Mein zweiter Bericht hier soll also nun über die Deutsche Bahn gehen. Fast jeder kennt sie, fast jeder (muss) sie benutzen. In meinem Bericht schreibe ich über Nah- und auch Fernverkehr.
Der Fahrkartenkauf
...ist sowohl im Nah- und Fernverkehr nicht immer einfach. Wobei man allgemein sagen kann das der Kauf eines Tickets für den Fernverkehr noch ein klein bisschen einfacher ist. Beim Nahverkehr kauft man sein Ticket in der Regel am Fahrkartenautomaten. Je nach Verbund und Gebiet gibt es unterschiedliche Tarife, was das ganze sehr unübersichtlich macht. Erschwerend hinzu kommt, dass man für bestimmte Leistungen zu evt. nur bestimmten Zeiten zusätzlich bezahlen muss. Ein Beispiel: Die Fahrradkarte; bei uns brauch man eine nur vor 9 Uhr, danach nicht mehr. Und das war nur ein Beispiel, es gibt unzählige weitere. Dies kann sich niemand merken und so kommt es bei der DB oft vor, dass man "irgendetwas falsch" gemacht hat. Zudem werden die Automaten schlecht gewartet - es gehört zur Tagesordnung dass ein Stempelautomat kaputt ist, dass bleibt dann oft auch 2-3 Wochen so.
Im Fernverkehr gibt es auch mehrene unterschiedliche Tarife, alles bleibt aber etwas übersichtlicher. Am Einfachsten kauft man sich sein Ticket online. Hier sollte man beachten, frühzeitig zu buchen, denn sonst kann es schonmal teurer werden. So teuer, dass sogar ein Kurzstreckenflug mit der Lufthansa günstiger werden kann! Zudem ist der Service dort besser, aber dazu später mehr. Ansonsten ist zu bemängeln, dass man sich keinen direkten Sitzplatz aussuchen kann. Man kann jediglich beim Reservieren angeben ob man am Fenster, Tisch oder im Ruhewagen sitzen möchte.
Der Service
...ist sowohl im Nah- und Fernverkehr mangelhaft! Im Nahverkehr gibt es nahezu keinen Service. Man kauft sich die Fahrkarte am Automaten, steigt ein, steigt aus. Zudem sind die Zugbegleiter im Nahverkehr fast immer schlecht gelaunt oder können eine Frage nicht beantworten. Bei Problemen sind sie meist ratlos. Ähnlich sieht es im Fernverkehr aus. Personal meist schlecht gelaunt. Bei Problemen meist ratlos. Viel Service gibt es auch im Fernverkehr nicht. Ändern kann man dies nur, indem man sich die 1. Klasse leistet. Hier gibt es in etwa den Service, den es bei einem innlandsflug bei LH in der ECONOMY gibt. Man bekommt in der 1. Klasse Bahn quasi den Service den ich im Flugzeug schon bei "2. Klasse" (Economy) bekomme.
Die Fahrzeuge
...sind überwiegend veraltet! In Nahverkehrszügen ist es oft dreckig oder der Sitz beschädigt. Es kommt aber auch schwer darauf an, auf welcher Strecke und zu welcher Zeit man fährt. Im Fernverkehr sind die Züge meist sauber und nicht ganz so beschädigt. Die Züge sind aber meist auch mindestens 20 Jahre alt. Klimaanlagen fallen gerne mal im Sommer aus - dann wird der ICE zur Sauna. Musste ich selbst schon erleben.
Pünktlichkeit
...gefühlt ist sie nicht vorhanden. Der Nahverkehrszug hat obligatorisch bei uns immer mal 2 Minuten mindestens verspätung. Im Fernverkehr bin ich noch NIE in einem pünktlichen ICE unterwegs gewesen!
Auswahl eigener Erfahrungen
Ich habe schon viele Erfahrungen mit der DB gemacht, alle ausfzuführen wäre zuviel, hier eine Auswahl:
- der Klassiker: ausgefallene Klimaanlage im ICE. Ich hatte einen Platz reserviert, steige in den Zug und betrete meinen Wagen. Man merkte schon, hier stimmt was nicht. 60 Minuten später fingen wir alle an zu schwitzen. Ich raus zur Zugbegleiterin. Sie meinte nur, dass das halt typisch für DB ist und ich nicht meckern soll. Ah ha, es ist also typisch DB dass man 3 Stunden ICE fährt bei 50 Crad! Nach weiteren 20 Minuten wurden wir dann aber doch evakuiert - in einen Wagen der 1. Klasse! Das fand ich wiederum spitze, wenn der Grund dafür auch ein trauriger ist.
- stinkende Züge: Ja, das gibt es, vorallem im Nahverkehr, oft. Die Toiletten werden wohl nur 2 Mal im Jahr gereinigt, so stinkt es in manchen Zügen. Im Fernverkehr sieht die Situation etwas besser aus.
- die defekte Ansage: Es ist schon nervig, wenn man 30 Minuten lang mit den 2 Worten "Nächster Halt" belästigt wird. In meinem Fall war das Ansagengerät defekt, das Band hing und es lief "Nächster Halt" in Endlosschleife. Man hätte weinen können wenn es doch nicht etwas lustig gewesen wäre. Aber nach 30 Minuten fahrt hat man auch Nachts noch von "Nächster Halt" geträumt...
Das Streckennetz
...ist im Nahverkehr recht dicht. Die DB fährt eigentlich in alle kleineren Städten. Anschluss an die DB hat man inzwischen auch in etwas abgelegenen Gebieten.
Im Fernverkehr ist das Netz auch recht dicht, was hier aber nicht nur Vorteile bringt. So brauch ein ICE von Frankfurt nach Berlin 3,5 Stunden. Er hält dabei u.a. in Hanau (direkt neben Frankfurt), Göttingen (wo kaum Leute einsteigen) oder auch Hildesheim (auch kaum Leute die einsteigen). Würde man diese Halte ausfallen lasse, wäre die Fahrtzeit deutlich kürzer. Warum man auch im Fernverkehr jeden Ort anhalten muss, verstehe ich nicht. Wenn man nach Frankreich schaut bietet sich ein anderes Bild. Hier fährt der TGV von Paris ohne Halt nach Lyon. Das sind immerhin 466 km. Es gibt kaum einen ICE, der mal 466 km am Stück ohne Halt fährt! Außnahme ist der ICE Sprinter - der kostet aber auch einen erheblichen Aufpreis und kommt so für mich nicht in Frage, denn dann kann man auch gleich fliegen!
Fazit
Reisen mit der DB ist oft nicht sehr angenehm. Die DB hat größtenteils immernoch eine Monopolstellung und das merkt man auch. Das Personal ist meist unfreundlich (es gibt auch ein paar wenige Ausnahmen) und die Züge, zumindest im Nahverkehr sind oft verdreckt. Oft gibt es aber leider keine Alternativen.
_Bemerkung: Ich habe bei der Frage, ob man es einem Freund empfehlen würde, unentschlossen ausgewählt, da es leider oft keine Alternativen gibt. Wenn möglich würde ich im Fernverkehr aber eher das Flugzeug empfehlen, da preislich etwa genauso oder sogar günstiger und der Service besser ist._