuft in Richtung Westen und wird als sog. „Säulenstraße“ bezeichnet. Nur die Grabtempel haben die Jahrtausende überdauert, die angelegten Wohnhäuser der Nabatäer sind leider zerfallen. Diesem semitischen Volk der Nabatäer gelang es etwa um das Jahr 500 v. Chr., die Edomiter zu verdrängen.

Nun habe ich aber genug gesehen und ich beschließe wieder zurück zu gehen. Also muss das Der Felsentempel ad-Deir auf meinen Besuch leider verzichten.

Das nächste Mal vielleicht.

Mit vielen Bildern, Eindrücken und schmerzenden Füßen gehe ich den lang anhaltenden sanft ansteigenden Pfad eine Stunde lang wieder hoch, um mich an einem leckeren Bufett zu belohnen.

Mein Eindruck


Jordanien und insbesondere die Stadt Petra haben mir sehr gut gefalle. Ich hatte den Eindruck, daß es ein sehr souveränes Land ist, denn der Reiseführer erzählte uns auch, daß in dem Land ca. 55% Emigranten leben, die vor allem aus dem benachbartem Gebiet kommen. In erster Linie sind es Palestinänser, die von den Israelies vertrieben wurden, bzw. flüchten mussten. Über die Politik der Israelies kann ich mich sowieso nicht besonders positiv äußern.
Die Menschen machten auf mich einen offeneren Eindruck als z.B. in Ägypten. Ich habe auch kaum verschleierte Frauen gesehen ! Auch die Behörden haben nicht so viel Bohei mit den Pässen gemacht wie die Israelies.
Ich habe mir vorgenommen, dieses schöne Land noch einmal zu besuchen.
Das Weltkulturerbe Petra war sehr gepflegt, allerdings kann man das bei einem Eintrittsgeld von ca. 50 Euro ja auch fast erwarten. Überall liefen Männer mit Blecheimern herum, die Müll aufsammelten.
Die Händler haben wohl auch dazu gelernt; denn sie belagerten die Touristen überhaupt nicht, ich musste quasi dem Besitzer eines Verkaufsstandes hinterher laufen, weil ich den Preis von einem kleinen Souvenir erfahren wollte. Ich hatte nur einen Dollar Schein dabei, doch auf diesen Preis ließ er sich nicht ein. Dann schaute ich, was eine junge Frau in ihrem Bauchladen verkaufte, doch die wurde ich dann kaum noch los. Ein rot marmorierter Stein sollte 2 Dollar kosten. Schnell schoß mir die Idee in den Kopf, mir doch selber einen solchen Stein zu suchen. Ich fand dann auch ein Exemplar, doch es war lange nicht so schön, wie das der Händlerin. Mir blieb aber nichts anderes übrig, da ich KEIN Geld dabei hatte und mein Mann mit der Gruppe schon weiter gelaufen war, solange ich die Toilette aufgesucht hatte. Wir fanden uns dann aber wieder an der besagten Engstelle. Als wir schon fast den Bereich des Weltkulturerbes verlassen hatten, sah ich die letzte Verkaufsbude, die auch die gleichen Magnete mit der Schatzkammer von Petra zum Verkauf anbot. Ich fragte nach dem Preis und der Verkäufer nannte sofort die Hälfte, die ich bei dem anderen Händler geben wollte. Für einen Dollar hatte ich also nun doch mein Erinnerungsstück, das auch nicht zu groß sein darf, da unser Vitrinenschrank sonst überquillt.

Fazit


Wer sich für die Geschichte der Stadt Petra interessiert, die eng mit der des Nabatäerreichs verknüpft ist, für den ist diese Felsenstädte des ===Weltkulturerbes=== ein absolutes Muss. Obwohl von den Nabatäern selbst kaum Schriftzeugnisse hinterlassen sind. Diese gigantischen Felsen, die Schluchten mit dem einfallenden Sonnenlicht sind so spektakulär, daß für mich die dahinter liegende Geschichte erst einmal in den Hintergrund trat. Die stundenlange Fahrt hat sich gelohnt, ich würde es immer wieder tun und vergebe dieser Felsensiedlung alle 5 Sterne.


Bilder

für Die rote Felsenstadt Petra, Jordanien
Steile, enge Schluchten
Die rote Felsenstadt Petra/Jordanien
von meinemiamaria meinemiamaria
Steile, enge Schluchten

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  • S.Morgenstern 26.05.2012 11:55
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • G.Siebert 19.05.2012 11:27
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH

  • AndreaMa 15.05.2012 19:36
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Karry2000de 10.05.2012 22:28
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    bh

  • travelgirl 09.05.2012 22:43
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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