Der RadlBauer, München

Erfahrungsbericht über

Der RadlBauer, München

Gesamtbewertung (10): Gesamtbewertung Der RadlBauer, München

 

Alle Der RadlBauer, München Testberichte

 Eigenen Erfahrungsbericht schreiben


 


Service? Bei uns leider nicht im Angebot ...

2  06.08.2003 (18.08.2003)

Pro:
große Auswahl, viele Filialen, wirklich günstige Angebote

Kontra:
unkompetente Verkäufer, unfreundliche Monteure, schlampige Montage, fehlender Kundenservice

Empfehlenswert: Nein 

stefbl

Über sich: Kaum schreibt man mal wieder Berichte, schon sind sie wieder da: Die unsäglichen Anfragen für Leseru...

Mitglied seit:13.03.2000

Erfahrungsberichte:606

Vertrauende:222

Diesen Bericht empfehlen auf Google+
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 100 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ein neues Fahrrad sollte her. Und ich hatte schon ganz genaue Vorstellungen davon: Crossbike oder Trekkingrad, sportlich ambitioniert und schnell, mindestens 18 Gänge – und vor allem eins: günstig! Was lag da also näher, als Münchens offensichtlich bekanntestem Fahrradgeschäft, dem Radlbauer, mal einen Besuch abzustatten? Was der Radlbauer ist? Nun, der Radio-Werbung, die in den Münchner Sendern häufig abgenudelt wird, handelt es sich hierbei um Münchens größten Fahrrad-Fachmarkt – mit zwei Filialen in der Münchner Innenstadt (Paul-Heyse-Straße und Zirkus Krone), einer im Norden (Euro-Industriepark), einer im Westen (München-Westkreuz) sowie drei weiteren Niederlassungen in Holzkirchen, Steindorf und Erding. Bekannt ist der Radlbauer vor allem durch die Tatsache, dass einmal in der Woche an einem bestimmten Termin Gebrauchträder verkauft werden, an einem anderen Tag gibt es Modelle mit Lackkratzern zum vergünstigten Preis. Und auch sonst wirbt der Radlbauer in seinen Prospekten mit unschlagbaren Angeboten – Mountainbikes ab 99 Euro und mehr.

Kurzum: Die Sache klang vielversprechend. Und ich war optimistisch.

Am vergangenen Samstag war es dann also soweit. Eigentlich sollte es nur ein rein informativer Besuch beim Radblauer am Zirkus Krone werden – einfach mal schauen, was es dort für Räder gibt und mit wie viel Geld ich rechnen muss. Doch dann stand es dort – und wollte einfach mitgenommen werden: MEIN Bike, ein Crosser, 21-Gang-Shimano-Schaltung, nicht zu schwer – und noch dazu ein schickes Design. Noch erfreulicher der Preis des Gerätes: Für nur 199 Euro könnte dieses nette Maschinchen bald mir gehören. Ein drastisch reduziertes Bike zu einem mehr als guten Preis – genau DAS wollte ich haben. Das einzige Problem: Würde die Größe für mich passend sein? Mein Freund Frank und ich zogen einen Verkäufer zu Rate.

Der etwas ältere Herr, der sich meiner annahm, sah für meinen Geschmack nicht so aus, als wäre er ein wahrer Bike-Experte. Die Tatsache, dass er beim Radlbauer als Verkäufer arbeitet, hätte jedoch meiner Meinung nach für eine gewisse Fachkompetenz sprechen sollen. Ein Kollege von mir, den ich vorher mal in Sache Bike um Rat gefragt hatte, hatte mir vorab schon den Tipp gegeben, dass für mich wohl ein Crossbike mit Rahmenhöhe 48 Zoll richtig sein dürfte, da sich dies nicht nur nach der Körpergröße, sondern auch nach der Schritthöhe bemisst. Ich setzte mich also auf das Rad, das für meinen Geschmack ein wenig zu groß schien – und fühlte mich tatsächlich nicht so richtig wohl. Anstatt dass mir der Verkäufer aber gleich von einem Kauf abriet, argumentierte er sogar noch damit, dass man sich ja an die Rahmenhöhe gewöhnen würde und dass die Sattelhöhe ja auch noch einiges ausmachen würde … der Rahmen war 56 Zoll hoch! Als dann aber mein Freund meinte, dass eine geringere Rahmenhöhe für mich mit Sicherheit besser wäre, gab auch der Verkäufer klein bei und holte mir das zweite noch vorhandene Modell des Rades von der Ladendecke, wo zahlreiche Bikes auf künftige Käufer warteten. Dieses Bike, so stellte sich durch Nachmessen heraus, war 48 Zoll hoch. Und passte tatsächlich wie angegossen. Kurzum: Die Entscheidung war gefallen. Nun ging es also an den eigentlichen Kauf.

Normalerweise werden Räder, die beim Radlbauer gekauft werden, kostenlos montiert. Das allerdings gilt erst bei einem Kaufpreis ab 249 Euro, den ich ja nun um genau 50 Euro unterschritten hatte. Trotzdem gab es das Angebot, das Bike direkt vor Ort montieren zu lassen – für eine Zuzahlung von 25 Euro. Da es immer besser ist, wenn Räder von einem Fachmann montiert werden, entschied ich mich also, auch diese 25 Euro zu investieren. Eigentlich dachte ich, ich würde mein Rad dortlassen und erst am Nachmittag wieder abholen – aber der Verkäufer meinte, es wäre kein Problem, ich käme sofort an die Reihe. Was mich wiederum etwas stutzig machte: Während ich wartete, wurde das Rad auf einen Bock gehoben, der Mechaniker schraubte knappe zehn Minuten daran herum – und schon durfte ich das gute Stück in Empfang nehmen. Mir schien diese Zeit sehr kurz, hatte ich doch gedacht, allein das Einstellen der Schaltung würde aufwändiger sein – aber egal, ich glaubte an den Erfolg.

An der Kasse konnte ich das Rad problemlos mit EC-Karte zahlen und bekam auch noch einen Fahrradpass ausgehändigt, in dem spätere Reparaturen etc. vermerkt werden. Ein kurzer Moment des Glücks – bis ich draußen auf dem Parkplatz vor dem Radlbauer die erste Probefahrt machte, die Bremsen betätigte – und von so einem ohrenbetäubenden Quietschen verschreckt wurde, dass ich dachte, nun sämtliche Tiere in der Nachbarschaft taub gemacht zu haben. Es war nicht eine Bremse, die so laut quietschte, es waren beide. Also wieder rein mit dem Rad zum Radblauer – und Startschuss für die erste Nachkorrektur.

Fünf Minuten später war das Problem behoben – und es ging – tatsächlich quietschfrei – an die Heimfahrt. Da ich keine passenden Schuhe anhatte, erklärte sich Frank bereit, mit dem Rad heimzuradeln – und ich würde die S-Bahn nehmen. Als wir uns wieder trafen, dann gleich die nächste Ernüchterung: Frank meinte, das Rad sei ja im großen und ganzen nicht schlecht – nur die Schaltung, die sei noch nicht mal ansatzweise richtig eingestellt … Auch meine Probeausfahrt, die ich daraufhin unternahm, brachte das gleiche Ergebnis. In der mittleren Stufe war alles kein Problem, die Gänge ließen sich einigermaßen sauber greifen. Nur in der höchsten Stufe war alles verloren – hier klapperte die Schaltung permanent – von Gang einlegen war ich meilenweit entfernt. Also gleich wieder daheim ein Anruf beim Radlbauer und das Problem geschildert – selbstverständlich könnte ich das Rad wieder vorbeibringen, es würde kostenlos nachmontiert.

Da ich am Samstag aber keine Zeit und Lust mehr hatte, bei der prallen Sommerhitze ein weiteres Mal zum Radlbauer zu fahren, beschloss ich, die Sache zu vertagen. Da ich den Rest der Woche frei habe, nahm ich mir Mittwoch (also heute) extra noch einen zusätzlichen Tag Urlaub, um das Rad zum Nachstellen zu bringen und dann endlich meinen Frieden zu finden. Als ich unter www.radlbauer.de nachschaute, um die Telefonnummer der Niederlassung zur Terminvereinbarung zu finden, wurde mein Gesicht dann wieder lang – der Radlbauer am Zirkus Krone habe nur Donnerstags bis Samstags geöffnet, von Montag bis Mittwoch sei er geschlossen. Da ich so erst in anderthalb Wochen wieder die Chance gehabt hätte, mein Rad zum Richten zu bringen, rief ich kurzentschlossen nicht in meiner Niederlassung am Zirkus Krone, sondern direkt bei der Hauptstelle in der Paul-Heyse-Straße an, schilderte mein Problem – und bekam die Zusage, das Rad gleich morgens vorbeizubringen. Auf meine Rückfrage, ob es denn wirklich am frühen Nachmittag fertig wäre, bekam ich zur Antwort, dass das kein Problem wäre. Als ich heute morgen losradelte, um mein Rad dorthin zu bringen, war ich noch wirklich guter Dinge – ich würde es nachmittags wieder in Empfang nehmen, und alles wäre gut.

Würde nun alles in Ordnung kommen? Schon wieder hatte ich mich zu früh gefreut. Als ich mein Rad abgab und neben dem Problem mit der Schaltung noch die Tatsache erwähnte, dass das rechte Pedal komische Geräusche machte, musste ich mich noch annöhlen lassen, dass das bei einem neuen Rad nicht ungewöhnlich wäre, da es erst mal eingefahren werden müsste. Als ich daraufhin noch erwähnte, dass mein Rad ja nicht auf mich persönlich angepasst worden wäre und der Lenker noch nicht in der optimalen Position wäre, hieß es, man würde für eine Montage zahlen, nicht für eine Anpassung. Ich frage mich, wie der Radlbauer unter dieser Voraussetzung auf seiner Homepage groß verkünden kann, man bekäme sein neues Fahrrad „für optimales Fahrvergnügen und Sicherheit im Straßenverkehr“ angepasst? Trotzdem bekomme ich meinen Lenker nun noch ein wenig verstellt. Darauf habe ich bestanden.

Der dickste Klops kam jedoch, als ich meinen Abholschein im Empfang nahm. Stand da doch tatsächlich als Abholzeit: 17.30 Uhr. Mein ungläubiger Blick und der Hinweis, ich müsste um 18 Uhr am Münchner Flughafen sein, wurde vom Mechaniker nur mit den Worten „Ja, da kann ich auch nichts für, wir haben hier aber noch mehr Räder, die wir richten müssen“ quittiert. Mein Hinweis, dass mir am Telefon versprochen worden sei, ich könnte das Rad am frühen Nachmittag wieder abholen, wurde mit „Na ja, am Telefon erzählen die immer viel“ im Keim erstickt. Nachdem ich wirklich stinksauer war und den guten Mann dies auch hatte spüren lassen, einigten wir uns immerhin noch auf 16 Uhr. Jetzt sitze ich hier gespannt und warte, ob ich a) mein Rad dann wirklich in Empfang nehmen kann und b) ob es dann wirklich funktioniert. Nächste Woche werde ich den Text hier entsprechend aktualisieren.

Und es war immer noch nicht alles. „Und überhaupt, warum beschweren sie sich nicht beim Zirkus Krone, da haben sie das Rad doch gekauft?“, musste ich mir dann noch anhören. Mein Hinweis, dass der Laden erst am Donnerstag wieder geöffnet sei, wurde im Keim erstickt. „Die haben auch heute offen, das steht doch hier“, sagte er und deutete auf einen weißen Zettel. Tja, und jetzt frag ich mich, wieso a) die Mittwochs-Öffnungszeit nicht auf der Online-Seite steht und b) warum mir das auch am Telefon niemand gesagt hat? Sonst hätte ich das Rad nämlich wirklich dorthin gebracht – und den Schaden von den eigentlichen Verursachern beheben lassen.

Kommen wir also nun zum Fazit:

Der Radlbauer ist zwar ein aus mehreren Niederlassungen bestehendes großes Fahrradgeschäft in München, bei dem sich wirklich gute Schnäppchen machen lassen – doch offensichtlich ist man dort als Kunde, der für „nur“ 199 Euro ein Rad kauft, nicht viel wert. Die Montage des Rades war schlampig, die Beratung mäßig, der Kundenservice unter jeder Würde – und ich hab es wahrhaftig nicht nötig, mich blöd anmachen zu lassen, nur weil ich ein Rad zu einem bestimmten Termin zurückhaben möchte.

Wer genau weiß, was er möchte und vielleicht auch noch die Fähigkeit besitzt, ein Rad selbst zu montieren, der kann beim Radlbauer ruhig schauen – und unter Umständen mit einem guten Rad zum günstigen Preis nach Hause gehen. Meine Kritik richtet sich auch wirklich nur gegen den Laden, nicht gegen das Bike – mit dem bin ich nämlich auf jeden Fall zufrieden. Wer allerdings noch unentschlossen ist und wert auf gute Beratung und guten Service legt – der sollte nach meiner Erfahrung um den Radlbauer einen großen Bogen machen und sein Rad lieber im kleineren, dafür aber besseren Fachgeschäft kaufen, bei dem jeder einzelne Kunde auf jeden Fall noch mehr wert ist als beim Radlbauer.

Für mich steht fest, dass die Geschäftsführung vom Radlbauer noch auf jeden Fall einen bösen Brief von mir bekommt – wovon ich mir nicht nur ein Entschuldigungsschreiben, sondern eventuell auch noch eine kleine Wiedergutmachung in Form eines Warengutscheins oder einer Erstattung eines Teils der Montage-Gebühr verspreche. Ich werde euch auf jeden Fall über den Ausgang der Geschichte auf dem Laufenden halten.

Angesäuerte Grüße von
stefbl, 6. August 2003

Update, 17:00 Uhr: Ich habe mein Rad wieder - es war ein wenig früher fertig und ich konnte es - nachdem ich angerufen und nachgefragt hatte - schon um 15 Uhr abholen. Die Schaltung scheint nun soweit ich es bis jetzt beurteilen kann zu gehen - ich konnte sie aber noch nicht wieder voll ausfahren. Tja, und was das Knartzen des Pedals angeht: Da wurde mir offenbart, dass die Herren aus der Niederlassung am Zirkus Krone die SEITENSCHRAUBEN nicht richtig angezogen hatten und diese locker waren ... Wäre mir bei voller Fahrt ein Pedal um die Ohren geflogen - ich würde hier wohl jetzt nicht sitzen können und diesen Bericht schreiben ...

Update, 18.8.: Na bitte, es geht doch! Ein Anruf vom Radlbauer, man entschuldigt sich zutiefst für die entstandenen Probleme. Jetzt darf ich dort vorbeikommen und mir einen Warengutschein in richtig ordentlicher Höhe abholen. Wenigstens ein bisschen bin ich damit wieder versöhnlich gestimmt.
Diesen Bericht empfehlen auf Google+
Sponsoren-Links
Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
PadiZH

PadiZH

17.09.2003 21:33

Zum Glück fahre ich nicht Rad...:-) Oder nicht mehr..wäre zwar gut, sich etwas sportlich zu betätigen...Lieben Gruß, Padi

Drea-2170

Drea-2170

19.08.2003 12:29

Hammer. Und wenn ich jetzt so darüber nachdenke, das ich des Hasen Radl zur Reparatur gegeben habe... *schluck*

stern.schnuppe

stern.schnuppe

18.08.2003 16:14

Da bin ich froh, dass ich auf den Radlbauer verzichtet habe, obwohl wir damals Prozente über die Firma bekommen hätten. Habe mein selbstmontiertes Rad allen Empfehlungen zum Trotz aus dem Supermarkt und bin auch zufrieden =) radelnde Grüße vom schnüppchen

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 11311 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"sehr hilfreich" von (100%):
  1. kilimandciao
  2. PadiZH
  3. carnuntum
und weiteren 98 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.
Verwandte Tags für Der RadlBauer, München